Ausverkaufte o2 World feiert Sieg gegen Meister Bamberg
(20.11.) ALBA hat am Sonntag das große Duell gegen die bis dahin ungeschlagenen Brose Baskets 87:81 gewonnen. Es war das Spitzenspiel, was sich alle erwartet hatten. Lange im Rückstand, drehten die Albatrosse im Schlussviertel (23:8) eine spektakuläre Partie.
Bericht - Statistik - Highlights - o2 World TV - BM Fantalk - Pressekonferenz
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Das Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen hatte im Vorfeld mächtige Wellen geschlagen und das Spiel wurde dem Vorgeplänkel gerecht. 14.500 Zuschauer sahen eine von Beginn an hochklassige und intensive Partie mit zahlreichen spektakulären Highlights. Drei Viertel lang schienen die Bamberger ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden und konterten ALBAs Aufholversuche immer souverän. Im dritten Abschnitt lagen die Berliner schon mit 12 Zählern hinten, gaben aber nie auf und kämpften sich im letzten Viertel noch mal zurück in die Partie. Aus einer starken Verteidigung heraus (acht Bamberger Punkte im Schlussabschnitt) drehten die Albatrosse das fast schon verlorene Spiel und sorgten so für Bambergs erste Niederlage in der Beko BBL. Gleichzeitig feierte das Team von Gordon Herbert begleitet von La-Ola-Wellen in der o2 World seinen sechsten Sieg in Serie in Bundesliga und Eurocup.
Derrick Allen (20 Punkte, 6 Rebounds), Dashaun Wood (17 Punkte, 8 Assists, 5 Rebounds), Yassin Idbihi (12 Punkte, 7 Rebounds) und Heiko Schaffartzik (11 Punkte) punkteten zweistellig für ALBA und waren allesamt maßgeblich an ALBAs entscheidendem 11:0-Lauf im Schlussviertel beteiligt. Die Berliner arbeiteten stark beim Rebound (36:28) und leisteten sich nach der Halbzeit nur noch einen Turnover (insg. 9). Die Brose Baskets hingegen glänzten mit fast 50% Trefferquote an der Dreierlinie (9/19). Bambergs Topscorer wurde Brian Roberts, Ex-Albatros erzielte im zweiten Viertel alle seine 11 Punkte, trat danach aber kaum noch in Erscheinung.
Spielverlauf: Es ging gleich intensiv zur Sache in der o2 World. Bamberg fand über Slaughter gute Ausstiege, auf ALBA-Seite war es sein Gegenspieler Torin Francis, der hart am offensiven Brett arbeitete und nach drei Minuten zur 8:3-Führung traf. Beide Teams schenkten sich nichts in der Verteidigung. Bamberg konterte ALBAs Anfangsoffensive mit einen 9:0-ÖLauf und ging seinerseits 12:8 in Front. Die Albatrosse, die die Brose Baskets schon in der eigenen Hälfte unter Druck setzten, blieben dran und hielten die Partie offen. Die Schlussphase des Viertels war von vielen Fouls und Freiwürfen geprägt. ALBA ließ einige Punkte liegen und lag so nach 10 Minuten 19:24 hinten.
Bamberg kam besser ins zweite Viertel, fing nun an, Dreier um Dreier zu treffen. Vier erfolgreiche Versuche in Folge (einer sogar mit Brett) bedeuteten die erste zweistellige Führung der Gäste. Die Berliner attackierten nach wie vor vornehmlich das Brett, wo es Marco Simonovic gleich zweimal mächtig krachen ließ. Doch die Brose Baskets hörten nicht auf, Dreierpunktewürfe zu treffen. Vor allem Ex-Albatros Julius Jenkins netzte immer wieder von außen ein. Die Albatrosse ließen sich aber nicht abschütteln. Dashaun Wood drehte jetzt auf und zog immer wieder pfeilschnell zum Korb, wo er erfolgreich abschloss oder auf seine großen Mitspieler ablegte. Die Franken bewahrten sich trotzdem ihren Vorsprung, mit 41:48 ging es in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel brachte Bamberg seine Führung schnell wieder in den zweistelligen Bereich. Bei ALBA wollte von außen immer noch nicht viel fallen und die Gäste setzten sich bis auf 58:46 ab. Aber die Hauptstädter kämpften sich wieder ran. In einer turbulenten Phase, in der kaum zu sehende Suput ein Offensivfoul und ein technisches kassierte, verkürzten die Albatrosse angeführt von Dashaun Wood auf 60:62. Die ausverkaufte o2 World war nun ein Tollhaus, die Fans peitschten ihr Team nach vorne. Aber die Wende gelang den Berlinern nicht, Gavel konterte mit einem wichtigen Dreier und die Franken setzten sich schnell wieder ab. Kurz vor der Pause verkürzte Heiko Schaffartzik mit zwei Freiwürfen noch mal auf sechs Zähler, doch Brian Roberts mit einem seiner typischen Buzzerdreier machte doch wieder ein 73:64 für sein Team daraus.
Zu Beginn des Schlussabschnitts überraschte Gordon Herbert die Franken mit einer Zonenverteidigung, die prompt zu fünf schnellen ALBA-Punkten und dem 69:73-Anschluss führte. Auch eine Auszeit von Chris Fleming half nicht, die Albatrosse kamen immer weiter heran. Mit einer tobenden o2 World im Rücken erzielte Idbihi in der 33. Minute den 75:75 Ausgleich. ALBA verteidigte immer härter und Bamberg verlor zusehends seine Linie. Mit unnachahmlichen Zug zum Korb markierte Dashaun Wood die erste Führung seit langem für sein Team, die Derrick Allen mit fünf wichtigen Punkten vier Minuten vor dem Ende auf 82:75 ausbaute. Bamberg spielte jetzt vorne nur noch über Roberts, der mächtie unter Druck gesetzt wurde und immer müder zu werden schien. Nach dem 85:78 durch Heiko Schaffartzik zwei Minuten vor dem Ende warf Roberts einen Airball von der Dreierlinie – ab da hatte eigentlich keiner mehr Zweifel am Berliner Sieg. Die La-Ola schwappte durch die o2 World und ALBA brachte seinen Vorsprung ungefährdet über die Zeit.
Stimmen zum Spiel
Chris Fleming (Bamberg):
Glückwunsch an ALBA. Sie haben sich zurück gekämpft und sich im vierten Viertel ihren Sieg erarbeitet. Der Knackpunkt im Spiel war für mich das Offensivfoul und anschließende technische von Predrag Suput im dritten Viertel. Danach haben wir unsere Disziplin verloren. Wir haben nur acht Punkte im letzten Viertel gemacht, weil ALBA sehr aggressiv war, aber auch, weil es bei uns an richtiger Durchführung und Organisation gefehlt hat. Das hat uns den Sieg gekostet. Aus dieser Erfahrung müssen wir lernen.
Gordon Herbert (ALBA):
Wir haben eine sehr, sehr gute Basketballmannschaft geschlagen. Bamberg hat die Liga bisher dominiert und Donnerstag gegen Panathinaikos gewonnen. Wir haben großen Respekt vor Bamberg und der Arbeit von Chris Fleming. Heute haben wir sehr viel Herz gezeigt und nie aufgegeben. Über 30 Minuten lang lagen wir zurück und haben uns trotzdem zurückgekämpft. Unsere Bankspieler haben am Anfang des vierten Viertels einen sehr guten Job gemacht. Ich danke unseren Fans, die uns großartig supportet und Energie gegeben haben.



