ALBA erkämpft 66:58-Erfolg in Spiel fünf und steht im Halbfinale
(28.5.) Nach 200 Minuten Kampf bis zum Letzten ist es endlich vollbracht: Im alles entscheidenden Spiel fünf der Viertelfinalserie hat ALBA BERLIN die Paderborn Baskets mit 66:58 niedergrungen und steht nun im Playoff-Halbfinale gegen Bonn. Auch in dieser Partie gaben die Westfalen nie auf und waren ersten nach Dreiern von Jenkins (20 Punkte) und McElroy (8 und 5 Rebounds) weniger als zwei Minuten vor Schluss geschlagen. Schon am Sonntag steigt in der o2 World das erste Halbfinale gegen Bonn - Tickets sind ab sofort erhältlich.
Blagota Sekulic mit einer starken Vorstellung: 13 Punkte, 4 Rebounds
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Typisch für ein Spiel fünf, zitterte auf beiden Seiten das Händchen. Sowohl ALBA (27%) als auch Paderborn (29%) fanden aus der Dreierdistanz nicht oft ihr Ziel. Nur Topscorer Julius Jenkins traf vier seiner acht Dreierversuche und war damit ein entscheidender Faktor in dieser Partie. Außer ihm scorte bei ALBA nur noch Blagota Sekulic zweistellig, aber auch Ansu Sesay zeigt mit 9 Punkte, 5 Rebounds und 4 Assists seine bisher beste Playoffleistung. Paderborn wurde wie in jedem Spiel der Serie angeführt von Peavy (15 Punkte, 7 Rebounds) und Chris Ensminger (8, 7). Gerade im Schlussviertel zeigten die Albatrosse mehr Willen im Rebound und konnten so das Abpraller-Duell noch knapp mit 35:34 für sich entscheiden.
Nach einem sehr nervösen Start der Albatrosse setzte sich Paderborn mit vier Punkten von Peavy auf 4:0 ab. Ansu Sesay sorgte schließlich per Dreier für die ersten ALBA-Punkte und war auch in Folge der auffälligste Akteur auf dem Parkett. Während die Berliner Verteidigung den Gästen vier Minuten lang nur zwei Freiwürfe gestattete, drehte der ALBA-Forward auf. Er bediente Sekulic zweimal mal schön am Brett, fischte hinten die Rebounds weg, erhöhte aus der Halbdistanz auf 9:6 und räumte schließlich Nathan Peavy spektakulär per Monsterblock beim Korbleger ab. Paderborn hielt dagegen und übernahm mit Dreiern von Wright und McAllister wieder die Führung (12:10). Peavy legte mit vier Zählern weiter vor, aber ein Dreipunktespiel von Julius Jenkins brachte ALBA wieder auf einen Punkt heran und die 10908 Zuschauer in der o2 World zum kochen. Mit einem Freiwurf sorgte Lavelle Felton für den 17:15-Viertelstand aus Gästesicht.
Beide Teams starteten mit je zwei Ballverlusten ins zweite Viertel bis Julius Jenkins von der Freiwurflinie ausglich. Die Partie wurde wie erwartet mit harten Bandagen geführt und bot viel Kampf auf beiden Seiten. ALBA schaltete in der Defensive einen ordentlichen Gang hoch, wogegen Paderborn zeitweilig nicht mehr viel einfiel. Das nutzte Adam Chubb mit einem Dreipunktespiel, Rashad Wright mit vier Zählern und Sekulic per Tip-in, um bis zur 16. Minute auf 26:19 vorzulegen. Nach einer Auszeit von Spradley kam Paderborn aber wieder gut zurück ins Spiel und brachte mit einem schnellen 8:0-Lauf ALBA-Coach Luka Pavicevic dazu, seinerseits zur Auszeit zu rufen. ALBA hatte Probleme mit seinen Distanzwürfen – vor allem der sonst so treffsichere Casey Jacobsen legte Wurf um Wurf daneben. Aber die Berliner verteidigten weiter intensiv und gingen so nach zwei Ballgewinnen und Fastbreaks von Wright und Jenkins kurz vor der Halbzeit wieder 31:28 in Führung. Steven Wright verkürzte bis zur Pause mit zwei Freiwürfen noch auf 31:30.
Paderborn hatte keine Antwort auf Julius Jenkins (20 Punkte, 4 Dreier)
Nach erneuten Fehlwürfen der Berliner zum Auftakt des Schlussviertels glichen Felton für Drei und Esterkamp im Fastbreak prompt zum 46:46 aus. ALBA verteidigte weiter gut und schraubte die Führung mit einem Dunk von Sesay, einem Korbleger von Nadjfeji und Freiwürfen von Jenkins und McElroy erstmalig in den zweistelligen Bereich (56:46). Dann wurden erstmal eine ganze Reihe vierter Fouls verteilt: Bei Paderborn erhielten binnen kürzester Zeit Marius Nolte und Lavelle Felton sowie auf ALBA-Seite Nadjfeji und Sekulic ihre vierte Verwarnung. Nach einem Dreier von Peavy und einem Korbleger von McAllister kamen die Gäste in der 37. Minute noch mal zurück, doch Blagota sicherte seinem Team mit vier ganz wichtigen Freiwürfen in Serie einen 60:51-Vorsprung. Danach musste er mit seinem fünften Foul vom Feld, genau wie auf der Gegenseite Marius Nolte. Der wurde ersetzt durch Chris Ensminger, der es mit einem Dreipunktespiel direkt noch einmal spannend machte. 60:54 stand es zwei Minuten vor Schluss, als Julius Jenkins von der Dreierlinie einen „Big Shot“ einnetzte und die Fans von den Plätzen riss. Nach zwei verworfenen Freiwürfen von Felton nahm Immanuel McElroy ebenfalls erfolgreich von der Dreierlinie Maß und sorgte damit 70 Sekunden vor Schluss mit dem 66:56 für die Entscheidung. Zwei Freiwürfe von Paderborn brachten den Endstand von 66:58, der ALBA im entscheidend Spiel den Sieg und das Ticket für das Halbfinale sichert.
Nach 200 Minuten Kampf bis zum letzten waren die Paderborner endlich geschlagen. Sie hatten ALBA BERLIN alles abverlangt und waren fünf Spiele lang ein ebenbürtiger Gegner. Dafür muss man Respekt zollen, aber es gilt auch, den Blick direkt wieder nach vorne zu wenden. Dort warten nämlich die Telekom Baskets Bonn in einer Halbfinal-Serie, die es genauso in sich haben wird. Das erste Spiel ist bereits am kommenden Sonntag um 17 Uhr in der o2 World. Tickets für die Partie sind ab sofort erhältlich. Hier Tickets sichern >>
Stimmen zum Spiel
Douglas Spradley (Paderborn Baskets)
Glückwunsch an ALBA zu einem verdienten Sieg. Wir haben wirklich alles versucht, Berlin das Leben schwer zu machen und das auch sehr gut geschafft. Eigentlich ist es schade, dass eine von diesen beiden Mannschaften ausscheiden muss. Jetzt hat wirklich jeder gesehen, dass wir zu Recht in den Playoffs standen. Jedes Spiel der Serie war ein großer Kampf und ein Endspiel. Am liebsten hätte ich alle Zuschauer aus der Paderborner Halle mit in die o2 World genommen, denn man heute gesehen, warum es eine Vorteil ist, als Erster gegen den Achten zu spielen. ALBA hat die Serie verdient gewonnen, aber ich bin stolz, wie wir uns über fünf Spiele gegen eine Euroleague-TOP16-Mannschaft und wahrscheinlich den deutschen Meister verkauft haben. Großen Respekt auch an Luka, mit dem ich in der Serie einen tollen Umgang hatte.
Luka Pavicevic (ALBA BERLIN)
Glückwunsch an mein Team für das Beenden dieser Serie und dem Einzug ins Halbfinale. Ich habe von Anfang an gesagt, dass Paderborn ein sehr schwerer Gegner sein wird. Sie haben sehr professionellen Basketball gespielt und waren zu Recht in den Playoffs. Ich glaube in ihren beiden Heimspielen sind sie etwas über sich hinaus gewachsen, was aber auch das Ergebnis ihrer starken Saison ist. Das war eine exzellente Serie mit einem spannenden Spiel fünf, in dem uns unsere Fans sehr geholfen und toll unterstützt haben. Der ganze Druck lag heute auf uns und wir haben das ganze Spiel über versucht davonzuziehen, was Paderborn aber nicht zu gelassen hat. Wir haben nun wenig Zeit, uns auf unser Spiel gegen Bonn am Sonntag vorzubereiten. Bonn hat eine Woche zu regenerieren, das ist ein Vorteil, den wir nicht haben.


