72:59 vor ausverkaufter o2 World - ALBA im Eurocup Final 4
(31.3.) 14.500 ALBA-Fans in der o2 World feierten einen 72:59-Sieg ihres Teams im Viertelfinal-Rückspiel gegen Hapoel Jerusalem und damit den Einzug ins Eurocup Final Four. Ohne Julius Jenkins wuchsen die Albatrosse über sich hinaus und erreichten als erstes deutsches Team das Endturnier.
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Radio Eins-Spielbericht
Die Vorzeichen vor der Partie standen nicht gut, denn mit Julius Jenkins (Gehirnerschütterung) und Jurica Golemac fehlten zwei Spieler aus der ersten Fünf – und mit Jenkins auch noch der Kapitän und Topscorer der Albatrosse. Doch die Mannschaft von Luka Pavicevic präsentiert sich in diesem Do-or-die-Spiel ungemein fokussiert und zeigte großen Kampfgeist. 15/17 Freiwürfen und nur fünf Ballverluste in der ganzen Partie spiegeln dies beeindruckend wieder. Schnell erspielten sie sich vor einem tobenden Publikum den Sieben-Punkte-Vorsprung, der nach dem 61:67 in Jerusalem vergangene Woche notwendig war, und blickten nicht mehr zurück. Das Spiel hatte viele Helden, wie zum Beispiel Adam Chubb, der 10 der 17 ALBA-Punkte im vierten Viertel erzielte oder Derrick Byars, der mit 16 Punkten und 4 Rebounds für Julius Jenkins in die Bresche sprang. Vor allem aber war es der hundertprozentige Wille und Einsatz der Albatrosse – in Defensive und Offensive –, der den Unterschied machte. Brandon Hunter, der im Hinspiel mit 20 Punkten und 8 Rebounds groß aufgetrumpft hatte, wurde dieses Mal bei acht Zählern gehalten. Dies ist beispielhaft für die Ratlosigkeit der Gäste, bei denen einzig Pooh Jeter mit 19 Punkten und 4 Assists durchschlagende Mittel gegen die ALBA-Defense fand.
ALBA steht nun als erstes deutsches Team in den „Eurocup Finals“, dem Final Four Endturnier des Wettbewerbs, das am 17./18. April im spanischen Vitoria stattfindet. Dort treffen sie im Halbfinale auf das spanische Topteam Bilbao. Das Erreichen dieses Turniers ist für ALBA BERLIN der größte europäische Erfolg seit dem Gewinn des Korac Cups 1995 und ein Meilenstein für den deutschen Basketball in Europa.
Mit Punkten von Simmons und Thompson zu Beginn des zweiten Spielabschnitts machten die Gäste gleich klar, dass sie sich nicht vom ersten ALBA-Run beeindrucken hatten lassen. Lucca Staiger konterte mit einem umjubelten Dreier, doch noch einem akrobatischen Korbleger von Jeter zum 15:23 wollte ALBA-Coach Pavicevic trotzdem die Auszeit. Jerusalem war nun offensiv besser im Spiel und hatte nach einem Dreier von Simmons in der 16. Minute mit 20:26 wieder die Sechs-Punkte-Marke eingestellt. Aber die Albatrosse konterten den offensiven Aufwind der Israelis mit einem eigenem Angriffslauf. Angeführt von Immanuel McElroy, der stets mit allem was er hatte, zum Brett ging, zogen sie bis kurz vor der Pause wieder auf 36:24 davon. Die La-ola schwappte schon durchs Rund der o2 World, doch Pooh Jeter stellte mit einem Dreier und anschließend einem von zwei Freiwürfen schnell wieder klar, das hier die Messe noch längst nicht gelesen war. Philip Zwiener hatte noch einen Korbleger zur zweistelligen Halbzeitführung auf der Hand, doch der Ball sprang wieder aus dem Ring und ALBA ging mit einem 36:28 in die Kabine.
Pinkney am Brett und Jeter mit dem Dreier in der Ecke eröffneten das Schlussviertel und machten es sofort wieder knapp. Auch Simmons traf für Drei, doch ALBA hatte immer ein Antwort parat: Chubb mit dem Buzzerbeater-Korbleger und Derrick Byars mit einem Dreipunktespiel hielten dagegen. Die ALBA-Defense stand bombenfest, nur vorne schafften die Berliner es nicht, ihren Vorsprung auszubauen. Vier Minuten vor Schluss brachte Adam Chubb sein Team wieder 63:51 in Front, doch der quirlige Pooh Jeter schaffte es in den folgenden Angriff immer wieder, Fouls zu ziehen und brachte Hapoel so von der Freiwurflinie immer näher heran. Bis auf 55:63 verkürzte er, aber bei weniger als zwei Minuten Restzeit ging auch Adam Chubb an die Linie und baute den Vorsprung wieder auf 10 Punkte aus. Hunter verkürzte nochmals mit zwei Freiwürfen und bei 1:40 verbleibender Zeit fehlten Hapoel nur noch zwei Zähler zur Verlängerung. Die Spannung war kaum noch auszuhalten, aber die Albatrosse taten genau das richtige. Rashad Wright mit vier von vier Freiwürfen und Adam Chubb erneut mit einem Buzzerbeater-Korbleger ließen Hapoel nicht näher heran kommen. So konnte das großartige Publikum schon in den letzten Sekunden sein Team feiern, das als erstes deutsches Team ins Final Four des Eurocups eingezogen war.


