ALBA verpasst Sensation gegen Mavericks haarscharf
Anderthalb Minuten vor Schluss hatten sie sich gegen Dirk Nowitzki und sein NBA-Team bis auf zwei Punkte herangekämpft, aber es reichte nicht: Die Albatrosse unterlagen den Dallas Mavericks am Samstag in der ausverkauften o2 World mit 84:89.
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Es war das Basketball-Event des Jahres, das erste Aufeinandertreffen einer deutschen Mannschaft mit einem NBA-Team. Entsprechend war die o2 World in weniger als einer Stunde ausverkauft gewesen und die Aufmerksamkeit und die Erwartungen an dieses Spiel riesig.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten beider Teams nahm die Begegnung im Laufe der Zeit immer mehr an Fahrt auf und spätestens in der Schlussphase kam jeder Besucher voll auf seine Kosten. ALBA hatte gegen die favorisierten Mavericks schon mit 11 Punkten hinten gelegen, sich aber in den letzten Minuten noch einmal herangekämpft. Das Spiel stand auf des Messers Schneide und die o2 World Kopf. Bis 30 Sekunden vor Schluss lagen die Albatrosse nur noch 82:84 hinten, aber es reichte nicht mehr. Dirk Nowitzki besiegelte in den letzten Sekunden von der Freiwurflinie die ALBA-Niederlage. Trotzdem hatte das Team von Sasa Obradovic eine hervorragende Leistung gezeigt und Basketball-Deutschland ein durchweg intensives und spannendes Spiel geboten.
Überragender Albatros an diesem Abend war Deon Thompson mit 20 Punkten, 5 Rebounds und 4 Steals. Auch Nihad Djedovic mit 15 Zählern und 5 Rebounds sowie Vule Avdalovic mit 13 Punkten und 4 Assists waren bärenstark. Topscorer aus Dallas war ein Trio: Chris Kaman, Vince Carter und Darren Collison erzielten je 14 Punkte. Dirk Nowitzik, der von ALBA gut verteidigt und viel gedoppelt wurde, kam nur auf 8 Punkte, zwei davon allerdings entscheidende Freiwürfe in den letzten Sekunden.
Stimmen zum Spiel
Das Spiel war wirklich hart umkämpft und wir hatten große Probleme mit der aggressiven Spielweise von ALBA. Ich war sehr beeindruckt von dieser Mannschaft, die sehr gut gecoacht ist, und bin wirklich froh, dass wir gewonnen haben. 27 Ballverluste sind eine viel zu hohe Zahl für uns, was aber auch mit der Spielweise von ALBA zu tun hatte.
Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks):
Es war schon eine super Atomsphäre hier heute und sicher war es für die Zuschauer toll, dass es auch noch so knapp war. Wir müssten wirklich kämpfen und hatten noch einige Abstimmungsprobleme. ALBA hat uns viel unter Druck gesetzt mit ihrer Presse und wir hatten zu viele Ballverluste. ALBA hat schon eine gute Mannschaft, die in der deutschen Meisterschaft eine gute Rolle spielen wird.
Sasa Obradovic (Cheftrainer ALBA BERLIN):
Wir sind alle froh, dass wir uns mal mit einer Mannschaft auf diesem Top-Level messen konnten. Und ich bin froh über den Charakter, den mein Team gezeigt hat. Aber man darf jetzt kein falsches Bild bekommen. Wir sind schon in der Saison und Dallas gerade am Anfang der Vorbereitung. Das macht einen großen Unterschied. Für uns geht es jetzt richtig los mit der Euroleague nächste Woche.
Heiko Schaffartzik (ALBA BERLIN):
Es war schon komisch, in eigener Halle soviele Fans für den Gegner applaudieren zu hören. Das habe ich noch nicht erlebt. Aber es war eine tolle Erfahrung, mal bei so einem Event dabei zu sein, und gegen Leute wie Vince Carter zu spielen.
Spielverlauf: Sasa Obradovic machte von Beginn an wort- und gestenreich klar, dass er von seiner Mannschaft auch in diesem „Freundschaftsspiel“ hundert Prozent erwartete. Die Albatrosse begannen auch voller Einsatz, allerdings wackelte auch noch häufig das Händchen. Gleiches galt für die Mavericks, die sich viele Ballverluste leisteten. So blieben Korberfolge in den ersten Minuten Mangelware. Ab Mitte des Abschnitts legten bei Teams aber richtig los. Gegen die Berliner Zonendefense streuten die Mavericks viele Dreier ein, während ALBA vor allem mit Zug zum Korb erfolgreich war. Das Viertel endete (nach 12 Minuten – NBA-Regeln) ausgeglichen mit 23:21 aus Berliner Sicht.
Während der mit großen Applaus begrüßte Dirk Nowitzki Probleme hatte, ins Spiel zu kommen, drehten die Hauptstädter im zweiten Viertel auf. Deon Thompson ließ es von Heiko Schaffartzik traumhaft bedient zwei mal mächtig krachen und ALBA zog bis auf 29:23 davon. Dank einer Dreierserie von Vince Carter blieben die Mavs aber dran und die Führung wechselte Mitte des Viertels mehrfach. Die weiterhin sehr engagiert fightenden Albatrosse leisteten sich in den letzten beiden Minuten zu viele Blackouts, die Dallas sofort mit einem 7:0-Run zur 45:39-Halbzeitführung bestrafte.
Nach dem Seitenwechsel zogen die Gäste dank Chris Kaman, der einen Fade-Away nach dem nächsten einreuste, schnell auf elf Zähler weg. Der Berliner hatten mehrere unglückliche Szenen, aber vor allem an diesem Abend überhaupt kein Wurfglück aus der Distanz. Dennoch blieb das Team von Sasa Obradovic über die Defense im Spiel. Auch bei Mavericks klappte immer noch längst nicht alles, sodass Heiko Schaffartzik und Vule Avadlovic, die immer mehr Selbstvertrauen tankten, ihre Farben bis zur letzten Viertelpause wieder auf 61:65 heran brachten.
ALBA kam gut in den Schlussabschnitt und lag nach einem Dreier von Wood schließlich nur noch mit drei Zählern zurück. Doch wieder war es Chris Kaman, der für sein Team zur Stelle war und mit seinen Mitteldistanzwürfen dafür sorgte, dass die Mavs die Führung nicht abgaben. Das Spiel ging in die Schlussphase und es blieb knapp. ALBA konnte immer weiter verkürzen. Als zweieinhalb Minuten vor Schluss Nihad Djedovic mit einem Dreipunktespiel das 80:81 erzielte, explodierte die o2 World. Doch Delonte West antwortet trotz des großen Lärms ganz trocken mit dem Dreier aus der Ecke. Die Spannung stieg, in der Arena hielt es niemand mehr auf den Sitzen. Zach Morley brachte sein Team wieder auf 82:84 heran – ein Zwischenstand, der noch bis 25 Sekunden vor Schluss Bestand hatte. Dann aber angelte sich Shawn Marion einen Offensivrebound und legte zum 86:82 ein. Nihad Djedovic zog nochmals erfolgreich zum Brett und sein Team versuchte es mit Stop-the-clock. Doch sie erwischten den Spieler, den man womöglich in dieser Situation am wenigsten foulen möchte: Dirk Nowitzki ging an die Linie und sorgte mit zwei sicher verwandelten Freiwürfen für die endgültige Entscheidung.





