Sieg gegen Dragons ohne Jenkins zur Playoff-Qualifikation
(27.3.) Die Generalprobe für das Eurocup-Rückspiel am Mittwoch gegen Jerusalem ist geglückt: Mit 63:61 gewann ALBA BERLIN am Samstag Abend vor 10.510 Zuschauern in der o2 World einen hart umkämpften Krimi gegen die Artland Dragons. McElroy verpasste knapp ein Triple-Double.
Hollis Price (l.) und Rashad Wright lieferten sich ein hochklassiges Duell
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Vor dem Spiel gab es eine Hiobsbotschaft: Neben Jurica Golemac war auch Topscorer und Kapitän Julius Jenkins aufgrund einer Gehirnerschütterung aus dem Spiel in Jerusalem nicht im Aufgebot von Head Coach Luka Pavicevic. Aber auch die Gäste hatten einen Ausfall zu verkraften: Center Darius Hall war im Training umgeknickt. Nachdem ALBA im ersten Viertel vor allem defensiv dominiert hatte, kämpften sich die Dragons immer weiter in die Partie zurück. Am Ende kam es zum Showdown im letzten Angriff, in dem ausgerechnet Ex-Albatros Hollis Price, der vom Publikum euphorisch begrüßt worden war, den Korbleger zur Verlängerung vergab. Neben dem starken McElroy (11 Punkte, 9 Rebounds, 8 Assists) wussten bei ALBA vor allem Topscorer Rashad Wright (15 Punkte) und Derrick Byars (11) zu überzeugen. Beste Quakenbrücker waren Darren Fenn (18 Punkte, 6 Rebounds) und Nathan Peavy (11 & 5). Mit dem Sieg hat sich Berlin als erstes Team vorzeitig für die Playoffs qualifiziert.
ALBA erwischte den besseren Start als die Gäste und setzte sich gleich auf 9:0 ab. Während für die Dragons am Berliner Korb kein Durchkommen war, punkteten Sekulic, Dojcin und McElroy am anderen Brett. Nach einer frühen Auszeit von Thorsten Leibnath erzielte Bailey schließlich die ersten Zähler für die „Drachen“. ALBA stand weiterhin sehr gut in der Verteidigung, so dass den Quakenbrückern bis zur Viertelpause nur noch sechs weitere Punkte glückten (Lee, Price, Fenn). Ein Jumpshot und ein Dreier von Rashad Wright sorgten für einen 17:8 zum Viertelende.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts drehten die Dragons den Spieß um und legten ihrerseits einen 10:0-Run zum 17:18 aufs Parkett. Derrick Byars, der im ersten Viertel schnell mit zwei Fouls ausgewechselt wurde, erlöste sein Team an der Dreierlinie und holte ALBA die Führung zurück. Leider kassierte er kurz darauf sein drittes Foul und musste direkt wieder zurück auf die Bank. Quakenbrücks Nathan Peavy bereitete der Berliner Defense Probleme. Er setzte seinen athletischen Körper gut ein und traf auch von außen. Als er mit zwei Verwarnungen auf die Bank ging, hatte er Quakenbrück zuvor 21:20 in Front geschossen. Die Albatrosse suchten nun wieder konsequenter den Weg ans Brett und wurden dafür mit Freiwürfen belohnt. Chubb, McElroy und Dojcin schossen ihr Team von dort wieder mit sechs Zählern in Führung. Den letzten Korb der Halbzeit erzielte Rashad Wright aus der Halbdistanz zum 33:27. Quakenbrücks nach dem Ausfall von Hall einziger „echter“ Center Darren Fenn, der in der ersten Hälfte fast 18 Minuten spielte, hatte sein Team im Spiel gehalten.
Derrick Byars versenkte zwei wichtige Dreier im Schlussviertel
Nachdem Wright und Fenn Korbleger ausgetauscht hatten, schlug Derrick Byars zwei mal eiskalt aus der Dreidistanz zu und brachte die über 10.000 Zuschauer in der o2 World damit zum toben. Nathan Peavy beging kurz darauf sein viertes Foul und McElroy erhöhte aus der Mitteldistanz auf 61:52. Leibenath entschied sich, Peavy auf dem Feld zu lassen und das zahlte sich aus. Er traf einen Dreier mit Verteidiger im Gesicht und holte im nächsten Dragons-Angriff zwei mal den Offensivrebound für sein Team, das dann über Fenn auf 57:61 verkürzte. Die Albatrosse schafften es vorne nicht, ihr Polster zu verteidigen, so dass es in den Schlussminuten noch einmal richtig spannend wurde. Bei 1:20 Minuten Restzeit tankte sich Darren Fenn unter dem Korb durch und verkürzte auf 61:62. Im nächsten ALBA-Angriff verwarf Wright, doch auch Campbell verpasste im Gegenzug für die Dragons. Die Zeit tickte immer weiter herunter. 20 Sekunden vor Schluss attackierte Byars das Brett - und vergab. Doch der Rebound landete getippt von Sekulic, Byars und Wright in einer Gemeinschaftsproduktion bei Dojcin. Nach einer Auszeit foulte Quakenbrück Rashad Wright, der damit an die Freiwurflinie ging. 14 Sekunden standen auf der Uhr und er traf nur einen der beiden Versuche. Doch es sollte reichen. ALBA verteidigte den letzten Angriff konzentriert und ohne Foul, so dass die Dragons nur einen schwierigen Notwurf los wurden. Der verfehlte das Ziel und die Albatrosse konnten mit 63:61 einen echten Krimi-Sieg feiern.
Stimmen zum Spiel
Thorsten Leibenath (Artland Dragons):
Glückwunsch an ALBA und an Coach Pavicevic. Sie haben, auch wenn es sehr knapp war, verdient gewonnen. Sie haben die meiste Zeit über geführt, manchmal mit drei, manchmal mit acht Punkten, und das Spiel weitesgehend unter Kontrolle gehabt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, da sie nie aufgegeben hat. Vor allem defensiv und beim Rebound haben wir ein gutes Spiel gemacht. Natürlich sind wir sehr enttäuscht, da wir den letzten Angriff hatten, diesen aber nicht erfolgreich abschließen konnten. Ich wünsche ALBA ganz viel Glück für das Spiel gegen Jerusalem am Mittwoch. Auch im Artland und wohl in ganz Basketball-Deutschland werden die Daumen für diese Partie gedrückt.
Luka Pavicevic (ALBA BERLIN):
Ich danke Coach Leibenath für seine Glückwünsche. Wir haben heute ein wichtiges Spiel in einer ganzen Serie von wichtigen Spielen gewonnen. Unter der Woche sind wir bis in den nahen Osten gereist und sind von dort ohne zu Schlafen wieder zurück geflogen. Daher wollten wir in den Tagen vor dem heutigen Spiel vor allem etwas Ruhe und Erholung finden. Auch wenn es vielleicht kein schönes Spiel war - meine Mannschaft ist mir der richtigen Energie und dem richtigen Fokus aufgetreten. Wir hatten es mit einem sehr starken Gegner zu tun, der um die Playoff-Teilnahme kämpft. Das Spiel müssen wir jetzt aber sofort abhaken und uns auf Jerusalem am Mittwoch vorbereiten.


