"Man wird hier gar nicht als Rookie angesehen"

Jonas Mattisseck hat in der noch jungen Saison schon eine bemerkenswerte Entwicklung gemacht. Der Berliner begann die Spielzeit als 17-jähriger Aufbauspieler in ALBAs NBBL-Team (U19) und spielte sich mit guten Leistungen in die erste Fünf von Lok Bernau in der ProB. Vor einer Woche wurde er 18 und dirigierte am Mittwoch im EuroCup ALBAs Profis 14 Minuten lang gegen Darüssafaka Istanbul.

Jonas, wie hast du am Mittwoch deinen ersteren größeren Einsatz für ALBA im EuroCup erlebt?

 

JM: Beim ersten Angriff war ich noch unsicher und aufgeregt. Meine vier Dreier sind leider auch alle nicht gefallen, was aber nicht an der Nervosität lag. Mal triffst du eben und manchmal nicht. Aber die Regel im Team ist, dass du solche Würfe nehmen musst, wenn du frei bist. Kritik gäbe es eher, wenn du solche Würfe verweigerst.

 

Nach dem Ausfall von Peyton Siva kam dein Einsatz gegen Darüssafaka ja nicht mehr so überraschend wie noch am Sonntag beim Pokalspiel. Hattest du zur Vorbereitung schon Videos von Darüssafaka geguckt?

 

JM: Videos gucken wir immer zusammen vor jedem Spiel. Aber in dieser Woche war ich auch morgens beim Training dabei. Da hat sich tatsächlich schon angedeutet, dass ich in dieser Woche deutlich näher am Team dran bin und am Mittwoch meine Chance kriegen würde.

 

Wie beurteilst du dein Duell gegen Darüssafakas Spielmacher Scottie Wilbekin, der ja immerhin Eurocup-Topscorer ist?

 

JM: Nach ein, zwei Minuten hat sich meine Aufregung gelegt. Ich glaube, ich

habe ihn dann ganz gut unter Druck gesetzt und habe ihn nicht sein Spiel spielen lassen. Ein, zwei Mal ist er dann doch gegen mich zum Korb gezogen. Da hätte ich noch besser vor ihn kommen müssen.

 

Wie lange spielst du schon für ALBA?

 

JM: Ich komme aus Lichtenrade und habe zunächst in der JBBL für TuSLi gespielt, wo dann ALBA auf mich aufmerksam geworden ist. Dort spiele ich jetzt in der zweiten Saison in der NBBL und in der ersten für Lok Bernau. Ich bin megazufrieden und superglücklich darüber, wie sich gerade alles für mich hier entwickelt.

 

Du spielst in der NBBL (U19), für Lok Bernau in der ProB und jetzt auch noch in ALBAs erster Mannschaft. Kommt man da auch Mal durcheinander?

 

JM: Es kann manchmal schwierig sein, aber die Coaches helfen mir. Am Sonntag weiß ich noch nicht, wo ich in der folgenden Woche trainiere. Das erfahre ich erst kurzfristig. Aber NBBL und die Profis trainieren alle in der gleichen Halle und manchmal auch Lok, wenn nicht in Bernau trainiert wird. Dadurch wird es leichter für mich und ich kann nach der Schule zum jeweiligen Training gehen.

Was sagt der Lehrer dazu? Leiden die Leistungen in der Schule nicht darunter?

 

JM: Nein, ich bin auf der Sportschule und da ist man darauf eingestellt. Es ist kein Problem, wenn ich auch mal morgens zum Training muss oder zu einem Auswärtsspiel fahre. Die Lehrer bereiten den Stoff dann mit mir nach.

 

Wie behandeln die ALBA-Profis einen 18-Jährigen?

 

JM: Wirklich super. Ich weiß nicht, wie das bei anderen Profiteams ist, aber ich könnte mir es gar nicht besser wünschen. Man wird hier gar nicht als Rookie angesehen. Du bist im Team und wirst dort ganz normal behandelt. Die erfahrenen Spieler helfen mir, wenn ich Fehler mache, aber sie tun das nicht belehrend, sondern geben mir Tipps, was ich besser machen kann. Auch Trainer Aito behandelt mich großartig. Er ist ein unfassbar guter Trainer. Er hilft dir in jeder Situation, hat immer ein Ohr für dich und er erklärt dir Sachen auch fünf, sechsmal, wenn du sie nicht sofort verstehst.

 

Du warst ja schon beim Hinspiel in Istanbul dabei und hast deinen 18. Geburtstag dort gefeiert …

 

JM: Das war auf jeden Fall mein bisher interessantester Geburtstag. Morgens habe ich noch ein bisschen mit meiner Familie gefeiert und dann bin ich mit der Mannschaft nach Istanbul gereist und ich dachte, dass mein Geburtstag damit zu Ende war. Aber am Abend stand dann plötzlich noch ein Kuchen auf dem Abendbrottisch und alle haben ein Ständchen gesungen. Das war sehr schön und hat viel Spaß gemacht.

 

Dein Schwerpunkt liegt momentan in Bernau. Wie würdest du die Mannschaft beschreiben?

 

JM: Wir sind eine junge, aufgeweckte Mannschaft, spielen mit viel Energie gegen die häufig älteren Gegner und stehen in der Tabelle ganz gut da. Ich dachte zu Saisonbeginn, dass ich bei Lok als elfter oder zwölfter Mann vielleicht ein paar Kurzeinsätze kriegen würde und jetzt kriege ich bei ALBA Kurzeinsätze und spiele bei Lok im Schnitt 30 Minuten. Ich fühle mich dabei in der Mannschaft sehr wohl.

 

Und Bennet Hundt ist dein Vorbild?

 

JM: Bennet hat vorgemacht, wie man sich durch gute Leistungen ins Profiteam spielen kann. Dadurch, dass er so viel bei der ersten Mannschaft war, hat er mir in Bernau gewissermaßen größere Chancen eröffnet, die ich genutzt habe.

 

Am Samstag beim gemeinsamen Heimspieltag von ALBA und Lok kommst du jetzt aber in die Klemme. Welches der beiden Spiele in der Mercedes-Benz Arena wirst du denn spielen?

 

JM: Ich hoffe, beide! Ich habe noch nicht gehört, wie die Trainer das sehen, aber von meiner Seite aus wäre das kein Problem. Ich würde sehr gerne beide spielen und gehe sowieso in jedes Spiel mit der gleichen Einstellung – egal, ob das in der NBBL, der ProB oder in der Bundesliga ist.

comments powered by Disqus

NÄCHSTE HEIMSPIELE

easyCredit BBL

vs Bayreuth

Sa. 03.03.2018

18:00 Uhr

easyCredit BBL

vs Göttingen

Sa. 17.03.2018

18:00 Uhr

Folge uns in den Sozialen Netzwerken:

Hier für den ALBA BERLIN
Newsletter anmelden!