In der Defense nicht auf der Höhe / Oldenburg gelingt 1:2-Anschluss
(7.5.) Die Albatrosse haben am Samstag in der o2 World gegen Oldenburg 86:99 verloren und damit den Einzug ins Playoff-Halbfinale vorerst verpasst. Defensiv zu nachlässig gaben sie eine trotzdem lange enge Partie in den letzten Minuten endgültig aus der Hand.
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35 Minuten lang gestaltete sich das dritte Viertelfinale vor 10.733 Zuschauern eng, zwischenzeitlich lagen die Albatrosse sogar schon mit neun Punkten vorne. Doch ein 14:0-Lauf der Gäste zwischen der 37. und 39. Minute kippte die Partie endgültig und brachte die Entscheidung zugunsten der Niedersachsen. ALBA agierte vor allem in Halbzeit zwei unkonzentriert in der Defense und im Angriff schwach aus der Distanz, während die EWE Baskets trotz Foultrouble am Ende die besseren Entscheidungen trafen. Nur vier von 23 Dreierversuchen (17%) beförderten die Albatrosse in Ziel, verloren das Reboundduell 34:39 und leisteten sich 15 Ballverluste. Nun reist das ALBA-Team noch Oldenburg, wo sich am Dienstag (20:45 Uhr) die erneute Chance zum Sprung ins Halbfinale bietet. Der Fanclub ALBA-TROSS bietet zu diesem wichtigen Spiel erneut eine Busreise an. Zur Anmeldung >>
ALBAs Topscorer war Julius Jenkins mit 19 Zählern, der in diesem Spiel die Marke von 4000 ALBA-Punkten durchbrach. Außerdem zweistellig scorten Tadija Dragicevic (12), Miroslav Raduljica (11 + 6 Rebounds) und Yassin Idbihi (11). Bryce Taylor erzielte neun Punkte und acht Rebounds. Bei Oldenburg explodierte der vorher eher unauffällige Eddie Gill für 27 Punkte, 8 Rebounds, 4 Assists und 3 Steals (Effektivitätsindex 33). Ebenfalls überragenden spielten Rickey Paulding (24) und Mindaugas Lukauskis (19) auf, die mit Gill auch die Hauptdarsteller in Oldenburgs 14:0-Serie in der Schlussphase waren.
Spielverlauf: In der Anfangsphase setzten die „Big Men“ die Aktzente. Vor allem Miroslav Raduljica, der sieben der ersten neun ALBA-Punkte erzielte, aber auch Oldenburgs Aaron Baynes, wurden immer wieder von ihren Kollegen gesucht. ALBA zog schnell auf 9:5 davon und ließ sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als die Oldenburger auf Zonenverteidigung umstellten. Gill hielt die Baskets mit einem wichtigen Dreier auf Tuchfühlung, aber als Idbihi wenig später das 20:12 markierte, wollte Predrag Krunic die erste Auszeit. ALBA attackierte weiter erfolgreich das Brett, doch die Gäste taten es ihnen gleich und ließen sich nicht abschütteln. So nahmen die Albatrosse einen 27:23-Vorsprung mit in den nächsten Spielabschnitt.
Schon in den letzten Minuten vor der Viertelpause hatten die Berliner ihre Konzentration verloren und das setzte sich fort. Nach 120 Sekunden im zweiten Abschnitt hatte Eddie Gill zum 29:29 ausgeglichen und Muli Katzurin beorderte sein Team verärgert zur Auszeit. Ein technisches Foul von Krunic nutzte Julius Jenkins mit zwei Freiwürfen und einem Dreier, um sein Team wieder mit fünf in Führung zu bringen, doch es blieb eng. Der bisher in der Serie unauffällige Eddie Gill steigerte sich immer weiter und verkürzte mit seinem bereits zehnten Punkt in diesem Viertel (19 zur Pause) wieder auf 35:36. Nach fünf Minuten hatten beide Teams schon fünf Teamfouls erreicht, so dass bis zur Halbzeit noch reichlich Freiwürfe ausgeführt wurden. Im Gegensatz zu den Albatrossen nutzten die Oldenburger diese nicht sehr konsequent, so dass das Team von Muli Katzurin, obwohl es nun reihenweise Fahrkarten gegen die Zonendefense warf, eine knappe Führung behaupten konnte. Dank eines Mitteldistanz-Buzzers von Derrick Allen nahmen die Berliner trotz durchwachsener Leistung sogar ein 51:46 mit in die Kabine. Angesichts 28 Freiwürfen (!) im zweiten Viertel war auch die Foulbelastung hoch: Schaffartzik, Raduljica und Taylor hatten schon drei Verwarnungen kassiert.
Nach dem Seitenwechsel stieg die Härte auf dem Parkett gleich spürbar. Gill und Paulding brachten Oldenburg schnell auf einen Zähler heran, aber die Albatrosse steigerten sich in der Defense und setzten sich über Jenkins, Rochestie und Idbihi wieder bis auf 61:56 ab. Doch dann lief es offensiv erstmal gar nicht mehr rund für ALBA. Zahlreiche Fehlwürfe nutzten die Gäste, um sich mit einem 9:0-Run 65:63 in Führung zu bringen. Schaffartzik glich mit zwei Freiwürfen aus, doch seine Mannschaft tat sich weiter schwer. Aus der Distanz wollte einfach nicht viel gelingen und auch im Passpiel fehlte oft die Genauigkeit. Als Eddie Gill kurz vor der Pause sein viertes Foul kassierte, kam noch ein technischiches Foul wegen der Beschwerden der Oldenburger Bank dazu, woraus Heiko Schaffartzik mit drei von vier Versuchen den 70:67-Viertelendstand herstellte.
Auch im Schlussabschnitt blieb es lange knapp. Oldenburg kämpfte sich Stück für Stück heran und war nach einem Dreier von Paulding wieder 77:75 in Front. Es hagelte nun vierte Fouls: Bei ALBA Idbihi und auf Oldenburger Seite Lukauskis und Stevic erhielten ihre vierte Verwarnung. Für Stevic war kurz danach sogar Schluss, aber die Gäste behielten weiter leicht die Nase vorn. Die Albatrosse leisteten sich immer noch zu viele Ballverluste, verteidigten nachlässig und lagen nach einem Freiwurf von Baynes vier Minuten vor dem Ende mit vier Zählern zurück. Derrick Allen gelang zwar noch einmal der viel umjubelte 80:80-Ausgleich, doch die Baskets ließen sich nicht mehr beirren. Mit mehreren Ballgewinnen und Punkten von Paulding, Lukauskis und Gill zogen sie eine Minute vor Schluss vorentscheidend auf 90:80 davon. ALBA versuchte es weiter ohne Erfolg von der Dreierlinie und musste die Niedersachsen foulen, um die Zeit anzuhalten. Es half alles nichts mehr, Oldenburg gewann ungefährdet mit 99:86.
Stimmen zum Spiel
Predrag Krunic (Oldenburg)
Wir haben heute sehr, sehr gut gespielt. Es ist nicht einfach, hier zu gewinnen. Wir waren sowohl in der Offensive als auch in der Defense sehr konzentriert, haben sehr gut getroffen und besser gereboundet als im letzten Spiel. Das waren wahrscheinlich die entscheidenden Faktoren.
Muli Katzurin (ALBA)
Was soll man nach so einem Spiel sagen? Wir haben nicht verteidigt heute und auch sonst nicht wie üblich gespielt. Ohne Defense kann man in den Playoffs nicht gewinnen. Selbst in der noch gewonnenen ersten Halbzeit haben wir schon 46 Punkte zugelassen, aber in der zweiten war es noch schlimmer. So hat man keine Chance auf den Sieg. Wir führen aber immer noch 2:1 und fahren jetzt nach Oldenburg, um die Serie zu gewinnen.


