"Im TOP16 ist der beste Basketball in Europa zu sehen"

Nihad Djedovic stand in den letzten fünf Jahren beim FC Barcelona, dem Erzrivalen von Real Madrid, unter Vertrag. Im DKB-Talk müssen wir aber erfahren, dass er noch nie gegen Real gewonnen hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden ...

Spielerprofil Nihad Djedovic

 

Nihad, mit welchen Erwartungen gehst Du ins TOP16?

 

ND: Das TOP16 ist für uns der nächste Schritt in der Euroleague, das ist der beste Basketball den Du in Europa sehen kannst, Ich denke, die ALBA-Fans können sich da auf großartige Spiele und großartige Mannschaften freuen, die hier zu uns nach Berlin kommen. Für uns Spieler ist das eine tolle Sache dabei zu sein und wir wollen natürlich beweisen, dass wir da auch hingehören.

 

Wurmt es Euch, dass die beiden deutschen Teams in fast allen Prognosen als die großen Außenseiter dargestellt werden?

ND: Wir haben in der Vorrunde gegen die großen Teams doch gar nicht so schlecht ausgesehen! Wenn Du gegen Maccabi soweit kommst, dass Du das Spiel mit dem letzten Wurf gewinnen kannst, dann ist das doch Beweis genug, dass Du Dich auf diesem Niveau nicht verstecken musst. Ich denke, dass es auch im TOP16 keine leichten Siege gegen ALBA geben wird.

 

Hast Du als ehemaliger Spieler des FC Barcelona eine spezielle Einstellung gegenüber Real?

 

ND: Barcelona gegen Real Madrid ist in Spanien das große Derby, dem die Fans die ganze Saison über entgegen fiebern. Aber gegen Real Madrid zu spielen, ist auch für alle anderen Mannschaften immer eine besondere Sache. Wir ALBA-Spieler freuen uns sehr darauf und ich denke, wir können denen zumindest einen harten Kampf liefern.

Hast Du mit Barcelona einmal gegen Real gespielt?

 

ND: Nein, mit Barcelona hat sich das nicht ergeben, aber mit Virtus Rom habe ich in der Euroleague zweimal gegen Real Madrid gespielt.

 

Und wer hat gewonnen?

 

ND: Real hat beide Spiele gewonnen.

 

 

Dann wird es ja Zeit für Deinen ersten Sieg gegen Real?

 

ND: Wenn Du das sagst ... ich werde jedenfalls alles dafür tun.

 

Erinnerst Du Dich noch an Dein erstes Euroleague-Spiel?

 

ND: Das war vor fünf Jahren, ich war da mit 17 gerade nach Barcelona gegangen und wurde von Trainer Ivanovic in Belgrad aber nur kurz eingesetzt. Mein erstes richtiges Euroleague-Spiel habe ich dann drei Jahre später mit Rom gegen Bamberg gemacht.

 

Du hast kürzlich im Spiel gegen Bamberg mit sechs Assists und in Tübingen mit zehn Rebounds geglänzt. Beschreibt das die Bandbreite Deiner Möglichkeiten?

 

ND: Viele gucken immer vor allem auf meine Fähigkeit, auf verschiedene Weisen zu Korberfolgen zu kommen. Aber ich bin unter anderem auch nach Berlin gekommen, weil ich denke, dass ich unter Trainer Obradovic noch viele andere Dinge lernen und ein kompletterer Spieler werden kann. Basketball besteht ja nicht nur aus Korbwürfen. Das Passspiel und die Rebounds sind da auch wichtige Faktoren. Ich habe mir für diese Saison vorgenommen, meine Fähigkeiten speziell in dieser Richtung einzusetzen. Darüber, dass das in den von Dir angesprochenen Spielen schon so gut funktioniert hat, war ich sehr froh.

 

 

Seit der Verletzung von Vule sind auch die anderen Guards im Team gefordert, sich mehr um den Spielaufbau zu kümmern?

 

ND: Mit Je’Kel haben wir einen Spieler hinzubekommen, der eine etwas andere Rolle spielt, denn er ist mehr ein Combo Guard für die Positionen eins und zwei. Dadurch sind alle im Team gefordert, Dashaun und Heiko beim Spielaufbau zu unterstützen. Ich sehe mich da auch in der Pflicht und denke, dass ich das auch gut machen kann. Je’Kel kann hoffentlich von seiner Erfahrung her etwas ins Team einbringen, was wir durch den Ausfall von Vule verloren haben.

 

Du bist erst 22, wirkst aber mitunter schon viel älter?

 

ND: Ich spiele jetzt schon fünf Jahre professionell Basketball, was für mein Alter eine ganze Menge ist. Wenn Du Dir die anderen Euroleague-Kader anguckst, gibt es nicht so viele 22-Jährige, die schon eine so große Rolle in ihrer Mannschaft spielen wie ich. Genau für diese Rolle bin ich aber nach Berlin gekommen, weil ich glaube, dass ich hier noch sehr viel lernen kann. In ungefähr drei Jahren kannst Du mich dann als „erfahrenen Spieler“ bezeichnen. Im Moment fühle ich mich noch sehr jung

 

Genießt Du es, dass Du mit ALBA endlich einmal eine komplette Saison für dasselbe Team durchspielen kannst?

 

ND: Das ist der zweite Punkt, warum ich mich hier so wohl fühle. Diese Jahre, in denen ich in Barcelona unter Vertrag stand, aber oft mehrfach in einer Saison an andere Clubs ausgeliehen wurde, waren keine gute Basis für meine Entwicklung. Jetzt zu wissen, dass ich hier meinen festen Platz im Team habe, wo ich regelmäßig trainieren, spielen und mich weiterentwickeln kann, kommt mir vor wie ein Neustart in meiner Karriere. Über diese Chance bin ich sehr froh.

Du hast als kleiner Junge mit Deiner Familie sieben Jahre in München gelebt. Hat Dir das geholfen, Dich in Berlin einzuleben?

 

ND: Ich bin in den letzten Jahren soviel in Europa herumgekommen, da lernst Du automatisch, schnell in neuen Umgebungen klar zu kommen. Hier in Berlin war es natürlich besonders einfach, weil ich aus meinen sieben Jahren in München schon gut deutsch konnte. Wenn Du verstehst, was um Dich herum gesprochen wird, wird das Einleben noch einfacher.

 

Dein jüngerer Bruder Nedim, der sogar in München geboren wurde, ist jetzt auch in Barcelona?

 

ND: Ja mein 15-jähriger Bruder hat in Barcelona einen Dreijahresvertrag unterzeichnet und viele sagen, dass er noch talentierter ist als ich. Ich drücke ihm die Daumen, dass er mal ein großer Spieler wird.

Und er wird dann am Donnerstag in Barcelona vor dem Fernseher sitzen und hoffen, dass Real verliert?

 

ND: Wenn er die Zeit dazu hat, wird er das sicher tun. Aber er muss da viel trainieren und spielen und ich weiß nicht, wie sein Plan am Donnerstag ist.

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