"Heimvorteil besser nutzen als im zweiten Finalspiel!"

Spencer Butterfield ist mit im Schnitt 13 Punkten und 2,3 Dreiern pro Spiel in den Playoffs ALBAs konstantester Schütze und steht als solcher im Finale unter der besonderen Beobachtung der Bayern-Verteidigung. Trotzdem war der US-Amerikaner am Sonntag beim 66:72 in München mit 16 Punkten und 3/6 Dreiern einmal mehr ALBAs Topscorer. Im Interview sprechen wir mit Spencer, was sein Team tun muss, um jetzt beim 1:2-Rückstand ein entscheidendes fünftes Spiel in München zu erzwingen

Spencer, hat euch am Sonntag in München wie schon zuvor in Berlin eine schwache erste Halbzeit um die Siegchance gebracht?

 

SB: Ja, leider haben wir wie schon beim Spiel in Berlin den Anfang verschlafen. Die Aufholjagd in der zweiten Halbzeit konnte das am Ende nicht mehr ausgleichen.

 

Es heißt ja immer, dass es in Playoffs egal ist, ob man mit einem oder mit dreißig Punkten Differenz verliert. Hat die Höhe der Niederlage in Berlin aber vielleicht doch euer Selbstvertrauen so sehr angekratzt, dass ihr euch erst davon erholen musstet?

 

SB: Ich glaube nicht, dass die Höhe der Niederlage im zweiten Spiel unsere Moral angekratzt hat. Wir haben unabhängig davon einfach nicht so ins Spiel gefunden wie wir uns das vorgenommen hatten. Das ist ja manchmal leichter gesagt als getan und man muss den Bayern auch zugestehen, dass sie sehr gut verteidigen und es uns sehr schwer machen, offene Würfe zu finden.

 

Müsst ihr gegen die Bayern deshalb mehr riskante Würfe nehmen?

 

SB: Das ist keine gute Lösung. Es kann nicht unser Ziel sein, wildere Würfe zu nehmen. Vielmehr müssen wir gegen die Bayern den Ball gut bewegen, bis wir eben doch den freien Mann finden. Das war schon die ganze Saison über unser Spiel und so muss es auch jetzt bleiben. Wir sind offensivstark und wir haben viele gute Schützen im Team, die wir mit Geduld auch irgendwann frei bekommen. So viel Wurfpech wie am Sonntag haben wir zum Glück nicht so oft. Ich bin zuversichtlich, dass das am Mittwoch schon wieder anders aussieht.

 

Das sah in München schon in der zweiten Halbzeit viel besser aus. Welchen Schalter habt ihr da umgelegt?

 

SB: Wir haben uns in der Halbzeit darauf verständigt, unser Spiel entschlossener vorzutragen und vor allem stärker zu verteidigen, was wir in der ersten Halbzeit zu sehr vernachlässigt haben. 

Das hat dann wie im Lehrbuch funktioniert. Eine bessere Verteidigung führt automatisch auch zu einer besseren Offensive mit weniger Ballverlusten und besseren Würfen?

 

SB: Das ist nicht umsonst etwas, was alle Coaches betonen. Mit besserer Verteidigung findest du automatisch auch in der Offensive einen besseren Rhythmus. Durch unsere Verteidigung haben wir uns Schnellangriffe und leichtere Punkte erarbeitet und den Münchenern genau diese leichten Zähler weggenommen. Das war der Schlüssel für den Umschwung.

 

Die Bayern versuchen seit dem zweiten Spiel alles, um das Spieltempo zu drosseln. Wie wichtig ist für ALBA ein hohes Spieltempo?

 

SB: Das ist sehr wichtig für unser Spiel. Wenn wir ins Laufen kommen, sind wir am besten. Voraussetzung für dieses schnelle Spiel ist aber immer eine gute Verteidigung.

 

Vor einer Woche konntet ihr nach dem Sieg mit breiter Brust in die Mercedes-Benz Arena einlaufen. Jetzt steht ihr mit dem Rücken zur Wand?

 

SB: Das ist jetzt eine komplett andere Situation als vor einer Woche. Uns erwartet ein ‚Do or die’. Bei einer Niederlage geht die Saison für uns ohne Titel zu Ende. Jedem in der Mannschaft ist das klar. Aber wir spielen dieses Spiel vor unseren Fans, die uns sicherlich am Mittwoch genauso gut unterstützen werden wie vor einer Woche. Es liegt jetzt an uns, diesen Heimvorteil besser zu nutzen als wir das im zweiten Finalspiel getan haben.

 

Warum hat sich die großartige Atmosphäre im zweiten Spiel nicht auf euer Spiel übertragen?

 

SB: Die große Kulisse war jedenfalls nicht schuld an unserem schwachen Auftritt. Je größer und lauter die Heimkulisse ist, desto besser ist das. Das Problem beim Heimspiel der vorigen Woche war vielleicht, dass wir vom Auftaktsieg in München etwas geblendet waren und die Bayern uns deshalb auf dem falschen Fuß erwischen konnten. Ich setze darauf, dass unser Fokus mit dem Rücken zur Wand am Mittwoch besser sein wird.

comments powered by Disqus

FOLGT ALBA BERLIN

Hier für den ALBA BERLIN
Newsletter anmelden!