Bundesliga-Start: ALBA gewinnt Overtime-Krimi in Gießen 81:76
(16.10.) ALBA BERLIN hat das erste Spiel der Saison 2009/2010 auswärts bei den LTi Gießen 46ers mit 81:76 nach Verlängerungen gewonnen. Die Gastgeber um den überragenden David Teague (35 Punkte) drohten in der Overtime das Spiel an sich zu reißen, bis Dragan Dojcin mit acht Punkten (2 Dreier) das Heft in die Hand nahm und sein Team auf die Siegerstraße führte.
Machte mit seinen Fauxpas, der zur Verlängerung geführt hatte, in der Overtime wieder wett: Dragan Dojcin
Dojcin war am Ende mit 17 Punkten (plus 4 Rebounds und 2 Assists) zweiterbester ALBA-Scorer nach Adam Chubb (20) und vor Immanuel McElroy, der ein Double-Double aus 12 Punkten und 11 Rebounds auflegte. Bei den Hausherren kam neben dem überragenden Teague (35 Punkte, 4 Rebounds) einzig Lorenzo Williams auf einen zweistelligen Punktewert (11). Ab Mitte des ersten Viertels verließen sich die Gießener nur noch auf ihre Zonenverteidigung, die ALBA zahrleiche freie Dreipunktewürfe eröffnete (30), von denen aber nur magere sieben ihr Ziel fanden. Vor allem Julius Jenkins, der insgesamt 9 Punkte erzielte, traf für seine Verhältnisse denkwürdige 2 von 10 Dreipunktewürfen.
Die fünf ALBA-Punkte der ersten drei Minuten erzielte allesamt Blagota Sekulic, während in der gleichen Zeit die Gastgeber jedoch mit zwei Dreiern vom quirligen Teague sowie Zählern von Kohlmaier und Johnson auf 10:5 vorgelegt hatten. Die Albatrosse erarbeiteten sich in der Verteidigung viele Ballgewinnen, die vorne aber selten in Punkten resultierten. Dennoch kamen die Berliner zu vielen einfach Punkten unter dem Korb und über den eingewechselten Adam Chubb wieder näher heran. Nach einem Dreier von Julius Jenkins in der sechsten Minute hatte ALBA wieder eine Führung von 15:13 inne. Das Giessener Spiel war noch zerfahren, ihnen unterliefen im ersten Viertel alleine fünf Ballverluste. Sie stellten ihren Verteidigung nun auf Zonendefense um und hielten daran bis zum Ende der Verlängerung fest. ALBA punktete weiter in Brettnähe, wo Chubb und Sekulic den Hausherren Probleme bereiteten. Sie legten für ALBA weiter vor, doch vier erfolgreiche Freiwürfe von Jannik Freese hielten das Spiel auch zum Ende des Viertels mit 17:19 eng.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts bauten Sekulic am Brett und Dojcin vom Perimeter die Führung auf 24:19 aus. Doch die Hessen drehten angeführt von David Teague und Lorenzo Williams den Spieß um und gingen nach einem 8:1-Lauf in der 16. Minute ihrerseits mit 27:25 in Front. Das Spiel war mittlerweile hart umkämpft und von vielen Fouls geprägt. Die Albatrosse suchten weiter den Weg zum Brett, da sich von außen wenig zusammen ging, und war nach einem Dreipunktespiel von Rashad Wright zweieinhalb Minuten vor der Pause wieder 34:30 vorn. David Teague, der schon 15 Punkte für die 46ers aufs Scoreboard gebracht hatte, musste mit seinem dritten persönlichen Foul schließlich auf die Bank, doch das Team von Ex-Albatros Bogojevic blieb dran und verkürzte bis zur Halbzeit wieder auf 35:36.
Weiterhin in guter Form: Topscorer Adam Chubb (20 Punkte)
ALBA bliebt auch im Schlussviertel von Beginn an am Drücker und hatte nach vielen Fehlversuchen der 46ers und Körben von Chubb und Jenkins die Führung zurückerobert. Kenan Bajramovic, der lange auf der Bank schmoren musste, war es schließlich, der die Berliner Flaute von der Dreierlinie beendete und zum 59:56 einnetzte. Die Zonenverteidigung der Giessener eröffnete ALBA das ganz Spiel über zahlreiche freie Distanzwürfe, die aber fast alle nicht ihr Ziel fanden. Aber auch McElroy traf jetzt für Drei und ALBA war fünf Minuten vor dem Ende wieder mit sechs Zählern in Front. Doch der kurzzeitig abgetauchte David Teague und war mit vier Zählern wieder zur Stelle, um wieder auf 60:62 zu verkürzen. Die letzten Minuten brachen an und die Albatrosse hatten es in der Hand: Sie lagen kurz vor Schluss zwei Punkte vor und waren im Ballbesitz. Doch Dragan Dojcin verlor unnötig den Ball, sprintete dem davoneilenden Max Weber hinterher, um seinen Fehler auszubügeln, foult ihn jedoch bei der Aktion und Weber traf zu allem Überfluss auch noch seinen Korbleger. Er hätte sein Team sogar in Führung bringen können, doch der Bonusfreiwurf verfehlte das Ziel. ALBA hatte nun noch zwei mal die Gelegenheit, jeweils per Dreier von Wright und Jenkins, den Sieg zu holen, aber beide Würfe gingen daneben und so hieß es: Verlängerung.
In den ersten Minuten zogen die 46ers trotz weiteren Brettpunkten von Chubb nach dem nächsten Jumper von Teague, der immer wieder blitzschnell aus dem Pick&Roll abdrückte, auf 73:68 davon. Bei noch zweieinhalb Minuten Restzeit wurde es nun bedrohlich für die Albatrosse. Doch Dragan Dojcin wollte dieses Spiel nicht verlieren: Er fasste sich ein Herz, netzte zwei entscheidende Dreier und einen Halbdistanzwurf in Folge ein und machte damit seinen Fehler, der zur Verlängerung geführt hatte, wieder wett. 50 Sekunden waren danach noch zu spielen und ALBA führte mit 76:74. Als David Teague im nächsten Angriff der Giessener den Ball verlor und auf der Gegenseite Immanuel McElroy zum 78:74 vollstreckte, war die Entscheidung gefallen. Rashad Wright gab sich an der Freiwurflinie keine Blöße und sein Team gewann schlussendlich knapp aber verdient mit 81:76.
Nur zwei Tag später, am kommenden Sonntag, muss sich das Team von Luka Pavicevic auf einen ganz anderen Gegner einstellen. Zur Heimpremiere der Saison 2009/2010 ist der deutsche Meister EWE Baskets Oldenburg um 17:15 Uhr zu Gast in der o2 World. Hier gibt es noch Tickets für das Spitzenspiel, zu dem über 10.000 Zuschauer erwartet werden.


