Gelungene Heimspiel-Premiere: ALBA schlägt Ludwigsburg
(17.10) Nach dem Sieg in Bonn haben die Albatrosse auch ihre Heimspielpremiere erfolgreich gestaltet. Mit 86:60 (35:29) setzte sich das Team von Luka Pavicevic vor 9.606 Zuschauern gegen Ludwigsburg durch. Topscorer wurde Tadija Dragicevic mit einem Double-Double.
Highlights ALBA - Ludwigsburg
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Ludwigsburg hatte seit 17 Jahren nicht mehr in Berlin gewonnen und das sollte sich auch heute nicht ändern: Auch wenn die Albatrosse weiterhin auf Sven Schultze (Adduktorenzerrung) verzichten mussten, ließen sie bei ihrem Liga-Heimauftakt nichts anbrennen. Spätestens nach einem 15:2-Lauf zu Beginn des Schlussviertels, zu dem der wieder überragenden Tadija Dragicevic stolze zehn Punkte beisteuerte, war die Messe in der o2 World gelesen. ALBA ist nun mit zwei klaren Siegen im Doppelspieltag erfolgreich in die Spielzeit der Beko BBL gestartet und hat jetzt bis zum Auswärtsspiel in Bayreuth am Sonntag endlich einige Tage Zeit, um zu Verschnaufen.
Herausragender ALBA-Akteur am Sonntag Abend war Tadija Dragicevic, der 23 Punkte, 10 Rebounds, 5 Assists und 2 Blocks erzielte. Er kam dadurch auf einen Effektivätsindex von 35! Yassin Idbihi und Julius Jenkins machten je 12 Zähler, während Derrick Allen 8 Punkte und 7 Rebounds erzielte. Bester Ludwigsburger war Alex Harris mit 17 Punkten. Nachdem die Albatrosse zur Halbzeit noch deutliche Defizite in der Reboundarbeit offenbart hatten, steigerten sie sich dort und konnten das Verhältnis noch auf 31:31 ausgleichen. Stolze 47% Prozent ihrer Dreier verwandelten die Hauptstädter (8/17) und vollstreckten auch im Zwei-Punkte-Bereich (59%) sowie bei den Freiwürfen (83%) hochprozentig.
Spielverlauf: Es ging munter los beim Heimauftakt der Albatrosse. ALBA ging gleich mit viel Tempo ins Spiel und setzte sich nach Fastbreaks von McElroy und Allen schnell auf 8:5 ab. Doch Ludwigsburg versteckte sich keineswegs und bleib mit harten Zügen zum Korb dran. Vor allem Rick Rickert brachte stetig Punkte aufs Scoreboard - er traf von außen genauso sicher wie unter dem Korb. Die Berliner spielten ihre Körbe oft sehr sehenswert heraus. Insbesondere Marko Marinovic begeisterte das Publikum mit spektakulären No-Look-Anspielen. Nutznießer waren meistens die Innenspieler wie Patrick Femerling, der ALBA in der 8. Minute 19:14 in Führung brachte. Auch die zwischenzeitlich von den Schwaben eingestreute Zonenverteidigung brachte die Hauptstädter nicht aus dem Rhythmus, so dass es mit einem 21:16-Vorsprung ins zweite Viertel ging. Wenn nicht gleich drei Dreier der Albatrosse (2x Jenkins, 1x Dragicevic) sich wieder aus dem Ring gedreht hätten, hätte die Führung nach dem ersten Viertel noch deutlicher ausfallen können.
ALBA stellte sich zusehends besser auf die Gäste ein, die im Angriff Probleme bekamen, gute Anspielstationen zu finden. Als Patrick Femerling und Lucca Staiger ihr Team nach zwei Minuten im zweiten Abschnitt 25:16 in Front gebracht hatten, nahm Markus Jochum direkt eine Auszeit. Die Ludwigsburger stellten wieder um auf Zonenverteidigung und erreichten dieses Mal eine Veränderung im Spielfluss der Albatrosse. Vorne fanden die Gäste zusätzlich ein Erfolgsrezept, indem sie immer wieder stark im Eins gegen Eins das Brett attackierten. ALBA hatte Probleme im Rebound und ging vorne etwas zu fahrlässig mit dem Leder um. So arbeiteten sich die Schwaben mit einem 6:0-Lauf bis kurz vor der Pause auf 29:33 heran. Im letzten Angriff besorgte Derrick Allen, schön von McELroy angespielt, noch den 35:29-Halbzeitstand.
ALBA kam mit Schwung aus der Kabine und machte mit einem 8:0-Lauf die Führung gleich wieder deutlicher. Ludwigsburg wurde korblos gehalten und vorne netzten Jenkins und McElroy die Dreier ein. Die erneut in Zonenverteidigung wechselnden Schwaben fingen sich wieder und blieben dank Alex Harris im Spiel, der sich immer wieder am ALBA-Korb durchtankte und aus der Distanz traf. Angetrieben von Offensivmotor Dragicevic und dank deutlich aggressiverer Arbeit beim Offensivrebound bauten die Berliner ihre Führung jedoch stückweise wieder aus. Ludwigsburgs Merriex verhinderte mit zwei Dreiern in Folge aber, dass ALBA sich zu sicher fühlen konnte: Es ging mit 59:48 ins Schlussviertel.
Auch wenn Alex Harris den Schlussabschnitt per spektakulärem Fastbreakdunk nach einem Fehler von Julius Jenkins eröffnete, erarbeiteten sich die Berliner schnell wieder Vorteile. Defensiv wurden die Gäste für viele Minuten komplett abgemeldet und vorne war es erneut Dragicevic, der zehn Punkte und ein Anspiel auf Marinovic (zum erfolgreichen Dreier) zu einem 15:2-Lauf beisteuerte, der die Partie endgültig entschied. Doch beim Stand von 74:52 sechs Minuten vor dem Ende hatten die Albatrosse noch lange nicht die Lust am Spielen verloren. Zur großen Freude der 9.606 Zuschauer in der o2 World kombinierten sie fröhlich weiter und schraubten den Vorsprung in immer größere Höhen. Am Schluss stand ein klarer 86:60-Erfolg zu Buche, den die Fans in der Arena noch ausgiebig feierten.
Stimmen zum Spiel
Markus Jochum (EnBW Ludwigsburg)
Bei einem Unterschied von 26 Punkten sieht man ziemlich klar, wie groß der Unterschied war. Vor allem durch unsere vielen Fehler waren wir chancenlos. 16 Ballverluste sind selbstverständlich zu viele. Wir haben auch oft falsche Entscheidungen getroffen, die ein Team wie Berlin sofort bestraft. Bis zum Ende des dritten Viertels waren wir noch im Spiel, aber dann hat sich für ALBA ausgezahlt, dass sie die ganze Zeit über besser im Spielfluss waren als wir. Unsere Würfe von außen, von denen wir zweifelsohne leben, hat uns ALBA die ganze Zeit über nicht gegeben.
Luka Pavicevic (ALBA BERLIN)
Glückwunsch an meine Spieler zu einem starken Auftritt. Aus der Euroleague-Qualifikation kommend, standen wir vor der großen Herausforderung, gleich mit einem Doppelspieltag in die Liga zu starten. Es gab viele Stimmen, die zweifelten, dass wir das Aus richtig verkraften würden. Aber mein Team hat darauf eine sehr gute Antwort gegeben und zwei starke Auftritte abgeliefert. Auch wenn es heute noch einiges zu verbessern gab, bin ich zufrieden mit dem kontinuierlichen Einsatz der Mannschaft in diesem Spiel.


