ALBA unterliegt nach acht Siegen in Serie 59:68 in Oldenburg
(29.1.) Beinahe hätte ALBA BERLIN den Januar ohne eine einzige Niederlage abgeschlossen, doch im Bundesliga-Spitzenspiel bei den EWE Baskets Oldenburg setzte es am Freitag Abend eine 59:68-Niederlage. Ein intensives und hart umkämpftes Duell zwischen Pokalsieger und Meister fand in den letzten Minuten ein unrühmliches Ende, als ALBA-Coach Luka Pavicevic aus der Halle verwiesen wurde und die Gastgeber ihren vorher verdient herausgespielten Vorsprung auf einen Schlag mit acht Freiwürfen entscheidend ausbauen konnten.
Blagota Sekulic mit einem Double-Double aus 10 Punkten und 11 Rebounds
Ohne den verletzten Adam Chubb lag ALBA gegen die stark spielenden Oldenburger nach gutem Start zur Mitte des Schlussviertels mit neun Zählern zurück, als die Emotionen hochkochten. Nach tumultartigen Szenen aufgrund eines Fouls von Rashad Wright wurde Luka Pavicevic für seine wehementen Beschwerden aus der Halle verwiesen und ALBA kassierte so vier Fouls auf einen Schlag. Acht Freiwürfe in Folge durfte Jason Gardner werfen und sorgte mit sechs Treffern zum 66:51 vier Minuten vor Schluss für die Entscheidung. 16:2 hatte ALBA zum Auftakt geführt, ehe die Niedersachsen um ihren Topscorer Je'kel Foster (15 Punkte, 11 Rebounds) das Spiel immer mehr an sich rissen. Auf Seiten der Albatrosse stemmte sich Immanuel McElroy (18 Punkte, 6 Rebounds, 3 Assists, 2 Steals) mit aller Kraft gegen den Baskets-Sieg. Neben ihm punkteten noch Julius Jenkins mit 13 (4 Assists) und Blagota Sekulic mit 10 (11 Rebounds) Zählern zweistellig. Für die Berliner heißt es nun, die Niederlage schnell abzuhaken und sich voll auf das Spitzenspiel im Eurocup gegen Joventut Badalona am kommenden Dienstag in der o2 World (20 Uhr) zu konzentrieren.
ALBA kam gut in die Partie, war hellwach in der Verteidigung und klaute den Hausherren zu Beginn gleich mehrmals den Ball. Julius Jenkins schoss seine Farben per Dreier und Drive in Front und Sekulic legte kurz darauf auf 7:0 nach. Als seine Mannschaft drei Minuten lang ohne Korberfolg geblieben war, griff Baskets-Coach Krunic zu einer frühen Auszeit. Die Albatrosse blieben zunächst trotzdem überlegen - wenn Oldenburg sich Punkte verdienen wollte, mussten sie das zumeist von der Freiwurflinie aus tun. Die Berliner kamen richtig ins Laufen und gingen nach Dunkings von Sekulic und McElroy 16:2 in Führung. Langsam fingen sich aber die Gastgeber, während bei es bei ALBA vorne nicht mehr so rund lief. Innerhalb von wenigen Minuten kamen sie über harte Züge zum Brett mit gleich zwei Dreipunktespielen (Skekic, Foster) auf 15:18 heran. ALBA-Neuzugang Cemal Nalga beendete in seinem Bundesliga-Debüt den Run der Hausherren mit einem Dreipunktespiel, doch dank eines Buzzerdreiers von Paulding war die Berliner Führung zur ersten Viertelpause auf 21:18 geschrumpft.
Nach elf Minuten ging Dragan Dojcin als erster ALBA-Akteur für zwei Würfe an die Freiwurflinie und traf dort einen Versuch zum 24:20. Das Spiel war mittlerweile hart umkämpft, beide Teams schenkten sich gar nichts. Auf beiden Seiten wurde schon kräftig durchgewechselt. Oldenburgs Hain, der für den abgemeldeten Gardner auf dem Parkett war, machte Rashad Wright das Leben im Aufbau sehr schwer, aber auch die Berliner Verteidigung stand. McElroy legte nach Offensivrebound mit zwei Freiwürfen auf 26:20 vor, doch die kurzfristig in Zonendefense stehenden Hausherren hielten die Partie weiter eng. ALBAs Offensive kam nicht mehr zum Zuge, so dass die Baskets nach einem Dreier von Paulding in der 17. Minute erstmal 27:26 vorne lagen. Jenkins antwortete aus der selben Distanz und McElroy legte kurz vor Pause mit seinem nächsten unglaublichen Offensivrebound und Korbleger auf 31:29 vor. Aber erneut schlossen die Oldenburger das Viertel mit einem Buzzerdreier ab: Carter netzte aus der Ecke zum 32:31 Halbzeitstand ein.
Immanuel McElroy war der überragenden Akteur im ALBA-Dress
Dass Daniel Strauch die letzten zehn Minuten mit einem Dreier eröffnete, machte die Sache nicht leichter. Wright kämpfte verbissen gegen die drohende Niederlage, hatte leider viel Pech im Abschluss, verkürzte aus der Halbdistanz aber trotzdem auf elf Zähler Rückstand. McElroy legte nach Steal und Fastbreak auf 51:60 nach und es kam wieder Hoffnung für ALBA auf. Dann wurden erst einmal eine ganze Reihe Fouls verteilt. Paulding, Sekulic und Wright erhielten jeweils ihre dritte Verwarnung. Luka Pavicevic, der an der Seitenlinie voller Emtionen bei der Aufholjagd seiner Mannschaft mitfieberte, war über letztere so erbost, dass er aufgrund seiner wehement geäußerten Unzufriedenheit aus der Halle verwiesen wurde. Zwei technische (Pavicevic) und zwei persönliche (Wright, Golemac) Fouls wurde insgesamt verteilt, so dass die Oldenburger rekordverdächtige acht Freiwürfe in Folge werfen durften. Gardner nutzte sechs dieser Versuche, wodurch die Partie vier Minuten vor Schluss so gut wie entschieden war. Die Albatrosse versuchten, nun geleitet von Assistenztrainer Umberto Badioli, das Unmögliche, konnten aber bis Spielende nur noch auf 59:68 verkürzen.


