Grigonis: "Noch nicht so eingespielt, wie wir gerne wären"

Marius Grigonis war wegen seiner EM-Teilnahme der letzte Spieler, der Ende September zu den Albatrossen stieß. Beim Saisonauftakt in Ulm war der Litauer trotzdem ALBAs erster Topscorer. Wir haben mit Marius über seine ersten beiden Spiele im ALBA-Trikot gesprochen.

Marius, wie enttäuscht wart ihr nach dem verpatzten Heimauftakt gegen Bremerhaven?

 

MG: Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen. Auch wenn unsere Würfe nicht fallen, müssen wir ein solches Heimspiel gewinnen. Gute Teams gewinnen solche Spiele, in denen es vorne nicht läuft, über die Verteidigung. Dass wir das nicht getan haben, zeigt uns, dass wir noch nicht gut genug sind und noch viel daran arbeiten müssen, besser zu werden.

 

Was ist konkret schief gelaufen?

 

MG: Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel irgendwie langsam und unkonzentriert begonnen haben. Vielleicht waren wir uns nach dem Sieg in Ulm unserer Sache auch zu sicher. Nach einem so schweren Auswärtssieg denkst du insgeheim schon, dass es in eigener Halle einfacher sein wird. Aber es gibt keine einfachen Spiele. Direkt nach dem Ulm-Spiel hat uns Coach Aito daran erinnert, dass wir noch längst nicht so gut sind, wie wir sein wollen.

 

Ist es gut, dass ihr jetzt gleich am Freitag und Sonntag die Chance habt, es besser zu machen?

 

MG: Normalerweise ist das gut, aber für uns ist das aktuell schon problematisch, denn dadurch, dass wir in der Vorbereitung nie das kompletten Team zusammen hatten, sind wir einfach noch nicht so eingespielt, wie wir es gerne wären. Da gibt es noch so viel, woran wir im Training arbeiten müssten. Es ist nicht einfach, wenn du alle drei Tage ein Spiel hast, das du möglichst auch noch gewinnen musst.

 

Da bleibt ja auch kaum Zeit, sich speziell auf den jeweiligen Gegner wie zum Beispiel jetzt Tübingen einzustellen …

 

MG: Das machen wir in der jetzigen Situation sowieso kaum. Dafür haben wir in der eigenen Mannschaft noch zu viele Baustellen in der Offensive wie auch in der Defensive. Unser Hauptaugenmerk liegt deshalb auf uns und nicht auf dem Gegner.

 

Das war auch dein erstes Spiel in der Mercedes-Benz Arena. Wie hat sich das – mal abgesehen vom Resultat – angefühlt?

 

MG: Die Arena ist sehr schön. Das ist sicher eine der besten, in der ich je gespielt habe. Ich finde es großartig, eine solche Halle als Heimarena zu haben.

Aber mit den Körben in der Arena scheint etwas nicht in Ordnung zu sein? In Ulm hast du am Freitag 7/8 Würfe getroffen, am Montag in Berlin nur 3/11?

 

MG: Das lag nicht an den Körben. Das lag am Werfer! Da nützt es nichts, an den Körben zu schrauben, sondern ich muss in der Trainingshalle ein paar Extra-Würfe nehmen.

 

Trotzdem haben Litauer den Ruf, besonders gute Schützen zu sein. Wie kommt das?

 

MG: Das liegt wohl an unserer Basketballschule. Wir sind ja nicht unbedingt superathletisch und deshalb konzentrieren wir uns schon von klein an aufs Werfen. Ich denke, das ist der Grund.

 

Du bist in der Jugend von Zalgiris Kaunas groß geworden, dann aber nicht in die erste Mannschaft, sondern nach Spanien gegangen. Was waren damals die Gründe?

 

MG: Der Grund war, dass ich viel spielen wollte und die Trainer von Zalgiris haben mir gesagt, dass ich in der ersten Mannschaft nur eine kleine Rolle spielen könne und viel auf der Bank sitzen würde. Als dann das Angebot aus der zweiten spanischen Liga kam, habe ich deshalb meine Koffer gepackt und bin nach Spanien gegangen.

 

Und was waren jetzt die Gründe dafür, nach Berlin zu kommen?

 

MG: Ich möchte mich kontinuierlich weiterentwickeln und sehe hier die Chance, eine Führungsrolle in der Mannschaft zu spielen. Das ist genau der Schritt in meiner Karriere, den ich jetzt tun möchte. Von einem Coach wie Aito gerufen zu werden, von dem ich weiß, dass er Vertrauen in mich setzt, wenn er mich in sein Team holt, empfinde ich als große Chance. Wichtig war mir zudem, dass ich mit ALBA im EuroCup spielen kann.

 

Hast du schon eine Vorstellung von der easyCredit BBL?

 

MG: Ich habe vorher mit Aaron Doornekamp gesprochen, der mit mir zuletzt auf Teneriffa gespielt hat und zuvor in der Bundesliga. Der hat mich schon darauf vorbereitet, dass es hier etwas anders zugeht als in Spanien. Dass der Stil stark durch US-Amerikaner geprägt ist, die sehr physisch spielen. Es hat mich gereizt, einmal in einer anderen Liga zu spielen.

 

Und außerdem bis du hier in Berlin ja jetzt auch wieder näher an deiner Heimat?

 

MG: Das ist natürlich viel angenehmer, nach eineinhalb Stunden Flug zu Hause zu sein. Aus Teneriffa war das immer fast eine Tagesreise. Dafür war dort das Wetter besser. Hier in Berlin ist es ja leider eher so wie ich es aus meiner Heimat kenne. 

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