ALBA fährt im Topspiel gegen Bonn zweiten Sieg in der o2 World ein
(5.10.) Im Duell Meister gegen Vizemeister setzte sich ALBA BERLIN am Sonntag Abend vor 13.323 Zuschauern in der o2 World mit 91:84 gegen die Telekom Baskets Bonn durch. In einer hochklassigen und spannenden Partie kämpften sich die Gäste immer wieder heran und hielten das Spiel bis zum Schluss offen. Überragender Albatros war erneut Ansu Sesay (20 Punkte, 6 Rebounds, 3 Assists), gefolgt von Julius Jenkins (18 Punkte, 8 Assists). Bericht inkl. Videohighlights und Fotogalerie.
Immanuel McElroy mit 13 Punkten und 3 Rebounds
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In der bis unter das Dach gefüllten o2 World musste ALBA Cheftrainer Luka Pavicevic auf Kapitän Patrick Femerling und Johannes Herber verzichten, während auf Bonner Seite der Langzeitverletzte John Bowler fehlte. In einem zunächst ausgeglichenen ersten Viertel konnte sich ALBA erst zum Schluss etwas absetzen. Nachdem Bonn bereits früh vier Teamfouls gesammelt hatte, fanden sich die Albatrosse häufig an der Freiwurflinie wieder. Dort blieben sie in den ersten zehn Minuten fehlerfrei (11/11) und kamen mit einem Drei-Punkte-Spiel von Ansu Sesay in der 9. Minute auf die bis dato höchste Führung von 22:15. Bonns beiden Besten am heutigen Abend, Brandon Bowman (20 Punkte) mit zwei Dreiern in Folge und Winsome Frazier (ebenfalls 20) mit mehreren Offensivrebounds hatten die Gäste vorher im Spiel gehalten.
Mit 24:17 aus Berliner Sicht ging es in den nächsten Abschnitt. Durch acht Punkte in Folge von Julius Jenkins (zwei Dreier), der an diesem Sonntag von der Bank kam, setzte sich ALBA weiter ab und führte in der 14. Minute erstmals zweistellig (36:25). Doch die Bonner, die in der Verteidigung mittlerweile auf Zonenpresse umgeschaltet hatten, kamen zurück. Ken Johnson spielte seine Größenvorteile am Brett gut aus und verkürzte auf 34:38. Trotz sinkender Quote von außen übernahm ALBA bis zur Pause aber wieder das Kommando. In der Verteidigung wurden den Bonner die Würfe schwer gemacht und vorne erfolgreich der direkte Weg zum Korb – vorzugsweise über Sascha Nadjfeji – gesucht. So hatten sich die Hauptstädter zur Halbzeit wieder auf 44:37 abgesetzt.
Ansu Sesay: 88% Prozent Trefferquote
Die aggressive Bonner Zonenverteidigung stellte ALBA vor Probleme, wodurch die Gäste sich weiter herankämpften. Mehrmals kamen sie bis auf einen Punkt heran und erzielten in der 36. Minute sogar den 73:73-Ausgleich. Die Spannung in der Schlussphase stieg. Das Spiel war auf der Kippe, doch die Albatrosse wussten immer zu kontern: Casey Jacobsen wurde beim erfolgreichen Korbleger unsportlich gefoult, traf den Bonusfreiwurf und Rashad Wright versenkten beim folgenden Ballbesitz von „Downtown“, so dass ALBA wieder auf sechs Zähler davon war. Die Bonner gaben sich aber nicht geschlagen und verkürzten – wenn auch etwas glücklich – durch einen Dreier mit Brett von Rowland wieder auf zwei Zähler. Nun war Casey Jacobsen zur Stelle und versenkten einen wichtigen Dreier zum 86:81. Sascha Nadjfeji legte zwei Punkte nach und ALBA hatte eine Minute vor Schluss alle Trümpfe in der Hand. Doch es wurde noch einmal eng: Brandon Bowman traf 50 Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe zum 84:88 und beim anschließenden Einwurf bekamen die Albatrosse den Ball nicht in den vorgegebenen fünf Sekunden ins Feld, so dass Bonn direkt wieder in Ballbesitz kam. Diesen konnten sie aber nicht verwerten – Rashad Wright klaute in der Verteidigung den Ball und brachte Julius Jenkins im Fastbreak ins Spiel, der mutterseelen alleine einstopfte und damit für die Entscheidung sorgte. ALBA gewann diese sehenswerte Partie schlussendlich mit 91:84 und hat sich damit an die Spitze der Bundesliga-Tabelle gesetzt.
Stimmen zum Spiel
Michael Koch (Telekom Baskets Bonn)
Glückwunsch an Luka und sein Team zum Sieg heute, der am Ende auch verdient war. Ich kann meiner Mannschaft wenig Vorwürfe machen. Wir haben uns zurück gekämpft und waren am Ende noch mal dran. Der Charakter hat heute gestimmt, auch die zweite Fünf hat eine gute Leistung gezeigt. Wir haben in Berlin gegen Deutschlands stärkste Mannschaft verloren und haben aus drei sehr schweren Spielen 4:2 Punkte geholt. Damit sind wir sehr zufrieden.
Luka Pavicevic (ALBA BERLIN)
Ich bedanke mich bei Coach Koch und freue mich über diesen exzellenten Sieg. Bonns Team hat sich verändert, aber sie sind wie schon in der letzten Saison sehr aggressiv auf beiden Seiten des Feldes und werden meiner Meinung nach auch am Ende dieser Saison wieder oben dabei sein. Wir wussten, dass wir auf einen sehr guten, athletischen Gegner treffen, der hier um den Sieg spielt. Bis auf eine Phase im dritten Viertel, wo wir zeitweise die Kontrolle verloren haben, hat meine Mannschaft gut umgesetzt, wie wir gegen Bonn spielen wollten. Vor allem aber glaub ich, dass wir heute eine großartige Basketballshow gesehen haben, die der Kulisse der zahlreichen Zuschauer gerecht wurde.


