ALBA BERLIN weiß um die gesellschaftliche Bedeutung des Sports und um sein Potenzial entwicklungspolitische Ziele zu erreichen. Der Verein schafft Kooperationsverbünde mit starken Partnern, um die bildungsbiographischen Übergänge von Mädchen und Jungen von der Kita bis zur weiterführenden Schule sozialraumbezogen zu begleiten. Immer mit dem Ziel, ganze Stadtteile in Berlin aufzuwerten und zu entwickeln.

Sport als Medium für Stadtentwicklung


Gropiusstadt, Kreuzberg, Nord-Neukölln, Siemensstadt, Wedding/Gesundbrunnen, Märkisches Viertel, Buch und Wuhletal: Acht städtische Regionen, in denen ALBA BERLIN Netzwerke geschaffen hat, um jungen Menschen an 365 Tagen im Jahr Sport zu ermöglichen. Akteure aus Politik, Sport, Bildungseinrichtungen und vielen weiteren Institutionen arbeiten verbindlich miteinander und führen Schul- und Vereinssport zusammen. So entsteht ein Modell, das geeignet ist, über Berlins Stadtgrenzen hinaus Sport neu zu definieren und ihn zu revolutionieren.

„Die Notwendigkeit, Sport neu zu denken, gilt für die ganze Stadt“, sagt ALBA-Vizepräsident Henning Harnisch und ergänzt: „Wir konzentrieren uns bislang auf die Gegenden mit ähnlichen soziokulturellen Gegebenheiten und gehen dorthin, wo die Grundversorgung mit Sport nicht überall gewährleistet ist.“ Es gilt Strukturen zu schaffen, genauso Angebote. Und weil alles selber machen nicht möglich ist, gilt es vor allem auch Partnerkitas und -schulen und andere Akteure vor Ort zu inspirieren, zu beraten und zu unterstützen. Beispiele für die Arbeit in den Kiezen und Bezirken sind ALBA Kitasport und ALBA macht Schule. Die systematische Verankerung von Projekten macht Sport zur Konstante im Leben junger Menschen – von der Kita über die Grundschule bis zur Oberschule. Sie ist Beitrag zu einem Stadtteilmanagement und gleichzeitig Gegenentwurf zur traditionell vornehmlich zufälligen Versorgung mit Sport.

In der Umsetzung dieser Sportidee von ALBA BERLIN wird der Verein zu einem Teil der Schulorganisation und schlägt so in den Bildungsorten der Kieze ein neues Kapitel sport- und bildungspolitischer Zusammenarbeit auf. In anderen Worten: Das Verhältnis von Schule und Sport wird neu gedacht und verändert.

„Gibt es in der Schule im Kiez Angebote über den normalen Schulsport hinaus und können Mädchen und Jungen jeder Altersklasse in einem ansässigen Verein Sport treiben? All dies hängt in der Regel von Menschen ab, die zufällig am richtigen Ort sind“, meint Henning Harnisch. Man könne beispielsweise nicht erzwingen, dass es in der Gropiusstadt einen Tennisverein mit Angeboten für Bambini gibt. „Aber“, so Harnisch weiter, „man kann mit hauptamtlichen Trainern in die Schulen gehen, dort hochwertige Angebote schaffen und vielleicht auch mal einen Block Tennis einbauen.“

Verbindlichkeit schaffen
Die Einbeziehung der Bezirkspolitik macht die Verbünde komplett. Kommunikation mit Jugend- und Bildungsstadträten sowie dem Berliner Quartiersmanagement gehört zum täglichen Geschäft. Verträge zwischen allen Akteuren wie Schulleiter, Lehrer, Erzieher, Politiker, Trainer und Wohnungsbaugesellschaften schaffen Verbindlichkeit. Für den Kooperationsverbund in Gropiusstadt zum Beispiel unterzeichneten unter anderen Neuköllns ehemalige Bezirksbürgermeisterin und aktuelle Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, sowie Vertreter von drei Wohnungsunternehmen eine entsprechende Vereinbarung. „Es ist großartig, dass ein proficlub wie ALBA BERLIN sagt, wir engagieren uns für Kinder auch in Brennpunkten“, sagt Giffey und ergänzt: „Der Verein unterstützt damit die Anstrengungen der Bezirke zur Breitensportförderung als Basis für künftige Spitzenleistungen und mehr sportliche Betätigung vom Grundschulalter an.

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Der Kooperationsverbund in Gropiusstadt gilt mit Blick auf seine Strukturen und Arbeitsweisen als idealtypisch. Hier bewegen Trainer von ALBA Berlin in den Partnerschulen und Kitas in jeder Schulwoche etwa tausend Kinder und Jugendliche. So werden Sportlerbiografien aktiv erzeugt und gefördert, anstatt es dem Zufall überlassen, wer wann wo wie Sport macht.

Bindeglied und Vermittler zwischen allen Akteuren in den Kooperationsverbünden ist der ALBA Kiezkoordinator. Er sorgt dafür, dass am Ende alle profitieren: Die Kinder, weil sie mit professioneller Unterstützung in Sport hineinwachsen, die Bildungsorte, weil Sportangebote durch externe fachkundige Kräfte aufgewertet werden, die Eltern, weil sie keine weiten Extrawege für das Training ihrer Kinder zurücklegen müssen, und die Bezirkspolitiker, weil der Sport als Medium für Stadtentwicklung dient. „In der Summe bekommt die ganze Stadt eine neue Sportidee“, so Henning Harnisch. „Ich sehe sogar die Chance, dass wir hier ein Modell für ganz Deutschland bauen.“

Alle erschienenen Teile der Serie:
Teil 1: Eine Einführung
Teil 2: Vereinssprt neu und ganzheitlicher denken
Teil 3: Sportlerbiografien möglich machen

Teil 4: Anreize setzen
Teil 5: Leistungssport neu denken
Teil 6: Unser größtes Kapital
Teil 7: Vernetzen und entwickeln
Teil 8: Wissen teilen
Teil 9: Schaufenster in die Welt