Revanche nach Maß: ALBA schlägt Hagen 108:78
(16.1.) Mit einem 108:78-Heimsieg haben sich die Albatrosse am Sonntag in der o2 World für ihre Niederlage in Hagen erfolgreich revanchiert. Unter den Augen von Bundespräsident Wulff drückten vor allem Allen (22 Punkte) und Jenkins (24) einer temporeichen Partie ihren Stempel auf.
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Seit dem ersten Playoff-Viertelfinale 2007/2008 gegen Bremerhaven (noch in der Max-Schmeling-Halle) hatten die Albatrosse nicht mehr die Hundert-Punkte-Marke geknackt. Gegen Hagen war dieses Kunststück schon zweieinhalb Minuten vor dem Ende von Bryce Taylor per Freiwurf vollbracht. Und das Ganze spielte sich auch noch vor prominenten Augen ab: Bundespräsident und Basketballfan Christian Wulff war mit seiner Familie in der o2 World zu Gast und sah, wie sich ALBA ab dem zweiten Viertel gegen die unkonventionelle Hagener Spielweise aus blitzschnellen Abschlüssen und teils verrückten Würfen immer besser zurecht fand. Konsequent wurden die Schwachstellen unter dem Korb in der Gästeverteidigung ausgenutzt. Unter dem ALBA-Korb war hingegen kein Blumentopf zu holen für die Hagener, denn die Albatrosse machten die Räume konsequent dicht. So war die Partie Mitte des dritten Viertels schon entschieden, wodurch noch Zeit für zahlreiche Showeinlagen blieb.
ALBA Topscorer wurde Julius Jenkins mit 24 Punkten, aber Mann des Spiels war der derzeit blendend aufgelegte Derrick Allen mit 22 Zählern und 7 Rebounds bei 9/12 Treffern aus dem Feld und 4/5 an der Freiwurflinie. Ebenfalls zweistellig trugen sich Immanuel McElroy (15 + 7 Rebounds) und Yassin Idbihi (16) in die Scorerliste ein. Bryce Taylor kam auf 8 Punkte und 8 Rebounds. Tadija Dragicevic stand erstmals wieder im Aufgebot, kam aber nicht über Kurzeinsätze hinaus. Auffälligster Hagener war David Bell, der verrückteste Würfe traf, mit 22 Punkten. Jacob Burtisch erzielte 16 Punkte und 5 Rebounds.
Spielverlauf: In der gut gefüllten o2 World (10.777 Zuschauer) ging es gleich munter los. Derrick Allen und Sven Schultze brachten ALBA mit Zügen zum Korb 5:2 in Führung, doch die Hagener, die wie gewohnt binnen weniger Sekunden den Ball Richtung ALBA-Korb abfeuerten, blieben mit hoher Trefferquote von Beginn an auf Tuchfühlung. Es ging rauf und runter, auch die Albatrosse suchten immer wieder den Fastbreak. Derrick Allen war unter dem Korb nicht zu stoppen, erzielte im ersten Abschnitt gleich 9 Zähler, während sich für Hagen vor allem David Bell "heiß" präsentierte. Als in der 8. Minute Berlin-Rückkehrer Heiko Schaffartzik unter großem Jubel sein Debüt in der o2 World gab, stand es schon 20:20, woraus die Berliner zur Viertelpause noch einen knappen 22:20-Vorsprung machten. Die Gäste hatten dabei fast sämtliche Punkte aus der Distanz erzielt.
Das zweite Viertel gehörte bei ALBA ganz Julius Jenkins und Derrick Allen (15 und 17 Punkte zur Halbzeit). Entweder im Zusammenspiel oder im Eins-gegen-Eins, wo die Hagener Verteidigung überhaupt kein Rezept fand, schraubten sie die Vorsprung nun immer weiter hoch. Die "Feuervögel" fanden fast ausschließlich in Person von David Bell (18 Punkte in Halbzeit eins) eine Antwort, der weiterhin schwierigste Dreier einnetzte. Doch das ALBA-Polster wuchs und wuchs. Mit einer 13:2-Serie waren die Hauptstädter zwischen der 12. und der 16. Minute auf 40:27 davongezogen. ALBA verteidigte engagiert und kam aus Ballgewinnen immer wieder ins Laufen. Als Sven Schultze es eine Minute vor der Pause im Fastbreak krachen ließ, stand es schon 48:31. Ein unnötiger 0:6-Lauf zum Abschluss machte es nach 20 Minuten jedoch mit 40:50 noch etwas knapper.
In der Halbzeit wurden zur Feier des fünfjährigen Jubiläums der ALBA Jugend die Kinder und Trainer sowie die Lehrer der Partnerschulen aufs Parkett der o2 World geholt. Ca. 700 der 1.500 Kinder des Programms positionierten sich für ein Gemeinschaftsfoto – ein beeindruckendes Bild. Zurück im Spiel machte ALBA da weiter, wo es aufgehört hatte. Mit konsequenten Zügen zum Korb setzten die Albatrosse die Hagener weiter unter Druck. In den ersten fünf Minuten des Viertels gelangen den Gästen lediglich vier Punkte, während ALBA sich über Marinovic und McElroy bis auf 63:42 absetzte. Die Berliner gewannen immer mehr Sicherheit während die Gäste schon zu Resignieren schienen. Die Partie wirkte schon entschieden, aber auf dem Feld nahm die Härte trotzdem zu. Rangeleien unter den Akteuren stachelten auch das Publikum noch einmal an. Sieben Zähler von Idibhi in Folge sowie Freiwürfe von Taylor und Staiger bescherten dem Team von Luka Pavicevic einen komfortablen 74:54-Vorsprung nach 30 Minuten.
Der ALBA-Sieg war schon ausgemachte Sache, doch die Zuschauer kamen trotzdem noch auf ihre Kosten. Nachdem Luka Pavicevic sein Team nach dem 63:81 durch Bernd Kruel nochmals in einer Auszeit eingestellt hatte, schaltete dieses wieder einen Gang hoch. McElroy und Jenkins bauten den Vorsprung immer weiter aus, so dass bald nur noch die Frage blieb, ob ALBA erstmals in der o2 World die Hundert-Punkte-Marke knacken würde. Die Albatrosse begeisterten das Publikum noch mit vielen Show-Einlagen und zwei Minuten vor Schluss stand die o2 World Kopf, als Bryce Taylor per Freiwurf das 100:68 erzielte.
Stimmen zum Spiel
Ingo Freyer (Hagen)
Glückwunsch an ALBA. Ich glaube, wir haben heute ein sehr schönes Basketball-Spiel gesehen. Wir können von hier viel mitnehmen. Gerade für meine größtenteils jungen und unerfahrenen Spieler ist es kein alltägliches Erlebnis, vor so einer Kulisse gegen so eine Mannschaft zu spielen. ALBA war heute sehr aggressiv und als wir versucht haben, genauso aggressiv zu spielen, ging es nicht gut für uns auf.
Luka Pavicevic (ALBA)
Wir haben heute ein exzellentes Spiel abgeliefert. Von Beginn an haben wir mit viel Kraft unser Spiel durchgesetzt und demonstriert, dass wir das besser Team sind. Wir haben es geschafft, dass schnelle und aggressive Spiel der Hagener zu verlangsamen – auch wenn das bei 78 kassierten Punkten komisch klingen mag. Trotzdem wollten wir natürlich beide Spiele, auch das in Hagen, gewinnen.


