Kikanovic: "Die bedeutenden Aufgaben liegen noch vor uns"

Elmedin Kikanovic war schon in der vergangenen Saison mit im Schnitt 14,0 Punkten in der easy Credit BBL und 14,9 Punkten im EuroCup ALBAs Topscorer. Aber in dieser Saison legt der Center noch eine große Schippe drauf. Mit 18,1 Punkten ist der bosnische Nationalspieler der drittbeste Scorer in der nationalen Liga und in der Korbjägerliste des EuroCups belegt „Kika“ mit im Schnitt 22,3 Punkten sogar den zweiten Platz. Da ist es höchste Zeit, Elmedin Kikanovic im DKB-Talk zu Wort kommen zu lassen.

Elmedin, warum habt ihr euch gegen Vechta so schwer getan?

 

EK: Auch wenn es zuerst nicht so aussah, haben wir uns sehr ernsthaft auf das Spiel vorbereitet. Allen war auch klar, dass das kein leichtes Spiel werden würde, weshalb ich auch nicht so recht erklären kann, weshalb wir die erste Halbzeit so schwach und ohne jede Energie gespielt haben. Vielleicht waren wir auch einfach zu sehr von Weihnachten abgelenkt. Aber immerhin waren wir in der Lage, in der Halbzeit die richtigen Schlüsse aus den schrecklichen ersten zwanzig Minuten zu ziehen und haben das Spiel mit größerer Aggressivität noch gedreht.

 

Also Ende gut – alles gut?

 

EK: Nein, wir müssen uns die Botschaft aus diesem Spiel hinter die Ohren schreiben, dass wir auch gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte eine Niederlage riskieren, wenn wir nur mit halber Kraft spielen. Außerdem konnten wir sehen, dass Vechta viel besser spielt als die Bilanz von 1:14 Siegen vermuten lässt. In zwölf Tagen ist ja schon das Rückspiel in Vechta. Da müssen wir von Anfang an konzentrierter spielen. Auch in Tübingen und Braunschweig sind uns die Siege ja wahrlich nicht in den Schoß gefallen.

 

Aber ihr habt diese Spiele alle gewonnen. Macht eine solche Siegesserie einen vielleicht auch etwas leichtsinnig?

 

EK: Das will ich nicht ausschließen. Umso mehr hoffe ich, dass wir diese Lektion jetzt endlich gelernt haben, nachdem wir dreimal in Folge mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Aber jetzt spielen wir ja erst einmal gegen Oldenburg, das ein direkter Konkurrent im Kampf um den vierten Platz ist. Da ist jedem klar, dass wir besser als gegen Vechta spielen müssen. Wir kennen sie ja noch aus der letzten Saison, wo sie uns zweimal ganz knapp, hier in Berlin sogar erst nach Verlängerung, bezwungen haben. Sie haben ihr Team kaum verändert, so dass wir wissen, dass das ein echter Härtetest wird.

 

Lass uns anlässlich des letzten Spiels vor dem Jahreswechsel über deine sensationell gute aktuelle Form reden ...

 

EK: Wollen wir darüber nicht lieber nach dem Oldenburg-Spiel oder noch besser nach der Saison reden? Natürlich bin ich mit meiner bisherigen Leistung zufrieden. Aber die wirklich bedeutenden Aufgaben liegen doch noch vor uns. Wir haben noch so viel vor in dieser Saison – nicht nur in der easyCredit BBL. Im EuroCup haben wir zwar eine schwere Gruppe, aber diese Herausforderung nehmen wir genauso an wie im Pokal, wo wir beim TOP FOUR hier in Berlin den im Vorjahr gewonnenen Pokal verteidigen wollen. Wenn uns das gelingt, können wir gerne darüber reden, was ich dazu beigetragen habe. Jetzt ist mir das noch zu früh.

 

Du kamst wegen der EM-Qualifikation mit dem bosnischen Nationalteam als einer der Letzten zum Team. Wie war das?

 

EK: Das war erst einmal stressig. Ich flog von Stockholm, wo Bosnien-Herzegowina sein letztes Spiel bestritten hat, direkt nach Italien zu ALBAs letztem Vorbereitungsturnier und fünf Tage später hatten wir schon das erste Pflichtspiel gegen Bonn. Aber ich habe es als Herausforderung gesehen, mich unter diesen schwierigen Umständen schnell ins Team zu integrieren.

Auf einen neuen Trainer musstest du dich ja auch einstellen?

 

EK: Natürlich hat jeder Trainer seine eigenen Systeme und setzt andere Schwerpunkte. Aber das hat mir keine Probleme bereitet – nicht zuletzt, weil mir meine Teamkameraden sehr dabei geholfen haben und weil auch die Neuen alle gute Typen sind, mit denen es Spaß macht, in einer Mannschaft zu sein. Die Teamchemie abseits des Feldes war schon früh sehr gut. Jetzt kämpfen wir darum, dass das Verständnis untereinander auf dem Parkett  genauso gut wird. Wir mussten angesichts zahlreicher Verletzungen aber auch viel improvisieren. Rückblickend finde ich, dass wir trotz der schwierigen Umstände noch ganz gut dastehen. Wir sind überall noch im Rennen, was vor allem im EuroCup keine Selbstverständlichkeit war.

 

Vor allem deine Würfe aus der Halbdistanz sorgen für Aufsehen. Die waren zuletzt etwas aus der Mode gekommen, weil der direkte Weg zum Korb oft erfolgversprechender scheint?

 

EK: Ja, nicht viele Center nehmen diese Würfe, aber ich mochte diesen Wurf schon immer sehr gerne. Der macht meine Offensive kompletter. Damit kann ich sowohl schnellere als auch kräftigere gegnerische Center überrumpeln, die dadurch gezwungen werden, etwas aus der Zone herauszukommen, was wiederum meinen Mitspielern Räume öffnet. Nenne den Wurf ruhig altmodisch. Solange ich ALBA damit helfe, nehme ich ihn weiter. (lacht)

 

Auf der anderen Seite des Parketts bringt dich die vom Coach geforderte aggressive Verteidigung des Pick&Roll, das Hedging, ganz schön ins Schwitzen, oder?

 

EK: Der Coach mag es, das Pick&Roll sehr aggressiv zu verteidigen. Ich kenne keinen Center, der dieses Heraus-Sprinten zur Unterstützung der Guards und das anschließende Zurückrennen zum eigenen Mann gerne mag. Aber so verteidigen wir nun einmal und ich bemühe mich, das so gut wie möglich hinzukriegen.

 

In der vergangenen Saison wurde Oldenburgs Brian Qvale als bester Center der Liga ausgezeichnet. Ist dein Duell gegen Qvale am Donnerstag das Schlüsselduell gegen Oldenburg?

 

EK: Brian Qvale spielt auch in dieser Saison wieder sehr stark. Er ist Oldenburgs Topscorer und natürlich werden wir uns überlegen, wie wir gegen ihn spielen. Aber die Oldenburger haben – wie wir auch – noch viele andere sehr gefährliche Spieler wie zum Beispiel Rickey Paulding. In der vergangenen Saison war in meinen Augen Vaughn Duggins, mit dem ich in Nancy zusammengespielt habe, ihr Schlüsselspieler. Der ist jetzt leider verletzt, aber mit Vladimir Mihailovic haben sie jetzt einen guten Ersatzmann gefunden. Brian Qvale und ich werden garantiert alles für den Sieg unserer Teams tun. Aber wer in dem Spiel nur auf die Center guckt, wird am Donnerstag viel verpassen.

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