Vorspiel: Aris zum dritten Mal in Berlin
Drei Spielstätten waren bisher die Heimat von ALBA BERLIN. Ab Dienstag ist Aris Saloniki der erste Club, der ALBA im Europapokal schon in allen drei Arenen gegenüberstand. mehr


"Ich liebe ALBA Candela, das Monsta-Team aus Berlin!" Culcha Candela in der o2 World
Beim Sieg gegen Badalona waren natürlich auch wieder unsere Freunde von Culcha Candela in der o2 World. Was sie bei ihrem Besuch erlebt haben, seht ihr hier.mehr


Promis bei ALBA: Schauspielerin Bettina Zimmermann gerät ins Schwärmen
Am Dienstag waren wieder viele Promis zu Gast bei ALBA, darunter auch die Schauspieler Bettina Zimmermann und Jan Sosniok. Zimmermann zeigt sich in der Bild-Zeitung schwer begeistert.mehr


"I love playing for this club"
Julius Jenkins ist nur drei Punkte davon entfernt, in die Top10 der Eurocup All-time Scorerliste vorzustoßen. Auf der Eurocup-Homepage findet ihr ein interessantes Interview mit unserem Topscorer.mehr

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Steffens Olympia-Blog 2008

Mit ALBA mittendrin bei den Olympischen Spielen: Neuzugang Steffen Hamann berichtet für die ALBA-Fans direkt vom deutschen Nationalteam - in seinem Olympia-Blog aus Peking.


Abschluss


Erstmal ein ganz dickes fettes SORRY!!!! Tut mir wirklich leid, dass ich nicht früher dazugekommen bin euch zu schreiben, jetzt eben ein wenig länger. Gerade sitz ich hier in Bamberg in meiner Wohnung (dazu aber später mehr) und schreibe euch die letzten paar Tage Beijing zusammen... Die Situation mit den Spielen müssten ja alle von euch mitbekommen haben. Und kurz und knapp zusammengefasst mit einem "Sch..." möchte ich auch das Thema abschliessen. Die anderen Geschichten sind, nehme ich an, für euch alle eh interessanter.

Den Abend nach dem Spiel haben Dirk, Demond und ich tatsächlich nur in der Bude verbracht. Von mittags um 3 bis abends um 10 waren wir auf den beiden Liegen im Physioraum gelegen. Basketball, Volleyball, Tischtennis die ganze Palette lief auf dem Kasten. Lust war schon da, irgendetwas live anzuschauen, aber wir haben keine Kraft und Motivation gefunden zu gehen. Ein paar Jungs sind losgezogen und haben uns tatsächlich mit Essen versorgt, ganz groß war das! Das war´s auch schon. Trotz allem waren wir ziemlich platt am Abend, zack, war ich auch eingeschlafen.


Freitag und Samstag
Training, Essen und Mittagsschlaf, das alles lief ohne größere Vorkommnisse. Ansonsten haben wir uns voll und ganz auf das entscheidende Spiel gegen China vorbereitet. Da das Spiel ja ausnahmsweise mal nicht morgens um 9 bzw. 11 war, hatten wir einen "vereinsüblichen" Gameday. Frühstück, Shoot-a-round, Mittagessen und -schlaf, dann ging´s mit großen Erwartungen in Richtung Halle. Wie das Spiel lief, haben wir ja oben schon geklärt.
Da wir ja, wie sonst nach einem Spiel, nicht mehr den ganzen Tag Zeit hatten, irgendwas zu unternehmen, gibt es nicht viel zu erzählen. Außer dass wir alle sehr frustriert versucht haben, einzuschlafen. Viel wurde nicht geredet, diese Niederlage hat sehr sehr weh getan, uns allen. Das große Ziel Viertelfinale haben wir verpasst.

Sonntag
So schwer wie die Situation auch war, da mussten wir jetzt durch. Da wir ja keine Chance hatten, in irgendeiner Art und Weise weiterzukommen, blieb uns nur noch das Motto: wenigstens noch ein wenig Olympische Spiele schnubbern.


Ein großer Teil von uns hat sich auf den Weg in die Schwimmhalle gemogelt, da wir offiziell keine Tickets mehr bekommen haben. Die chinesischen Helfer am Ticketschalter waren total überfordert, auch kein Wunder, wenn da acht Zwei-Meter-Riesen einmarschieren... Wir haben es also geschafft in die Halle zu kommen. Es war ja nicht irgendein Tag, nicht nur dass Britta Steffen ihre zweite Goldmedaille an dem Morgen holte - nein, es war Michael Phelps Day. Er hat es tatsächlich geschafft, acht Goldene bei den olympischen Spielen zu holen, Wahnsinn. Und wir mittendrin. Da es ja bei jeder Sportstätte einen Block nur für Athleten gab, waren wir inmitten lauter Sportler, die nur noch mit dem Kopf schütteln konnten. Wie schön wäre es, eine zu haben... wow.

Da wir gegen Mittag einen Termin bei Nike in deren Lounge hatten, mussten wir direkt los ins Dorf zurück. Mit dem Bus und mit Anzügen von Nike, die im Chinesestyle extra für uns angefertigt wurden, ging´s 20 Minuten durch Peking, bis wir endlich da waren. Kurzes Fotoshooting, dann waren wir auf uns alleine gestellt. Haben mit unserem Pass, den wir am Eingang bekamen, noch ein paar Sachen bekommen. Schuhe, T-shirts, Hosen, eine Tasche, einfach ein bisschen was von allem. An der Tischtennisplatte gaben sich Robbse, Desmond, Konrad und Philip ein heißes Duell, bevor es etwas zu essen gab. Danach ging´s ab in die Halle, hätten wir uns auch sparen können, keiner war wirklich motiviert... die Stunde haben wir hinter uns gebracht.


Der Abend wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Angekommen im Dorf, war der Abend zur freien Verfügung. Ich habe mich auf den Weg zu Tim Begley gemacht, der ja auch hier in Beijing ist. Hilton Hotel hieß das Ziel mit dem Shuttleservice. Hab mich riesig gefreut, den Beks endlich mal wieder zu sehen. Er hat bisschen zugenommen aber ansonsten immer noch der selbe Chaot. Jedenfalls haben wir ewig gequatscht, bis dann die Zimmertür aufging und Michael Phelps da stand. Er ist ja mit Begley und Jeff, der auch mit Tim hier ist, befreundet. Was für ein Erlebnis. War ja nicht so, dass er nur ein kurzes „what´s up man“ für mich, Tim und Markus (Garreiß) übrig hatte. Wir waren alle gepflegt abendessen und dann wollten die Jungs uns noch mit auf die Speedo Party nehmen, aber es war schon kurz vor 12 und wir mussten ja morgen noch mal gegen die Amis ran... Dieses Erlebnis werde ich auch mein Leben lang nie wieder vergessen. Wer kann schon behaupten mit einem achtmaligen Olympiasieger am Essenstisch gesessen zu haben, Wahnsinn!

USA
Vor dem Spiel gegen das "Redeem Team" hatten wir kein Shootaround, also den ganzen Tag für uns. Haben eigentlich nur im Bett und vor dem TV gechillt. Da viele deutsche Athleten unbedingt, wer weiß warum, zu dem Spiel kommen wollten, war ständig ein aus-und-ein bei uns. Konnten da aber auch nix machen. Vor dem Spiel war ich total müde und platt. Die letzten Tage und Wochen waren schon sehr anstrengend, nicht nur körperlich auch emotional. So lief das Spiel dann auch, selbst an einem guten Tag von uns hätten wir keine Chance gehabt. Sicherlich war die Niederlage viel zu hoch!

Es war ja auch für den einen oder anderen ein besonderes Spiel. Für Patrick und Pascal, die ja schon ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft, was ich sehr sehr schade finde, bekanntgegeben haben, war es das letzte Spiel für Deutschland. Noch ist ja unklar, wer alles weitermacht. Man wird sehen. Nach dem Spiel sind wir mit der kompletten Mannschaft ins Deutsche Haus und haben uns das eine und andere Bier gegönnt. Mit den Handballjungs und -mädels, die ja beide auch leider schon ausgeschieden sind, ging´s dann noch auf Tour. Wir haben die Nacht zum Tage gemacht, so viel dazu. Muss ja auch mal sein.

Die letzten Tage Beijing

Jetzt galten wir als Olympiatouristen, da wir ja leider keinen Wettkampf mehr hatten und das wir selbst entscheiden konnten, wann wer abreist, war quasi jeder auf sich alleine gestellt. Einige sind schon direkt am nächsten Tag abgereist, die letzten am Freitag, 22.8.. Ich bin auch bis zum Freitag geblieben. Ich hätte mir liebend gerne auch die Abschlussfeier im Stadion angeschaut, aber ich wollte, bevor´s nach Berlin geht, noch paar Tage in Bamberg verbringen.


Ihr fragt euch sicherlich, was wir den ganzen Tag getrieben haben ohne Wettkampf und Training. Klar, haben wir uns die Chinesische Mauer angeschaut. Der Absolute Wahnsinn kann ich nur sagen. Anfangs wollte ich gar nicht mit, warum sollte ich mir eine Mauer anschauen. Aber dieses Teil hat uns alle ins Staunen gebracht. Knapp 6000 km lang ist die Mauer und ich wusste gar nicht, dass die Mauer so breit ist und man darauf laufen kann. Mit dem Bus ging´s ne gute Stunde erstmal Richtung der Mauer, die Handballer, mit denen wir uns super verstanden, sind auch mitgekommen. Dann weiter mit der Gondel bis hoch auf die Mauer, nach gut einer Stunde Spaziergang auf der Mauer ging´s mit der Rodelbahn wieder runter, ein Spaß, sag ich euch.


Im Vogelnest haben wir uns Hochsprung und Vorläufe angeschaut. 91.000 Zuschauer waren im Stadion! Ein paar Souvenirs musste man natürlich auch besorgen. Im Dorf gab´s genügend Läden, um auch was Passendes für Jedermann zu finden. Postkarten hab ich am letzten Tag dann auch noch verschickt. Zwei Hockeyspiele haben wir auch noch live im Stadion gesehen. Leider haben unsere Mädels das Halbfinale verloren, die Herren haben es ins Finale geschafft.

Ihr merkt schon, da war einiges geboten, um die Zeit rum zu bekommen. Ich hoffe, ich konnte, auch wenn zum Schluss ein wenig verspätet, einen kleinen Einblick verschaffen, wie unser Olympia gelaufen ist. Das große Ziel muss "London 2012" heißen. In diesem Sinne schöne Grüße an Dirk, Robbse, Demond, Sven, Tim, Philip, Konrad, Kris, Jan... und vielen Dank an Pascal und Patrick!!!

Mmh, wie geht´s jetzt weiter in meinem Leben? Feitag bin ich angekommen in Bamberg, nach 10 Stunden Flug. Meine Tage in Bamberg sind gezählt. Gute vier Tage hatte ich noch, um mich mit meiner Familie und Freunden zu treffen, da ich mich entschieden habe in die Slowenischen Berge zu fahren, um die letzten Tage mit meinem neuen Team im Trainingslager zu verbringen.

Da am Wochenende die Sandkerwa, wie man im Frankenland so schön sagt, auf dem Programm stand, war es eine Super-Gelegenheit, noch einmal das Nachtleben von Bamberg mit meinen Jungs zu genießen. Der Sonntag und der Montag dienten dazu, meine Sachen zu packen. War ein komisches Gefühl, aber ich hatte ja lange Zeit, mich damit auseinanderzusetzen. Klamotten, Schuhe, Elektrosachen, Kleinigkeiten, einfach Alles was wichtig war hab ich auf acht Koffern verteilt, die jemand aus Berlin am Montagabend abgeholt hat. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ich freu mich aber riesig auf meine neue Aufgabe. Mit dem Feuerwerk, das traditionell am Ende der Sandkerwa in die Luft geballert wird, heißt es nun Abschied nehmen und Willkommen Berlin.

Euer Steffen


Zwölfter Tag

14.8.2008
Game 3
Kaum eingeschlafen, kam schon Schenki (Markus Garreiß, Teambetreuer) mit seinem Wecker ins Zimmer. Es war 5 Uhr. Schon richtig gelesen, 5 Uhr! Wie schon vor dem Spiel gegen Angola, fing der Tag mit einer Runde Joggen um den Block und zurück an. Zwischendurch noch paar Dehnübungen und dann ging´s mit den Handballjungs gemeinsam zum Frühstück, die ja auch um 9 ein Spiel hatten.

Um 5 Uhr für ein Basketballspiel aufgestanden, wie lange ist das schon her? NBA Finals 2000? Ich weiß es nicht mehr, geschweige denn für ein eigenes Spiel. Aber den Spaniern ging´s ja nicht anders. Hab mich aber super gefühlt, muss ich zugeben. Bis zur Busfahrt, da hat´s mich noch mal kurz erwischt und ich bin eingeschlafen. Die ersten paar Schritte beim Aufwärmen waren auch wie ferngesteuert, aber als die ersten Zuschauer in der Halle waren und spätestens bei der Nationalhymne war ich ready to go.

Im Bus auf dem Heimweg war es ein komisches Gefühl, nachdem ich die Uhrzeit vorne über dem Fahrer sah. 11.38 Uhr und das Spiel war schon vorbei. Verrückt, normalerweise fährt man da zum Shootaround. Was man nicht alles mitmacht, aber das sind Erfahrungen, die uns keiner mehr nehmen kann, und seinen Kindern hat man dann auch was zu erzählen. In der Bundesliga sind die frühesten Begegnungen ja so gegen 15 Uhr, aber in anderen Ligen, wie in Spanien z.B. spielt der Jan mit Badalona schon mal um halb 12 mittags. Ich hab ja auch in Italien die Erfahrung gemacht, Sonntag Mittag um 12 Uhr zu spielen. Liegt meistens daran, dass in diesen Länder die Spiele wenigstens live im TV zu sehen sind!

Zweites Frühstück hinter uns gebracht, dann ging´s erstmal ganz schnell wieder ins Bett. Die Gedanken waren klar noch beim Spiel, schon ärgerlich dass wir uns mehr oder weniger immer selbst schlagen. Aber irgendwann hat´s dann doch mit dem Einschlafen geklappt. Meine Beine waren nach dem Schlafen schon ziemlich müde. Eine halbe Stunde bei unserem Physio hat da schon geholfen. Während der Behandlung lief das Spiel China gegen Angola dass Yao fast im Alleingang gewonnen hat. Heißt also: Am Samstag steigt das „Finale“ gegen China. Wir haben noch alle Chancen, ins Viertelfinale zu kommen.

Geplant war heute eigentlich noch ein Trip an die Chinesische Mauer, da das Wetter aber nicht mitgespielt hat, fiel das im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Gerade sind wir am Überlegen und Rausfinden, ob und wo wir noch hingehen könnten, um nicht den ganzen Tag hier in der Bude abhängen zu müssen. Aber das erfahrt ihr morgen.

Danke für die Unterstützung,
Steff


Elfter Tag

13.8.2008
Gestern wurden die ersten Goldmedaillen für Deutschland errungen. Vier an der Zahl: Kanu, Judo und 2x Reiten, alle haben sich natürlich mitgefreut. Eine schlechte Nachricht ist aber auch eingetroffen. Nicht, dass es schon genug war, dass die Jungs vom Handball verloren haben. Nein, Pascal Hens hat sich auch noch das Schienbeinköpfchen gebrochen. Gute Besserung auf diesem Weg.

Tagebuch
Ich versuche natürlich, euch so viele interessante Sachen zu schreiben, wie es geht. Ich hab zwar schon die ein oder andere Email bekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe, aber da sind bestimmt noch tausende offene Fragen, die euch interessieren. Wir lassen uns was einfallen, um so viele zu beantworten wie´s geht.

Beim Training heute gab´s fast ein Unglück. Beim Dehnen, das der Hansi (Gnad) im Mittelkreis vorgemacht hat, ist eine Lampe an der Decke gebrochen und die Scherben sind zwei Meter neben ihm gelandet. Kaum vorzustellen, was passiert wäre, wenn er erwischt worden wäre. Aber so kamen wir mit dem Schock davon und 10 Sekunden später waren 20 Chinesen und Chinesinnen in der Halle, die auch erstmal total schockiert waren und dann die ganze Halle von den Scherben, die überall auf dem Spielfeld verteilt waren, bereinigten.

Ich muss sagen, dass nichts mehr Erzählenswertes passiert ist. Der Tag ging auch nicht mehr lange, 22 Uhr war Schicht im Schacht.

Steff


Zehnter Tag

12.8.2008
Wie Schon nach dem ersten Spiel möchte ich nicht viel über das Spiel gegen die Griechen schreiben, ich glaube das Ergebnis spricht Bände...

Diesmal hatten wir ja eine ganz humane Spielzeit mit 14.30 Uhr Ortszeit. Vor so einem Spiel ist es zu knapp, um noch ein Shootaround anzusetzen. Hieß also, wir hatten noch ziemlich viel Zeit nach dem Aufstehen bis zum Spiel. 10.30 Uhr Frühstück/ Pre Game Meal - diesmal hab ich mir auch einen Teller Pasta auf mein Tablett gelegt. Vorher musste ich, wie eigentlich jeden Morgen, etwas Süßes reinhauen, und Cornflakes gibt es da wie Sand am Meer. Die Milch ist zwar nicht ganz mein Fall, aber OK. Die Meisten von uns haben die restliche Zeit vor dem TV verbracht und andere Wettkämpfe verfolgt. Die Chinesen haben mittlerweile schon 14 x Gold geholt, die USA dicht im Nacken.
Abfahrt, Warmup, Besprechung war wie vor 2 Tagen - nur das Spiel lief anders, aber was erzähl ich euch.

Naja, mit einer weniger guten Laune ging´s in die Mensa. "Kopf hoch Jungs", "Macht nichts", "Wie habt ihr gespielt?", "Ihr sollt uns doch nicht immer alles nachmachen", waren die meistgehörten Sätze aus dem deutschen Lager. Ist zwar lieb gemeint, aber in dem Moment immer schwer darauf zu reagieren. Da hier alle Athleten sind und alle schon mehr oder weniger in der gleichen Situation waren, weiß ja jeder, wie man sich in Situationen wie diesen fühlt. Klar tut so eine Niederlage weh, aber es ist sicherlich kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken und sich den ganzen Abend lang im Zimmer den Kopf zu zerbrechen. Es ist Olympia - und unsere Hockeydamen haben ein Spiel nicht weit vom Dorf entfernt. Eine Super-Gelegenheit, den Kopf ein wenig frei zu bekommen.
Da ist es wieder das Problem mit den Tickets. Aber zum Glück hat sich die Delegation für uns ins Zeug gelegt und über den spanischen Verband Tickets besorgt. So konnten wir uns (für die meisten) unser erstes Hockeyspiel anschauen. War schon interessant anzuschauen, wie viel da gelaufen wird. Unsere Mädels, lautstark angefeuert von uns, haben am Ende das Spiel noch gedreht und in der Schlussphase mit dem Tor zum 2:1 gewonnen. Zu Fuß ging es, mit Umweg über die Mensa, wieder zurück in unser Haus.
Ansonsten ist nicht mehr viel passiert.

Zum Abschluss ist noch zusagen dass es sicherlich nicht der Tag war für unser Haus. Handballherren, Handballdamen und Basketballherren haben eine Niederlage einstecken müssen.

Steff


Neunter Tag

11.8.2008
Selbes Szenario: Tag ist vorbei, langsam an das harte Bett gewöhnt, sitz ich hier mit meinem Apple und schreib euch, soweit es geht, was ich, bzw. wir, hier alles erlebt haben heute. Im anderen Zimmer ist gerade eine Riesen-Diskussion - die ich übrigens angezettelt habe - über Tickets für unsere und Spiele anderer Deutscher Mannschaften. Da zwei Freunde von mir da sind und ich nicht mal Tickets für unser Spiel morgen für die Jungs bekomme, ist die Diskussion zu recht aufgekommen. Da wir selbst auch gerne Spiele von Deutschen Athleten, die hier sind, anschauen würden, muss da eine Lösung gefunden werden. Mal schauen was sich unsere Delegation einfallen lässt... bin gespannt!

Viele der anderen Jungs sind im Businesscenter im Internet, wäre schon Luxus, hier eine Verbindung zu haben - aber wollen wir mal nicht jammern. Uns geht es allen weiterhin super, der Koller lässt auch noch auf sich warten. Ja ich weiß, nicht den Teufel an die Wand malen, etc. :-). Langsam kennt man sich auch untereinander im deutschen Lager. Da wir beim Handballspiel unserer Herren gestern zugeschaut haben und die Jungs auch zwei Stockwerke über uns sind, kommt man mit denen schon ziemlich oft ins Gespräch. Robbse hat sich gerade mit "Pommes" Hens ausgetauscht, Fabian Hambüchen hat uns auf dem Weg in die Mensa aufgeklärt, wann sein nächster Wettkampftag ist. Die Hockeydamen haben uns für ihr Spiel morgen eingeladen - und so geht es mittlerweile den ganzen Tag. Ach ja, den Handballmädels über uns mussten wir ein wenig gut zureden, da sie ihr Spiel gegen Korea heute verloren haben.

Wie schon erwähnt, sind zwei Jungs hier, um sich die olympischen Spiele anzuschauen. Den einen von euch kennen sicherlich die meisten, Tim Begley. Was mich wirklich freut, da ich ihn seit einem Jahr nicht mehr gesehen habe. Für die, die ihn nicht kennen: Er hat mit Robbse, Tim und Coach zwei Jahre in Bamberg gespielt. Ein Wahnsinnstyp! Sein Kumpel Phelps ist übrigens auf dem besten Weg, seine Ansage, acht Goldmedaillen zu gewinnen, wahr werden zu lassen. Zwei hat er momentan schon, sechs to go... schon verrückt. Heute bei der 4x100 m Staffel der Herren sind die ersten fünf Teams besser als Weltrekord geschwommen. Überleg dir mal, du schwimmst Weltrekord und wirst Fünfter. Liegt es am Wasser, ist die Bahn kürzer, das Material der Anzüge besser? Wer weiß, ich lass das alles mal so im Raum stehen.

Im Training ging´s grösstenteils darum, sich auf die Griechen einzustellen. Die haben zwar mit über 20 Punkten gegen die Spanier verloren, aber das soll und heißt auch nichts. Wir wissen, was da auf uns zukommt, gerade weil sie mit 20 abgefertigt wurden. Griechenland ist ja ein sehr basketballbegeistertes Land und sicherlich haben die Zeitungen etc. nicht sehr viel Positives geschrieben nach der Niederlage. Das Spiel wird sicherlich sehr physisch und mit viel Kampf geführt werden. Es ist ja kein Geheimnis, dass Dirk und Kris unsere Go-to-Guys sind, und morgen auch das Target No1 sein werden. Aber wenn wir so geschlossen auftreten, wie in den letzten Wochen, dann stehen die Chancen gut, einen weiteren großen Schritt Richtung Viertelfinale zu machen. Einfacher gesagt als getan, wir werden sehen!

Mmmh, die Pokerrunde, die endlich mal zustande gekommen ist, ging an mich. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich keine große Lust mitzuspielen, aber wie das im Leben manchmal so ist.... Nicht dass ihr jetzt denkt, wir spielen um Geld. Nein, es ist doch viel schöner wenn man als "König" den einen oder anderen fiesen Spruch reißen kann. Gehört ja auch ein bisschen dazu, haha, gell, Jungs!?

Wetter ist momentan nicht gut, wir haben seit zwei Tagen die Sonne nicht gesehen und ab und an regnet´s. Zum Glück spielen wir in der Halle. Unsere Ruderjungs haben erzählt, dass sie ihr Rennen zwar zu Ende gefahren haben, aber das Darauffolgende nicht mehr stattgefunden hat, wegen des schlechten Wetters.

Ups, ich fang an, über das Wetter zu schreiben. Es wird Zeit schlafen zu gehen!

Daumen drücken, wir werden unser Bestes geben!
Deutschland, Deutschland!

Steff


Achter Tag

10.8.2008
Gameday
Wie schon erwähnt, standen wir für eine für uns ungewohnte Zeit aus den steinharten Betten auf. Desmond hat mit seiner iPod-Jukebox Alle geweckt. "I got the power", dröhnte aus den Lautsprechen. Aber nur für kurze Zeit, da ja noch andere Sportler in dem Haus wohnen. Für ein Lachen auf unseren Gesichtern langte es auf jeden Fall. Mit dieser Truppe hat man eben immer Spaß. Weiter im Programm: 6.40 Uhr haben wir uns vorm Haus getroffen, selbst Kris, der eigentlich kein Morgenmensch ist, hat gute Laune mitgebracht, um eine Runde um den Block zu Joggen und um zu Dehnen. Hat sehr viel geholfen und die Temperatur war total angenehm. Es hatte zur Abwechslung mal nicht an die 40 Grad Celsius. Gut Frühstücken war jetzt sehr wichtig. Ein paar von uns haben sich schon Pasta reingehauen, dass hab ich noch nicht geschafft. Die Zeit zwischen Frühstück und Abfahrt um 9.10 Uhr war noch einmal gefährlich: Das Bett war schon sehr verlockend, aber das wäre nicht gut gewesen.

In der Halle angekommen, lief das Spiel Russland gegen Iran schon auf Hochtouren. Wir hatten die Möglichkeit, uns schon mal unten im Keller aufzuwärmen, da wir das Hauptfeld erst 15 Minuten vor Spielbeginn betreten dürften. Bis auf das Aufwärmoutfit von Adidas, war eigentlich alles wie immer. Zum Spiel schreibe ich nichts da gibt´s sicherlich genug im Netz darüber zu lesen. So viel sei gesagt: 1-0 für die Guten!

Steht auf wenn ihr für Deutschland seid!
Sehr ungewohnt war auch, dass es nach dem Spiel erst 13 Uhr war. Hieß also, direkt zum Mittagessen. Dort kam uns auch die kurzfristige Idee, zum Herren-Handballspiel zu gehen. Wolfgang Hilgert hat für uns noch 12 Karten besorgt und schon ging´s los. Eigentlich war kollektiv ein Mittagsschlaf geplant, aber klar haben wir uns für die Handballjungs entschieden. Ich habe noch nie ein Handballspiel auf hohem Niveau live in der Halle verfolgt. Verplant wie wir sind, hatten wir natürlich keine Idee, wie wir da hinkommen und Anpfiff war schon in einer Stunde. Also erstmal auf zum Busbahnhof. Als die Ordner dort, von denen mittlerweile schon jeder ein Autogramm von Dirk haben dürfte, uns erkannten, haben sie uns sofort einen Bus zur Verfügung gestellt. 15 Minuten später waren wir in der Nähe der Handballhalle. 15 Minuten mussten wir noch zu Fuß zur Halle gehen und bis wir endlich in unserm Block saßen, stand es schon 8:8. Der Gegner hieß Korea. Ein super Erlebnis. Von uns kannte ja jeder den Handballsport, aber für Kris war es das erste Mal, dass er ein Handballspiel überhaupt gesehen hat. Er war begeistert und spricht von nichts anderem mehr. Am liebsten würde er morgen schon wieder zu einem Spiel gehen, geschweige denn selber spielen. Die Deutschen gewannen das Spiel nach einem Run 10 Minuten vor Spielende. Wir haben auch unser Bestes gegeben: Von "Deutschland, Deutschland" bis "Steht auf wenn ihr für Deutschland seid" haben wir alles gesungen.

Was haben wir auf dem Heimweg gelacht. Es hat wie aus Eimern geregnet und wir mussten eine Ewigkeit und vor allem planlos durch die Gegend laufen, weil uns Keiner sagen konnte, wo wir einen Bus finden, der uns zurück ins Dorf bringt. Am Ausgang in der Halle gab´s plastiktütenähnliche Regenkittel, die uns natürlich viel viel viel zu klein waren - ein Bild für Götter. Nach 10 Metern war es auch schon egal, ob man einen an hatte oder nicht, wir waren alle klatschnass. Dann nahm Kris einen Riesen-Sonnenschirm aus dem Halter mit, unter den wir uns fast alle stellen konnten. Nach 15 mal Nachfragen und ein bisschen Glück haben wir endlich einen Bus gefunden, der uns zurück brachte. Eine Erlösung war das, aus den klatschnassen Schuhen und Socken zu schlüpfen. Der Schirm ist jetzt übrigens ein Teil unserer WG.

Am Abend wurde dann nur noch gechillt. Basketball, Hockey, Volleyball und Schwimmen lief im Fernsehen. Eigentlich war eine Pokerrunde geplant, aber wir waren alle ziemlich platt nach so einem langen Tag. Hier ist es jetzt halb 1 und ich liege im Bett und bin froh gleich bis 10 Uhr zu schlafen.

Gute Nacht
Steff


Siebter Tag

9.8.2008
Der Tag nach dem riesen Ereignis gestern hatte es natürlich schwer, irgend etwas aus sich zu machen. Klar wurde noch viel über die Zeremonie gesprochen. Was jeder von uns am besten fand und wen er so alles getroffen hat. Ich für meinen Teil musste, bzw. habe zwei Gänge zurück geschaltet. Es passiert jeden Tag etwas Neues und man kommt kaum zur Ruhe. Aber ich wusste, dass ich speziell einen Tag vor einem Spiel schon ein paar Minuten für mich brauche, um meine Gedanken zu ordnen. Es war sicherlich nicht einfach und die meisten der Jungs haben mich auch gefragt, ob irgendwas nicht in Ordnung ist. Aber diejenigen, die mich kennen, wussten schon, was los ist. Ich glaube, bei so einem großen Ereignis kann es schon schnell passieren, zu viel abgelenkt zu werden.

Ich muss auch sagen, dass der Abend gestern viel Kraft gekostet hat und so bin ich im Bus auf dem Weg zum Training eingeschlafen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann mir das das letzte Mal passiert ist. Im Training war ich aber wieder voll da. Die letzte Trainingseinheit vor dem Auftaktspiel gegen Angola. Man hat richtig gemerkt, dass wir sowas von bereit waren für das Spiel. Das waren auch die abschliessenden Worte vom Coach nach dem Training. Also ging´s mit einem guten Gefühl aus der Halle und zum Essen in die Mensa. Da ja schon die ersten Wettkämpfe anfingen, war nicht viel los. Man konnte sich einen guten Überblick verschaffen, was es heute so alles gab. Der Kartoffelauflauf war total lecker, fast wäre ich ein 2tes mal gegangen - aber nur fast :-).

Zurück im Zimmer lief der Fernseher permanent. Echt super, dass man hier alle Sportarten live anschauen kann. Die ersten Medaillen wurden vergeben, China und Spanien können sich schon mal ein Häkchen bei den Goldenen machen... Ich hab ziemlich viel Zeit am PC verbracht, da ich euch ja von der Eröffnungsfeier erzählen muss ;-). All zu lange blieb auch nicht mehr Zeit, um was zu machen. Der Plan für Sonntag klebte an der Tür und da stand 6.30 Uhr Wecken. 6.30 Uhr! Um spätestens 23 Uhr war zum ersten mal Funkstille in unserem Appartment. Anders als bei den Handballdamen über uns, die jeden Tag um halb 12 Nachtruhe haben, blieb es uns selbst überlassen, wer wann ins Bett geht. Aber mittlerweile sind wir ja alle alt und vernünftig genug, um zu wissen, wann Schicht im Schacht sein muss.

Ah, mittlerweile haben auch die Vereinigten Staaten Fahnen an ihren Häusern angebracht. Anfangs dachten wir, dass sie mit Absicht keine anbringen, um nicht erkannt zu werden. Doch die Koffer mit den Fahnen kamen einfach später hier an. Anders als erwartet von den Amis, haben sie nicht übertrieben mit ihrer Liebe zum eigenen Land.

Erinnerungsfoto mit Kobe Bryant

Sechster Tag (der große Tag)

8.8.2008
Ganz schwieriger Morgen: 8 Uhr Wecken, 9 Uhr Abfahrt und 10 Uhr Training. War nicht einfach, in die Gänge zu kommen. Aber wiederum auch ein ganz guter Test, da wir ja das erste Spiel schon um 11.15 Uhr haben. Gegen die Spanier sogar morgens um 9, aber daran denken wir momentan noch nicht... Jedenfalls waren alle dann ziemlich froh, als das Training zu Ende war. Im Bus und beim Mittagessen gab´s eigentlich nur ein Thema: die Eröffnungsfeier. Darüber ging auch das Meeting um 13 Uhr. Was wird angezogen, wann treffen wir uns, wie stellen wir uns beim einlaufen auf, was passiert nach dem Einlaufen, wir kommen wir zurück... all solche Sachen. Man muss schon sagen, dass echt Alles bestens organisiert ist. Bis es aber losging um 19 Uhr war noch viel Zeit. Die meisten von uns haben sich erstmal auf´s Ohr gelegt und geschlafen, da wir wussten, dass wir heute Abend sehr lange stehen müssen.

Da die Ringe in den Haaren schon die Runde gemacht hat und über uns die Handballdamen eine Friseurin dabei haben und sie angeboten hat uns die Haare zu machen, ging hier die Post ab. Patrick, Sven und ich haben uns die Ringe in die Haare färben lassen, die Anja hat echt alles an Ausrüstung dabei! Vielen Dank an dieser Stelle, aber ich kann schon mal sagen das es sicherlich nicht das letzte mal war Anja! Circa eine Stunde vor Abmarsch mussten die Rookies (Konrad, Tim und Philip) die McDonalds Bestellung in der Mensa besorgen. 12 Big Macs, 12 McChickens, 12 mal Chicken Mc Nuggets und Pommes. Lecker! Das war´s aber erstmal mit dem Fastfood...

Die Spannung steigt, umziehen stand als nächstes an. Manche von den Jungs hab ich noch nie im Anzug gesehen und zudem auch noch alle im gleichen. Es wurde jedenfalls viel gelacht. Hose hier, Hemd da zu kurz, ich mit meiner Größe hatte da echt Glück. Würde jetzt nicht sagen, dass alles wie angegossen saß, aber ich war zufrieden. Nach guten 20 Minuten waren dann endlich alle soweit. Unten warteten schon viele andere Deutsche, die ja auch das gleiche an hatten, wie wir. War ein total geiles Bild. Hier und da noch ein Mannschaftsfoto dann ging´s im Trott Richtung Busbahnhof, ca. 750 Athleten, Betreuer usw. in einer Traube. Leider konnte oder durfte ja nicht Jeder zur Eröffnungsfeier, da Einige am nächsten Tag schon Wettkampf haben. Wäre schon ärgerlich gewesen...

Eröffnungsfeier
Um 19.40 Uhr fuhr der Bus gen Olympiastadion. Da aber noch ewig viel Zeit war, bis es losging, geschweige denn, bis wir an der Reihe waren, wurden alle Teams in die Turnhalle gebracht. Hieß also, 204 Nationen in einer Halle, die alle darauf warten, von der Leine genommen zu werden. Wir hatten die Startnummer 199 von 204 - ja, ziemlich die Letzten. In der Halle wurde die La-Ola angestimmt, die Neuseeländer haben ihren Volkstanz, den Haka, ausgepackt, der mit einem Applaus gefeiert wurde. Ein Spektakel, das man nicht alle Tage erlebt. Zum Glück war, wie immer, an alles gedacht. Getränke und Lunch-Pakete noch und nöcher.

197, 198, dann war es soweit: 199, Deutschland wurde auf den großen Leinwänden angezeigt. Von unserem Block waren es aber noch paar Minuten bis ins Stadion. Aus der Halle raus und man hat nur noch Menschen gesehen. Eine Nation nach der anderen, und wir fast am Ende. So wussten wir wenigstens was noch auf uns zukommt. Links und Rechts von der Schlange waren Tausende von Chinesen, die immer wieder ausflippten, wenn man sie mit einem „Ni hao“ begrüsste (was soviel heißt wie "Hallo"). Kurz vor dem Tunnel, der in den Innenraum des Stadions führt, hat Dirk die Fahne bekommen. Ein breites Lachen war zu sehen auf seinem Gesicht. Demond, Kris und ich waren ziemlich in der Mitte der deutschen Schlange. Im Tunnel dann das erste mal Gänsehaut. "Wir woll´n die Fahne sehen, wir woll´n die Fahne sehen"-Sprechchöre, einfach der Hammer. Uns wurde zwar gesagt, man sollte nicht mit der Kamera in der Hand ins Stadion einlaufen, aber daran hielt sich keiner.



Der Moment, als ich dann im Stadion war, ist unbeschreiblich. 100.000 Menschen um mich herum, alles war so unwirklich. In den ersten paar Minuten war ich nicht wirklich anwesend. Nachdem ich die ersten deutschen Fahnen im Publikum gesehen hab und Desmond mir ein lautes "UUUUUUUUHHHHHHHHHaaaaaaaaaaa" ins Ohr geschrieen hat, war ich wieder da. Hier gewunken, da ein Foto geschossen, einfach wild drauf los geschrieen, einfach den Emotionen freien Lauf gelassen. Es verdammt schwierig, so etwas in Worte zu fassen....

Mit durchgeschwitzten Anzügen haben wir uns nach der Ehrenrunde im Innenraum als Mannschaft wieder getroffen. Alle Augen funkelten nur noch so vor sich hin. Dirk kam nicht zur Ruhe, alle wollten ein Bild von Ihm, einfach alle. Sein Anzug hatte komplett eine andere Farbe angenommen, so durchgeschwitzt war er. Ich hab mich bewusst ein bisschen zurückgezogen um alles auf mich einwirken zu lassen. Danach sind ich und Desmond zu Kobe rüber, der sich gerade mit Kris unterhalten hat, um ein Bild mit ihm zu schießen. Mit einem „ma man“ hat er sich in die Mitte von uns beiden gestellt und sein Hollywood lachen auf´s Gesicht gezaubert. Es ist ja nicht so, dass ich ein großer Fan von ihm bin, aber er ist schon momentan der beste Basketballer auf unserem Planeten.

Naja, weiter ging´s. Unter ohrenbetäubendem Applaus wurde das olympische Feuer im Stadion begrüßt. Vier verschiedene chinesische Sportler haben es einmal ums Stadion getragen bis der letzte von ihnen mit dem Seilzug ans Stadiondach gezogen wurde und dort oben noch eine Runde zog. Die meisten von Euch haben es ja sicherlich vor TV mit erlebt, einfach einzigartig. Dann der große Moment: 3, 2, 1 und die olympische Fackel auf dem Stadiondach brannte... LET THE GAMES BEGIN!

Der Heimweg war mühsam. Alle Athleten mussten quasi zeitgleich zurück ins Dorf gebracht werden. Mit Jason Kidd der direkt vor uns mit seinem Team marschierte hatte ich mich noch unterhalten, bis es dann in den eiskalten Bus ging, zudem hatten wir, glaube ich, auch noch den langsamsten Busfahrer in ganz China. Nach gut einer Stunde für 2 km waren wir endlich angekommen. In der Mensa noch nen Snack geholt und ab ins Appartment. Man hat gemerkt, dass jeder von uns ziemlich erschöpft und angetan war von dem, was wir da alle gerade erlebt hatten. Nach der Dusche fiel ich ins Bett, es war ja auch schon halb drei. Das schönste Erlebnis, was ich mit dem Sport bislang erlebt habe, ging also zu Ende. Oder besser: Es fängt erst an...

Peace
Steff

Fünfter Tag

7.8.2008


Häuser
Heute stand kurzfristig noch ein Freundschaftsspiel gegen Iran an. War uns allen lieber als wieder nur zu trainieren. Aber erst hieß es, wieder vor zur Mensa laufen, um zu Frühstücken. Manche Athleten haben tatsächlich einen kleinen Tret-Roller, da wird man schon manchmal neidisch wenn die an einem vorbeiflitzen. Naja, bei den nächsten Spielen wissen wir Bescheid. Es ist auch super, zu beobachten, wie die Häuser langsam Gestalt annehmen. Ist fast schon wie ein Wettbewerb, wer die beste und verrückteste Idee hat. Die Australier haben vor ihrem Haus Stühle, Tische und Flachbildschirme aufgebaut - die Italiener haben gleich nachgezogen. Anfangs war die griechische Fahne, denke ich, die größte, aber die Kanadier haben den Titel eindeutig an sich gerissen. Ich habe noch nie so eine große Fahne gesehen, wie die, die am kanadischen Haus herab hängt - sensationell. Die Japaner haben vor ihren Häusern Transparente mit "Go Fight Win - Japan Team" platziert. Die Dänen eine riesige Fahne mit der Aufschrift "PAIN is TEMPORARY - PRIDE is FOREVER!!" ....ich schreibe euch noch ein paar die nächsten Tage, muss mir die alle mal aufschreiben, bei so vielen kann man da auch mal den Überblick verlieren. Bei uns am Haus hängen zwar auch ein paar Fahnen mit Sprüchen, aber zu den Top 10 fehlt schon noch einiges. Wir sind da momentan auch leider noch einfallslos, aber wer uns kennt, weiß, dass da noch was kommen wird. Und außerdem sind wir ja noch alle ziemlich unerfahren. Bis auf Hansi Gnad war ja noch keiner bei den Olympischen Spielen dabei.

Iran und Deutsches Haus
Das Spiel war auf 13 Uhr gelegt, hieß also 12 Uhr Abfahrt in die Halle. Und schon standen wir mal wieder in einer anderen Halle. Umziehen, kurze Besprechung, Aufwärmen und los ging´s. Die Iraner sind ja in der anderen Gruppe und eher der Outsider. Für uns war es aber nochmals ein guter Test bevor´s am Sonntag endlich losgeht. Das Spiel gestaltete sich von Anfang an eindeutig. Am Ende haben wir klar mit 20 Punkten Unterschied gewonnen.

Noch in der Kabine haben wir den Dresscode bekommen, den alle Deutsche bei der Eröffnungsfeier tragen müssen. Eine .... Hose, das .... Hemd dazu die .... Schuhe, wäre ja langweilig, wenn ich es schon verraten würde. Schaut es euch an, es lohnt sich, so sieht man uns nicht alle Tage und bei manchen von uns Jungs ist es ja nicht immer einfach, die richtigen Größen zu bekommen. Ihr wisst Bescheid! Aber darum geht es ja nicht...

Nach der von uns vereinbarten Mittagsruhe, die aber auch immer strikt eingehalten wird, ging´s mit dem Shuttleservice ins Kempinski Hotel ins Deutsche Haus. War eine schöne Abwechslung. Man trifft alte Bekannte aus der Medienwelt, Sportler, die auch da sind, anderes Essen.... Alles sehr schön eingerichtet mit Restaurant innen und außen, Internetecken, Tischtennisspiel, eine Bühne mit Liveacts, alles drum und dran. Aus dem Haus werden auch Harald Schmidt und Waldemar Hartmann ihre Sendung führen. Auf dem Heimweg hatten wir eine deutsche Begleitung, der den Shuttleservice für alle Deutschen betreut, bei uns an Board. Er spricht 6 Sprachen darunter auch chinesisch. Er hat uns auch angeboten, dass wir uns jederzeit bei ihm melden können und er uns zeigt, was immer wir sehen wollen. So etwas hilft natürlich in einem Land, wo man keine Straßenschilder lesen kann.

Training war für eine Stunde in der Olympiahalle, war wieder geil da einzulaufen, da kann man kaum auf die Spiele warten. Jedenfalls sind langsam alle Teams angekommen, die Litauer waren vor uns dran, die Griechen nach unserem Training. Nach der Stunde in der großen Halle mussten wir das Feld räumen. Danach ging´s einen Stock tiefer in die Trainingshallen, um dort noch ne gute halbe Stunde was zu machen. Bei der Heimfahrt zurück ins Dorf hat man gemerkt, dass die Stadt voller wird. Lange ist nicht mehr hin bis zur Eröffnungsfeier.



Es war dann auch soweit, McChicken, Chicken McNuggets und Pommes, der Mc musste hinhalten. War ne super Abwechslung zwischendurch... Danach ging´s wieder die obligatorische Stunde in den Businesscenter, um über Skype zu telefonieren und ein paar Emails zu verschicken. Angekommen in der „Basketball-WG“ lief die PSP noch mal heiß und kultiviert einen Film zu Ende geschaut - "Meet Dave" mit Eddy Murphy, eigentlich kein Film, den man gesehen haben muss, aber zum müde werden perfekt. Hat auch wunderbar geklappt...

ALBA-Teamkollege Philip Zwiener
ALBA-Teamkollege Philip Zwiener
ALBA-Teamkollege Philip Zwiener
Noch kurz eine Info: Wenn man hier einen Tag lang lebt, ist es bei viel Smog, als würde man 70 Zigaretten rauchen, momentan schätzt man so 40. Die ersten Mannschaften trainieren schon mit einer Gesichtsmaske. Schon verrückt, wenn man so etwas sieht.

An dieser Stelle soll ich euch allen, vor allem natürlich den ALBA-Fans, schöne grüsse von Philip ausrichten, der auch immer fleißig mein Tagebuch liest. Peace Phil!!!

Was gab es ansonsten noch zu erzählen. Echt schwierig, da passiert so viel jeden Tag. Mmmh, lassen wir´s erstmal dabei. Viel Spass beim Lesen. Ach ja, nicht vergessen, die Eröffnungsfeier anzuschauen, auf die wir uns alle riesig freuen!

Steff


Vierter Tag

6.8.2008
Yeees, beim Film schauen direkt eingeschlafen. Mitten in der Nacht ging zwar Desmonds iPod Station an, aber direkt weiter geschlafen. Müde war ich trotzdem heute morgen. Aber sobald man die Zimmertür aufmacht, kommt man schnell wieder auf Touren. Robbse steht vor mir und putzt sich die Zähne, Dirk läuft mit seinen Ringen in den Haaren umher. Schon mal wieder ein Erlebnis, in einer WG zu wohnen. Habe ja mit Ivan Pavic 6 Jahre einen Haushalt versucht zu führen, aber auf Dauer wäre das nichts mehr für mich. In der Zeit, die wir hier miteinander verbringen, wird´s bestimmt auch mal zum Lagerkoller kommen, aber wir haben uns schon vorgenommen das beste daraus zu machen und die Zeit zu genießen. Beim Frühstück haben wir uns mit den Ruder Jungs (4er) an einen Tisch gesetzt und unsere Erfahrungen ausgetauscht. Super nette Jungs! Viel Glück auf diesem Weg... Danach ging´s wieder in die Muckibude. Die erste Kugelstosserin beim Training gesehen, da steckt schon Power dahinter, ansonsten alles wie beim letzten mal. Die Langstreckenläufer auf der einen Seite auf dem Laufband, etc., die Gewichtheber auf der anderen Seite, mit ihren vollgepackten Handelstangen und der Rest mittendrin. Überall stehen Coca Cola Automaten auf dem Campus, für die wir einen Chip bekommen haben und uns bedienen können.

Fahnenträger
Dirk konnte heute morgen nicht mit uns trainieren, da er zum Fahnenträger der deutschen Mannschaft gewählt wurde – worüber wir uns riesig freuen – und zu einer PK musste. Er hat es aber meiner Ansicht auch verdient!!

Jetzt geht´s aber erstmal los zum Training,
Steff


Dritter Tag

5.8.2008
...was für eine schreckliche Nacht! Desmond und ich, wir konnten bis halb 5 nicht einschlafen. Von links nach rechts gedreht, T-Shirt an T-Shirt wieder aus, Film geschaut (21), iPod ins Ohr, nichts hat geholfen. Nachdem Desmond kurz nach 4 den Dirk auf der Toilette getroffen hat und ich ein paar Gummibären in mich reingehauen hab, konnten wir endlich schlafen. Ganze 4 Std, so sahen wir auch aus beim Frühstückstisch. Diesmal gab´s French Toast mit Erdbeermarmelade und Peanutbutter. Unsere Trainingszeit war von 11-13 Uhr festgelegt. Waren diesmal wieder in einer anderen Halle, ziemlich lange Busfahrt.

Verbotene Stadt - Alternativ Programm
Eigentlich war ausgemacht, dass die ganze Mannschaft die Verbotene Stadt anschaut, da aber Dirk ein Medientreffen und Desmond und ich verdammt müde waren, sind wir hier geblieben. Wir wollten dann aber auch nicht zu lange schlafen, damit wir abends wenigstens einigermassen schnell einschlafen können. Unser Alternativ-Programm nach der Stunde Powerschlaf war aber auch ganz witzig: Erstmal haben wir uns gleich neben dem Fitnesscenter das Becken, in dem einige der Schwimmer trainieren, angeschaut. Ist schon der Wahnsinn, wie schnell die Jungs da losgehen im Wasser. Danach ging´s in die Spielhalle, 2-1 für Desmond ging die Billardrunde zu Ende. Beim Surfen im Internet hab ich die Niederlage dann langsam verdaut, von dort aus direkt in die Mensa. Dort haben wir erfahren, dass als Roger Federer mittags in die Mensa kam, Chaos pur herrschte. Er war umzingelt von Menschen trotz seines Versuchs, sich mit Kappe und Sonnenbrille zu tarnen – nix war´s.

Demond Greene Demond Greene


Olympiaringe
Nachdem die letzten E-mails und Skype-Telefonate erledigt waren und wir ins Zimmer zurück kamen, traute ich meinen Ohren nicht: Dirk´s Vorschlag war es, sich die Olympiaringe in die eh schon als Mannschaft kurz geschorenen Haare zu rasieren. Ich hielt es anfangs für einen Scherz, aber seht selbst. Aus Papptellern wurden die Ringe geschnitten und außen herum rasiert. Doch wer macht den Anfang? Mmmh, da gab´s eigentlich nur eine Lösung, ein Rookie musste hinhalten. Und da Tim, der zwar gerade versucht hat, sich aus dem Staub zu machen, zufälligerweise auch in unserem Apartment war – naja den Rest könnt ihr euch denken. Überraschenderweise hat es aber super funktioniert auf´s Erste. Hansi kam ins Zimmer und konnte nur noch mit dem Kopf schütteln. Danach kamen Dirk und Desmond dran. Für noch mehr Rasuren war es zu spät, da wir morgen wieder um 11 Uhr trainieren und es doch eine Weile dauert, bis die Frisur sitzt.

01.16 Uhr zeigt die Uhr an und ich hoffe nur dass, ich langsam müde werde, in diesem Sinne:

Bis dann,
Steff


Zweiter Tag

4.8.2008
10.30 Treffen fürs Krafttraining
13 Uhr Mittagessen
15.30 Treffen und Abfahrt zum Training
20 Uhr Abendessen

Das stand auf dem Plan. Hieß also 9 Uhr aufstehen, da wir gute 10 min von unserem Haus bis in die Mensa brauchen. 9.30 Ham and Eggs, Cornflakes und ein Yoghurt war meine Auswahl. Verdauungsspaziergang zurück zum Haus und schon ging's wieder 10 min zu Fuss in Richtung Fitnesscenter. Oh mein Gott, da sitzt man auf dem Fahrrad und neben einem stemmt einer weiss Gott wie viele Gewichte ... Zwei Ägypter 40 min auf dem Laufbahn mit langem Jogginganzug die nicht mal schwitzen, Frechheit!!!.

Nach einer guten Stunde waren wir durch mit unserem Programm. Duschen und schon ging's wieder ab in die Mensa. Schnell essen damit wir uns noch ne Stunde hinlegen können, bevor`s endlich in die grosse Spielhalle zum Training geht. Gute 30 min Fahrt bis zur Halle. Was witzig ist, ist dass heute nur Autos fahren dürfen, die eine gerade Zahl auf dem Nummernschild haben, morgen die ungeraden, Weltklasse.

Olympiahalle
Angekommen an der Halle konnte man von aussen schon sehen dass die Halle mit die teuerste Anschaffung war für Olympia. Die freiwilligen Helfer, die überall in ihren blauen Outfits uns den Weg weisen, haben uns in die riesige Umkleide mit Whirlpool gebracht. Kurz von den adidas in die Nike Trainingsklamotten und ab aufs Feld. Woooooooow, was für eine Halle. Riesiger Fernsehwürfel an der Decke, aussen um die Zuschauerplätze LED Laufleisten mit GERMANY, das macht Vorfreude auf die o2 World :-) Heute ging's schon bisschen mehr zur Sache im Training als gestern, jeder von uns will ja auch bestens vorbereitet ins Turnier starten, da unser erstes Spiel gegen Angola ein must win Game ist.


In der Halle gibt's dann auch noch ne Playerslounge, wo man sich einfach an den Getränkeautomaten und Tischen voller Cookies bedienen kann, es ist einfach an alles gedacht.

Bevor's jetzt gleich ab zum Abendessen und ins Internet geht, lieg ich hier im Bett und schreib euch das Ganze... Ich hoffe ich kann euch nen kleinen Überblick geben, von dem was hier los ist...

Bis bald, euer Steffen


Erster Tag

2. & 3.8.2008
Nun ist es soweit, es ist Sa. der 1. Aug. 2008, der Wecker klingelt um 9.00 Uhr, ein ganz besonderer Tag in meinem Leben. Nach zwei Europameisterschaften und einer Weltmeisterschaft kommt nun mit Olympia mein sportliches Highlight.

Bevors aber um 11.30 Uhr mit dem Bus von Bamberg nach Frankfurt zum Flughafen ging, mussten noch die letzten Sachen gepackt und von Freunden und Familie Abschied genommen werden. Für Robbse, Demond, Sven, Tim, Kris, Holger (Geschwindner) und mich ging's von Bamberg mit Zwischenstop in Würzburg (Dirk abgeholt) in Einheitskleidung direkt zum Olympiaschalter am Flughafen in Frankfurt.



Da alle deutschen Sportler mit dem selben Outfit reisen mussten, wusste man gleich wer mit in den Flieger nach Peking steigt. Klar war Dirk permanent von Leuten umringt die ein Bild oder Autogramm von ihm haben wollten. Man muss aber dazu sagen dass der ein oder andere auch von „uns“ ein Bild haben wollte!!! :-)

Dirk, you make a photo?
Wie auf dem Lehrgang in Bamberg ausgemacht hatte jeder der noch keine hatte sich die PSP besorgt, die meisten die schon länger mit dabei sind hatten das Ding ja schon. Patrick hat für die Rookies das Socom-Spiel noch besorgt und schon ging's los. 4 gegen 4 um die Wette geballert.... so ging die Zeit bis zum Flug verdammt schnell vorbei.

Leider hatten wir nicht für alle Spieler nen Businessplatz, so mussten manche von uns sich weiter hinten im Flieger setzten aber leider ging die Verbindung mit der PSP nicht soweit... Naja, der Flug ging eigentlich ziemlich zügig vorbei, essen, Filmschauen, schlafen, Buch lesen, noch mal essen und schon waren wir da... Naja, so schnell ging's dann doch nicht aber jedenfalls geschafft. Am Flughafen dann die ersten riesigen Plakate - one World one Dream - Olympia 2008. So langsam steigt die Spannung und man begreift dass man bei dem grössten Sportereignis der Welt dabei ist. Aber bis wir endlich in den Bus Richtung unserem Olympischen Dorf steigen durften mussten wir uns erstmal durch geschätzte 500 freiwilligen Helfer der Olympischen Spiele durchkämpfen die sich, ja, natürlich ein „Dirk, you make a photo“ nicht verkneifen konnten. ZDF wollte dann auch noch ein interview und gut wars erstmal... mit einem entspannten „Ich wollte das (Olympia) ja unbedingt“ stellte er sich fast jedem Wunsch.

Das Olympische Dorf
Mit ein paar deutschen Volleyballspielern ging's dann über ziemlich leere Straßen ins Olympische Dorf. Von Smog noch weit und breit keine Spur... mit unserer Akkreditierung und dem ein oder anderem Check am Haupteingang ging's ins Deutsche Haus. Zwei 6-Bett Appartments mit jeweils 3 Doppelbettzimmern haben wir zugeteilt bekommen. Ich teile mir das Zimmer, wie eigentlich schon seit 3 Sommern, mit Demond, dem besten Roommate den man sich vorstellen kann. In den anderen beiden sind Jan mit Kris und Robbse mit dem Dirk verteilt.

Nach ner guten halben Stunde kamen unser Gepäckstücke und wir haben es uns nach dem Auspacken erstmal gemütlich gemacht. Schrank dahin verschoben, Bett in die andere Richtung gedreht, Bettverlängerung als Fernsehschrank umgedeixelt.... Die wii ist natürlich auch am Start und musste angeschlossen werden.

So gegen 12 ging's wieder in Einheitskleidung von adidas, ist hier alles sehr strikt geregelt, Richtung Mensa zum Mittagessen. "Wahnsinn" war das erste Wort das ich rausbekommen habe. Eine riesen bierzeltartige Halle mit einem chinesischen, internationalen und mediterranen Buffet, McDonalds und verdammt viele Tischen und Bänke voll mit Sportlern aus aller Welt.

Zwar haben wir uns es vorgenommen mittags nicht zu schlafen, aber hat nicht ganz funktioniert... Der Flug und die Zeitumstellung waren doch zu viel und so hieß es erstmal, 2 Stunden Bettruhe im deutschen Lager. Danach ging's Richtung Halle, heute hatten wir noch nicht die Gelegenheit in der Olympiahalle zu trainieren, ist alles genauestens geplant, wer, wo und wann Trainingszeiten bekommt. Die Halle, in der wir waren, war aber auch schon nicht schlecht. Wir haben nicht allzu viel gemacht im Training, nur bissl den Flug aus den Beinen gelaufen.

Direkt nach dem Training ging's wieder in die Mensa. Das Essen lässt zwar zu Wünschen übrig aber für alle Fälle ist da ja noch der McDonalds, noch war zwar keiner da, aber das wird kommen....

Leider haben wir hier in den Häusern kein Internetzugang und so müssen wir in die Entertainment Hütten ausweichen. Schon stark was hier geboten wird: Spielecenter, Chilllounge, Internetcafe - einfach alles was man braucht um sich abzulenken. Allzulang ging der Abend dann auch nicht mehr, der Jetlag sitzt schon noch im Körper...

Also, die ersten Eindrücke sind gemacht!!


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