Zweite Saisonniederlage: ALBA verliert in Bamberg
(29.11.) Mit 59:71 hat ALBA BERLIN die Topbegegnung des 12. Spieltags in Bamberg verloren, bleibt aber Tabellenführer der BBL. Ohne Julius Jenkins und mit der Auswärtspartie in Slowenien vom Donnerstag in den Knochen konnte das Team von Luka Pavicevic die Intensität der Gastgeber nicht erwiedern. Ansu Sesay (12) und Steffen Hamann (10) waren die erfolgreichste Berliner Schützen.
Casey Jacobsen erzielte an alter Wirkungstätte 7 Punkte
Die Partie war von Beginn an vor allem von physischer Verteidigungsarbeit beider Seiten geprägt. Nach fünf gespielten Minuten stand es gerade einmal 5:5. Für Bamberg gingen dabei alle Punkte auf das Konto von Newson, während bei ALBA McElroy, Sesay und Nadjfeji erfolgreich gewesen waren. Mit einem Turn-around-Sprungwurf schoss Ansu Sesay die Albatrosse in Führung, doch zwei Dreier in Folge vom Ex-Berliner Demond Greene brachte ALBA 7:12 in Rückstand. Als Steffen Hamann im Gegenzug auf dem Weg zum Korb gefoult wurde, kochten die Emotionen bei Bambergs Coach Flemming über: Aus Verärgerung über diesen Pfiff feuerte er sein Sakko aufs Parkett und kassierte dafür ein technisches Foul - spätestens jetzt tobte die Jako Arena. Steffen Hamann nutze an alter Wirkungsstätte drei der vier Gelegenheiten an der Freiwurflinie und Patrick Femerling schloss den folgenden Angriff nach schönem Touchpass von Nadjfeji zum erneuten Ausgleich ab. Bis zur ersten Pause konnte Bamberg die Führung mit einem Freiwurf von Taylor zum 13:12 zurückerobern - ein niedriger Punktestand, der vor allem der intensiven Verteidigung beider Kontrahenten geschuldet war.
Robert Garrett erhöht direkt mit Beginn des zweiten Abschnitts per Dreier auf 16:12. ALBA nutzte die Gelegenheiten an der Freiwurflinie nicht konsequent und kam offensiv nicht wie gewohnt ins Laufen, was Bamberg gestattete leicht davon zu ziehen. Ein Dreipunktewurf von Michael Jordan bedeutete die bis dato höchsten Bamberg-Führung von 22:15. Casey Jacobsen antwortete aus acht Metern Entfernung prompt ebenfalls für Drei, doch die Hausherren hatten das Momentum auf ihrer Seite. Fünf Punkte von Predrag Suput schraubten den ALBA-Rückstand erstmalig in den zweistelligen Bereich, so dass Luka Pavicevic beim Stand von 20:30 die erste Auszeit wollte. In den letzten zwei Minuten änderte das aber nicht mehr viel: Treffer von Rivera und Newson und auf ALBA-Seite von Nadjfeji resultierten im 22:34 Pausenstand aus Berliner Sicht. Noch nie in dieser Saison hatten die Albatrosse zur Halbzeit nur 22 Zähler erzielt, was auch an ungewöhnlich niedrigen Wurfquoten (42% 2er und 25% 3er) ablesen ließ. Erneut machte sich das Fehlen von Offensiv-Motor Julius Jenkins (Bänderanriss) schmerzhaft bemerkbar.
Topscorer Sesay mit Foulproblemen
Rivera eröffnete den Schlussabschnitt per Dreipunktewurf, wodurch ALBAs Rückstand wieder zweistellig war. Der eingewechselte Dragan Dojcin verkürzte ebenfalls per Dreier, doch in den folgenden Angriffen produzierten die Albatrosse wenig Zählbares. In der Verteidigung hatten sie früh fünf Teamfouls gesammelte, wodurch die Bamberger nun bei jedem Foul an die Freiwurflinie gehen durften. Jordan traf dort zweimal und erhöhte wieder auf 57:47. Als Suput und Rivera nochmals aus 6,25 Metern einnetzten wurde es beim Stand von 63:50 vier MInuten vor dem Ende langsam eng für die Berliner. ALBA steckte nicht auf und versucht weiter sich heranzukämpfen, doch an diesem Nachmittag wollte vieles einfach nicht gelingen bei den Albatrossen. Das zeigte sich, als der sonst so sichere Freiwerfer Ansu Sesay nur einen von drei Freiwürfen verwandelte oder Rashad Wright den vermeintlich einfachen Fastbreak-Korbleger verlegte. Bei Bamberg lief es umgekehrt, sie hatten den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite: Alexander Johnson, sonst eigentlich ein Wackelkandidat an der Linie, versenkte drei Freiwürfe bei drei Versuchen und brachte sein Team damit endgültig auf die Siegerstraße. Dass Luka Pavicevic am Ende noch ein weiteres technisches Foul kassierte, blieb eine Randnotiz, den die zweite BBL-Saisonniederlage von ALBA BERLIN stand bereits fest. Am Ende trennten sich beide Teams mit 71:59, wobei die Albatrosse alleine an der Freiwurflinie (11/25 Treffer) das Spiel schon anders hätten gestalten können. Bamberg war der verdiente Sieger, aber die Tabellenführung bleibt nach dem 12. Bundesligaspieltag dennoch in Berliner Hand.
Der Bayrische Rundfunk zeigt in "Sport am Samstag" zwischen 17 und 18 Uhr eine Zusammenfassung des Bamberg-Spiels und am Sonntag berichtet auch der RBB-Sportplatz um 22:45 Uhr.


