Konstis Camp-Blog (2009)
Bye Bye Kranjska Gora (Samstag, 29.8.2009)
Berlin, wir kommen!
Und an dieser Stelle bleibt noch Zeit, eine Frage zu klären, die doch scheinbar von größerem Interesse jenseits unseres Tales war: Nein, Mithat hat uns zwar alle unglaublich lieb gewonnen und wir natürlich auch ihn, aber er wird wieder seiner Wege gehen! Dennoch vielen Dank an Ihn, der der ihm zugedachten Rolle in diesem Camp auf beste Weise gerecht geworden ist.
Und wehe bei uns regnet es auch!
Blickwinkel (Freitag, 28.8.2009)
Es ist ganz gut, daran zu denken, weil dieser Ausblick einem auch den Wert der letzten Wochen hier im Trainingslager, aber auch den Nutzen einiger noch viel früherer Entscheidungen vor Augen führt. Wir sind umschlossen von Bergen, weit weg von Berlin und sind noch weitgehend ausgeschlossen vor Blicken von außen, vor den wohlmeinenden genauso wie vor den kritischen und skeptischen. Anforderungen stellen sich eher noch von Tag zu Tag, den nächsten Lauf zu absolvieren, das nächste Training zu meistern oder Blessuren zu erdulden und Wege finden, alle Kräfte beisammen zu halten. Der große, allumfassende Anspruch findet zwar schon ein wenig Raum in Gedanken und Gesprächen, darf, muss und kann aber noch nicht alles hier einnehmen. Die Ziele führen über den individuellen Leistungsaufbau nach und nach hin zum Teamaufbau und damit zum Aufbau unseres "Spiels", dessen, was uns auszeichnen soll, andere respektieren und im besten Falle fürchten sollen.
Eine der wesentlichen Sätze der Philosophie des Coaches heißt: "The game has to protect us". Er möchte, dass die Art des Basketballspielens, die Wege, die wir suchen, Antworten auf dem Feld für die Aufgaben zu finden, die uns der Gegner stellt und die Möglichkeiten, die wir selbst haben, dem Gegner Aufgaben zu stellen, so stabil sind, dass sie so unabhängig wie möglich von den Widrigkeiten eines Saisonverlaufes bestehen. Das Spiel exisitiert als Idee, als Plan, das Spiel lebt durch die Akteure, die es spielen und verstehen und das Spiel überlebt, wenn alle immer das gleiche Spiel spielen mit der jedem möglichen Energie.
Der Wunsch nach Konstanz im Spielerkader wird daher verständlich. Wir sind weiter zu diesem Punkt, als wir es im letzten Jahr sein konnten, zu vor zwei Jahren ist es schon gar kein Vergleich mehr wert. Alle wissen, wie Training zu funktionieren hat, damit es uns im Sinne des Spiels zu Fortschritten bringt. Alle wissen, dass es darum gehen wird, das Spiel schon in kurzer Zeit auf ein Niveau gehoben zu haben, wo es uns als Team tragen kann und es immer weiter zu stärken, dass es uns noch in unvorstellbar weit weg liegenden 10 Monaten tragen kann. Wir profitieren auch davon, dass Oskar, Andreas und Oliver als die jüngsten Spieler ein Teil dieses Programmes und damit ein Teil unseres Spiel-Aufbaus geworden sind, die ihre ganze Kraft investieren, uns zu helfen und damit auch sich und ihrer Entwicklung zu helfen. Es ist natürlich auch ein Wert, neue Impulse, neue Wege durch neue Spieler oder auch neue Kräfte im Umfeld zu erhalten. Aber auch dies wird um so nutzbarer, weil es auf eine gefestigte Grundlage trifft. Und so sind es weiter alle einzelnen Bausteine, das Pick&Roll im Angriff, das Einbinden und Nutzen unserer Innenspieler, das Kreiieren von Würfen, der Schnellangriff, die Verteidigung einfacher und komplexer Angriffshandlungen und natürlich die physische Grundlagen, die trainiert werden, kombiniert werden und weiter und weiter zusammengefügt werden zu unserem Spiel.
Wir wissen, wie schwer das alles noch wird und wir wissen auch, dass bald alle Berge weg sind und wir uns vor den Blicken von außen nicht mehr schützen können. Dann wollen wir es aber auch nicht mehr, dann wollen wir sagen können "Seht her, das ist ALBA BERLIN 2009/2010" und egal, wer ihr seid und wie gut ihr seid, es wird immer hart sein, unser Spiel zu schlagen.
Wir arbeiten daran... versprochen!
Ein Neuer bringt neuen Schwung (Donnerstag, 27.8.2009)
Kenan Bajramovic und Luka Pavicevic
Der Tag fing heute sehr früh mit einem Besuch beim Doktor an, führte ihn dann nach einem Frühstück unterwegs zum Flughafen. Er flog nach München, eilte zum Anschlussflug nach Ljubljana, wurde dort von Tommy in Empfang genommen, fuhr eine Stunde mit dem Auto zu uns nach Kranjska Gora, ruhte kurz aus, traf den Coach und mit einem Mal hatte er schon ein orangenes, viel zu enges Shirt an und durfte im 3:3 und 4:4 die Vorzüge und Unannehmlichkeiten der schnellen Rotationen offensiv wie defensiv auf seiner Position erleben. Aber er tat all dies mit erfreulicher Energie und viel Lachen und aufmunternden Gesten seinen Spielpartnern gegenüber. Dass der Mann auch etwas von seinem Handwerk versteht, ist ja durchaus bekannt, aber natürlich ist es auch schön, dass sogleich einige der offenen und weniger offenen Würfe hineinfielen und er sich auch schon das eine oder andere Gefecht mit Dragan und Co. unter dem Korb genehmigte.
Insgesamt war das Training "excellent" laut der Bewertung des Headcoaches, ein Urteil, dass sich wirklich alle Spieler heute redlich verdient haben!
Also, weiter so... noch 2 Tage, 4 Einheiten, 8 Stunden Training, einiger Schweiß bleibt zu vergießen und hoffentlich auch weiterhin Platz für gemeinsames Lachen.
Grüße nach Berlin!
Müder freier Tag (Mittwoch, 26.8.2009)
Sonnenbaden am freien Tag
Auch das muss man den Spielern und sich gönnen dürfen, hart gearbeitet wurde hier nämlich wahrlich in den letzten drei Tagen mit sechs Trainingseinheiten, davon zwei sehr harten Ausdauerläufen. Und die perfekte Form der Müdigkeit hat sich gestern abend gezeigt: Es muss so sein, dass in der zweiten Woche die Physiotherapeuten und Ärzte müder sind als die Spieler! Dann wurde vieles richtig gemacht, gerade auch von den ganz Müden.
Morgen in alter Frische, mit Kampfeswillen und hoffentlich einem Neuen!
Ausdauertraining - Autsch! Wissenschaft (Dienstag, 25.8.2009)
Athletiktrainer Mihajlo Svraka
Als besonders darf dieses Ausdauertraining schon allein deswegen gelten, da es vollständig in der Halle absolviert wird, also die Spielerfüße niemals eine Tartanbahn oder Beton oder Waldboden berühren werden. Dieser Aspekt wird von allen Spielern sehr geschätzt, da sie sich auf gewohnten Terrain befinden und sich dadurch auch die Verletzungs- bzw. Überlastungsgefahr auf Grund eines ungewohnten Untergrundes stark reduziert.
Welche Form der Ausdauer ist nun überhaupt für einen Basketballer überhaupt relevant? Zunächst ist eine sehr solide Grundlagenausdauer als Fundament notwendig, um vor allem durch eine ausgeprägte Regenerationsfähigkeit die Gesamtbelastung der körperlichen und auch psychischen Anforderungen der Trainigs- und Wettkampfszeit bestehen zu können. Nur auf diesem Fundament ist auch eine Anspassung an das spezifische Ausdauerprofil im Basketball überhaupt denkbar.
Ein Basketballer absolviert während eines Spiels sehr viele kürzere Sprintstrecken bis maximal 20 Meter Länge, dies auch manchmal hintereinander inklusive Richtungswechsel ohne nennenswerte Unterbrechung. Außerdem ist das Spiel im Angriff wie in der Verteidigung geprägt duch schnelle sehr kurze Antritte. Zudem folgen meist aus dieser Laufbelastung Situationen, die hohe koordinative Ansprüche an die Spieler stellen (Wurf, Dribbling, Pass, Wechsel der Verteidigunspositionen etc.). Neben diesen hochintensiven Belastungsphasen gibt es im Spiel aber auch immer wieder Phasen der Beruhigung, im Spiel selbst und natürlich vor allem in den relativ häufigen Spielunterbrechungen. Zusammengefasst (und hier natürlich verkürzt dargestellt) besitzt ein Spieler damit ein Anforderungsprofil, in dem durch die hohe Belastungsintensität der Sauerstoffbedarf der Muskulatur nicht immer duch die Sauerstoffaufnahme (Atmung) gedeckt werden und Prozesse für die Energiebereitstellung notwendig sind, die ohne Sauerstoff auskommen. Die Energie wird dabei aus muskeleigenen Nährstoffen gewonnen. Hierbei entsteht Milchsäure, die zu einer muskulären Ermüdung führt. Anders als beim 400-Meter-Läufer aber zum Beispiel ermöglichen dem Basketballer die ruhigen Phasen wieder eine vermehrte Sauerstoffaufnahme und damit einen schnellen Abbau oder sogar die Vermeidung von zu hohen Milchsäurewerten. Dadurch kann eine Gesamtbelastung in einem Spiel eben auch über 35-40 Minuten für einen Spieler gehen. Ein gezieltes Training hat daher auch das Ziel, die Fähigkeit zur Sauerstoffaufnahme sowohl im Volumen wie auch in der schnellen Verwertbarkeit für die Muskulatur zu steigern.
Die relevanten Werte für die Planung des Ausdauertrainings sind für "Mika" erstens der Maximalpuls, zweitens die Pulszahl, bei der ein Spieler wie beschrieben die Belastung nicht mehr alleine durch die Sauerstoffaufnahme decken kann, sowie ein unterer Pulswert, auf dem der Puls in einer Ruhephase im Spiel normalerweise sinken wird vor der nächsten Belastung.
Die Werte sind dabei für jeden Spieler durch einen Ausdauertest zu Beginn der Saison ermittelt worden, dadurch folgt jeder Spieler seinem eigenen Laufprogramm, kontrolliert durch Pulsgurt und Uhr am Handgelenk. Der Spieler erhält dabei folgende Vorgaben: Gesamtdauer (Bsp. 30 Minuten), Anzahl der zu laufenden Bahnen, bis ein bestimmter höherer Pulswert erreicht ist (Bsp. nach 6 Bahnen soll der Spieler 80% seines Maximalpulses erreicht haben) und einen unteren Pulswert, der die Länge der Laufpausen zwischen den Bahnen bestimmt (Bsp. bei einem Puls von 138 Schlägen wieder zu Laufen beginnen). Mit jedem Lauf (heute war es der 5. Lauf) wird dabei die Belastungsintensität gesteigert und dabei der Belastungsumfang reduziert, so dass nach und nach aus Läufen zur Verbesserung der Grundlagenausdauer Läufe zur Ausprägung der spezifischen Ausdauer werden.
Ungefähr verstanden? ...Na dann, jetzt aufstehen und selbst Laufen gehen!
Essgewohnheiten (Montag, 24.8.2009)
Die medizinische Abteilung zeigt auch Basketball-Skills
Wir nehmen das normale Buffet-Angebot des Hotels zu allen Mahlzeiten in Anspruch und zu allererst muss betont werden, dass das Essen hier wirklich ausreichend, vielseitig und von guter Qualität ist. Um es aber den Spielern und den Trainern nicht zu einfach zu machen, an ihr Essen zu kommen, wurden in diesem Jahr neue Schwierigkeitsgrade eingeführt. Das erste und noch sehr einfache Level ist der Gang an das Buffet gemeinsam mit nur vereinzelten Hotelgästen, die ihrerseits eher verschüchtert zur Seite hüpfen, als ihren Platz an den Töpfen und Tellern verteidigen zu wollen. Ein zweites erschwertes Level ist der selbe Gange nur zusammen mit dem hier ebenfalls trainierenden Handballteam. Das ist dann schon eine Überlegung wert, ob man darauf unbedingt besteht, vor einem Kreisläufer mit Oberarmumfang eines halben Spanferkels an seine Kartoffeln zu kommen. Unsere medizinische Abteilung hat einen sehr passablen Weg durch dieses Level gefunden. Sie haben sich durch ihre zwischenzeitlichen Dienste am Handballerkörper ihre Gunst erschlossen und gleichen damit vielleicht athletische Nachteile aus, die sie vom schnellen Essensempfang ausschließen könnten.
Das dritte Level allerdings ist äußerst tückisch und sehr schwierig zu lösen. Es ist der Gang an das Buffet zusammen mit einer Hundertschaft an italienischen Senioren und Seniorinnen. Und wir reden hier von einer Reisegruppe, deren Tagesprogramme anscheinend so beschwerlich und aushungernd sind, dass eine wahrhaft erstaunliche Zähigkeit und Beharlichkeit zu beobachten ist, als erstes eine der 400 Hühnerbeine zu ergattern und auch wirklich das Gemüse von ganz oben ihres nennen zu können. Da ist kein Durchkommen und für jedes Zögern wird man mit einem weiteren drängelnden Exemplar dieser Gattung bestraft. Auf Grund der völligen Aussichtslosigkeit einer befriedigend schnellen Nahrungsaufnahme durch unsere Spieler wurde dieses Level nun unter der Woche auch erst einmal wieder gelöscht. Vielleicht hilft am nächsten Freitag und Samstag nur die Zusammenarbeit von Kreisläufern und Centern gegen die italienische Übermacht.
Ansonsten gibt es vor allem klare Regeln das Essen betreffend: Dragan und Blagota stehen nicht vom Frühstückstisch auf, bevor sie nicht mindesten jeder 8 bis 27 gekochte Eier am Morgen verdrückt haben, je älter die Spieler, umso mehr Salat und um so weniger Ketchup versteckt sich in dem zusammengestellten Menue, "chicken" ist natürlich weiterhin die Nr. 1 für unsere Amerikaner und niemals nie den Kaffee aus dem Automaten trinken, an der Bar gibt es doch so viel besseren!
Morgen steht wieder einer der berüchtigten Shuttle-Runs bevor. Dann gibt es ein wenig Aufklärung über die Idee der Ausdauerschulung dahinter. In diesem Sinne guten Appetit!
Kurz-Interview mit Mithat Demirel (Sonntag, 23.8.2009)
Na ja, ein paar "jugoslawische" Trainingslager habe ich ja schon in der Vergangenheit erleben dürfen. Und ja, es ist immer noch genau so anstrengend. Es ist schön, einige bekannte Gesichter hier zu sehen und gemeinsam lässt es sich doch nun mal besser "leiden".
Du hattest mir auf dem Hinflug erzählt, dass Euer Ort für das Trainingslager damals Rogla war und so ziemlich das verlassenste Stück Erde war, was man sich vorstellen konnte. Wie gefällt es Dir dazu im Vergleich jetzt hier in Kranjska Gora?
Die Bedingungen wie Halle, Kraftraum, Hotel, Essen und Umgebung sind wirklich toll hier. Und als absolutes Bonbon: Man sieht hier sogar andere Menschen. In Rogla damals gab es von denen nicht so viele, nur andere Profiteams, denen es genau wie uns erging. Das Trainingslager war sowieso vielmehr ein Wettkampf unter den jugoslawischen Trainern, wer denn nun wirklich der Härteste von allen ist. ABER effektiv war es allemal: Wir haben den Pokal und die Meisterschaft gewonnen (natürlich hatten auch unsere Trainer den Wettkampf gewonnen).
Nach einigen Tagen Training, kannst Du uns ja noch verraten, für wie stark Du unsere Mannschaft hältst, wenn Du Dir noch Steffen Hamann und unseren neuen Power Forward Bajramovic dazudenkst?
Das ist wirklich schwer zu sagen. Man hat ja letztes jahr gesehen, dass z.B. die BBL unberechenbar ist. Aber Fakt ist, dass ALBA einen sehr guten Kader besitzt, der die Ziele des Vereins, hoffentlich ohne Verletzungspech, erreichen wird.
Danke Mithat!
5. Tag (Freitag, 21.8.2009)
Manchmal gibt es diesen einen Moment im Training, der allen in der Halle so viel Spaß macht und einen so begeistern kann, dass es viel der Mühe und der Arbeit aufwiegt, die in diesen Tagen geleistet wird. Gestern Abend im Training war es wieder soweit: In einer Spielform 4-4 im Halbfeld wird die Verteidigung des Pick&Roll geübt, die Intensität des Trainings ist hoch, in der Halle ist es stickig, alle sind bemüht, den Vorgaben des Coaches Folge zu leisten.
Die Angreifer attackieren den Korb, mit schnellen Dribblings, über die Innenspieler, noch einen Pass hinaus zum Schützen. Alle Verteidiger sind so schnell auf den Füßen wie es möglich ist, Adam hilft gegen den aus dem Block abrollenden Angreifer, nimmt seinen eigenen Gegenspieler Blagota wieder auf, dieser versucht sich zu lösen, Adam wieder hinterher, wieder in die richtige Position, immer dem Ball folgend, der sich schnell und schneller bewegt. Jetzt wird die Zeit knapper, noch vier bis fünf Sekunden für den Angriff, der Ball außen, kein freier Wurf, die Verteidigung scheint zu siegen. Dann aber der eine falsche Schritt in der Verteidigung am Ball, das Gewicht nur für eine Sekunde falsch auf die Beine verteilt und plötzlich tut sich doch noch die Lücke für den Angriff auf. Die Grundlinie wird attackiert (Oliver? ich glaube, es war Oliver) noch zwei Sekunden, ausreichend Zeit, jetzt den Korbleger zu machen, freie Bahn, und all die Mühen der Verteidigung zunichte zu machen. Absprung, Ball loslassen, so einfach. Und plötzlich ist er da. Ich stehe an der Grundlinie und vor mir in gefühlten zwei Meter Sprunghöhe steht McElroy in der Luft. Wo er herkam, ist nicht mehr auszumachen. Aber er schwebt da unglaublich hoch und unglaublich viel Kraft bumpt er aus seinem Körper in diesen anfliegenden Ball. Er zerschmettert ihn, er lässt die Defense triumphieren. Aber vor allem gibt er allen für diesen einen Moment einen Kick, der alle weiter durch das Training trägt. Und auch die Physiotherapeuten und der Arzt können sich wieder setzen, aufgescheucht von soviel Dynamik und Kraft aller, dass sie glaubten, dass es hier wohl etwas zu tun geben wird. Aber es musste nur der Ball wiedergefunden werden - dann ging es weiter.
Ein kleiner Ausblick für das Wochenende: Mithat kommt zu Wort und ein paar der eingetroffenen Fragen werden beantwortet. In diesem Sinne einen angenehmen Freitag!
4. Tag - Vorsicht Anspruch! (Donnerstag, 20.8.2009)
Was drückt das nun aus, wenn Kinder sich so verhalten? Es mag eine Mischung aus Respekt, Wunschdenken und Ehrgeiz sein. Respekt und Achtung vor Spielern, die ein bestimmtes Können, ein besonderes Maß an Fähigkeiten ausstrahlen, die auch für die Kinder von Bedeutung sind, da Basketball ein Teil ihres Lebens ist.
Was in diesem Alter hinzuzukommen scheint, ist der Wunsch sich als jemand zu präsentieren, der auch mit dazugehört. Weil er Fähigkeiten und ein Können zeigen kann, was dem nahe sein will, was man an den anderen bewundert ("Schaut bitte her, auch ich kann werfen wie ihr"). Der Blick zurück von einem unserer Spieler ist Bestätigung für das Kind und wie eine Einladung, irgendwie schon dabeizusein und sei es nur für diesen einen Moment. Im besten Falle folgt dann irgendwann aus all dem der Ehrgeiz, Dinge besser zu machen, Fähigkeiten auszubauen und vielleicht sogar in Konkurrenz zu demjenigen zu treten, dem man einst nachgeeifert oder bewundert hat.
Wenn dem so ist, wäre es nicht das Schlechteste und manch ein Spieler in jungen Jahren möge sich doch den Respekt und auch einen Teil der Begeisterung für die Aufgabe bewahren. Erst einmal zeigen und beweisen, dabei sein zu können, mit den eigenen Fähigkeiten, dem eigenen Können in einer Gruppe dazugehören, in der viele schon viel zu früh angekommen zu sein meinen. Ehrgeiz ohne Respekt ist auch Ehrgeiz ohne Orientierung und führt vielleicht das eine oder andere Mal zu einem scheinbaren persönlichen Erfolg, aber nur selten dazu, irgendwann auch selbst Respekt zu erfahren. Julius freut sich auf alle Fälle jedes Mal über das Strahlen auf den Gesichtern der Kinder...
3. (freier) Tag (Mittwoch, 19.8.2009)
An einem Tag wie diesem gelingt es in erstaunlicher Weise gut, beinahe keinem Spieler über den Weg zu laufen. Also geht man davon aus, dass die meisten ihre Zeit, wenn auch vielleicht unsichtbar, zu genießen wissen. Daher müssen heute die Kräfte von uns erwähnt werden, die sichtbar arbeiten müssen. Das ist unser neues medizinisches Team und unser Teambetreuer Tommy Thorwarth. Tommy muss heute Zeit dafür aufbringen, die ersten Wäschestücke der Spieler, die aus der Reinigung des Hotels zurück kamen, zu ordnen und wieder zu verteilen. Gerade Spieler in ihrem zweiten oder dritten Jahr hier in Kranska Gora verlassen sich auf diesen Service, so dass ihr Reisegepäck doch eher übersichtliche Mengen an Trainings-Equipment bereithält und immer wieder alles aufgefrischt werden muss.
Unsere Physiotherapeuten empfangen einige Spieler auf deren eigenen Wunsch, um sich "ihre Beine ausstreichen" zu lassen, wie es so schön heißt, oder sich einrenken oder pflegen zu lassen. Aktive Erholung also für die einen, Handarbeit für die anderen. Erste positive Rückmeldungen von Spielern über die Qualität dieser Handarbeit aber motivieren natürlich unsere Neuen, die Sonne Sonne sein zu lassen und sich Männerwaden zu widmen.
Heute Abend findet dann noch ein Teammeeting statt. Die Trainingsinhalte der letzten Tage werden zusammengefasst und ein Ausblick auf den zweiten Trainingsblock gegeben. Der Coach wird also auch noch arbeiten.
Ich will meine freie Zeit daher jetzt nicht auch noch zu sehr durch Schreiben begrenzen... bis morgen!
2. Tag (Dienstag, 18.8.2009)
Nun, niedergekämpft waren alle Spieler gestern Abend, ob sie sich nun zu den Siegern oder Verlieren der Wettbewerbe im Training zählten. Einem harten Vormittagsprogramm folgte ein zweistündiges Abendtraining in einer nicht wirklich luftigen Halle. So war es heute morgen eher ein Schlürfen zur Halle und das Schuhe-zu-binden mochte auch nicht so leicht von der Hand gehen wie gewünscht.
Aber es gibt ein Ziel und dieses Ziel heißt: freier Tag morgen. Dann richten sich die müden Körper wieder auf, die Wasserflasche in der Halle wird mit einem Cappuccino auf einer der Restaurant-Terrassen ausgetauscht, schwere Wege wie bergauf werden mit dem Sessellift überwunden und Spaß wird nicht beim Verteidigungsdrill, sondern auf der Sommerrodelbahn oder im Pool gesucht. Aber dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne. Eine kurze Pause wartet jetzt auf uns und ein frühes, langes, ebenso wenig luftig wie lustiges Abendtraining.
Natürlich mögen wir alle den Gedanken, dass Philip zurück ist und wir noch ein Stück kompletter trainieren können. Eine erste Begegnung mit ihm verspricht auch einen Philip mit Motivation und Lust auf sein ALBA-Team. So ist er ja, immer aufrecht, immer Kämpfer...
Wir lesen uns morgen in Badelatschen!
1. Tag (Montag, 17.8.2009)
Einige unserer Spieler hätten sich sicherlich heute sehr gefreut, ihren Ausdauerlauf am Vormittag in ähnlich schneller Zeit hinter sich zu bringen. Aber nach 9,58 Sekunden waren sie leider doch erst bei einem knappen 200stel ihrer Gesamtstrecke angekommen, auf die sie unser Athletiktrainer Svraka geschickt hatte. Mithat durfte gleich mit Dragan in einer Gruppe laufen, was eigentlich so ziemlich die "Höchststrafe" ist, aber von ihm souverän mit dem gewohnten Mithat-Lächeln auf dem Gesicht bewältigt wurde.
In den nächsten Tagen werden die grundlegenden Regeln unserer Verteidigung wiederholt, geschult und eingeschliffen, d.h. heute Abend gibt es dann schon die ersten 1-1 Duelle zu sehen. Und wenn die Spieler etwas mögen, dann doch wohl "competition" im Training.
Ich bin gespannt. Morgen dann Sieger und Besiegte!
Ankunftstag (Sonntag, 16.8.2009)
Das Hotel in Kranjska Gora
Der erste Tag hier im Camp kennt der Tradition nach neben den Mahlzeiten nur einen offiziellen Teil, das abendliche Meeting, die Einstimmung der Mannschaft durch den Headcoach auf die bevorstehende Zeit. Was vom Abend dann noch bleibt, sind die wichtigsten 9,7 bis 9,8 Sekunden dieses Sportjahres... und schon weiß man, was vielleicht Gesprächsthema morgen früh sein wird, wenn wir denn alle die Zähne in der Frühe auseinanderbekommen. Bergluft macht ja bekanntermaßen sehr sehr müde.
Morgen dann mehr!
Konstantin





