ALBA beendet Eurocup-Hauptrunde mit Thriller-Sieg gegen Mariupol
(12.1.) Die Basketballer von ALBA BERLIN haben ihr letztes Hauptrundenspiel in der Eurocup-Gruppe A mit 82:78 gegen den ukrainischen Meister Azovmash Mariupol gewonnen. Obwohl die Berliner schon vor dem Spiel als Gruppenerster fest standen, bekamen die 9.684 Zuschauer in der o2 World ein spannendes und hart umkämpftes Spiel zu sehen. Im Last 16 trifft ALBA nun auf die Hochkaräter Joventut Badalona, Aris Saloniki und Le Mans.
Jurica Golemac mit 9 Punkten und 4 Rebounds
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Schon vor der Partie war klar, dass ALBA die 4er-Gruppe A als Tabellenerster abschließen würde – auch im Falle einer Niederlage. Azovmash hingegen hatte noch eine – wenn auch kleine – Chance, in der o2 World Rang zwei der Gruppe zu erobern. Dazu musste zunächst einmal Teramo im parallel stattfindenden anderen Gruppenspiel bei Galatasary gewinnen. Obendrein musste Mariupol dann noch mit 10 Punkten höher gegen ALBA gewinnen, als die Italiener in Istanbul. Doch die Albatrosse ließen diese Rechenspiele gar nicht erst zur Wirkung kommen, da sie - zumindest in der zweiten Halbzeit - mit starkem Siegeswillen antraten. Nach einer schwachen ersten Hälftekam das Hauptstadt-Team mit viel Kampf zurück in die Partie und konnte sie in den letzten Sekunden noch für sich entscheiden. Mit Jenkins (17), McElroy (15), Chubb (14, 6 Rebounds), Wright (12) und Sekulic (11, 7 Rebounds) kamen fünf Albatrosse auf zweistellige Punktewerte. Die Gäste, bei denen Neuzugang Demetris Alexander mit 21 Zählern gleich in seiner Premiere Topscorer war, konnten ebenfalls fünf Spieler im zweistelligen Bereich aufweisen (Alexander 21, Rizvic 16, Jarutis 14, Daniels 12, House 10). Azovmash ist durch die Niederlage ausgeschieden. Genau wie Teramo, das in Istanbul unterlag, wodurch Galatasaray als Gruppenzweiter ebenfalls ins Last 16 einzieht.
Mit Derrick Byars erstmalig in der Starting Five (für Julius Jenkins) kamen die Berliner nicht gut aus den Startlöchern. Nach einer ersten ALBA-Führung von 5:4 durch einen Dreier von Wright, kassierte das Team von Luka Pavicevic einen 2:11-Run der Ukrainier zum 15:7. Ihr erst gestern bekannt gewordener Neuzugang Demetrius Alexander führte sich quasi direkt aus dem Flieger glänzend mit einem Halbdistanz- sowie einem Dreipunktewurf ein. Nach einem Pfeifkonzert der Zuschauer aufgrund einiger strittiger Schiedsrichter-Entscheidungen schienen die Albatrosse aufzuwachen. Golemac am Brett und zwei Fastbreaks von Energizer McElroy verkürzten auf 13:18. Azovmashs litauischer Aufbauspieler Jarutis schlug mit fünf Zählern zurück, doch vier Brettpunkte von Adam Chubb sorgten für einen 17:23-Viertelendstand aus Berliner Sicht.
Der zweite Abschnitt begann mit einer Julius-Jenkins-Show. Er erzielte die ersten sieben Punkte für ALBA und ließ die Gäste dabei mit seiner Schnelligkeit ein ums andere mal alt aussehen. Trotz der Bedeutungslosigkeit des Spiels für die Albatrosse brachte er so die 9.684 Zuschauer in Feierlaune. Aber nach Nachlässigkeiten in der Defense gerieten die Hauptstädter schnell wieder ins Hintertreffen, so dass sich Luka Pavicevic genötigt sah, sein Team in einer Auszeit wieder richtig einzustellen. Nun war Jurica Golemac an der Reihe, mit zwei Tip-ins und einem Dreipunktewurf, sieben Zähler in Serie aufzulegen. Dennoch lag sein Team 31:39 zurück, da der individuell kaum zu stoppende Rizvic ALBA immer wieder einschenkte. Golemac musste kurz darauf mit zwei Foul auf die Bank, wo er neben den ebenfalls bereits zwei mal verwarnten Chubb und Sekulic Platz nahm. Somit hatte Luka Pavicevic mit Philip Zwiener auf der Position vier und Dragan Dojcin auf der fünf die bisher kleinste Formation der Saison auf dem Parkett. Die schlug sich aber gerade defensiv sehr gut und kam mit einer 6:0-Serie über „Mac“ und Wright bis kurz vor der Pause auf 37:41 heran. Das letzte Wort hatte aber Azovmash-Neuzugang Alexander, der mit seinen Zählern 12 und 13 den 37:43-Pausenstand erzielte.
ALBAs Toprebounder: Blagota Sekulic
In den ersten Minuten des Schlussviertels wechselte mehrmals die Führung, wobei Azovmashs Alexander weiterhin fleißig punktete. Offensiv wollte den Albatrossen ab der 33. Minute eine Zeit lange überhaupt nichts mehr gelingen. Alle Bälle sprangen aus dem Korb und Mariupol zog über House, Daniels und Rizvic auf 76:68 davon. Doch die Albatrosse wollten, obwohl es für die Platzierung keine Rolle spielte, trotzdem unbedingt gewinnen, hängten sich angefeuert vom tollen Publikum defensiv noch mal richtig rein und kamen durch Wright und McElroy zweieinhalb Minuten vor Schluss zum 76:76-Ausgleich. Es entwickelte sich sogar noch ein richtiger Thriller. Der Stand war immer noch unentschieden, als Adam Chubb 45 Sekunden vor Schluss an die Freiwurflinie geschickt wurde. Er traf nur einen Versuch, doch eine gute Defensesequenz gegen Daniels verschaffte ALBA 30 Sekunden vor Schluss wieder Ballbesitz. Die o2 World stand Kopf, als Rashad Wright zehn Sekunden später das Leder mit Foul in den Korb beförderte. Er vergab jedoch an der Freiwurflinie die Entscheidung, so dass die Gäste mit einem Dreier noch eine Overtime hätten erzwingen können. Doch Jarutis wurde gefoult und bekam so nur zwei Freiwürfe. Bei sechs Sekunden Restzeit traf er beide Versuche, doch danach gelang es den Ukrainern erst in allerletzter Sekunde, Rashad Wright zu foulen – und das auch noch beim Dreier. Dieser verwandelte ohne Aufstellung unter dem Jubel der Zuschauer alle drei Freiwürfe zum 82:78-Endstand.
So geht ALBA mit 5:1 Siegen aus der Vorrunde ins Last 16. Dort warten mit Joventut Badalona, Aris Saloniki und Le Mans Sarthe (bereits ALBAs Gegner in Runde 1 der Euroleague-Quali) drei sehr hochkarätige und attraktive Gegner.
Die vorgesehenen weiteren Spieltermine:
Last 16 1: Di., 26.1.
Last 16 2: Di., 2.2.
Last 16 3: Di., 9.2.
Last 16 4: Di., 23.2.
Last 16 5: Di., 2.3.
Last 16 6: Di., 9.3.
Die Euroleague plant, den genauen Spielplan (Heim/Auswärts) erst nach dem Ende der Regular Season am 13.1. auszulosen.


