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Durch einen eigens geschaffenen Studiengang sichert sich ALBA BERLIN den Nachwuchs, der zukünftig bei der Entwicklung und Verbreitung seines Sportmodells mitwirkt. Außerdem lädt der Club andere Vereine und kooperierende Institutionen dazu ein, seine Sportidee aufzugreifen und umzusetzen.

Das ALBA BERLIN College

pätestens wenn im Semester Klausur auf Klausur folgt, pendeln viele Studenten nur noch zwischen Schreibtisch und Bibliothek. Studium, Job und sportliche Leidenschaft unter einen Hut zu bekommen, ist dann kaum noch machbar.

Das ALBA BERLIN College bietet eine Alternative, die weltweit einzigartig ist. Wer hier Sport- und Eventmanagement studiert, lernt vier Jahre lang von renommierten Dozenten und kann gleichzeitig hinter die Kulissen eines Basketball-Proficlubs blicken. Das Angebot richtet sich nicht nur an Spieler. „Wir wollen generell Menschen mit einer Leidenschaft für Basketball fördern – das können Trainer, Schiedsrichter oder einfach nur Sportbegeisterte sein“, sagt Daniel Endres, der bei ALBA BERLIN für das College verantwortlich ist.

Die Kooperation von ALBA BERLIN und der University of Applied Sciences in Europe bietet Vorlesungszeiten, Seminare und Prüfungen, die an die Belastungsphasen der Basketballsaison angepasst sind. Das heißt: In der Off-Season studieren die Teilnehmer full-time und während der Spielzeit deutlich reduziert.

So können sich aktive Athleten die Grundlage für ein Berufsleben nach der Profikarriere schaffen. Prominente Beispiele sind Ex-Albatros Akeem Vargas, der das College bereits abgeschlossen hat und aktuell ALBA-Spieler Tim Schneider. Während Tim in der unterrichtsfreien Zeit Spielbetrieb hat, arbeiten seine Kommilitonen in der Geschäftsstelle von ALBA BERLIN, trainieren eine Schul-Basketball-AG oder sind Schiedsrichter für die ALBA Jugend.Über die sportlich-inhaltliche Praxis neben dem Studium lernen sie einen außergewöhnlichen Sportverein in all seinen Facetten kennen und werden so zu einem Teil der ‚ALBA-Familie‘.

„Wir hatten Trainer, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei ALBA BERLIN gemacht haben und 40 Stunden in der Woche in der Halle standen“, fährt Endres fort. „Wenn sie dann angefangen haben zu studieren, waren sie plötzlich nur noch ein Bruchteil so lange bei uns. Über das ALBA BERLIN College können wir diesen Menschen ein Angebot machen und basketballbegeisterte Mitstreiter länger an uns binden.“

Im dualen Studiengang arbeiten die Studenten in unterschiedlichen Bereichen des Clubs. Manche sind in der Kommunikation oder im Eventbereich, wiederum andere arbeiten an den Spieltagsvorbereitungen. „Wir wollen, nicht wie sonst üblich im Sportmarketing, nur den Profisport beleuchten, sondern den Studenten eine ganzheitliche Perspektive geben“, so Endres. „Wir zeigen ihnen, dass es Arbeitsplätze in Verbänden oder Vereinen auch außerhalb des Profisports gibt.“ In dualen Studiengängen anderer Universitäten arbeiten die Studierenden in vielen unterschiedlichen Unternehmen – nicht so im ALBA BERLIN College. „Wir haben dadurch eine ganz besondere Community, die die Studenten auch spüren“, freut sich Endres.

Mein Alltag als Profisportler ist vollgepackt und straff organisiert. Nur durch die einzigartige Zusammenarbeit von ALBA BERLIN und der UE konnte ich mein Sport- und Eventmanagementstudium und die Herausforderungen als Spieler perfekt verbinden. So konnte ich mich auf mein Berufsleben nach dem Profisport vorbereiten.

Akeem Vargas. langjähriger ALBA-Profi und ABslovent des ALBA BERLIN College

Eine Idee macht Schule

Die Region Mittelhessen gilt für viele als Wiege des deutschen Basketballs. Hier gründete der Lehrer und frühere Bundestrainer Theo Clausen eine der ersten Nachkriegs-Basketballabteilungen und förderte später den Nowitzki-Mentor Holger Geschwinder. An diesem traditionsreichen Standort schreibt jetzt ein Club ein Stück ALBA-Geschichte: Der TV Lich Basketball ist der erste Verein, der die Sportidee von ALBA BERLIN außerhalb der Hauptstadt umsetzt.

Ursprung der Partnerschaft zwischen den Clubs ist die Aktion „ALBA holt die Körbe runter“, mit der ALBA BERLIN seit September 2016 Berliner Schulen mit höhenverstellbaren Körben ausstattet. Als David Lauer, Leiter der Licher Basketball-Jugend, davon hörte, sagte er: „Das müssen wir auch anbieten.“

Bald darauf saß er mit Henning Harnisch und den beiden Vorsitzenden des Licher Basketballs, Annette Gümbel und Christian Knaus, an einem Tisch. „Schnell haben wir den besonderen Ansatz von Henning verstanden, dass die verstellbaren Körbe nur ein Vehikel für eine ganz bestimmte Sportidee sind – die Verknüpfung zwischen Kita-, Grund- und weiterführenden Schulen unter Einbindung des lokalen Sportvereins“, erinnert sich Gümbel. Beide Clubs ließen sich auf die Herausforderung ein zu testen, ob sich ALBAs Berlinidee auf die Region um Lich übertragen lässt. „Wir leben in einer kleinen Stadt mit 13.000 Einwohnern“, sagt Gümbel. „Die Wege in Lich sind kürzer. Auf der anderen Seite sind hier weniger Sponsoren angesiedelt als in einer Großstadt.“ Der Anfang ist gemacht. Beide Clubs stellten in Lich ein gemeinsames Konzept vor. Kurz darauf startete das Projekt.

Inzwischen hat der TV Lich Partnerschaften mit neun Schulen, drei Kitas, einem Jugendheim und einem offenen Treff im Bürgerpark. Mit Freddy Lengler leitet der erste hauptamtliche Trainer des Vereins die Basketball-AGs in den Schulen und Kitas.

Die Club-Partnerschaft beschränkt sich nicht auf die Weitergabe einer Idee: ALBA BERLIN hilft bei der Evaluation, Licher Coaches können am Trainer-Fortbildungsprogramm von ALBA BERLIN teilnehmen. Jugendteams beider Clubs besuchen sich gegenseitig und die kinder+Sport Basketball Academy kommt nach Lich.

Da nur trainieren auf Dauer langweilig ist, startet der TV Lich in Kürze eine eigene Grundschulliga. Gemanagt wird die von Schülern einer weiterführenden Schule. „Dort bieten wir nach ALBA-Vorbild den Wahlpflichtkurs ‚Sportmanagement‘ an“, berichtet Gümbel. „Die Schüler erstellen die Spielpläne, kümmern sich ums Kampfgericht und machen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.“

Den Handelnden in beiden Clubs gemein ist das visionäre Denken. Gümbel schaut voraus: „Innerhalb von drei Jahren möchte ich, dass wir in Lich, Hungen, Pohlheim und Laubach, also im Osten des Landkreises Gießen, an jeder Schule präsent sind. Gerne auch an jedem zweiten Kindergarten.“