Nach dem wichtigen Sieg im BBL-Spitzenspiel gegen Ludwigsburg richten die Basketballer von ALBA BERLIN ihren Fokus wieder auf die Turkish Airlines EuroLeague, wo in dieser Woche ein Doppelspieltag auf dem Programm steht. Die erste Begegnung bestreitet ALBA am Dienstag (22. November, 20 Uhr, live auf MagentaSport) in der Mercedes-Benz Arena gegen Roter Stern Belgrad. Der serbische Club hat sich nach einem enttäuschenden Saisonstart vor einer Woche vom erst im Sommer engagierten Trainer Vladimir Jovanović getrennt. Mit dem neuen Headcoach Duško Ivanović hat Roter Stern direkt eine Siegesserie gestartet. (Foto: Tilo Wiedensohler)

Israel González (ALBA-Cheftrainer): „Roter Stern kommt mit einem neuen Trainer, der viel Erfahrung in der EuroLeague hat. Coach Ivanović hat schon einiges im Team verändert, sie sehen in den letzten Spielen besonders in der Verteidigung besser aus. Mit Spielern wie Vildoza, Nedović, Hassan Martin, Petrušev, Bentil oder Holland hat Belgrad in diesem Jahr viel individuelle Qualität hinzugewonnen. Sie haben einen großen Kader zusammengestellt, und es wird mit Sicherheit ein sehr schweres Spiel für uns.“

Jaleen Smith (ALBA-Guard): „Wir freuen uns auf das Euroleague-Heimspiel gegen Roter Stern – es wird mit Sicherheit eine intensiv geführte Partie. Belgrad spielt traditionell sehr physisch, darauf müssen wir uns auf jeden Fall einstellen. Wenn wir körperlich gegenhalten, können wir den Sieg holen!“

Duško Ivanović ist der neue Cheftrainer des serbischen Meisters. Der 65-jährige Montenegriner war als Spieler Kapitän des legendären Jugoplastika Split, das Ende der achtziger Jahre dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister gewann. Als Trainer blickt Ivanović bereits auf 18 EuroLeague-Saisons zurück (zwölf davon mit Baskonia). Jetzt soll er Belgrad mit seiner großen Erfahrung vom Tabellenende zurück in die Erfolgsspur führen.

Trainer Ivanović und Spielmacher Luca Vildoza wieder vereint

Luca Vildoza ist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld. Der Argentinier spielte bereits 2020/21 in Vitoria für Ivanović. Nach einem nicht sonderlich erfolgreichen und von Verletzungen überschatteten Ausflug in die NBA kehrte der schnelle und korbgefährliche Point Guard im Herbst zurück nach Europa. In Belgrad fand er schnell zu seiner alten Stärke zurück und führte Roter Stern gleich bei seinem zweiten Einsatz mit 20 Punkten und 6 Assists zum EuroLeague-Sieg über Bayern München.

Auch der zweite Belgrader Spielmacher, Nikola Ivanović, punktet gern selbst. Der in seiner Karriere oft von Verletzungen zurückgeworfene Montenegriner führte sein Nationalteam vor eineinhalb Jahren in der EM-Quali mit 26 Punkten und 8 Assists zu einem vielbeachteten Sieg über Deutschland. Als dritter Aufbauspieler bringt der mittlerweile 34-jährige Ex-Nationalspieler Stefan Marković seine große Erfahrung ein.

Nemanja Nedović bei seinem Jugendclub wieder der Go-to-Guy

Das Markenzeichen von Belgrad ist auch in dieser Saison die von Branko Lazić angeführte starke Defense. Niemand hat öfter für Roter Stern gespielt als der von klein auf im Verein groß gewordene Kapitän. Komplettiert wird der Backcourt von Nemanja Nedović, der nach Stationen in Litauen, der NBA, Spanien, Italien und Griechenland zu seinem Jugendclub zurückgekehrt ist. Mit seiner Effektivität im Eins-gegen-Eins, guter Balltechnik und großer Gefährlichkeit an der Dreierlinie hat der Combo Guard stets das grüne Licht in der Offensive.

Auf der kleinen Flügelposition verkörpert der Linkshänder Ognjen Dobrić den klassischen jugoslawischen Allrounder. Auf den Positionen zwei und drei übernimmt er die Verteidigung des gegnerischen Stars, im Angriff kann der Serbe auf verschiedene Weise heiß laufen. Auch der kräftigere US-Forward John Holland ist ein guter Verteidiger und kann sich am anderen Ende des Parketts aus dem Dribbling heraus Würfe kreieren.

Vielseitiger Ben Bentil führt tief aufgestellten Frontcourt an

Sehr tief ist Roter Stern im Frontcourt aufgestellt, wo der bis hinter die Dreierlinie treffsichere Ben Bentil der korbgefährlichste und reboundstärkste Spieler ist. In der Zone beherrscht der Power Forward dabei gleichermaßen stark das Spiel mit dem Rücken wie mit dem Gesicht zum Korb. Der lange Filip Petrušev ist mit seinen 22 Jahren der jüngste Spieler im ansonsten sehr erfahrenen Belgrader Team. Der 2021 als MVP der Adria-Liga ausgezeichnete Power Forward erhofft sich in Belgrad mehr Spielzeit als im Vorjahr, wo er sich bei Efes Istanbul nicht durchsetzen konnte.

Power Forward Luka Mitrović wechselt als starker Pick-and-Roll-Spieler mit guter Fußarbeit und langen Armen zuweilen auf die Position fünf und macht mit seiner Beweglichkeit das eher langsame Belgrader Spiel schneller. Auch der kräftige Linkshänder Hassan Martin ist mit seinen schnellen Füßen in der Zone eine gute Alternative zu Ognjen Kuzmić, der als klassischer Center agiert.

Die ersten Spiele unter Ivanović wurden gleich gewonnen

Gleich nach dem Trainerwechsel hat Roter Stern eine Siegesserie gestartet. Am Donnerstag wurde ASVEL Villeurbanne in der EuroLeague dank eines furiosen 14:2-Endspurts mit 71:67 bezwungen. Nikola Ivanović war mit 16 Punkten der Topscorer. 48 Stunden später überrollte Roter Stern in der Adria-Liga Cibona Zagreb mit 92:53. Trainer Duško Ivanović war aber noch nicht zufrieden: „Wir haben zwanzig Minuten mit hoher Konzentration sehr gut gespielt. Aber wir müssen vierzig Minuten so spielen!“

Seit dem Trainerwechsel spielt Roter Stern Belgrad in folgender Aufstellung (in Klammern durchschnittliche Stats in der EuroLeague 2022/23):
PG: Luca Vildoza (24 min, 12 pkt, 4 as), Nikola Ivanović (18 min, 6 pkt), St. Marković (17 min, 3 pkt, 3 as)
SG: Branko Lazić (18 min, 3 pkt), Nemanja Nedović (24 min, 13 pkt)
SF: Ognjen Dobrić (23 min, 8 pkt), John Holland (11 min, 3 pkt), Stefan Lazarević (19 min, 4 pkt)
PF: Ben Bentil (25 min, 13 pkt, 6 rb), Filip Petrušev (18 min, 7 pkt, 5 rb)
C: Luka Mitrović (16 min, 7 pkt, 6 rb), Ognjen Kuzmić (15 min, 7 pkt, 4 rb), Hassan Martin (14 min, 6 pkt)

Gut zu wissen:

Belgrads Assistenztrainer Marko Simonović spielte 2011/12 für ALBA. Der kürzlich von Roter Stern Belgrad nachverpflichtete, zuletzt aber nicht eingesetzte Center Miroslav Raduljica trug 2011 für vier Monate das ALBA-Trikot. Luka Mitrović spielte in der Saison 2017/18 zusammen mit Maodo Lô und Louis Olinde für Bamberg. John Holland war 2019/20 bei Hapoel Jerusalem der Mitspieler von Tamir Blatt.

Roter Stern Belgrad (Stats Turkish Airlines EuroLeague 2022/23)

Nr.

Name

Pos.

Alter

cm

Nat.

EL

Ø  Pkt

Ø  Rb

Ø  As

0

John Holland

3

34

196

PUR

---

3,3

1,0

1,0

1

Luca Vildoza

1

27

191

ARG

4 J.

12,0

2,4

3,8

2

Stefan Lazarević

3

26

198

SRB

2 J.

3,6

2,9

0,3

9

Luka Mitrović

4/5

29

206

SRB

6 J.

6,7

5,5

1,8

10

Branko Lazić

2/3

33

195

SRB

8 J.

2,5

2,1

0,5

12

Hassan Martin

5

27

201

USA

2 J.

5,5

3,0

0,0

13

Ognjen Dobrić

2/3

28

200

SRB

5 J.

8,2

2,7

1,2

15

Miroslav Raduljica

5

34

213

SRB

4 J.

1,5

0,0

0,0

20

Nikola Ivanović

1

28

191

MNE

2 J.

6,4

1,5

2,4

22

Dalibor Ilić

4

22

202

SRB

---

 

 

 

26

Nemanja Nedović

1/2

31

192

SRB

8 J.

13,0

1,0

2,5

27

Stefan Marković

1

34

198

SRB

5 J.

2,5

1,2

2,5

32

Ognjen Kuzmić

5

32

213

SRB

7 J.

6,5

3,5

0,5

33

Filip Petrušev

4/5

22

211

SRB

1 J.

7,1

4,8

1,1

44

Nikola Topić

1/2

17

197

SRB

1 J.

0,0

2,0

1,0

50

Banjamin Bentil

4

27

204

GHA

3 J.

13,0

5,8

1,2

Headcoach: Duško Ivanović (65, MNE, 19. EuroLeague-Saison, die erste mit Roter Stern)

Roter Stern: Resultate der letzten drei Wochen
31.10. Igokea Aleksandrovac – Roter Stern (Adria-Liga) 70:76 (S) Vildoza 19
03.11. AS Monaco – Roter Stern (EuroLeague) 85:77 (N) Petrušev 16
06.11. Roter Stern – KK Zadar (Adria-Liga) 96:98 (N) Bentil 19
10.11. Fenerbahçe Istanbul – Roter Stern (EuroLeague) 93:79 (N) Nedović 17
17.11. Roter Stern – ASVEL Villeurbanne (EuroLeague) 71:67 (S) Ivanović 16
20.11. Cibona Zagreb – Roter Stern (Adria-Liga) 92:53 (S) Nedović 24

ALBA BERLIN: Resultate der letzten drei Wochen
30.10. Rostock Seawolves – ALBA (easyCredit BBL) 70:104 (S) Wetzell 19
04.11. Zalgiris Kaunas – ALBA (EuroLeague) 88:81 (N) Smith 14
10.11. ALBA – Bayern München (EuroLeague) 77:79 (N) Smith 20
17.11. Real Madrid – ALBA (EuroLeague) 90:72 (N) Procida 13
20.11. ALBA – Ludwigsburg (easyCredit BBL) 99:91 (S) Koumadje 17

ALBA-Bilanz gegen Roter Stern
7 Siege – 1 Niederlagen (in Berlin 4-0)
alle Spiele in der EuroLeague
Höchster Sieg: 81:58 am 8. April 2021 in Berlin
Einzige Niederlage: 69:86 am 29. Januar 2015 in Belgrad