Giffey: "Basketball zu spielen macht einfach riesigen Spaß!“

Nach zwölf Spielen musste ALBA-Kapitän Niels Giffey die mit ALBA so stark begonnene Saison schon wieder unterbrechen, weil er sich ausgerechnet bei der Vorbereitung auf das Schlagerspiel gegen die Bayern eine Bänderverletzung im linken Daumen zuzog. Sechs Wochen lang musste er zuschauen, bevor er wieder ins Geschehen eingreifen konnte. Im Interview, das wir mit dem ALBA-Kapitän nach dem EuroCup-Spiel in Vilnius führten, wird deutlich, wie glücklich der ALBA-Kapitän – trotz der Niederlage in Vilnius - über sein Comeback war.

Niels, mit dem geplanten Geburtstaggeschenk für Coach Aito hat das am vergangenen Mittwoch in Vilnius ja überhaupt nicht geklappt?

 

NG: Nein, leider nicht. Das war überhaupt kein schönes Spiel. Ich würde zwar sagen, dass wir vom Engagement her besser gespielt haben als in Frankfurt, aber es war einfach nicht genug Qualität da, um einem so starken und heiß laufenden Gegner wie Vilnius auswärts Paroli bieten zu können.

 

ALBA war in der EuroCup-Hinrunde so schön in Schwung. Hast du eine Erklärung, warum ihr plötzlich total den Rhythmus verloren habt?

 

NG: Unser Point Guard Nummer eins, Peyton Siva, der unser Spiel leitet und den Rhythmus in der Offense vorgibt, ist ausgefallen. Das zwingt die jüngeren Spieler, die jetzt mehr Minuten kriegen, unter großem Druck zu einem Lernprozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Stefan Peno und Bennet Hundt machen es für die Verhältnisse schon ganz gut, indem sie ruhig bleiben und nicht hektisch werden. Aber man darf nicht vergessen, dass wir plötzlich von zwei Point Guards dirigiert wurden, die erst zwanzig Jahre alt sind und Peyton einfach noch nicht in vollem Umfang ersetzen können. Das ist eine große Baustelle. Wir müssen alle noch besser spielen als wir es zuletzt getan haben und letztlich auch hoffen das Peyton schnell wieder der alte wird.

 

Training würde wahrscheinlich auch helfen, aber dafür hattet ihr zuletzt bei vielen Auswärtsspielen auch kaum Zeit. Da passt es jetzt doch ganz gut, dass ihr über Weihnachten nur Heimspiele habt?

 

NG: Das kommt uns sehr entgegen. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was wäre, wenn wir in dieser Situation jetzt auch noch dauernd reisen müssten. Man kann einen solchen Negativlauf besser abfangen, wenn man ein paar Heimspiele gewinnt und sich dazwischen im Training wieder in seinen Modus hineinspielen kann.

 

Wie sieht es mit deinem Comeback aus? 17 Minuten und zehn Punkte in Vilnius waren doch ein guter Anfang?

 

NG: Das hat wirklich gut getan, über einen längeren Einsatz in den Spielrhythmus zu kommen. Einfach wieder aktiv zu sein. Das hat sich gut angefühlt.

 

Wie hast du in den letzten Wochen trainiert?

 

NG: Mit dem Oberkörper konnte ich wegen meinem verletzten Daumen nicht viel arbeiten. Aber ich habe viel Athletiktraining für meine Beine und ein wenig Prävention für die Knie gemacht.

Ihr habt es jetzt nicht mehr komplett in der eigenen Hand, in EuroCup-Gruppe C noch Zweiter zu werden. Ist das ein großer Rückschlag?

 

NG: Wir haben auf der Rückfahrt aus Litauen noch einmal darüber gesprochen, ob die Position in der Gruppe entscheidend ist. Aber das Wichtigste ist doch, dass wir überhaupt für die nächste Runde qualifiziert sind. Was nützt es uns, wenn wir jetzt doch noch irgendwie Gruppenzweiter werden, dann aber im TOP16 schlecht spielen? Viel wichtiger ist für uns doch, dass wir unsere Spielqualität wieder auf das Niveau heben, das uns ins TOP16 gebracht hat. Wir müssen unsere Offensive wieder energischer gestalten, den Ball wieder besser wandern lassen und wieder besser verteidigen. Das muss unser Ziel für die nächsten Spiele sein. Die Platzierung in der Gruppe ist zweitrangig, denn im TOP16 geht es sowieso wieder bei Null los.

 

Am Mittwoch gegen Bilbao wird dir Alex Mumbru gegenüberstehen, der mit seinen 38 Jahren schon so etwas wie eine lebende Legende ist …

 

NG: Das ist natürlich ein Spieler, der schon ganz schön abgezockt ist und von dem man sicher noch viel lernen kann. Er bewegt sich nicht mehr viel, aber alles, was er macht, hat Hand und Fuß. Trotzdem muss ich sagen, dass ich lieber gegen jemanden wie ihn spiele als gegen junge, wilde Forwards, die gerade aus dem College gekommen sind.

 

Kannst du dir vorstellen, auch noch so lange Basketball zu spielen?

 

NG: 38 Jahre ... das wären ja noch mal zwölf Jahre, wo mein Körper doch jetzt schon überall zwickt (lacht). Aber auf der anderen Seite: Was will man sonst machen? Basketball zu spielen macht einfach riesigen Spaß. Ich glaube aber, wenn man in dem Alter noch spielt, muss man sich im Verein auch wohl fühlen. Da muss das Umfeld stimmen. Das scheint bei Mumbru ja der Fall zu sein, wenn er jetzt schon neun Jahre für Bilbao spielt.

 

Wie wichtig ist dir, dass ALBA neben der Bundesliga auch im EuroCup spielt?

 

NG: Das ist mir sehr wichtig. Als Sportler suchst du doch die größtmögliche Herausforderung, um dein eigenes Niveau zu testen, und da ist der EuroCup hinter NBA und EuroLeague – vielleicht neben der spanischen Liga - die drittstärkste Liga in der Welt. Das ist ein weltweit beachteter Wettbewerb, in dem man sich als Spieler auch gut präsentieren kann.

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