Aus dem Jugendprogramm zu den Profis: Was Malte Delow erreicht hat, ist kein Zufall. ALBA BERLIN will Kinder für Sport begeistern und entdeckt dabei auch große Talente. Im Nachwuchsbereich entstehen Strukturen, die verschiedenste Sportbiografien ermöglichen.

Text: Leonard Brandbeck

Wer nach Zeichen für Malte Delows Verbundenheit zur ALBA JUGEND sucht, wird auf Instagram fündig. ALBA fahndet mit dem Aktionstag „Größe zeigen!“ nach den längsten Grundschulkindern der Stadt: malte.delow gefällt das. ALBA startet mit dem Ganztagsprogramm an der Weddinger Albert-Gutzmann-Schule ins zweite Schuljahr: malte.delow gefällt das. ALBA schließt durch die Initiative SPORT VERNETZT Partnerschaften mit Kommunen und Vereinen in ganz Deutschland: na?

„Ist doch klar, dass ich das supporte!“, lacht er, als er nach einer seiner ersten Trainingseinheiten als ALBA-Profi in der Kabine sitzt. „Wenn ich das nicht liken würde, wer dann?“ Als Elfjähriger hat er 2012 in der ALBA JUGEND mit dem Basketballspielen begonnen, stand von der U12 bis zur U19 für alle Nachwuchsteams auf dem Parkett, wurde in der JBBL und der NBBL Deutscher Meister. Und nachdem er im Juni auch noch als Perspektivspieler mit den Profis den Titel verteidigen konnte, hat der 20-Jährige seinen ersten Vertrag im Team von Headcoach Israel González unterschrieben. Malte Delow ist ALBAs Musterschüler der Stunde, aber er ist nicht der Erste dieses Formats.

Die NBA-Brüder Franz und Moritz Wagner, Jonas Mattisseck, Tim Schneider, Lorenz Brenneke und rund 40 andere Spieler aus der ALBA JUGEND sind diesen Weg schon gegangen. Alle auf ihre Art, und alle profitierten sie von ALBAs ganzheitlicher Ausbildungsphilosophie. „Ich war nie der Größte und Schnellste, der am höchsten springen kann“, erzählt Delow. „Bei ALBA gibt es diese Struktur, in der du trotzdem Möglichkeiten bekommst, dich weiterzuentwickeln.“ Und dann schüttelt er den Kopf: „Wie wahnsinnig ist es eigentlich, dass ich jetzt bei dem Verein Profi bin, bei dem ich früher auf der Tribüne gestanden und rumgeschrien habe?“

Gar nicht so wahnsinnig, findet Marius Huth. Seit den Anfangstagen der ALBA JUGEND im Sommer 2005 ist er als Coach und Koordinator im U14-Bereich dabei. Er hat erlebt, wie aus einem reinen Bundesligaclub der mitgliederstärkste Basketballverein des Landes wurde.
Huth war auch Delows erster Trainer, damals in der U12 und der U14. „Talent hat Malte von Anfang an gehabt“, sagt er. „Er war nur zu Beginn noch nicht so weit in seiner spielerischen Leistung, weil er später angefangen hat als andere.“ Vier Jahre lang hatte Delow Fußball gespielt, bevor er sich mit zwei Freunden bei ALBAs Schnuppertraining anmeldete. „Aber dafür stehen wir ja“, sagt Huth: „Wir sind offen für alle Wege in den Verein, auch für den Quereinstieg aus anderen Sportarten. Es gibt nicht den einen Weg. Das ist ja hier keine Autofabrik, in der am Ende immer dasselbe rauskommt.“

Die ALBA JUGEND in Zahlen:

  • 10.000 Kinder im ALBA-Jugendprogramm
  • 150 Jugendcoaches und Pädagog:innen
  • 55 Partnerkitas in Berlin mit regelmäßigen Sportangeboten
  • 160 Partnerschulen in Berlin und Brandenburg
  • 445 Teams in ALBA-Schulligen in Berlin und Brandenburg
  • 89 Vereinsteams im Spielbetrieb
  • mehr als 40 Basketballprofis ausgebildet

In der ALBA JUGEND sollen sich möglichst viele Kinder möglichst regelmäßig bewegen, unter Anleitung von sportpädagogisch ausgebildetem Personal. Dafür investiert der Verein in die Strukturen: mehr hauptamtliche Coaches, regelmäßige Angebote in Kitas, Schulen und Kiezen und seit Sommer 2020 sogar die eigene ALBASpross gGmbH, mit der sich ALBA als freier Träger an Bildungseinrichtungen engagiert. „Das ist unsere Idee eines Sportvereins, der auch soziale Verantwortung übernimmt“, erklärt Henning Harnisch, ALBAs Vizepräsident und Leiter des Jugendprogramms. „Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, Sportlerin oder Sportler zu werden – und wenn daraus später ALBA-Profis werden, dann ist das natürlich die Erfüllung des Ganzen.“

Malte Delow ist das nächste Gesicht aus der ALBA JUGEND, bei dem das Konzept aufgegangen ist. Einer, der wie Tausende andere Kinder und Jugendliche bei ALBA an Sommercamps teilnahm, mit seinen Schulkumpels in der Oberschulliga zockte, seine Skills in der Basketball-Academy testete, mit seinem Team nach China reiste und bei Profispielen in der Mercedes-Benz Arena auf Autogrammjagd ging. „Das ist die Bestätigung unserer Arbeit“, sagt Marius Huth. „Dieses Delow-Ding, das motiviert uns. Genauso wie ich mich über jeden Jugendspieler freue, der später mal Schiedsrichter wird, als Trainer bei uns anfängt oder mich einfach nur auf der Straße grüßt und mir erzählt, dass er bei uns eine tolle Zeit gehabt hat.“

Nun schreibt sich diese Geschichte fort – mit Malte Delow als neuem Vorbild für alle, die nach ihm kommen. Und mit einem etwas ungläubigen Lächeln fügt er hinzu: „Dass ich jetzt derjenige sein soll, von dem die Kinder ein Autogramm wollen? Surreal. Ich bin doch einfach nur Malte!“

Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ALBA-Jahrbuch "Handprint" zur Saison 21/22.

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English Version

THE DELOW EFFECT
 
From our ALBA JUGEND to a member of our professional team: Malte Delow’s career is well under way. And this is no coincidence: ALBA’s junior program creates structures in which all kinds of sports biographies are possible.
 
Anyone looking for signs of Malte Delow's attachment to the ALBA JUGEND program will come across clues on Instagram. ALBA is trying to find Berlin’s tallest primary school children with a day of action titled “Show size!”: malte.delow likes it. ALBA starts the second year of its all-day program at Albert Gutzmann School in the Berlin district of Wedding: malte.delow likes it. ALBA uses the SPORT VERNETZT initiative to enter into partnerships with municipalities and clubs throughout Germany: well?
 
“Of course I support this!” Malte laughs as he sits in the dressing room after one of his first practice sessions as an ALBA professional. “If I didn’t like that, who would?” In 2012, at the age of eleven, he started playing basketball in the ALBA JUGEND program. He played for all the junior teams from U12 to U19 and became German champion in the JBBL and NBBL. And last June, after successfully defending the German title with the professional team while still being a prospective player himself, he signed his first contract with head coach Israel González's team. Malte Delow is ALBA's model student of the moment, but he is not the first to graduate that way.
 
NBA brothers Franz and Moritz Wagner, Jonas Mattisseck, Tim Schneider, Lorenz Brenneke and around 40 other players from the ALBA JUGEND program have already been down this road. All in their own way, and they all benefited from ALBA's holistic training philosophy.
“I was never the tallest or fastest or the one who could jump the highest,” Delow says. “But at ALBA there is this structure that still gives you opportunities to develop.” And then he shakes his head. “Isn’t it crazy that I am now a professional at the club that I used to support as a spectator, screaming at the top of my voice during games?”
 
Not that crazy at all is what Marius Huth thinks. Since the early days of the ALBA JUGEND program in 2005, he has been a coach and coordinator of the U14 team. He witnessed how a normal Bundesliga club became the basketball club with the largest number of members in Germany.
 
Huth was also Delow's first coach in the U12 and U14. “Malte showed his talent right from the start,” he says. “Only at the beginning he wasn't that far advanced because he had started later than others.” Delow had played soccer for four years before he and two of his friends signed up for ALBA's trial training. “But that's what we stand for,” Huth says. “We are open to whatever route you take to join the club, including a lateral entry from other sports. There isn’t one specific way. We are not a car factory here that always produces the same end result.”
 
The ALBA JUGEND program wants to enable as many children as possible to exercise as regularly as possible, guided by staff fully trained in sports education. To this end, the club invests in the structures: in more full-time coaches, in regular offers in daycare centers, schools and neighborhoods and, since the summer of 2020, even in its own ALBASpross gGmbH, a charitable LLC and a freelance provider at educational institutions. “This is our idea of ​​a sports club that also accepts social responsibility,” Henning Harnisch, ALBA's vice president and head of the youth program, explains. “We want to create conditions which give every child the opportunity to become an athlete – and if they later develop into ALBA professionals, then this of course is the icing on top.”
 
Malte Delow is the most recent player for whom the ALBA JUGEND program paved the way. Someone who, like thousands of other children and young people at ALBA, took part in summer camps, shot hoops with his schoolmates in the high school league, tested his skills in the basketball academy, traveled to China with his team and collected autographs at professional games in the Mercedes-Benz Arena. “This verifies the quality of our program,” Marius Huth says. “This Delow Effect motivates us. Just like I am happy about every young player who becomes a referee, joins us as a coach or just greets me in the street and tells me that he had a great time with us.”
 
Now the story continues – with Malte Delow as a new role model for Berlin’s young basketball players. And with a somewhat incredulous smile, he adds, “I am now the one the children want an autograph from? Surreal. I'm just Malte!”

This article was first published in the ALBA yearbook "Handprint" 21/22. All articles in German and English language.