ALBA verliert in Ludwigsburg nach Verlängerung mit 84:89
(12.2.) Mit 84:89 hat ALBA sein Auswärtsspiel in Ludwigsburg nach Verlängerung verloren. Das Team von Muli Katzurin kämpfte sich nach 10 Punkten Rückstand im Schlussviertel noch in die Overtime, wo es jedoch ohne Jenkins und Dragicevic (ausgefoult) das Nachsehen hatte.
KISS FM Bericht
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Die Albatrosse machen derzeit eine schwere Phase durch: Nachdem die Berliner schon am Mittwoch in Quakenbrück erst in den Schlusssekunden unterlegen waren, ging das Spiel in Ludwigsburg sogar erst in der Verlängerung verloren. Zwar gut gestartet, taten sich die Albatrosse im zweiten und dritten Viertel gegen die stark im Eins-gegen-Eins attackierenden Hausherren sehr schwer. Offensiv taten dem Team von Muli Katzurin zusätzlich die Foulprobleme vom derzeit in starker Form spielenden Julius Jenkins sehr weh. Trotzdem kämpfte sich ALBA, das ganze Spiel über in enger Manndeckung agierend, nach 10 Punkten Rückstand im vierten Viertel noch mal zurück und brachte das Spiel in die Overtime. Ohne die da bereites ausgefoulten Jenkins und Dragicevic fanden die Hauptstädter jedoch kein Mittel, Ludwigsburgs Jerry Green zu stoppen, der mit seinen cleveren Penetrationen die entscheidenden Lücken riss oder selbst traf. Er wurde für die Schwaben am Ende zum Matchwinner. ALBA ist damit in der Tabelle auf die zweit- und drittplatzierten Frankfurt und Quakenbrück, die beide jeweils parallel gewannen, zwei Punkte zurückgefallen.
Topscorer für Berlin wurde Immanuel McElroy mit 16 Punkten und 5 Rebounds. Außerdem zweistellig punkteten Derrick Allen (14 + 5 Rebounds), Julius Jenkins (12) und Bryce Taylor, der ein Double-Double aus 10 Zählern und 10 Rebounds markierte. Ludwigsburg hatte in Alex Harris (19 Punkte, 5 Rebounds), Jerry Greene (16 Zähler) Donatas Zavackas sowie John Bowler (je 10) seine stärksten und spielentscheidenden Akteure. ALBA entschied das Reboundduell zwar mit 38:34 für sich, traf aber in allen Wurfkategorien schlechter als die Gastgeber.
Spielverlauf: Nachdem Dragicevic, Jenkins und Femerling ALBA mit einem guten Start 6:4 in Führung gebracht hatten, gaben in den ersten Minuten erst mal die Hausherren den Ton an. Angeführt von Center John Bowler zogen sie mit einer 8:0-Serie auf 12:6 davon. Muli Katzurin verzichtete auf eine Auszeit, denn er sah, dass sein Team sich nun mit verbesserter Verteidigungsarbeit in die Partie zurückkämpfte. Nach einem Zweier sowie einem Dreier von Jenkins war das Spiel wieder offen. Die Albatrosse machten Ludwigsburg defensiv das Leben schwer und ging zweieinhalb Minuten vor Viertelende durch einen Steal und offenen Korbleger von McElroy wieder 16:14 in Führung. Kurz vor der Pause hatte sich die EnBW wieder 17:16 in Führung gebracht, doch eine konzentrierte Schlussminute verschaffte ALBA dank Freiwürfen von Idbihi und einem Layup von Staiger einen 20:17 Vorsprung vor dem zweiten Abschnitt.
Staiger schickte zum Auftakt der zweiten 10 Minuten gleich einen Dreier hinterher und als McElroy nach einem Steal von Allen zum 25:17 vollstreckte, schienen die Albatrosse auf einem guten Weg. Doch in einer Auszeit fand Ludwigsburg-Coach Jochum die richtigen Worte: Zurück auf dem Feld holte sein Team Punkt um Punkt auf. Sie attackierten die Albatrosse nun viel stärker im Eins-gegen-Eins, womit diese in der Verteidigung große Probleme hatten. Auch wenn Staiger nochmals für Drei einnetzte, blieben die Schwaben am Drücker. In der 15. Minute hatten der nun aufdrehende Harris und Rickert wieder auf 30:30 ausgeglichen. Bei ALBA lief vorne nichts mehr zusammen. Fehlwurf um Fehlwurf führten dazu, dass das Team von Muli Katzurin bis zur Halbzeit noch 34:40 in Rückstand geriet. Julius Jenkins hatte obendrein kurz vor dem Ende auch noch sein drittes Foul kassiert – immerhin galt das auch für Ludwigsburgs Leistungsträger Donatas Zavackas.
Die Albatrosse starteten katastrophal in die zweite Halbzeit. Zwei Ballverluste und ein Fehlwurf in Folge bestraften Green und zwei mal Bowler auf dem Fuß mit sechs Punkten zu einer 46:34 EnBW-Führung. Nach einer notgedrungen frühen Auszeit von Muli Katzurin traf Jenkins endlich wieder von der Dreierlinie für ALBA, doch Ludwigsburgs Harris hielte prompt aus der gleichen Distanz dagegen.
Idbihi brachte sein Team mit viel Einsatz am Brett wieder auf 41:49 heran, doch das Pech blieb ALBA treu. Julius Jenkins beging ein Offensivfoul (sein viertes persönliches) und musste wieder auf die Bank. Kurz drauf unterlief Lucca Staiger nachdem er geblockt worden war auch noch ein unsportliches Foul, so dass die Gastgeber wieder auf 51:41 vorlegten. Marko Marinovic übernahm in der Offensive Verantwortung hatte sein Team mit Dreier zwei Minuten vor Viertelende wieder auf 48:53 heran gebracht. Aber erneut hatten die Hausherren die richtige Antwort: Green für Drei und Siim-Sander aus der Halbdistanz stellten das 10-Punkte-Polster wieder her. Marinovic und Rickert tauschen je zwei Punkte aus, so dass es mit der gleichen Differenz (50:60) in Schlussviertel ging.
ALBA ging mit Foulproblemen in die letzten zehn Minuten: Jenkins und Staiger saßen mit jeweils vier Vergehen auf der Bank. Bei Ludwigsburg war es kurz drauf aber auch Rick Rickert, der sich sein viertes Foul einhandelt. Die Albatrosse machten Druck und hatten mit starker Defense und einem 8:0-Lauf (Korbleger Allen und Dreier von Dragicevic und McElroy) in der 26. Minute wieder ausgeglichen. Es begann eine hochspannende Schlussphase. Lange ging es hin und her. Bailey brachte die Gastgeber wieder in Führung, doch der aufs Feld zurückgekehrte Jenkins glich gleich wieder aus, holte in der Defense einen Ballgewine und ermöglichte Bryce Taylor damit, das 72:70 zu erzielen. Unglücklicherweise holte er sich am Anschluss sein fünftes Foul ab – die Partie war für ihn beendet. Anderthalb Minuten vor dem Ende traf Zavackas zu allem Überfluss einen Dreipunktewurf mit Foul und verwandelte auch den Bonusfreiwurf – 74:72 Ludwigsburg. Dragicevic, der dabei ebenfalls sein fünftes Foul begangen hatte, musste nun auch noch auf der Bank Platz nehmen. Als Bailey 35 Sekunden vor Schluss mit einem Freiwurf auf 77:74 erhöhte, schien die Partie schon fast gelaufen. Doch die Berliner gaben nicht auf. Erst traf Allen für ALBA und dann – nachdem Zavackas nur einen Freiwurf verwandelt hatte – Bryce Taylor 16 Sekunden vor dem Ende per Dunk zum 78:78. Es ging in die Verlängerung.
Ohne Jenkins und Dragicevic stark gehandicapt startete ALBA in die Overtime. Zwar kassierte nun auch Bowler sein fünftes Foul, doch der starke Harris brachte Ludwigsburg mit vier sicher verwandelten Freiwürfen schnell 84:80 in Front. Allen und McElroy (1/2 Freiwürfe) verkürzten nochmals auf einen Zähler, aber es reichte nicht zur Führung, da Green wieder konterte. Zwar brachte Marinovic sein Team bei anderthalb Minuten Restzeit nochmals auf einen Zähler heran, doch nach einer guten Verteidigungssequenz und einem Fehlwurf der EnBW gelang es den Berliner nicht, sich den Rebound zu sichern. Das war eine Minute vor dem Ende ein kritischer Moment, denn Green nutze den Rebound, um aus der Halbdistanz das 87:84 herzustellen. Lucca Staiger versuchte noch zwei mal per Dreier auszugleichen, doch beide Versuche verfehlten ihr Ziel, so dass Rickert mit zwei Freiwürfen den Sack für Ludwigsburg zu machte.


