72:68 gegen Joventut Badalona – ALBA bleibt erfolgreich in Europa
(2.2.) ALBA BERLIN hat auch das zweite Spiel der Eurocup Last 16-Runde gewonnen. Vor 9.332 Zuschauern in der o2 World besiegten die Berliner das spanische Topteam Joventut Badalona in einem spannenden Match mit 72:68. Bis zum Schluss blieben die Spanier ALBA auf den Fersen, aber das Hauptstadt-Team um Topscorer Blagota Sekulic (19 Punkte, 4 Rebounds) wusste sich immer wieder zu behaupten.
Blagota Sekulic war nicht zu stoppen
Video-Highlights >>
Eurocup-Spielbericht >>
Radio Eins Bericht >>
ARD Morgenmagazin (Video) >>
RBB Abendschau (Video) >>
RBB Aktuell-Bericht (Video) >>
RBB Zibb-Schaltung (Video) >>
Fotogalerie >>
Bereits in der dritten Saison in Folge traf ALBA auf Joventut und vor allem in der letzten Spielzeit gab es immer knappe Partien. Auch dieses Mal wurde es wieder richtig eng. Die Albatrosse lagen zwar die ganze Zeit knapp vorn und hatten sich gut auf die Katalanen eingestellt. Doch diese zeigten sich hartnäckig, spielten ihre Klasse aus und ließen sich nie abschütteln. So sah das großartige Publikum in der o2 World ein durchweg spannendes und intensives Eurocup-Spitzenspiel. Bei ALBA fehlte weiterhin Adam Chubb, für den Blagota Sekulic erneut mit einer großartigen Leistung in die Bresche sprang. Center-Nachverpflichtung Cemal Nalga wirkte im Angriff in seinen acht Minuten noch nicht vollständig integriert, setzte aber in der Verteidigung Akzente. Nach Sekulic trafen Jenkins (16), Wright und McElroy (je 11) für ALBA am besten. Für Badalona punktete einzig Clay Tucker zweistellig (15), aber die Überraschung blieb Youngster Franch, der mit 9 Punkten ohne Fehlwurf, 2 Assists und einem Rebound in 15 Minuten den höchsten Effektivitätsindex der Gäste erzielte (17).
Kurz vor dem Spiel gab es nicht sichtbar für die Zuschauer große Aufregung hinter den Kulissen der o2 World. Hallensprecher Tom Böttcher war unmittelbar vor der Teamvorstellung gestürzt und konnte mit einer Platzwunde am Kopf zunächst nicht weiter arbeiten. Doch rbb Inforadio-Reporter Guido Ringel, der eigentlich für eine Übertragung in der Arena war, sprang in die Bresche und moderierte ohne jegliche Vorbereitung die Teamvorstellung und die ersten Minuten des Spiels. Dies tat er aus dem Stehgreif so, als ob er niemals etwas anderes gemacht hätte. Einigen Zuschauern war es womöglich gar nicht aufgefallen. An dieser Stelle geht noch mal ein ganz dickes Dankeschön an Guido Ringel für seinen „heldenhaften“ Einsatz. Tom moderierte das Spiel ab der vierten Minute angschlagen mit Verband, aber tapfer und in gewohnt hervorragender Manier weiter.
Auf dem Parkett entwickelte sich schnell ein munteres Spielchen. Die Gäste schlossen wie erwartet schnell ihre Angriffe ab und hatten in den ersten Minuten in ihrem lange Mann in der kleinen Aufstellung, Bueno, einen zuverlässigen Scorer. Aber auch ALBA war gut gestartet, fand immer wieder Sekulic unterm Brett, der teils mutterseelenalleine vollstrecken konnte. Nach dem 10:8 für Joventut in der fünften Minute setzte sich ALBA mit einer 10:0-Serie aus Jump-Shots von McElroy, Wright und Jenkins auf 18:10 ab. Die Berliner hielten die Führung bis zur Viertelpause auf gleichem Niveau, den Schlusspunkt des Abschnitts setzte der athletische Koffi zum 15:21.
Der Franzose erzielte zum Auftakt des zweiten Viertels auch gleich die nächsten Punkte in Brettnähe und nach einem Dreier von Valters war ALBAs Vorsprung auf einen Punkt geschrumpft. Doch die Albatrosse standen gut in der Defense, gaben den Gästen nur ganz schwierige Ausstiege und zogen wieder auf 27:22 davon. Badalonas Topscorer Tucker hatte bisher gegen Jenkins überhaupt kein Land gesehen und saß mit null Punkten auf der Bank. Drei Minuten gelangen beiden Teams nun nur noch Fehlwürfe und ALBA verpasste die Chance, sich weiter abzusetzen. Kurz vor der Halbzeit war Julius Jenkins endlich wieder mit zwei Dreiern zur Stelle, aber auch sein mittlerweile wieder eingewechselter Gegenüber Tucker zeigte mit fünf schnellen Punkten, warum er zweitbester Korbjäger der spanischen ACB ist. Mit einem knappen 33:29-Vorsprung verabschiedeten sich die Hauptstädter in die Kabine.
Rashad Wright mit einer bärenstarken Vorstellung: 11 Punkte, 5 Rebounds, 3 Assists
Franch, der im Eurocup bisher noch gar keinen Punkte markierte hatte, schenkte den Berlinern gleich auch noch einen Dreier ein und als kurz darauf Bogdanovic traf, war ALBA nur noch 52:55 vorn. McElroy übernahm jetzt Verantwortung, brachte ALBA mit zwei Distanzwürfe wieder auf Abstand. Die Spannung stieg und immer noch blieb es knapp. Scharfschütze Tucker netzte wieder für Drei ein, aber die Albatrosse setzten sich über ihr Spiel ans Brett mit Golemac und Dojcin wieder auf 66:54 ab. Badalona konnte erneute verkürzen und zweieinhalb Minuten vor Schluss, war ALBA nach einem Korbleger von Tucker nur noch 68:66 vorn. Das Spiel stand auf des Messer Schneide und als Dojcin im Folgeangriff von der Dreierlinie vergab, drohten die Spanier die Partie zu kippen. Aber die ALBA-Defense stand wie ein Bollwerk und nach einem schwierigen Wurf von Joventut sicherte sich Sekulic den wichtigen Rebound. Auf der Gegenseite war es erneut Sekulic, der 60 Sekunden vor dem Ende einen vergebenen Korbleger von McElroy per Tip-in zum 70:66 einlegte. Im nächsten Angriff der Spanier eroberten die Albatrosse wieder den Ball und verwandelten im Fastbreak über McElroy zum 72:66. Die o2 World stand nun Kopf. Bei 20 Sekunden Restzeit ging Routinier Hernandez-Sonseca an die Linie und verwandelte trotz ohrenbetäubendem Pfeifkonzert beide Freiwürfe. Beide Teams nahmen noch mal eine Auszeit, aber am Ende verzichtete Badalona, das erst zwei Teamfouls hatte, auf Stop-the-Clock und die Albatrosse konnten ihren 72:68-Heimsieg feiern.
Im zweiten Spiel der Gruppe I siegte Le Mans mit 72:71 in Saloniki, das nächste Woche Dienstag in der o2 World zu Gast ist. ALBA führt die Tabelle nun ungeschlagen mit zwei Siegen an.


