Den ersten von zwei Schritten für Rang zwei getan
(28.4.) Im Nachholspiel gegen die Eisbären Bremerhaven am Mittwoch Abend in der o2 World hat sich ALBA BERLIN mit einem knappen 74:73-Sieg eine gute Ausgangsposition geschaffen, um von Platz zwei in die Playoffs zu starten.
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Vor dem Spiel wurden zunächst die rund 50 ALBA-Fans gefeiert, die sich am Eurocup-Final Four-Wochenende nicht von Aschewolken und Vulkanausbrüchen stoppen ließen und mit Bus, Flugzeug und PKW nach Vitoria gereist waren. Sie durften, alle ausgestattet mit einem "Ich war dabei"-Shirt, beim Einlauf der Spieler auf dem Spielfeld Spalier stehen.
Lange taten sich die Albatrosse sehr schwer mit den Eisbären, die zwischenzeitlich bis zu neun Punkte in Führung lagen. Nachdem die Berliner anfangs Probleme mit ihren Distanzwürfen hatten, steigerten sie ihre Quote in der Schlussphase. Ein Dreier von Jenkins zum 72:63 weniger als zwei Minuten vor dem Ende schien die Entscheidung zu sein, doch aufgrund vieler vergebener Freiwürfe hatten die Eisbären sogar noch den Ausgleich auf der Hand. Dieser gelang ihnen allerdings nicht, so dass ALBA mit einem knappen aber wichtigen Sieg in den letzten Hauptrundenspieltag am Mittwoch geht. Berliner Topscorer war Rashad Wright mit 18 Punkten und 3 Rebounds, gefolgt von Adam Chubb mit einem Double Double aus 14 Punkten und 10 Rebounds. Außerdem zweistellig trafen Jenkins (13) und Sekulic (10). Die besten Akteure bei Bremerhaven waren Jeff Gibbs (17 Punkte, 8 Rebounds), Andrew Drevo (16) und Philipp Schwethelm (16).
Spielverlauf: Nach zweieinhalb Minuten wollte Eisbären-Coach Spradley schon die erste Auszeit. Sein Team hatte gegen die ALBA-Defense noch keinen Punkt erzielen können und lag durch Punkte von Sekulic und Wright 0:6 zurück. Die Berliner Verteidigung stand, offensiv war allerdings noch Sand im Getriebe. Sie gingen nachlässig mit ihren Chancen um und kassierten nach stolzen fünf Minuten prompt den 6:6-Ausgleich. Beide Teams erwachten langsam aus ihrem offensiven Dornröschenschlaf. Chubb und Gibbs tauschten unterm Korb Punkte aus, doch durch zwei Dreier von Schwethelm rissen die Bremerhavener die Führung schließlich an sich. ALBA blieb in den letzten zwei Minuten erfolglos und war zur Viertelpause nach einem 0:7-Lauf mit 15:21 hinten.
Von außen wollte nichts fallen bei den Albatrossen. Adam Chubbs starkem Auftritt am Brett war es größtenteils zu verdanken, dass die Partie eng blieb. ALBA suchte nun noch stärker den Weg zum Korb, wo Wright und Sekulic gute Ausstiege fanden. Doch Bremerhaven fand stets eine Antwort. Entweder wühlte sich Kraftpaket Jeff Gibbs unter dem Korb durch oder Drevo traf von außen. Nach zahlreichen ALBA-Fahrkarten traf Julius Jenkins drei Minuten vor der Halbzeit endlich wieder von der Dreierlinie. Sekulic legte im nächsten Angriff nach und der Gäste-Vorsprung war auf 31:29 zusammen geschmolzen. Gibbs und Drevo, die 22 der 38 Eisbären-Punkte in Durchgang eins auf sich vereinten, setzten die Norddeutschen zwar wieder auf acht Zähler ab, aber Freiwürfe von Wright und Sekulic sowie ein ganz wichtiger Dreier von Dojcin mit Ablauf der Uhr sorgten für ein knappes 35:38 zur Kabinenpause.
Nachdem Julius Jenkins direkt auf 54:55 verkürzt hatte, schafften es die Hauptstädter im Anschluss trotz mehrerer Offensivrebounds nicht, die Führung zu übernehmen. Drevo und Gibbs legten auf 59:54 vor. Bremerhaven-Center Lucas sammelte in kürzester Zeit seine Fouls Nummer vier und fünf und auch Center Lyde kassierte sein viertes. Nach einer Auszeit kam Julius Jenkins prompt mit einem Dreier stark zurück aufs Parkett und nach zwei guten Defense-Sequenzen und Freiwürfen von Byars sowie einem Fastbreak von Wright hatte ALBA wieder die Führung inne (61:59). Byars legte schön bedient von Chubb nach, doch auch Brooks traf wieder für die Gäste. Beim Stand vom 63:61 für Berlin ereignete sich eine möglicherweise entscheidende Szene. Bremerhaven lief einen vier gegen eins Fastbreak gegen Jurica Golemac, welcher mit all seiner Routine clever den Korbleger von Martin schwer machte, der daraufhin verlegte, wodurch der zurückgeeilte Chubb sich den Rebound wegfischen konnte. Sein Team legte daraufhin einen Lauf zum 68:61 hin. Drevo konterte noch mal mit Freiwürfen, doch nach Julius Jenkins Dreier zum 71:63 in der vorletzten Minute schien die Partie gelaufen. Aber aufgrund leichtfertig vergebener Freiwürfe (2/8) in der Schlussphase bekamen die Eisbären wenige Sekunden vor dem Ende sogar noch die Chance, mit einem Dreier auszugleichen. Es wurde aber nur ein Tip-in zum 73:74, der nicht mehr half, da es den Eisbären in den verbleibenden zwei Sekunden nicht mehr gelang, einen Albatros an die Freiwurflinie zu schicken.
Stimmen zum Spiel
Luka Pavicevic (ALBA)
Wir mussten in den letzten Tagen den kompletten Fokus schnell auf unser Hauptziel, den Kampf um den Meistertitel, wechseln. Dieses Spiel war dabei von großer Bedeutung. Nach zwei Niederlagen gegen Göttingen mussten wir gewinnen, um weiter um Platz zwei zu spielen. Mein Team hat heute mit großem Druck gespielt – mit dem Druck, den man immer hat, wenn man das ALBA-Trikot trägt. In der ersten Halbzeit hat Bremerhaven wirklich das Spiel kontrolliert. In Halbzeit zwei haben wir uns besser auf ihr Spiel eingestellt und irgendwann nach vielen Anläufen schließlich die Partie gedreht.
Doug Spradley (Bremerhaven)
Auf der einen Seite bin ich stolz auf meine Mannschaft, die es nicht gewohnt ist, drei Spiele in fünf Tagen zu absolvieren, und hier heute trotzdem mit viel Energie aufgetreten ist. Andererseits ist es schade, dass wir in der entscheidenden Phase einfach zu viele Fehler gemacht haben. Berlin hatte nicht den besten Tag erwischt und beide Teams haben wirklich hart um den Sieg gekämpft. Am Ende hat ALBA das Spiel gedreht und gewonnen.


