48 Stunden nach dem großen Sieg über Fenerbahçe folgt der zweite Teil des EuroLeague-Doppelspieltags. Am Donnerstag (14.10., 20 Uhr) empfängt ALBA BERLIN das nächste Topteam: Baskonia Vitoria-Gasteiz reist mit einem radikal erneuerten Team an, das für die ALBA-Fans dennoch aus vielen Bekannten besteht. Gleich vier Baskonia-Stars (Simone Fontecchio, Rokas Giedraitis, Jayson Granger und Landry Nnoko) trugen in den vergangenen drei Jahren sehr erfolgreich das Berliner Trikot und kehren mit entsprechend guten Erinnerungen in die Mercedes-Benz Arena zurück. (Foto: Camera4)

Tickets für das Spiel gibt es im ALBA-Onlineshop. Wir bitten alle Fans, frühzeitig anzureisen, um zum Tipoff rechtzeitig am Platz zu sein. Die pandemiebedingten Kontrollen am Einlass sind zeitaufwändiger. In der Arena gilt außerdem unverändert ein Verbot für Taschen größer als A4.

Stimmen zum Spiel:

Israel González (ALBA-Headcoach): „Baskonia ist ein starkes und sehr gut gecoachtes Team. Sie spielen auf hohem Niveau und wissen, wie man verteidigt. Mit ihren vielen früheren ALBA-Spielern wird das eine besondere Begegnung. Unser Plan ist es, die Intensität und den Einsatz unseres letzten Spiels gegen Fenerbahçe aufrecht zu erhalten. Aber das wird sicherlich schwierig, denn Baskonia hat eine Mannschaft, die 40 Minuten lang mit voller Intensität spielt.“

Jonas Mattisseck (ALBA-Guard): „Baskonia und wir haben einen ähnlichen Start hingelegt. Beide haben die ersten beiden EuroLeague-Spiele verloren und im dritten den ersten Sieg geholt. Wir sind bereit, an unsere gute Leistung gegen Fenerbahçe anzuknüpfen und wollen um den Sieg spielen. Wir freuen uns auf viele alte Bekannte bei Baskonia. Wir kennen sie sehr gut, aber sie kennen auch uns und unser System. Es wird interessant zu sehen, für wen das der größere Vorteil ist.“

Trainer Duško Ivanović schwört bei Baskonia auf „Team first“

Im Vorjahr verpasste das seit der Ligagründung fest zur EuroLeague zählende Baskonia erstmals seit 2015 die Playoffs. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass es im Sommer in Vitoria (spanisch) bzw. Gasteiz (baskisch) zu größeren Veränderungen kam. Das Team wurde auf gleich sieben Positionen verändert und erlebte damit den radikalsten Umbruch der letzten Jahre. Dass dabei mit den Forwards Alec Peters und Sander Raieste zwei der an Bord gebliebenen fünf Akteure die ersten Saisonwochen verletzt verpassten, komplizierte den Neustart zusätzlich. Baskonia verlor seine ersten beiden EuroLeague-Spiele in Piräus und gegen Mailand.

An der Seitenlinie steht der Baskonia-Coach Duško Ivanović, der allerdings schon viel kritischere Situationen erlebt und gelöst hat. Dem Montenegriner, der bereits in seiner aktiven Zeit als Kapitän der legendären Mannschaft von Jugoplastika Split (um Toni Kukoč und Dino Radja) Basketballgeschichte geschrieben hat, wird als Trainer eine „harte Gangart“ nachgesagt. Aber bei Baskonia scheint man genau das zu schätzen. Mit Unterbrechungen ist Ivanović („gute Spieler bilden nicht automatisch eine gute Mannschaft“) seit 2000 schon in der 13. Saison Headcoach der Basken.

Baldwin und Granger nicht mehr gegen-, sondern miteinander

Als verlängerte Arme des Trainers fungieren in Vitoria in dieser Saison mit Wade Baldwin und Jayson Granger zwei Guards, die sich in der vergangenen Saison in der Bundesliga in vielen Duellen zwischen ALBA und den Bayern regelmäßig gegenüberstanden. Baldwin, der mit technischer Finesse und Korbgefährlichkeit maßgeblichen Anteil am letztjährigen Erfolg der Münchner in der EuroLeague hatte, war im Sommer sicherlich die spektakulärste Neuverpflichtung Baskonias. Aber auch der zuweilen etwas eigensinnige US-Star wird sich bei aller Virtuosität, die ihn auszeichnet, unter Coach Ivanović dem Team unterordnen müssen.

Von Jayson Granger wissen wir, dass der Spielmacher aus Uruguay allein schon wegen seiner größeren Erfahrung damit keine Probleme haben wird. Der 32-Jährige trug vor seiner letztjährigen ALBA-Saison bereits drei Jahre das Baskonia-Trikot, konnte dabei aber sein Potenzial wegen vieler Verletzungen nie ausschöpfen. Das will er jetzt nach dem Rückruf nachholen. Mit kontrollierter Verteidigung und Entscheidungssicherheit in der Offensive dürfte Jayson dabei ein Spieler ganz nach dem Geschmack von Duško Ivanović sein. Als dritter Point Guard hält sich der junge Lette Artūrs Kurucs bereit.

Giedriatis und Fontecchio bilden starkes Flügel-Duo

Der aus Valencia nach Vitoria gekommene serbische Nationalspieler Vanja Marinković komplettiert als gefährlicher Schütze den Backcourt, aber im bisherigen Saisonverlauf sah man auch Rokas Giedraitis oft auf der Position zwei. Dem ehemaligen ALBA-Forward, der bereits in der vergangenen Saison Baskonias Topscorer war, ist es schließlich egal, von welcher Position er seine Punkte macht. In den (wettbewerbsübergreifend) ersten acht Saisonspielen war der Litauer mit seinen Dreiern und schnellen Zügen zum Korb fünfmal Baskonias Topscorer. Auch seine Qualität als gefährlicher Balldieb hat Rokas nach Vitoria mitgenommen.

Ein perfektes Pendant findet Rokas auf dem Flügel in Simone Fontecchio, der vor einem Jahr bei ALBA erfolgreich in seine Fußstapfen trat. Bei Baskonia bilden der Litauer und der Italiener ein starkes Flügel-Duo, das zu den korbgefährlichsten in der EuroLeague zählt. Mit seiner Größe (2,03 Meter) kann Fontecchio, der die Dreier blitzschnell abfeuert, aber auch mit gutem Ballhandling direkt zum Korb ziehen kann, wie sein sogar noch drei Zentimeter längerer Backup, der 22-jährige Litauer Tadas Sedekerskis, in einer kleinen Aufstellung auch auf die Position vier hochrücken.

Keine Riesen mehr: Die Center sind alle athletisch und agil

Unter dem Baskonia-Korb sucht man in dieser Saison vergeblich die 2,20 Meter langen Hünen Youssoupha Fall (spielt jetzt für ASVEL) und Ilimane Diop (Gran Canaria), die in der vergangenen Saison noch das Bild von Baskonia maßgeblich mitprägten. Dafür stehen jetzt neben (dem aktuell verletzten) US-Power Forward Alec Peters drei mit jeweils 2,08 Metern gleichgroße Center im Aufgebot, die alle sehr athletisch und agil sind und damit Baskonias Innenspiel beweglicher machen. Trainer Ivanović kann dadurch wahlweise mit einer großen Aufstellung (mit zwei Centern) oder mit einer kleinen (mit Fontecchio auf der Vier) agieren.

Für die große Variante bringt Matthew Costello mit einem bis hinter die Dreierlinie reichenden Wurf sowie großer Spielübersicht gute Voraussetzungen mit. Als bester Wurfblocker des letztjährigen EuroCups hat Costello aber mit Gran Canaria schon bewiesen, dass er es auch an den Brettern krachen lassen kann. Ex-Albatros Landry Nnoko dominiert auch im Baskonia-Trikot vor allem in der Zone, wo er mit seiner Athletik sogar größere Center verteidigen kann. Der 24-jährige Steven Enoch ist der korbgefährlichste der drei Center, kann den beiden anderen erfahreneren Big Men aber in Sachen Verteidigung noch nicht ganz das Wasser reichen.

Am Dienstag mit 81:79 gegen Panathinaikos der erste Sieg

Wie ALBA gelang auch Baskonia am Dienstag im dritten Anlauf endlich der erste Saisonsieg in der EuroLeague. Das 81:79 gegen Panathinaikos Athen war dabei nichts für schwache Nerven, denn in einem durchweg engen und kampfbetonten Spiel ging es hin und her und die Griechen hatten den letzten Angriff, der aber misslang. Überragender Spieler war Jayson Granger, der Baskonia mit neun Assists souverän durchs Spiel führte und auch noch zwölf wichtige Punkte zum Sieg beisteuerte. Rokas Giedraitis und Simone Fontecchio waren mit je 16 Zählern die Topscorer. Der junge Tadas Sedekerskis verzeichnete in seinem 50. EuroLeague-Spiel mit 15 Zählern (ohne Fehlwurf) seine Karrierebestleistung.

Die letzten Saisonspiele bestritt Baskonia in folgender Aufstellung:
PG: Jayson Granger (22 min, 5 p, 5 as), Wade Baldwin (23 min, 11 p, 4 as)
SG: Rokas Giedraitis (34 min, 15 p, 5 rb, 2 st), Artūrs Kurucs (9 min)
SF: Simone Fontecchio (28 min, 12 p, 5 rb), Vanja Marinković (15 min, 1 p)
PF: Matt Costello (19 min, 4 p, 1 bs), Tadas Sedekerskis (19 min, 8 p, 5 rb)
C: Landry Nnoko (24 min, 5 p, 7 rb, 1 bs), Stephen Enoch (12 min, 8 p, 4 rb)

Gut zu wissen:

Rokas Giedriatis und Landry Nnoko spielten von 2018 bis 2020 für ALBA. Unvergesslicher Höhepunkt in diesen beiden Jahren war das zweite EuroCup-Finale gegen Valencia vor 14.500 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena. Peyton Siva erzwang die Overtime, in der Rokas Giedriatis und Luke Sikma mit frühen Dreiern den Grundstein zum 95:92-Sieg legten, mit dem ALBA ein drittes Finalspiel in Valencia erzwang. Ein Jahr später holte sich ALBA mit Rokas und Landry im Pokalfinale gegen Oldenburg (89:67) gerade noch rechtzeitig vor dem coronabedingten Saisonabbruch vor großer Kulisse in Berlin den Pokal und Monate später dann beim Finalturnier in München auch noch den Meistertitel.

Rokas ging anschließend nach Vitoria, Landry wechselte zu Roter Stern Belgrad und ALBA holte Jayson Granger und Simone Fontecchio an die Spree. Jayson glänzte in der immer noch von Corona überschatteten BBL-Saison 2020/21 als bester Berliner Passgeber und Simone als ALBAs Topscorer. Den Schlusspunkt unter die Saison setzte die Finalserie um die Meisterschaft gegen Bayern München, die Jayson Granger im vierten Spiel als Finals-MVP mit 29 Punkten (5/8 Dreier) zum 86:79-Sieg entschied. Simone Fontecchio lieferte sich ein packendes Duell mit Bayerns Vladimir Lucic.

Baskonia Vitoria-Gasteiz (Stats Turkish Airlines EuroLeague 2021/22)

Nr.

Name

Pos.

Alter

cm

Nat.

EL

Pkt

Rb

As

2

Sander Raieste (verletzt)

3

22

204

EST

1 J.

 

 

 

3

Ondřej Hanzlík

3

19

200

CZE

---

 

 

 

5

Wade Baldwin

1

25

193

USA

2 J.

10,5

2,5

3,5

6

Pavel Savkov

3

19

202

RUS

---

 

 

 

7

Alejandro Barrera

2

29

196

ESP

---

0,0

0,0

0,0

8

Tadas Sedekerskis

3

23

206

LTU

3 J.

7,7

5,0

1,0

9

Vanja Marinković

3

24

198

SRB

2 J.

1,0

0,3

0,3

10

Sidy Cissoko

2

17

195

FRA

--

 

 

 

11

Jayson Granger

1

32

188

URU

7 J.

5,3

2,3

5,0

20

Simone Fontecchio

3

25

203

ITA

4 J.

12,3

5,3

1,7

23

Steven Enoch

5

24

208

USA

---

8,0

4,0

0,0

24

Matthew Costello

5

28

208

USA

---

4,0

3,3

0,3

25

Alec Peters (verletzt)

4

26

206

USA

2 J.

 

 

 

29

Pape Sow

3

18

203

SEN

---

 

 

 

31

Rokas Giedraitis

3

29

200

LTU

2 J.

15,0

4,7

0,7

35

Landry Nnoko

5

27

208

CMR

2 J.

4,7

7,3

0,0

47

Artūrs Kurucs

1

21

193

LAT

1 J.

0,0

1,3

1,7

Headcoach: Duško Ivanović (64, MNE, 18. EuroLeague-Saison, mit Unterbrechungen die 13. mit Vitoria)

Baskonia: Resultate der letzten drei Wochen
24.09. Baskonia – Urbas Fuenlabrada (Liga endesa) 96:86 (S) Enoch 23
26.09. Joventut Badalona – Baskonia (Liga endesa) 72:61 (N) Baldwin 23
01.10. Olympiakos Piräus – Baskonia (EuroLeague) 75:50 (N) Giedraitis 15
03.10. BAXI Manresa – Baskonia (Liga endesa) 74:67 (N) Giedraitis 15
08.10. Baskonia – Armani Mailand (EuroLeague) 64:78 (N) Fontecchio 16
10.10. Monbus Obradoiro (Liga endesa) 91:70 (S) Giedraitis 16
12.10. Baskonia – Panathinaikos Athen (EuroLeague) 81:79 (S) Fontecchio 16

ALBA BERLIN: Resultate der letzten drei Wochen
23.09. ALBA – Bonn (easyCredit BBL) 86:88 (N) Eriksson 16
28.09. ALBA – Frankfurt (easyCredit BBL) 101:63 (S) Eriksson 21
01.10. Barçelona – ALBA (EuroLeague) 96:64 (N) Sikma 16
03.10. ALBA – Bonn (BBL Pokal) 83:80 (S) Zoosman 20
08.10. ALBA – Villeurbanne (EuroLeague) 67:71 (N) Lô 22
10.10. Ludwigsburg – ALBA (easyCredit BBL) 74:62 (N) Sikma 20
12.10. ALBA – Fenerbahçe (EuroLeague) 84:70 (S) da Silva 22

ALBA-Bilanz gegen Baskonia
4 Siege – 4 Niederlagen (in Berlin 3-1)
alle Spiele in der EuroLeague
Höchster Sieg: 81:57 am 26. Dezember 2019 in Berlin (EuroLeague)
Höchste Niederlage: 65:106 am 5. November 2008 in Vitoria (EuroLeague)