ALBA gewinnt spannendes Spitzenspiel bei den Dragons
(28.11.) In einem packenden Duell zwischen Erst- und Zweitplatziertem der Bundesliga setzte sich ALBA BERLIN mit 78:70 bei den Artland Dragons durch und behauptet damit die Tabellenführung. In einer bis zum Schluss engen Partie trumpfte Kenan Bajramovic in den letzten beiden Minuten mit sieben seiner ingesamt 14 Punkten auf und führte sein Team auf die Siegerstraße. Eine starke Vorstellung zeigte auch Rashad Wright, der mit 18 Punkten (3 Rebounds, 3 Assists) bester ALBA-Werfer war.
Immanuel McElroy war gewohnt solide das Rückgrat seiner Mannschaft (8 Punkte, 5 Rebounds, 6 Assists)
ALBA-Topscorer Julius Jenkins (5 Punkte) konnte mit Foultrouble in der zweiten Hälfte kaum ins Spiel eingreifen und verbrachte auch die Schlussphase auf der Bank. In der 35. Minute hatten die Dragons noch mit sechs Punkten vorne gelegen, aber angeführt von Kenan Bajramovic mit seiner bisher besten Saisonleistung drehten die Albatrosse die Partie und fuhren dank einem starken Endspurt ihren siebten Sieg in Folge ein. Auch auf den langen Positionen, wo Adam Chubb trotz Magen-Darm-Problemen für 14 Punkte gut war, hatte ALBA mit der Foulbelastung zu kämpfen (Sekulic 4, Chubb 3, Bajramovic 3). Ein ausgeglichenes Reboundverhältnis (28:28) spiegelt wieder, wie eng es in der Artland Arena zu ging. Während die Dragons für ihre Verhältnisse miserable 18% Dreier trafen (sonst 40%), konnte ALBA solide 33,3% vorweisen und traf vorallem in Brettnähe sehr hochprozentig (68%). Topscorer der Niedersachsen war Alexander Seggelke mit 14 Punkten, gefolgt von Fenn (13) und Ross (12)
Die Hausherren kamen vor ausverkauftem Haus besser aus den Startlöchern, begannen aggressiv und gingen über harte Züge zum Brett schnell 8:4 in Führung. Die Albatrosse versuchten immer wieder Blagota Sekulic in Brettnähe in Szene zu setzen, aber er und auch sein Team hatten zu Beginn noch keinen Rhythmus. Charles Lee legte mit einem Dreipunktespiel auf 11:4 vor, woraufhin die Albatrosse schließlich aufwachten. Ein Dreier von Wright und zwei Korbleger von Dojcin und Sekulic glichen die Partie wieder aus. Die Berliner formierten sich nun besser in der Defensive und die Fehlerquote bei den Dragons stieg. Die Quakenbrücker versuchten es mit Zonenverteidigung, konnten damit aber nicht verhindern, dass Wright und Jenkins für die erste Berliner Führung von 15:14 sorgten. Beide Team tauschten bis zur ersten Pause noch fleißig Körbe aus - den letzten erzielte der von der Bank gekommene Ronald Ross zum 20:19 Viertelendstand für die Dragons.
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts gewannen die Albatrosse etwas die Oberhand, setzten sich nach einem Dreier von Jenkins, und Brettpunkten von Adam Chubb auf 26:22 ab. Dragons-Coach Leibenath reagierte mit einer Auszeit und brachte sein Team wieder besser in die Spur. Es blieb ein Kopf-an-Kopf-Rennen, kein Team konnte sich weit absetzten. Die Erfolgsquote sank auch auf beiden Seiten, vor allem von der Dreierlinie wurden reichlich Fahrkarten produziert. Rashad Wright brach die Serie schließlich mit seinem zweiten Dreier, legte noch einen Mitteldistanzwurf nach und schoss sein Team damit wieder 31:25 nach vorn. Die Hausherren konterten mit mehr Energie in der Defense und draus resultierenden Ballgewinnen, doch ein erneuter Mini-Lauf der Berliner mit einem Dreier von Bajramovic und einem Korbleger mit viel Hangtime von Immanuel McElroy garantierten ALBA eine 36:32-Halbzeitführung. Im zweiten Abschnitt hatte das Team von Luka Pavicevic nur noch 12 Punkte der Niedersachsen zugelassen.
Steffen Hamann mit 7 Punkten und 4 Rebounds
Darius Hall begann den Schlussabschnitt mit vier Punkten in Serie und brachte die Dragons 56:52 in Front. Bajramovic hielt von der Dreierlinie dagegen, aber im Anschluss schaffte es Derrick Byars im Angriff nicht innerhalb von fünf Sekunden den Ball nach Aufnahme des Dribblings weiterzupassen. Das bedeutete Ballbesitz Artland - und da Byars auch noch ein technisches Fouls kassierte, zwei Freiwürfe obendrauf. Bailey ließ beide Chancen ungenützt, aber sein Team zog nach Punkten von Fenn und Seggelke auf 65:59 davon und es roch nach einem Heimsieg der Dragons. Die Albatrosse behielten trotz nur noch fünf Minuten Spielzeit die Ruhe, verteidigten gut und arbeiteten sich über Korbleger von Hamann und Chubb wieder auf 64:65 heran. Fenn setzte Quakenbrück mit zwei Freiwürfen wieder ab, doch Wright antwortet ebenfalls mit zwei Freiwürfen, nachdem er vorher zwei mal von dort vergeben hatte. Nach einem Monsterblock von Chubb netzte Kenan Bajramovic staubtrocken für Drei ein und erhöhte damit anderthalb Minuten vor dem Ende auf 71:69 für ALBA. Fenn antwortet mit Brettzählern, doch dann war es wieder Bajramovic, der seinen eigenen Fehlwurf reboundete, gefoult wurde und beide Freiwürfe zum 73:69 verwandelte. In der folgenden Defense hielten die Albatrosse ihren Korb sauber und Steffen Hamann wurde bei 40 Sekunden Restzeit an die Linie geschickt. Er traf nur einen Wurf und als Toby Bailey beim Dreier gefoult wurde, kam noch mal Hoffnung bei den Quakenbrücker Anhängern auf. Aber Bailey, eigentlich ein guter Freiwerfer, traf nur einen der drei Versuche. Im Gegenzug musst Bajramovic an die Freiwurflinie, und sorgte dort mit zwei Treffern für die endgültige Entscheidung. Am Ende siegte ALBA mit 78:70 und hat sich damit an der Spitze der Beko BBL festgesetzt.
Schon am kommenden Dienstag wartet die nächste schwere Auwärts-Aufgabe auf das Team von Luka Pavicevic: Im zweiten Spiel der Eurocup-Gruppenphase müssen die Albatrosse nach dem Auftaktsieg gegen Teramo am vergangenen Dienstag beim ukrainischen Serienmeister Azovmash Mariupol Farbe bekennen.


