ALBA mit dem „Stern des Sports“ in Silber ausgezeichnet
Der ALBA BERLIN Basketballteam e.V. wurde für das Projekt „MBA – Mädchen Basketball Aktion“ mit dem „Stern des Sports“ in Silber ausgezeichnet.mehr

Mithat Demirel im Mittagsmagazin am Donnerstag
Am Donnerstag um ca. 13:45 Uhr könnt ihr unseren Team Manager Mithat Demirel als Talkgast im Sportblock des ARD-Mittagsmagazins sehen und hören.

Highlights vom Testspiel im Trainingslager
Schaut euch hier die Highlights vom 87:70-Testspielsieg gegen den slowenischen Club Pivovarna Lasko zum Ende des Trainingslagers in Kranjska Gora an.mehr

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Steffens EM-Blog (2009)

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Hier bloggt Steffen Hamann von der Europameisterschaft 2009 in Polen. Steffen versorgt uns mit vielen kleinen, interessanten Geschichten aus dem Kreise der Nationalmannschaft, die sonst wohl nicht alle den Weg in die Öffentlichkeit fänden. Ihr habt Fragen an Steffen oder wollt ihm einfach eine Nachricht nach Polen schicken? Hier habt ihr die Gelegenheit dazu.


Freitag und Samstag, (11. und 12. September)


Im Griechenlandspiel gegen Bourousis
Komme leider jetzt erst zum Schreiben, da ich a.) faul war und b.) sauer nach dem Griechenlandspiel. Haben mir drei Fouls in vier Minuten gepfiffen, die man auf diesem Niveau normalerweise nicht pfeift. Klar, hat mich der Coach dann runter genommen und ich habe erst mal gesessen. Danach ist es immer schwer, in den Rhythmus zu kommen. Aber am Ende haben wir, denke ich, echt einen möglichen Sieg gegen eine, wie in jedem Jahr, richtig starke Mannschaft aus Griechenland verloren. Heiko hat das Spiel seiner noch jungen Nationalmannschaftskarriere gemacht. 23 Punkte ohne auch nur einen Fehlwurf. Nach dem Spiel waren noch zwei Jungs von uns bei der Dopingkontrolle, auf die wir noch gewartet haben, bevor es zurück ins Hotel ging zum Abendessen.

Medientreff: Demond und Ellias, der diesmal dran war mit ner Aufgabe, durften heute Rede und Antwort stehen. Beim Mittagessen wurde abgestimmt zwischen "jeden zweiten Satz auf Englisch", oder aber "jedes mal bei dem Wort 'wir' das Wort 'Bier' zu benutzen". Ich war ja ganz klar für die Deutsch-Englisch Aufgabe, aber es waren am Ende mehr Hände in der Luft fürs "Bier". War ganz witzig, meinte Desmond, aber nicht wirklich der Knaller. Aber ok...

Am Gameday ist weiter, wie eigentlich immer, nicht viel passiert, außer, dass wir uns am Abend dann noch mit Uno abgelenkt haben und ich auch deswegen nicht mehr zum Schreiben kam.

Na gut, heute, also Samstag, war unser spielfreier Tag. Frühstück selbständig und um 12 Uhr der erste offizielle Termin: Teambesprechung und Videoanalyse zum Mazedonienspiel, gegen die wir ja in diesem Sommer schon zwei mal gespielt haben. (1-1). Wir wissen alle, wie wichtig dieses Spiel sein kann, aber ich möchte an dieser Stelle nicht darüber reden, sprich schreiben. Nach dem Meeting ging es direkt in die Halle, um noch an ein paar kleinen Feinheiten zu arbeiten, die der Coach sich ausgedacht hat fürs Spiel morgen. Ob es gut war, dass die Mazedonier am Vortag sich eine Klatsche von den Franzosen abgeholt haben, oder aber eben nicht, weiß man nicht. Aber wir wissen, um was es geht und sind bereit. Go Deutschland, heißt es once more.

Fünf Minuten Fussweg entfernt vom Hotel ist eine Mall, die wir fast geschlossen aufsuchten, um doch mal was anderes zu sehen, als die kargen Hotelwände. Nicht nur dieses Einkaufszentrum, auch der ganze Ort und das Land Polen macht auf mich einen sehr sehr guten Eindruck. War bis jetzt nur zweimal in Warschau und von so einer Großstadt bekommt man ja keinen guten Überblick, was ein Land zu bieten hat. Bis zu diesem Punkt finde ich, ist das von der Organisation und allem drumherum besser als vor zwei Jahren in Spanien bei der EM.

Mittlerweile sind wir auch Onlineim Zimmer. Wer Lust hat kann sich auch gern mal Kambalas Ellenbogenschwung anschauen. Als ich das sah hab ich mir schon gedacht, dass ich da verdammt viel Glück gehabt habe und der nicht auf der Nase gelandet ist... Hier der Link (Danke Samii): http://www.youtube.com/watch?v=RVoopXJ_DiU

Am Abend wurden wir zum Essen bei einem Mexikaner direkt um die Ecke eingeladen. Das Essen war zwar lecker, aber leider ist mir die Füllung vom lädierten Zahn wieder rausgefallen. Schmerzen hab ich keine, doch ich denke, dass ich morgen nach dem Spiel einen Zahnarzt aufsuchen muss. Gerade ins Hotel zurückgekommen, ist mehr oder weniger jeder aufs Zimmer, um die Ruhe vor dem Sturm Morgen zu genießen.

Kann nur noch mal ein Danke für die vielen E-mails, die hier täglich ankommen, schreiben, auch die, die doch ein wenig Kritik üben, werden gelesen und hingenommen.

Steff


Travelday (Donnerstag, 10. September)


Da die Zwischenrunde in einer anderen Stadt stattfindet, ging es um 10 Uhr mit dem Bus Richtung Bydgoszcz. Ohne Polizeieskorte wären wir sicherlich noch gute anderthalb Stunden länger unterwegs gewesen, aber so waren wir in guten drei Stunden angekommen. Hab mir während der Fahrt den Film Gran Tourino mit Clint Eastwood reingezogen. War ganz gut, aber sicherlich kein Top10-Film. Zeitgleich mit Frankreich, Russland und Kroatien angekommen im Hotel, hat es nochmal gute 20 Minuten gebraucht, bis wir die neuen Zimmer beziehen konnten, da es nur zwei Aufzüge gab und die ganze Lobby voller Taschen stand. Das ist immer das nervige an solchen Turnieren. Meistens, wie auch hier, teilt man sich einen Essensaal mit allen anderen Teams. Ich sag euch, das ist meist ein Kampf um das beste Stück Chicken. Soll nicht heißen, dass wir schlecht versorgt werden. Ganz im Gegenteil, aber wenn da zehn Riesen mit über 2,10 m Hunger haben - ich sag´s euch! Nach dem Essen sind Des und ich noch kurz um die Ecke gelaufen um einen Supermarkt zu finden, was kein Problem war. Danach - ihr wisst es - wurden die Betten getestet, die hier viel komfortabler sind als noch in Gdansk. Wake up war eigentlich um 17 Uhr angesagt, als ich dann aber voller Panik um 17:50 Uhr wach geworden bin und Desmond aus dem Schlaf gerissen habe, war der erste Gedanke: Warum wurden wir nicht geweckt? Aber als ich dann Patrick total verstört auf dem Flur rumlaufen gesehen habe, war ich erstmal beruhigt. 19 Uhr: Snack. Davor noch ne halbe Stunde auf der Physiobank und schon war die Welt wieder in Ordnung! Internet gibt´s hier leider nur in der Lobby, und das ist wie im Zirkus da unten. Ein Auflauf von Spielern mit ihren Laptops.

20:55 Uhr war noch eine Stunde Training. Die Fahrt und das Spiel ein wenig aus den Beinen laufen, ein paar Würfe auf den Korb, Stretching und gut is. Nach uns um zehn kamen noch die Griechen. Zurück im Hotel, schnell geduscht und das Essen war mal wieder richtig gut. Des und ich haben uns vor schlafen gehen zwei Stunden im Uno gebattlet. In Gdansk war Des ja fast unschlagbar, aber jetzt kommt meine Zeit. 3-0 ging die Session diesmal an mich!

... und hey, ich hab zwar eine mitbekommen und einen halben Zahn verloren, aber ich bin nicht K.O. gegangen wie auf manch anderer Internetseite geschrieben wurde :-).

Daumen drücken Morgen!

Steff


Mittwoch, 9. September


War das die schönste Niederlage meiner Karriere? Schon komisch sich nach einer Niederlage freuen zu müssen, aber in diesem Fall macht man das dann doch gerne, auch wenn man sich daran nicht gewönnen will! Jedenfalls war das ein Krimi vom allerfeinsten. Weiß gar nicht, wie lange noch zu spielen war, als wir mit 11 hinten lagen, aber wir haben es doch noch möglich gemacht und am Ende den Dreiervergleich mit Russland-Lettland-Deutschland für uns entschieden. Lieber wäre uns klar ein Sieg gewesen, aber darüber wollen wir jetzt nicht disskutieren. Wir haben uns für die Zwischenrunde qualifiziert, wovon wir wussten, dass wir im Stande sind, das zu leisten. Auch wenn uns viele vor dem Turnier schon abgeschrieben haben. So nehmen wir jetzt also den Sieg gegen Russland in die nächste Runde mit. Die es mit Griechenland, Kroatien und Mazedonien in sich hat. Aber bei einer EM bekommt man eben nichts geschenkt. AAAAAh, vielleicht doch - weiß nicht wer von euch es schon mitbekommen hat: Direkt nach dem Spiel als ich aufs Spielfeld zu den Jungs gerannt bin, hat der Kollege Kambala seinen Ellenbogen einfach mal ausgefahren und mir gegen die Backe gehalten. Das alles ging erstmal so schnell, dass ich nicht wirklich wusste ,was da eigentlich gerade passiert ist, bis ich dann meinen halben Backenzahn lose im Mund spürte! Ich denke, sein Vorname spricht Bände. Außerdem war er in den letzten zwei Jahren Profiboxer, insofern hatte ich vielleicht noch Glück das ich nicht KO gegangen bin :-).

Hieß also, erstmal zum Zahnarzt. Doc Tom, unsere Betreuerin Marta und - der Fahrweise nach ein Ex-Formel 1 Akteur - der Fahrer, haben mich in eine kleine Zahnarztpraxis gebracht, in der ich schnell und sehr gut behandelt wurde. Ging alles ratz-fatz. Das Problem war nur, dass ich für die nächsten zwei Stunden nichts essen durfte. Und ich sage euch, ich hatte heftigen Kohldampf. Zurück im Hotel mit einer betäubten Backe musste ich erstmal paar Fragen zur Sache beantworten, da die FIBA ein Verfahren eingeleitet hat - es gab Zeugen.

Um kurz vor zwölf war ich dann schließlich endlich auf dem Zimmer und ziemlich platt. Noch Duschen, Sachen packen und dann endlich mit Demond gemütlich ein Bier trinken mit nem Clubsandwich in der Hand, Thumbs up! Viel mehr ist auch nicht mehr passiert.

Ich bin euch noch die Story schuldig, die Lucca beim Medientreff bewältigen musste. Da mittlerweile alle aus dem Team, sprich Coaches, Teambetreuer und Pressesprecher Bescheid wussten, mussten wir nicht mehr hinter vorgezogenem Vorhang planen. Also wird meistens die Essenszeit dafür genutzt Pläne zu schmieden. Jedenfalls musste Lucca während Jan seine Antworten zum besten gab, ihn unterbrechen und sein Handy zucken mit den Worten: "Jan, warte mal kurz, Asamat ruft gerade an. Hallo?! ...Du pass auf, bei mir ist´s gerade schlecht ich bin in Polen, aber du kannst verkaufen! Ok, alles klar ich melde mich, Ciao". Dann ging es weiter im Programm. Also ihr merkt schon, da ist immer einiges geboten.

Jan hatte am Abend per Internet noch einen Test für sein Studium. Was ziemlich schwierig zu meistern war mit der langsamen Verbindung hier im Hotel. Aber wie Jan das Spiel heute nach Hause geschaukelt hat, so macht er das auch mit dem Test... Viel Glück! Beim Thema Jan fällt mir noch was ein: Beim Mittagessen wurde es einmal kurz richtig laut. Drei Jungs am Suppentopf ist gefährlich, sag ich nur. Tibor holt sich seine Suppe und beim Weggehen bleibt er an Timis Ellenbogen hängen und die Suppe direkt auf Jans Bauch. Zum Glück nur ne kleine rote Stelle und nichts weiter passiert... Der Ellenbogen :-)

Danke auch für die vielen E-mails!

Steff



Dienstag, 8. September


Lucca Staiger
Wie immer erstmal kurz zum Sportlichen. BIG win today. In der ersten Halbzeit haben wir schon einen sehr starken Ball gespielt, in der zweiten haben die Russen dann noch mal alles in die Waagschale geworfen und das Spiel am Ende doch noch mal spannend gemacht. Das war unnötig, aber ich denke, es war auch sehr wichtig für uns als Team, so dass wir in Zukunft wissen, dass wir solche Spiele auch gewinnen können. Mit Absicht hatte das aber nichts zu tun. :-) Ich war am Ende auch einer, der mit fünf Fouls auf die Bank musste und durfte mir den Krimi von außen anschauen. Ich hasse es, wenn man nicht selbst mitwirken kann auf dem Feld. War schon der Wahnsinn, wie viele Fouls heute gegen uns gepfiffen wurde. Aber wie gesagt, am Ende zählt nur der Sieg. Will jetzt auch nicht zu viele Worte darüber verlieren, da wir morgen direkt nachlegen müssen! Wird ein ganz ganz schwieriges Spiel, da die komplette Halle voll mit lettischen Fans ist. Nicht dass die Deutschen keinen Krach machen, aber das wird sicherlich kein Heimspiel morgen.

Tagsüber ist nicht wirklich viel neues passiert, bis auf dass man an der Stimmung schon spüren konnten, dass alle das Spiel gegen die Franzosen verarbeitet haben und mit Wut im Bauch nur darauf warteten, es gegen die Russen besser zu machen. Was ich gestern vergessen habe, ist zu schreiben, dass wir uns wieder was einfallen lassen hatten für Robin, der als nächstes zum Medientreff musste. Und zwar hat er die Aufgabe bekommen drei vorgegebene Floskeln ins Interview mit einzubauen:
"Der Franzose an für sich..."
"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!"
"Die anderen Kochen auch nur mit Wasser"
Patrick, der daneben saß, hat sich ins Fäustchen gelacht und unser Pressesprecher Christoph hat es bestätigt, daws er die Vorgaben super umgesetzt hat! Heute war kein Medientreff angesetzt, aber morgen ist Lucca dran und freut euch schon mal auf seine Aufgabe, die einfach nur HAMMER ist!

Das medizinische Team
Am Abend hatten die Physios einiges zu tun. Ein kleines Zwicken hier, eine Massage da - was eben so anfällt bei so einem Turnier. HUT ab vor den Leistungen der Physios und dem Doc, die einfach 24 Stunden für uns zur Stelle sind! Diesmal war das Zimmer 805 (Des und me) der Playground zum Uno spielen. Was mich jedes mal ärgert, da unser Zimmer einfach das ordentlichste von allen ist - und das auch noch mit Abstand. Gummibärenpackung hier, leere Wasserflaschen da, und, und, und ist meist das Resultat, wenn sechs Jungs am Tisch sitzen und sich gegenseitig versuchen unauffällig in die Karten zu schauen. Demond hat momentan einen Lauf. Ich denke, seitdem wir hier sind, hat er am Ende noch nicht einmal die meisten Punkte. Ich war heute nicht wirklich motiviert, um zu zocken und war mit Lucca gechillt auf dem Flur gesessen. Während Lucca sein Bauch-Beine-Po-Programm durchgezogen hat, war ich im Internet surfen. By the way, Lucca und ich haben auch noch am selben Tag Geburtstag. Zurück im Zimmer wollte ich mir noch ein schönes Stück von der Vollmilch-Schokolade gönnen, die Eicke mir besorgt hat, aber naja, war ja klar, dass ich nur noch ne leere Packung vorgefunden habe. Hoffe die war wenigstens lecker Jungs. AAAHHH!
Geht es eben ohne Süßes ins Bett.

In diesem Sinne... Get that W tomorrow!

Steff

Roommates


Am Strand von Gdansk



Gameday (Montag, 7. September )


Erstmal zum Wichtigen: So eine Sch...! Wie ärgerlich man ein Spiel verlieren kann! Ich fang jetzt nicht an mit "aber ihr habt doch super gespielt", NEIN. Es ist sicherlich gut gemeint, aber so ein Spiel darf man nicht mehr aus der Hand geben. Wenn man 37 Minuten lang, meiner Meinung nach, die bessere Mannschaft auf dem Parkett ist, dann will und muss man so ein Spiel auch gewinnen. Ich hoffe und bin mir auch ziemlich sicher, dass die meisten von euch vor dem TV saßen und mitgefiebert haben und ich nicht mehr schreiben muss über dieses Spiel.

Mein Tag fing mit einem Radiointerview für Radio Sputnik an, sehr witzige Kollegen. Wer den Sender empfangen kann der kann mich am Dienstag um 9.40 live hören. Frühstück gab´s um 10, am Kiosk hab ich mir die Bild vom Samstag geholt und schon war der Vormittag gerettet :-). Klar hatten wir auch Shoot-a-round! Alle waren sehr fokussiert und bereit, die Franzosen zu schlagen. Mittagessen: Das halbe Stündchen Schlafen muss ich mittlerweile ja nicht mehr erwähnen. Bevor es los ging in die Halle, sind Des und ich noch mal gemütlich an den Strand, um die frische Luft zu genießen. Der Surflehrer und Beachbarbesitzer hat uns noch viel Glück fürs Spiel später gewünscht und uns eingeladen jederzeit seine Gäste sein zu dürfen. Mal schauen ob wir die Gelegenheit dazu haben. Er hat wirklich einen sehr netten Eindruck gemacht, wie die Surfertypen eben so sind.

Was ich euch heute noch gerne schreiben möchte, da ja nicht wirklich viel passiert an so einem Spieltag, da ja alle sehr konzentriert und mehr oder weniger in seiner eigenen Welt sind, ist, wie wichtig ein Teambetreuer ist. Viele von euch kennen ihn aus seiner Zeit bei ALBA: Der Eicke. Weiß nicht genau, wann sein Tag anfängt, aber sicherlich ist er einer der ersten der wach ist.
- Wake up call: Guten Morgen, es ist jetzt 9:15 Uhr, in 15 min ist Frühstück, danach direkt Abfahrt in die Halle, Dresscode ist die Schwarz-Rote Trainingsjacke - meist kommt dann immer nur ein "MMH, alles klar" von den Spielern zurück.
- Handtücher, extra Trainingsklamotten, Socken, Schweissbänder, und, und, und fürs Training zusammenpacken wurde bestimmt auch schon erledigt, bevor er dann auch mal zum Frühstücken kommt.
- Tagespläne sind auch schon am Fahrstuhl angeklebt

Mittags kommt meistens die frische Wäsche zurück, die Eicke am Vorabend eingesammelt hat und nach Nummer sortiert zurück aufs Zimmer gebracht wird. Der Wakeupcall zum Snack wird von den Meisten dann doch ein wenig munterer entgegen genommen. Gut eine Stunde vor Abfahrt zum Spiel werden die Trikots aufs Zimmer gebracht,
Wimpel, Anstecknadeln, Trinkflaschen etc. werden gepackt für das Spiel. Ich glaube, Eicke ist einer der wenigen Leute neben dem Coach und uns Spielern, die immer wissen wer von uns auf dem Parkett steht. Bei jeder Auswechslung oder Timeout gibt's Handtuch und die passende Trinkflasche für jeden Spieler. In der Halbzeit gibt es ein zweites Trikot für den, der eins will. Nach dem Spiel wird durchgezählt, ob der Trikotsatz komplett ist und zum Waschen abgegeben werden kann.

Das sind jetzt nur so Dinge, die für uns offensichtlich sind, tut mir auch leid wenn ich einiges vergessen habe, aber ohne Eicke würde das ganze hier sicherlich nicht funktionieren. Einen wichtigen Punkt hab ich aber vergessen. Fragen über Fragen muss er sich jeden Tag von uns anhören, und zwar nicht einmal sondern zwölf mal die gleiche Frage. Ein ganz DICKES Dankeschön, aber ich bin mir sicher, dass wir dem Eicke wissen lassen, wie gerne wir ihn haben und wie wichtig er für uns ist!

So schwer das jetzt auch gerade ist, aber es gilt, das Spiel gegen die Franzosen abzuhaken und sich auf die Russen einzustellen. So ist das eben bei einem Turnier. Morgen ist eine neue Gelegenheit, einen Schritt Richtung nächster Runde zu machen. Es haben ja einige Deutsche Anhänger den Weg hier nach Gdansk gefunden, um uns zu unterstützen - und wir wollen sie nicht enttäuschen!

All for One - One for All! Go Deutschland!

Steff

Gemeinsames Essen



Sonntag, 6. September


Piep, Piep... yeah, eine SMS! Man merkt, es ist nicht mehr lange hin bis zum ersten Spiel. Danke Jungs, euer Daumendrücken und Glück können wir morgen gut gebrauchen. Auch wenn wir selbst an uns glauben, so etwas tut immer gut!

Auch in den Meetings merkt man, dass doch eine andere Anspannung und Aufmerksamkeit herrscht. Nicht dass man vor einem "Testspiel" nicht konzentriert ist, aber es ist schon noch ein kleiner Unterschied, wenn es morgen gegen die Franzosen bei einer EM geht. Selbst der Coach hat da eine sehr witzige und passende Story parat gehabt: Damals war ein Spieler (Amerikaner) bei ihm, der das ganze Jahr über bei den Videoanalysen, etc. in der letzten Reihe saß. Als es dann in den Playoffs um alles oder nichts ging, hat er sich in die erste Reihe gesetzt und ne Brille aufgesetzt. Sensationell! Message verstanden!

10 Uhr: lockeres Training, die Plays wurden noch mal durchgelaufen und viel geworfen. Nach dem Mittagessen ging es für mich und Heiko zum Medientreff mit deutschen Journalisten. "Was sind eure Ziele?", "Ist das dritte Spiel das wichtigste?", "Wie ist das so ohne Dirk?" - ey, alles schön und gut, aber es dürfte doch wohl KLAR sein, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen und nicht erst das dritte gegen Lettland. Und das alles auch ohne Dirk! Das Witzige an dem Meeting war sicherlich Heiko: Nachdem Demond ihm die Aufgabe mit auf den Weg gegeben hat, muisst er versuchen, dass alle Antworten, die er gab, sich reimen. Hat er sehr gut hinbekommen und vor allem so gut versteckt, dass die Jungs das nicht mitbekommen haben!

Nach dem obligatorischen Schläfchen am Mittag bin ich noch gut eine Stunde am Strand spazieren gegangen. Es ist, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, nicht immer einfach bei so einer gut funktionierenden Truppe zur Ruhe zu kommen, vor allem wenn man den kompletten 8. Stock für sich hat als Team.

Die Spannung steigt, das letzte "richtige" Training bevor es losgeht! Sieht alles ganz ordentlich aus, auch die Sachen, die wir gegen Parker & Co. spielen werden, sitzen schon! Aber am Ende wird's entscheidend sein, das aufs Parkett mitzubringen, was uns ausmacht und in den letzten Jahren auch erfolgreich gemacht hat: Mit Herz und Leidenschaft Basketball spielen! So weit so gut!

Am Abend kam noch ein ehemaliger Teammate aus Bamberg bei mir im Zimmer vorbei. Sicherlich kennt ihr den noch alle, der eine hat ihn geliebt, der andere von euch gehasst. Ich gehöre sicherlich zu denen, die ihn ins Herz geschlossen haben. Uvis Helmanis ist einer der besten Kollegen, mit denen ich in meiner Karriere zusammen gespielt habe!

Klar wurde viel über alte Zeiten gesprochen, immer wieder witzig so etwas. Er hat noch erzählt was das denn soll das wir zwei Betten im Zimmer haben, bei ihnen muss sich jemand mit der Schlafcouch zufrieden geben. Glück gehabt, wir waren aber auch die erste Mannschaft, die hier angereist ist... haha.

Na gut, morgen geht es los und ich werd dann langsam Schlafen gehen!

P.S.: Hab vergessen zu erwähnen, wie gern ich Konstis Camp-Blog gelesen habe und die Jungs haben FFM platt gemacht. - Keep it up!

Raus für Heute!

Steff


Samstag, 5.September


Yogastunde mit Demond Greene
Eigentlich war geplant um 10 Uhr zu trainieren, aber ohne Schuhe und Trainingsklamotten wird das natürlich schwer. Das hieß also, der nächste offizielle Termin war um 13 Uhr das Mittagessen. Damit wir aber doch ein wenig ins Schwitzen kommen, haben wir in einem Besprechungsraum eine Yogastunde vom Allerfeinsten, geleitet von Demond, bekommen. Vom Happy Baby bis Down-Dog war da alles dabei, was die Yogakunst mit sich bringt.

Mittagessen um 13 Uhr, was meistens den Mittagsschlaf mit sich bringt, war nach der Yogaeinheit ein Genuss. Allgemein ist das Essen hier sehr lecker. Um 16 Uhr ging es in den Kraftraum - wohl die letzte Einheit an den Eisenstangen in diesem Sommer. Direkt danach gab es Kaffee und Kuchen im Hotel. Training war um 20 Uhr, es hieß also ab halb sieben, Füsse tapen. Da ich bei dem Turnier in Ankara umgeknickt bin, ist es auch für mich zur Pflicht geworden. Die Halle ist doch ganz ordentlich geworden. Eigentlich war eine neugebaute Halle geplant, aber beim Bau ist das Dach eingestürzt und so wird in der Halle von Sopot gespielt. 22 Uhr: Abendessen und danach noch Behandlung im Physioraum und schon ist der Tag zu Ende.

Klar bekomme ich auch mit, was in Berlin so los ist. Philip und albaberlin.de hält mich da immer gut auf dem Laufenden. Das Trainingslager und die ersten Test haben die Jungs ja schon hinter sich gebracht. Keep hanging in there! So gerne ich auch schon bei der Mannschaft wäre, aber ich wäre auch froh, wenn wir hier in Polen erst am 20ten wieder abreisen, und so weit von Berlin sind wir ja nicht entfernt :-)

Grüße an die Muddastadt!!

Steff

Das medizinische Team



Freitag, 4. September


So, jetzt ist es endlich soweit! Nach einer langen Vorbereitung sind wir endlich in Gdansk angekommen und freuen uns wenn es am Montag gegen die Franzosen losgeht.

Angefangen in Leverkusen ging es dieses Jahr mit einer etwas anderen Mannschaft in den Nationalmannschaftssommer 2009. Mit vielen neuen Gesichtern hat man von Anfang an den frischen Wind dieser Mannschaft spüren können. Alle, aber auch wirklich alle waren hoch motiviert, in diese neu formierte Mannschaft zu kommen und mit zur EM nach Polen zu fahren. Angefangen mit 21 Spielern war es sehr sehr schwierig für Coach Bauermann, das Team auf die jetzt 12 Spieler zu reduzieren. Spieler wie Maik Zirbes, Johannes Lischka, Yassin Idbihi, und, und, und hätten es genauso verdient gehabt hier zu sein wie wir alle!
Die Verletzungen von Joe Herber und Per Günther geben dem Sommer natürlich einen bitteren Beigeschmack - Gute Besserung auf diesen Weg Jungs - Ihr seid bei uns!

Mit zwei Wochen Trainingslager mit Spielen gegen die Niederlande und Israel ging es weiter über Braunschweig und Dessau nach Bamberg zum Supercup, zum Efes Pilsen Cup in Ankara, bis am Ende noch Tests in Bonn und Karlsruhe gespielt wurden und es schließlich direkt weiter nach Gdansk ging. Höhepunkte dieser Vorbereitung waren in Deutschland sicherlich der Sieg gegen die Serben und Mazedonien, aber vorallem auch das gewonnene Spiel gegen eine sehr stark besetzte türkische Mannschaft in der Türkei. Aber auch in den anderen Spielen war zu erkennen, was in dieser Mannschaft steckt. Wenn wir das umsetzen, was uns ausmacht, können wir hier den ein oder anderen sicherlich überraschen.

Am Freitag ging es von Karlsruhe aus um 12 Uhr mit dem Bus gen Frankfurt Flughafen. Nach einer Totalsperrung auf der Autobahn war erstmal Panik in den ersten Busreihen zu spüren... Telefonat hier, Telefonat da... schaffen wir den geplanten Flug um vier oder ist es besser, schon mal nach dem nächsten zu schauen? Nach guten 1,5 std wurde der Bus endlich wieder angeschmissen und wir hatten noch gute 40 km vor uns. Mittlerweile war schon 15.15 Uhr - Vollgas. Der Abflug wurde extra für uns nach hinten verschoben, so dass es gegen Halb fünf in die Luft ging, Wahnsinn! Das war aber noch nicht alles, was nicht ganz so rund lief an diesem Tag: 29 Koffer sind einfach mal nicht mit in den Flieger gekommen. Meine natürlich auch nicht. Im Hotel angekommen, gab es erstmals an diesem Tag etwas Warmes zu Essen. Hat das gut getan. Da das Hotel direkt am Strand liegt, sind einige von uns sich die Beine vertreten gegangen. Ohne Kulturbeutel und frischen Klamotten saßen Demond und ich erstmal lachend im Zimmer. Naja, passiert schonmal. Zahnbürstenset an der Rezeption geholt und von Jan und Heiko, die ihre Taschen hatten, frisches T-shirt und Kurze Hose ausgeliehen, ging in Patricks und Svens Zimmer noch eine super witzige Uno Runde zusammen. Wie es bei Uno eben mal so ist, hat jeder andere Ansichten welche Regeln doch die richtigen sind. Nach langen "du hast doch keine Ahnung"-Diskussionen haben wir uns dann doch noch einigen können :-). Ein langer Tag ging mit dem Buch in der Hand in einem sehr weichen Bett zu Ende.


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