Heimspiele gegen Bilbao und Braunschweig beenden 2017

Unsere Albatrosse schließen das Jahr 2017 mit zwei Heimspielen ab. Zuerst gastiert am Mittwoch Retabet Bilbao in der Mercedes-Benz Arena. Die Spanier sind in EuroCup-Gruppe C bereits ausgeschieden, aber ALBA möchte mit einem Heimsieg Fahrt aufnehmen für die folgende TOP16. Zwei Tage später am Freitag sind die Löwen Braunschweig im dann wirklich letzten Heimspiel des Jahres zu Gast. Auch hier ist ein Sieg für Coach Aito und sein Team wichtig, um den zweiten Platz in der easyCredit BBL zu behaupten.

Vorschau ALBA - Bilbao

 

So kann eine Saison auch laufen: Eigentlich war Bilbao Basket mit seiner bewährten Mischung aus alt und jung optimistisch in die Saison gestartet. Die im Vorjahr ausgemachten Defizite Athletik und Gefahr von außen, waren im Sommer durch gezielte Verstärkungen korrigiert worden, so dass die Basken sich mit ihrem variablen und sehr tiefen Aufgebot gerade für den EuroCup, wo Bilbao dreimal das Halbfinale und 2013 sogar das Finale erreichte, gut aufgestellt sahen.

 

Veljko Mrsic ersetzte Ende November Trainer Carles Duran

 

Umso größer war die Enttäuschung, als man sich Ende November mit 1:5 Siegen und einer schwachen Defense, die pro Spiel 95 Punkte kassierte, in der Gruppe C schon mit dem Rücken zur Wand wiederfand. Die Vereinsführung sah sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Trainer Carles Duran wurde entlassen und durch den Kroaten Veljko Mrsic ersetzt – mit dem Ziel, vor allem Bilbaos Verteidigung wieder auf Vordermann und den Club damit zurück in die Erfolgsspur zu bringen. Die Defense wurde besser, aber eine 74:86-Niederlage in Limoges im ersten Spiel unter dem neuen Coach sorgte trotzdem für das vorzeitige Aus.

 

Dass ausgerechnet vor diesem Schicksalsspiel (der mittlerweile wieder genesene) Ex-Albatros Jonathan Tabu auf der Spielmacherposition mit einer Schulterverletzung ausfiel,  hatte einen nicht unerheblichen Anteil am frühen Aus Bilbaos. Zwar hatte Bilbao Tabu und dem 37-jährigen Routinier Javier Salgado (der schon in der elften Saison für Bilbao beweist, dass man auch mit nur 1,80 Metern auf höchstem Niveau Basketball spielen kann) im Sommer den nicht nur auf den Beinen, sondern auch im Kopf schnellen brasilianischen Nationalspieler Ricardo Fischer an die Seite gestellt. Aber beide sind nicht so korbgefährlich wie es der 32-jährige Belgier sein kann.

 

Große Korbgefahr durch die Schützen Todorovic und Redivo

 

Bilbaos prominentester Neuzugang ist der junge Argentinier Lucio Redivo. Welch begnadeter Schütze der schnelle Shooting Guard ist, bekam ALBA schon im Hinspiel spüren, wo er mit 20 Punkten ALBAs Sieg zwischenzeitlich in Gefahr brachte. Als Topscorer der Amerika-Liga war der Wechsel nach Spanien für den argentinischen Nationalspieler im Sommer der logische nächste Schritt auf der Karriereleiter. Ebenfalls erst 23 Jahre alt ist der frischgebackene serbische Nationalspieler Dejan Todorovic, der in dieser Saison regelmäßig auf der Position zwei startet und sich dort zum Topscorer der Basken gemausert hat.

 

Neu im Team sind die beiden Forwards Pere Tomas und Shane Hammink. Vor allem der bei Joventut Badalona (unter Trainer Aito) groß gewordene, mittlerweile 28-jährige Pere Tomas soll dabei mit seiner Vielseitigkeit im kommenden Jahr in die Fußstapfen von Alex Mumbru treten. Eine große Zukunft prophezeien viele Beobachter angesichts seiner tollen physischen Voraussetzungen und großer Basketball-Intelligenz auch dem jungen Holländer Shane Hammink. Der Sohn des früheren ALBA-Centers agierte schon zuletzt am US-College Valparaiso als „Point Forward“ (Forward mit Spielmacherqualitäten).

 

Erfahrung auf Position 4: Mumbru (38) und Hervelle (34)

 

Vorerst ist und bleibt Bilbao aber natürlich das Team von Alex Mumbru, der schon seine neunte Saison für die Basken spielt, die aber – so hat er es jedenfalls angekündigt – nun doch seine letzte sein soll. Dass der Forward, der 2006 mit Spanien Weltmeister und 2008 unter Coach Aito die olympische Silbermedaille gewann, immer öfter auf die Position vier hochrückt, ist vielleicht seinem Alter geschuldet, macht Bilbaos Frontcourt aber auch schwer ausrechenbar, denn der andere Vierer, der belgische Nationalspieler Axel Hervelle, ist mit seinen 34Jahren ebenfalls ein ganz ausgebuffter und vielseitiger Basketballer, der auch schon seine achte Saison für Bilbao spielt.

 

Unter dem Korb kann Trainer Veljko Mrsic auf drei Center zurückgreifen, wobei sich der lange und bewegliche US-Amerikaner Mickell Gladness vor allem mit seinen defensiven Qualitäten – er ist ein starker Wurfblocker und Rebounder – als die erste Option herauskristallisiert hat. Sein jüngerer Landsmann Devin Thomas ist zwar kleiner, trotzdem aber ebenfalls ein guter Rebounder. Abgerundet wird Bilbaos lange Garde vom 21-jährigen Serben Vasilije Vucetic, der sein Debüt in Bilbaos erster Mannschaft vor gut einem Jahr in Bilbaos damaligem Spiel gegen ALBA feierte.

 

Vorschau ALBA - Braunschweig

 

Im vergangenen Jahr wurden die Braunschweiger in vielen Saisonprognosen als designierter Absteiger eingestuft und tatsächlich war die Saison für Trainer Frank Menz und seine Mannschaft lange eine Zitterpartie. Erst am 30. Spieltag gelang gegen Vechta der 87:73-Sieg, mit dem die Löwen das Ticket zum Klassenerhalt lösten. Die neue Saison läuft für die Niedersachsen von Anfang an viel besser.

 

Thomas Klepeisz ist Braunschweigs bester Dreierschütze

 

Nach 14 Spieltagen haben sich die Basketball Löwen mit bereits sechs Siegen schon einen ordentlichen Abstand zu den Abstiegsplätzen geschaffen. Aber nicht nur der Blick auf die Tabelle hilft Trainer Frank Menz, der nach einer Operation sein Knie noch nicht wieder voll belasten darf und deshalb im Sitzen coachen muss, seine Beschwerden zu vergessen. Sein Team spielt auch optisch eine Klasse besser. Dank der größeren Athletik wird besser verteidigt, auch die kleinen Spieler rebounden und die Offensive ist mit höherem Tempo nicht nur für die Zuschauer attraktiver, sondern setzt den Gegner auch stärker unter Druck.

 

Einer der wenigen Spieler, die aus dem Vorjahr übrig geblieben sind, ist der Österreicher Thomas „Tommy“ Klepeisz, der mit 23 Punkten und einer hundertprozentigen Wurfquote Braunschweigs Held im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt gegen Vechta war. Der Point Guard der österreichischen Nationalmannschaft, der mit einer Dreierquote von 47 Prozent Braunschweigs gefährlichster Schütze ist, hat im Spielaufbau in dieser Saison aber durch den Litauer Zygimantas Janavicius und den talentierten Bazoumana Kone gleich zweifache Unterstützung bekommen.

 

„Kugelblitz“ DeAndre Lansdowne ist die größte Entdeckung

 

Janavicius, den schon 2014 der damalige Trainer Raoul Korner nach Braunschweig holen wollte, was aber an einer Verletzung scheiterte, die er beim Nationalteam erlitt, bringt mit seiner Erfahrung aus litauischen Topteams wie Zagiris Kaunas eine europäische Spielkultur mit. Seine größten Stärken hat er in der Verteidigung, vorne ist er als zuerst auf den Pass gehender Point Guard das genaue Gegenteil zu Klepeisz. Auch der 24-jährige Hamburger Bazoumana Kone, ein alter Kumpel von Dennis Schröder mit ivorischen Wurzeln, ist mit guter Athletik ein starker Verteidiger im Backcourt, findet aber als Combo Guard auch in der Offensive nach den ersten ungestümen Auftritten immer stärker einen guten Rhythmus.

 

Ihre größte Entdeckung haben die Braunschweiger im Transfersommer mit dem US-Amerikaner DeAndre Lansdowne gemacht, der in der vorigen Saison in der ProA für die Hamburg Towers und auch zuvor noch nie auf Erstliganiveau gespielt hat, gleichwohl aber mit im Schnitt 13 Punkten, drei Assists und zwei Steals so effektiv ist, dass Trainer Frank Menz ihn am liebsten nie vom Parkett holen möchte. Das nur 1,88 Meter große bullige Kraftpaket, das wie ein Kugelblitz druckvoll zum Korb zieht, trifft auch den Dreier – und das fast genauso hochprozentig wie Klepeisz. Genauso wertvoll ist er für die Basketball Löwen aber auch mit seiner starken Defense.

 

Der Königstransfer in Südniedersachen: Scott Eatherton

 

Auf dem Flügel haben die Braunschweiger im November den enttäuschenden US-Guard Jerakious Bradley durch den in Erfurt frei gewordenen Forward Nemanja Jaramaz ersetzt. Der Serbe, der Anfang November noch für die Erfurter zwanzig Punkte gegen Braunschweig erzielte, erweist sich jetzt mit seiner riesigen Vielseitigkeit auch im Braunschweiger Trikot als echter Glücksfall, kann er doch mit seinen 2,01 Metern, guter Technik und viel Spielwitz auf den Positionen eins bis vier spielen. Mit einem guten Distanzwurf mehr ein Spezialist ist hingegen in seiner zweiten Braunschweiger Saison der andere Forward Tim Schwartz.

 

Im Frontcourt überstrahlt Braunschweigs gerade für das Allstar Game nominierter Center Scott Eatheron alle anderen Akteure. Der US-Center, der schon im Vorjahr beim Liga-Nachbarn Göttingen groß aufspielte, spielt jetzt im Löwen-Trikot noch besser und erweist sich damit als der Königstransfer für die Braunschweiger. Unterstützt wird der leichtgewichtige, aber extrem effektive Center in der Zone vom explosiven und sprungstarken US-Forward Anthony Morse und vom talentierten U19-Nationalspieler Lars Lagerpusch, der sich nach dem Schulabschluss in dieser Saison erstmals voll dem Basketball widmen kann. 

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