Erste Chance aufs Finale verpasst
(29.5.) Die Serie hat Bestand: Auch im vierten Halbfinalspiel von ALBA gegen Frankfurt setzte sich das Auswärtsteam durch. Mit einem 83:74 haben die Skyliners die Playoff-Serie am Sonntag Abend vor 13.455 Zuschauern in der o2 World zum 2:2 ausgeglichen.
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Nach einem kompletten Fehlstart im ersten Viertel, in dem es erst 0:16 und später 9:29 hieß, lastete gleich von Beginn an ein große Hypothek auf den Albatrossen in diesem wichtigen Spiel. Zwar kämpfte sich das Team von Muli Katzurin unter den Augen von Bürgermeister Wowereit in den ersten sechs Minuten nach der Halbzeit mit einem tollen Lauf wieder bis auf einen Zähler heran, doch dann fanden die Gäste ihre Stärke wieder und ALBA verzettelte sich in unglückliche Entscheidungen und traf seine Würfe nicht mehr. „Frankfurt wollte den Sieg mehr.“, sagte ALBA-Coach Katzurin nach der Partie. Damit haben die Skyliners ein fünftes, alles entscheidendes Spiel erzwungen, das am Donnerstag um 19:30 Uhr in der Frankfurter Ballsporthalle stattfindet. Die dazu organisierte Fanfahrt wird von der ALBA Group unterstützt. Mehr Infos dazu am Montag hier auf der Homepage.
Am meisten gegen die Niederlage stemmte sich Julius Jenkins, der vor allem im dritten Viertel viele gelungene Aktionen hatte und am Ende mit 19 Punkten Berliner Topscorer wurde. Neben ihm punkteten nur noch Derrick Allen (11) und Bryce Taylor (11 + 6 Rebounds und 3 Assists) zweistellig. Vor allem unter dem Korb kam ALBA nicht mit der Härte der Skyliners zurecht – auch Yassin Idbihi (4 Punkte, 7 Rebounds) konnte nicht voll an seine letzten Leistungen anknüpfen. Nur 26% der ALBA-Dreier fanden ihr Ziel (Frankfurt 43%), doch größtes Manko blieb das Reboundduell, welches die Berliner 28:38 verloren. Frankfurts überragender Spieler war einmal mehr DaShaun Wood, der vor allem in der ersten Halbzeit nicht zu bremsen war und am Ende 30 Punkte, 7 Rebounds und 3 Assists markierte. Neben ihm trumpfte Roger Powell auf (22 Punkte, 5 Rebounds), der sein Team im letzten Viertel mit wichtigen Würfen auf der Siegerstraße hielt.
Spielverlauf: Den Albatrossen unterlief ein kompletter Fehlstart. Unkonzentriert kassierten sie gleich in der ersten Minute sieben Punkte und lagen nach einigen Fehlwürfen nach drei Minuten schon 0:11 zurück. Auch eine schnelle Auszeit von Katzurin nützte nichts: Nach Punkten von de Mello und Wood zogen die Skyliners auf 16:0 davon! Julius Jenkins markierte schließlich den ersten ALBA-Punkt von der Freiwurflinie – da lief bereits die fünfte Minute. Die Gäste verteidigten deutlich aggressiver, reboundeten konsequenter und setzten sich immer weiter ab. 24:3 führten sie schon, bis ALBA über Raduljica am Brett endlich offensiv etwas besser ins Spiel fand. Ein kaum zu stoppender DaShaun Wood sorgte aber dafür, dass die Berliner trotzdem kaum näher heran kamen. Zum Viertelende stand es sage und schreibe 9:29.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts verteidigten die Albatrosse immer besser, sammelten aber nicht konsequent genug die Rebounds ein. Trotzdem starteten sie mit einem 6:0-Lauf zum 15:29. Aber Frankfurt zeigte sich extrem treffsicher von außen und nutzte jede freie Gelegenheit sofort. ALBA kämpfte sich mit kurzen Läufen immer wieder auf 14 Zähler heran, doch stets hatten die Gäste, zumeist von der Dreipunktelinie, eine Antwort parat. Eigentlich waren es fast allein Powell und Wood, die ihr Team auf 20 Punkte Distanz hielten. Angepeitscht vom tollen Publikum in der o2 World gelang es Bryce Taylor immerhin noch, zur Halbzeit bis auf 33:49 zu verkürzen. DaShaun Wood hatte in Halbzeit eins 22 Punkte erzielt.
Die Albatrosse kamen wie verwandelt aus der Kabine: Mit voller Intensität legten sie los und begannen gleich den Rückstand abzuknabbern. Frankfurt gelang offensiv gar nichts mehr gegen die ALBA-Defense und vorne kamen die Hauptstädter über Julius Jenkins immer weiter heran. Nach einem Dreipunktespiel von Bryce Taylor explodierte die o2 World förmlich und es stand nur noch 48:49. Das Spiel war wieder offen. Die Führung kippte aber nicht, denn Powell setzte sich nach fünfeinhalb Minuten erstmalig wieder für die Gäste am Brett durch und auch Wood war schließlich wieder aus der Distanz erfolgreich. Bei den Skyliners wuchsen die Foulprobleme: Jimmy McKinney und Chris Moss hatten mittlerweile jeweils ihr viertes Foul kassiert. Doch als sich bei den Berlinern wieder einige Unkonzentrierheiten einschlichen, schlugen die Hessen sofort zurück und waren nach Korblegern von Muurinen wieder 61:52 vorn. ALBA hatte seinen Rhythmus wieder verloren, so dass es mit der gleichen Differenz beim Stand von 56:65 ins Schlussviertel ging.
Zu Beginn der letzten zehn Minuten waren es die Skyliners, die wieder anzogen. Mit zwei Dreiern erhöhten sie schnell auf 71:59 und hielten ALBA auch danach auf Distanz. Das hatten sie vor allem Roger Powell zu verdanken, der im Eins-gegen-Eins auch die schwierigsten Würfe einnetzte. Derrick Allen ließ mit einem Dreipunktespiel zum 64:75 ein letztes Mal Hoffnung aufkommen, doch Wood antwortete ganz trocken mit einem viel zu freien Dreier zur erneuten 14-Punkte-Führung. Die Albatrosse versuchten es weiter, setzten nun aber auch freie Würfe daneben, so dass aller Einsatz in der Verteidigung nichts mehr nützten. Die Gäste brachten ihren Vorsprung sicher über die Zeit und erzwangen damit ein fünftes Spiel in Frankfurt.
Stimmen zum Spiel
Gordon Herbert (Frankfurt)
Viele hatten uns nach dem dritten Spiel schon aufgegeben, aber wir haben immer an uns geglaubt. Wir hatten einen großartigen Start heute und haben bis auf fünf bis sechs Minuten nach der Halbzeit sehr guten Basketball gespielt. Es ist eine verrückte Serie. Noch nicht einmal hat das Heimteam gewonnen.
Muli Katzurin (ALBA)
Wir haben ein seltsames Spiel erlebt. In so einer wichtigen Partie im ersten Viertel mit 20 Punkten zurückzuliegen, ist schwer zu verstehen. Im dritten Viertel sind wir noch mal zurückgekommen, aber als wir dann nicht gepunktet haben, ist uns das Spiel wieder aus den Händen geglitten. Frankfurt hat heute verdient gewonnen, weil sie den Sieg mehr wollten und über das ganze Spiel mehr gekämpft haben als wir.


