Der Sportkommentator Michael Körner war nicht ganz zufrieden mit dem Auftritt von Maodo Lô: Nach Spielende betonte ALBAs Aufbauspieler am Mikrofon von MagentaSport gewohnt sachlich die Gemeinschaftsleistung, die sein Team in Spiel drei der Halbfinalserie gegen Ulm zum Sieg geführt hatte. Ja, die Mannschaft. Aber ein Spieler doch ganz besonders. „Maodo, nicht so bescheiden!“ rief Körner ihm nach dem Interview noch hinterher. (Foto: Harry Langer)

Dabei war Lôs Performance während der Partie bereits Statement genug. 21 Punkte erzielte er, von der Bank aus ins Spiel gekommen. Das war an diesem Abend der Bestwert der Albatrosse. Dazu kamen starke sieben Assists, vier Rebounds, zwei Steals und kein einziger Ballverlust. Alle seiner fünf Zweipunktewürfe fanden ihr Ziel, dazu versenkte Lô drei seiner fünf Dreipunktewürfe. Das alles fügte sich zu einem überragenden Spiel und resultierte schließlich in der  2:1-Führung in der Halbfinalserie. 

Es war einer dieser Abende, an dem der gebürtige Berliner schnell in seinen Flow kam. Flinke Handwechsel, technisch anspruchsvolle Würfe und kluge Pässe hatte er im Repertoire. Und wie es bei Lô oft der Fall ist, wirkte alles so rhythmisch, fließend und mühelos. Oder wie ALBAs Geschäftsführer Marco Baldi es nach dem ersten Spiel der Viertelfinalserie gegen die Hamburg Towers beschrieb: „Wenn Maodo anfängt zu tanzen, sieht das nicht nur schön aus, es ist auch wahnsinnig schwer zu verteidigen.“ So gesehen hat Lô seit Beginn der Playoffs die Tanzschuhe an: Rund vier Punkte mehr erzielt er derzeit im Vergleich zur Hauptrunde, auch die Würfe fallen hochprozentiger. Eine persönliche Bestform pünktlich zur Finalserie und Leistungen, die für sich sprechen. Da bedarf es wohl keiner großen Worte mehr.