Erste Heimniederlage im Eurocup - ALBA verliert knapp gegen Aris
(9.2.) ALBA BERLIN hat die Chance, mit einem Sieg gegen Aris Saloniki, einen großen Schritt Richtung Eurocup-Viertelfinale zu machen, am Dienstag Abend knapp verpasst. Vor 9.283 Zuschauern in der o2 World unterlagen die Albatrosse gegen den griechischen Traditionsclub in einer nervenaufreibenden Schlacht mit 61:65. Nun ist das Rennen um die ersten beiden Tabellenplätze in der Eurocup Last 16-Gruppe I wieder völlig offen.
Blagota Sekulic mit einer starken Vorstellung
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Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen mit wenig Punkten, wie alle Beobachter es vorhergesagt hatten. Aris musste gewinnen, um im Wettbewerb zu bleiben und dementsprechend intensiv ging es zur Sache. Vor allem in der ersten Halbzeit unterliefen den Berlinern zu viele Ballverluste, die sich am Ende rächten. Bei Aris überragten die beiden Guards Keydren Clark (20 Punkte, 3 Steals) und Aaron Miles (13 Punkte, 3 Assists) bis zur 37. Minute. Ab dann übernahmen die griechischen Veteranen Dikoudis, Hazivrettas und Kakiouzis, die in der Schlussphase ohne Fehlwurf den Sieg für Aris über die Runden brachten. Für ALBA - nach wie vor ohne den verletzten Adam Chubb - präsentierten sich Blagota Sekulic (15 Punkte, 7 Rebounds, 3 Steals), Rashad Wright (15 Punkte, 4 Assists) und Immanuel McElroy (12 Punkte, 6 Rebounds, 3 Assists) in glänzender Form, während Julius Jenkins (3 Zähler) von Saloniki fast komplett abgemeldet wurde. Nur sechs von 25 zumeist eng verteidigten Dreiern trafen die Albatrosse, Jenkins vergab alleine sechs. Auch Dragan Dojcin (3 Punkte, 3 Ballverluste) erwischte mit nur einem Treffer bei neun Würfen aus dem Feld einen rabenschwarzen Tag.
Aris begann die Partie sehr druckvoll, störte die Albatrosse schon früh im Spielaufbau und begann schnell zu doppeln. Nach zwei Ballverlusten stellten die Berliner sich etwas besser darauf ein und zogen über Drive und Dreier von Wright und Freiwürfen von Sekulic auf 10:3 davon. Saloniki konterte mit Clark und Miles und kam auf einen Zähler heran. Als Blagota Sekulic auf die Bank ging, nutzte Aris 2,17-Meter-Hüne Betts seine Großenvorteile gegen Dragan Dojcin immer wieder aus. Schnell kam Sekulic zurück ins Spiel. Er brachte sein Team bis kurz vor der Viertelpause wieder 17:14 in Front, doch Aaron Miles verkürzte mit einem Jumper aus dem Dribbling auf einen Zähler.
Cemal Nalga stand im zweiten Abschnitt zum ersten Mal auf dem Parkett und streute gleich einen verrückten Rückwärtskorbleger ein. Das Spiel war völlig offen und es ging hin und her. Einige Ballverluste unterliefen beiden Teams, vor allem ALBA verlor immer wieder im Spielaufbau das Leder. Auch von außen wollte beim Team von Luka Pavicevic nichts fallen, so dass die Griechen langsam Oberwasser gewannen und in der 17. Minute durch Clark 30:25 in Führung gingen. Die wuseligen Guards der Griechen bereiteten große Probleme. Zwar trat ihr eigentlicher Topscorer Richardson gar nicht in Erscheinung, dafür hatten aber Miles und Clark umso mehr Bälle im Berliner Korb untergebracht. Pavicevic griff zu zwei Auszeiten innerhalb von nur zwei Minuten, um sein Team wieder auf Kurs zu bringen. Das zahlte sich aus: Derrick Byars mit dem Dreier und Cemal Nalga per Hookshot sorgten für den Ausgleich und eine Auszeit von Aris-Coach Blatt. Doch die Albatrosse verloren immer noch zu häufig den Ball gegen die aggressiven Griechen und gingen mit einem 31:35 Rückstand in die Kabine.
Der Schlussabschnitt begann gut für ALBA. McElroy verwandelte nach Steal in der Verteidigung vorne im Fastbreak und schickte kurz darauf einen Dreier zum 49:49 durch die Reuse. Blagota Sekulic kassierte sein drittes Foul und Golemac sogar sein viertes. Die Berliner hatten Chancen, in Führung zu gehen, aber vor allem Julius Jenkins hatte an diesem Abend unglaubliches Pech an den Fingern. Nach einer Reihe von Fehlwürfen zogen die Griechen nach einem eigentlich gut verteidigten Dreier von Clark und Punkten von Lavovic und Miles auf 56:49 davon. Jenkins per Freiwurf und Dojcin endlich mit einem Treffer von der Dreierlinie verkürzten wieder auf drei Zähler. Kurz darauf hatte Dojcin ganz frei an der Dreierlinie den Ausgleich auf der Hand. Doch er scheiterte – vielleicht einer der Knackpunkte des Spiels. Drei Minuten waren noch zu spielen, als die Gäste nun nämlich ihre ganze Routine ausspielten und die US-Guards ihren griechischen Mitspielern das Feld überließen. Dikoudis, Hazivrettas und Kakiouzis schockten das Berliner Publikum und versenkten drei Distanzwürfe in Folge. 120 Sekunden vor Schluss wirkten die Albatrosse beim 63:54 geschlagen, doch sie mobilisierten noch einmal alle Reserven für eine beeindruckende Aufholjagd. Wright per Dreier, Sekulic per Hookshot, nochmals Wirght im Drive und McElroy am Offensiven Brett schafften es ihr Team nochmals auf 61:63 heranzukämpfen. Fünf Sekunden waren noch zu spielen und Kakiouzis ging an die Freiwurflinie. Der griechische Veteran zeigte dort aber keine Nerven, traf beide Würfe und besiegelte damit die 61:65-Heimniederlage der Albatrosse.
In zwei Wochen steht für ALBA das direkte Rückspiel in Saloniki auf dem Programm. Die Berliner haben mit 2:1 Siegen noch alle Chancen aufs Viertelfinale, müssen aber in den letzten drei Partien im Last 16 zwei mal auswärts antreten.
Gruppe I
1. ALBA BERLIN 2:1
2. Joventut Badalona 2:1
3. Aris Saloniki 1:2
4. Le Mans 1:2


