Dennis Clifford: "Wir spielen mit viel Herz!"

Center Dennis Clifford gilt als der große Spaßvogel im ALBA-Team. Aber nach der Finalniederlage beim TOP FOUR war auch der US-Amerikaner ziemlich geknickt. Vor dem Topspiel gegen Bayreuth hören wir im Interview, inwieweit Dennis den knapp verpassten Pokal verarbeitet hat. Außerdem klären wir, wie er es in diesem Jahr mit seinen ungewöhnlichen Geburtstag (29. Februar) hält.

Dennis, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Wie ist das, wenn man eigentlich nur alle vier Jahre richtig feiern kann?

 

DC: Ich mache mir darüber keinen großen Kopf. Manche haben mir schon gestern gratuliert, die anderen tun das heute. So habe ich eigentlich zwei Tage lang Geburtstag, was auch nicht so schlecht ist. Als Kind fand ich das doof. Da magst du es nicht, anders zu sein. Das zu schätzen, lernt man erst mit zunehmendem Alter.

 

Über das verlorene Pokalfinale wächst allmählich Gras. Aber im ersten Moment war das ziemlich frustrierend?

 

DC: Ja, das war schon hart. Es wäre eine schöne Sache gewesen, den Pokal mitzunehmen. Wir hatten auch sehr darauf hingearbeitet und hatten uns eine große Chance ausgerechnet – die wir dann ja auch hatten, aber leider nicht genutzt haben. Danach geht dir zu Hause noch lange durch den Kopf, wie man es besser hätte machen können – gerade, weil es so knapp war. Aber jetzt sind wir auch froh, wieder regelmäßig trainieren, spielen und auf ein neues Ziel hinarbeiten zu können. In unserem Team steckt noch viel mehr und das wollen wir beweisen, indem wir die Playoffs erreichen und dort um den Titel mitspielen.

 

Letztlich bleibt aber, dass ihr für 35 Minuten ein sehr gutes Spiel gespielt habt, aus dem man auch etwas für den Rest der Saison mitnehmen kann?

 

DC: Ja, das war von beiden Seiten ein hochklassiges Finale. Klar, wir haben am Ende ein paar Fehler zu viel gemacht, aber unter dem Strich haben wir auch erfahren, dass wir uns in Deutschland vor keinem Gegner verstecken müssen. Das ist eine Erkenntnis, die uns für den Rest der Saison Mut macht, denn wir haben ja auch gesehen, an welchen Stellschrauben wir in unserem Spiel noch drehen müssen, um beim nächsten Mal vierzig Minuten gut zu spielen. Wir waren dem Pokal so greifbar nahe, dass wir dass wir jetzt mit umso mehr Nachdruck daran gehen, es in der Meisterschaft besser zu machen.

Der Zufall will es, dass ihr am Samstag gleich wieder gegen Bayreuth spielt, das ihr im Pokalhalbfinale in Ulm hoch geschlagen habt. Wie groß ist die Gefahr, dass ihr diesen Gegner jetzt unterschätzt?

 

DC: Jeder hat gesehen, dass sie im Halbfinale gegen uns einen gebrauchten Tag erwischt haben. So etwas passiert jeder Mannschaft mal. Das ist auch uns schon widerfahren und schon im nächsten Spiel lief es wieder ganz anders. Uns ist bewusst, dass wir sie kaum noch einmal mit fast dreißig Punkten Differenz schlagen werden. Trotzdem können wir natürlich darauf aufbauen, was wir in diesem Pokalspiel gegen Bayreuth gut gemacht haben und müssen versuchen, das zu wiederholen.

 

In Ulm wirkte Bayreuth etwas überrascht von der großen Intensität, mit der ALBA gespielt hat?

 

DC: Die Fähigkeit, diese große Intensität aufs Parkett zu bringen, gehört zu unseren großen Stärken. Wir haben viele Spieler in der Mannschaft, die es mögen, so kompromisslos zu agieren, und wir spielen mit viel Herz. Das wird uns auch im weiteren Saisonverlauf auszeichnen.

 

Was erwartest du am Samstag von den Bayreuthern?

 

DC: Erst einmal werden sie versuchen, unsere Intensität zu matchen, um nicht erneut von uns so früh im Spiel auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Dann werden sie wahrscheinlich einige Pick&Roll-Situationen verändern, die wir in Ulm sehr gut verteidigt haben. Aber jedes Spiel ist anders. Bayreuth ist ein sehr gutes Team und sie haben auch einen schlauen Coach. Sie werden genug Ansatzpunkte finden, um uns mehr herauszufordern als vor zwei Wochen.

 

Auf der Centerposition sind sie mit Andreas Seiferth und Assem Marei doppelt stark besetzt?

 

DC: Die spielen beide circa zwanzig Minuten und beide agieren sehr aggressiv in der Zone - wobei sie gar nicht mal so unterschiedlich spielen. Der Vorteil daran, zwei solche Center im Team zu haben ist, dass der Trainer gucken kann, welcher von beiden gerade besser drauf ist. Sind sie beide gut drauf, wird es hart für uns. Sind beide neben der Spur – wie in Ulm (lacht) – wäre das besser für uns.

 

Coach Aito ist am Samstag auf Position fünf allein auf dich angewiesen, weil Bogdan Radosavljevic verletzt ist?

 

DC: Natürlich wird uns Boggy, der in der Offensive wie in der Defensive ein immer wichtigerer Faktor in unserem Spiel geworden ist, am Samstag sehr fehlen. Aber wir haben neben mir noch genug andere Spieler im Team, die zwar nicht so groß sind, aber trotzdem auch unter dem Korb zulangen können. Aber wir können es nicht ändern, wenn jemand fehlt. Wir müssen uns darauf konzentrieren, was wir haben und was wir daraus machen können.

 

Du agierst unter dem Korb sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand. War das schon immer so oder hast du dir das antrainiert?

 

DC: Als junger Spieler hatte ich mich mal am rechten Daumen verletzt. Da musste ich zwangsläufig mehr mit links machen und das hat sich dann dahingehend weiterentwickelt, dass jetzt meine linke Hand sogar stärker ist. Ich werfe weiter bevorzugt mit rechts, aber in allen anderen Dingen, z. B. beim Fangen des Balls, ist meine linke Hand stärker. Jetzt arbeite ich daran, dass meine rechte Hand wieder so stark wird wie meine linke.

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