Achteinhalb Minuten ohne Punkt im 4. Viertel kosten den Sieg
(21.5.) Durch eine 72:80-Niederlage im 2. Halbfinalspiel gegen Frankfurt hat ALBA am Samstag in der o2 World den 1:1-Ausgleich in der Serie kassiert. Mit elf Punkten Vorsprung waren die Albatrosse ins letzte Viertel gegangen, erzielten dort aber achteinhalb Minuten lang keinen Korb.
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Drei Viertel lang zeigten die Berliner in der extrem hart umkämpften Partie eine starke Vorstellung und wirkten nach dem 67:56 nach 30 Minuten auf dem Weg Richtung 2:0. Doch ein völliger offensiver Blackout, der achteinhalb Minuten dauerte und in dem das Team von Muli Katzurin nicht einen Punkt zustande brachte, ließ die Partie unerwartet kippen. Die Albatrosse verloren das Schlussviertel gegen die nie aufgebenen Skyliners mit 5:24. Nun steht es wieder 1:1 und am Mittwoch in Frankfurt geht es mit dem dritten Spiel weiter. Durch das Ergebnis ist auch klar, dass es unabhängig vom Ausgang des dritten Halbfinales am Sonntag (29.5.) in der o2 World um 18 Uhr zu einem erneuten Heimspiel kommt. Tickets >> Zum Spiel in Frankfurt wird wieder eine Busfahrt angeboten.
Auch 17 Punkte vom wieder sehr starken Yassin Idbihi und je 13 von Jenkins und Rochestie verhinderten die Niederlage nicht. Die drei scorten zweistellig, aber auch Allen (9) und McElroy (8) waren nah dran. ALBA verlor das Reboundduell 31:33 und beging zu viele Ballverluste (18, Frankfurt 11). Nur 2 von 12 Dreierversuchen der Albatrosse fanden ihr Ziel, bei Frankfurt immmerhin 6 von 23. Den Berlinern gelang es dieses Mal nicht so effektiv, DaShaun Wood (23 Punkte, 9 Assists) zu stören. Dieser bekam dazu tatkräftige Unterstützung von Powell (17) und McKinney (14).
Spielverlauf: Die Albatrosse legten einen Blitzstart aufs Parkett. Mit schnellen Abschlüssen aus Ballgewinnen in der Defense gingen sie gleich 8:0 in Führung. Powell besorgte schließlich die ersten Skyliners-Punkte per Dunk, doch ALBA blieb am Drücker und setzte sich über Allen und McElroy auf 15:4 ab. Frankfurt kam langsam über mehr Härte in die Partie und kämpfte sich vor allem mit Punkten von Powell Stück für Stück heran. Die harte Gangart der Gäste führte dazu, dass ALBA in den letzten vier Minuten des Viertels fast nur noch von der Freiwurflinie punktete, wo Raduljica einige Zähler liegen ließ. Trotzdem bewahrten sich die Berliner einen 24:18-Vorsprung zum Ende des Viertels. DaShaun Wood war noch gar nicht in Erscheinung getreten und hatte nicht einen Punkt erzielt.
Den Blitzstart zum Viertelbeginn lieferten nun die Gäste ab. Genaugenommen Jimmy McKinney, der drei teils schwierige Würfe traf und seinem Team mit einem 7:0-Run eine 25:24-Führung verschaffte. McElroy eroberte mit einem Dreier den Vorsprung zurück, bis Muurinen kurz darauf wieder ausglich. Danach ließ sich Shepherd zu einem unsportlichen Foul an Idbihi hinreißen, woraufhin die Albatrosse einen 7:0-Lauf zum 34:27 starteten. Der wieder genesene Julius Jenkins stellte die Frankfurter Defense vor Probleme und brachte die Führung mit zwei Freiwürfen wieder in den zweistelligen Bereich (41:31). In der 17. Minute erzielte auch Wood, der nach einem rüden Foul an Rochestie bei jedem Ballkontakt gellend vom Publikum ausgepfiffen wurde, seine beiden ersten Punkte an der Freiwurflinie. Wood begann nun zu scoren und brachte seine Farben kurz vor der Halbzeit wieder auf sechs Zähler heran. Doch den Schlusspunkt setze Taylor Rochestie, der den Albatrossen per Layup eine 46:38-Pausenführung bescherte.
Auch wenn ALBA über Rochestie zurück aus der Kabine wieder mit zehn Punkten in Front ging, stellte sich alles andere als ein beruhigendes Gefühl ein. Frankfurt blieb brandgefährlich und bestrafte jeden Fehler sofort. Immer wieder kamen sie auf vier Punkte heran, doch die Berliner fanden stets eine Antwort. Die Foulprobleme wuchsen: Bei ALBA war es Bryce Taylor mit vieren, bei Frankfurt Nolte ebenfalls mit vier und Muurinen mit drei. Wenig später erhielt Wood ein längst überfälliges unsportliches Foul, nachdem er Julius Jenkins umgerempelt hatte, woraufhin sich die Berliner mit Freiwürfen auf 63:50 absetzten. Ein paar Unkonzentriertheiten beim Rebound nutzten die Hessen jedoch sofort wieder aus, um eine Minute vor der Pause bis auf 56:63 zu verkürzen. Doch vier unbeantwortete Punkte vom bärenstarken Idbihi brachten ALBA nach 30 Minuten wieder 67:56 in Führung.
Im Schlussabschnitt gerieten die Hauptstädter plötzlich völlig aus dem Rhythmus und brachten offensiv gar nichts mehr zu Stande. Wood bestrafte das mit sechs schnellen Zählern, allesamt Korbleger, zum 67:62, was Muli Katzurin ärgerlich eine Auszeit nehmen ließ. Doch es half nichts. Vorne wollte kein Ball mehr reingehen, geschlagene achteinhalb Minuten blieb ALBA ohne Korberfolg. Zwar verteidigten sie weiterhin mit voller Intensität, aber ganz langsam arbeiteten sich die Skyliners heran. Nach Dreiern von McKinney und Powell lagen sie wieder 70:67 vorn und erhöhten über Wood und Robertson anderthalb Minuten vor Schluss auf 73:63. ALBA hatte immer noch nicht gepunktet in diesem Viertel, bis bei 1:22 Restzeit Derrick Allen endlich einen Freiwurf verwandelte. Doch es kam zu spät, Yassin Idbihi probierte noch einmal alles, aber Frankfurt ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und brachte den Sieg in den letzten Sekunden ungefährdet über die Runden. ALBA hatte des Viertel mit 5:24 verloren und zu Beginn einen 0:17-Lauf kassiert.
Stimmen zum Spiel
Gordon Herbert (Frankfurt)
Ich bin stolz auf meine Spieler, die das ganze Spiel zurück gelegen und nie aufgegeben haben. Wie ich schon nach dem ersten Halbfinale gesagt habe: Es ist wie ein Tennismatch und dies ist nur der zweite Satz. Jetzt steht es 1:1.
Muli Katzurin (ALBA)Glückwunsch an Frankfurt, das den Sieg heute mehr wollte als wir. Sie haben uns beim Rebound sehr weh getan und trotz Rückstands die ganze Zeit weiter gekämpft. In einer Phase hätten wir auf 20 Punkten davon ziehen müssen, aber mein Team fühlte sich mit seinem 12-Punkte-Vorsprung zu sicher. Dann haben wir viele schlechte Entscheidungen getroffen und zu oft den Ball verloren. Wir hatten es heute so nicht verdient, zu gewinnen.


