Robinson: "Den Ball mit anderen zu teilen, macht mehr Spaß!"

In diesem DKB-Talk stellen wir unseren Ende März nach Berlin gekommenen Neuzugang Gerald Robinson vor. Den warf ALBA-Trainer Ahmet Caki in Oldenburg nach nur zwei Trainingseinheiten gleich ins kalte Wasser – zwar nur für gut dreizehn Minuten, aber das genügte schon, um zu erkennen, dass Gerald eine echte Verstärkung für das durch den Ausfall von Peyton Siva immer noch geschwächte ALBA-Team ist.

Gerald, willkommen bei ALBA! Wie hast du dein erstes Spiel erlebt?

 

GR: Das war natürlich nicht das Resultat, dass ich mir zum Einstand bei ALBA gewünscht habe. Gleich zu gewinnen, hätte mir besser gefallen. Aber sonst war es schön, nach zweiwöchiger Spielpause wieder ein richtiges Basketballspiel zu spielen.

 

Ihr wart nicht in der Lage, Oldenburgs Dreierschützen zu stoppen?

 

GR: Ja, damit haben sie uns geschlagen. Dabei hatten wir in der Vorbereitung darüber gesprochen, dass die viele gute Schützen haben und dass gerade Paulding und ihre Vierer, DeZeeuw und Schwethelm, gute Werfer sind. Aber die haben alle ihre Dreier gemacht. Wir haben sie einfach nicht gut genug verteidigt.

 

Wie war die Stimmung in der Kabine nach dem Spiel?

 

GR: Wir haben uns natürlich alle geärgert. Das ist doch klar, wenn du in einem so wichtigen Spiel so viele Fehler machst. Kein Gegner darf neunzig Punkte machen. Wir müssen definitiv besser verteidigen und uns in der Defense besser gegenseitig unterstützen.

 

Nach deiner guten Saison mit Nanterre hattest du im vergangenen Sommer sicher auch Angebote aus Europa. Wie bist du dann im Iran gelandet?

 

GR: Ich hatte einfach Lust, mal was ganz anderes auszuprobieren, zu sehen, wie in Asien Basketball gespielt wird. Dabei  war von vornherein klar, dass die Saison dort kürzer ist und dass ich im Frühjahr noch irgendwo in Europa würde weiterspielen können. Das war von vornherein mein Plan gewesen, der jetzt ja auch aufgegangen ist.

 

Wie muss man sich ein Ligaspiel in der iranischen Superliga vorstellen. Sind da auch Frauen unter den Zuschauern?

 

GR: Das ist unterschiedlich. In der Liga gibt es zwei Clubs, wo auch Frauen als Zuschauer zugelassen sind. Die sitzen aber separat.

 

Wie kam jetzt der Kontakt zu ALBA zustande?

 

GR: Dafür habe ich meinen Agenten. Wenn ein Wechsel ansteht, schlägt er mir das vor und ich sage dann ja oder nein. Als er mich über die Möglichkeit bei ALBA informiert hat, war ich schon auf dem Weg in die USA, habe aber nicht lange gezögert. Von zuhause bin ich dann gleich wieder Richtung Berlin aufgebrochen. Es ging alles sehr schnell.

Im Iran dürfen nur zwei Ausländer pro Team spielen. Sieht es dann so aus, dass diese zwei das Spiel dominieren?

 

GR: Im Prinzip ist das so. Aber in meinem Team war das nicht ganz so extrem. Da waren auch einige sehr gute einheimische Spieler dabei, unter anderem vier iranische Nationalspieler.

 

Hier in der Bundesliga sind die Teams tiefer besetzt, was auch bedeutet, dass du wohl die Verantwortung mehr teilen musst?

 

GR: Das macht so eigentlich mehr Spaß, wenn in einer Mannschaft alle auf einem ähnlichen Niveau spielen. Da entwickelt sich ein ganz anderer Spielstil. Es hat mir auch Spaß gemacht im Iran der Go-to-Guy meines Teams zu sein. Jetzt mit jeweils vier anderen den Ball zu teilen, ist anders, macht aber letztlich mehr Spaß.

 

Was denkst du, wie kannst du ALBA am besten helfen?

 

GR: Ich will meine Energie an beiden Enden des Courts, also offensiv und defensiv, einbringen. Ich kann mit meiner Schnelligkeit gut zwischen Angriff und Verteidigung umschalten.

 

Du bist ein Combo Guard, kannst also auf den Positionen eins und zwei spielen?

 

GR: Ich bezeichne mich lieber als ‚Basketballspieler’ und will mich eigentlich nicht so sehr auf einzelne Positionen festlegen lassen, die sowieso immer mehr an Bedeutung verlieren. Nimm LeBron James, der kann praktisch auf jeder Position spielen. In diese Richtung entwickelt sich der Basketball und das gefällt mir.

 

Und dass das Spiel immer schneller wird, kommt dir natürlich auch entgegen?

 

GR: Klar, das schnelle Spiel macht mir am meisten Spaß. Wenn wir auf Gegner treffen, die es langsamer angehen, müssen wir ihnen unser Spiel aufzwingen. Am Ende gewinnt immer der, der seine Spielweise durchsetzt.

 

Du kommst aus derselben Stadt wie Ex-Albatros Alex Renfroe, mit dem du gut befreundet bist. Was kann er besser als du oder was kannst du besser als Alex?

 

GR: Unsere Spielweise ist unterschiedlich, deshalb fällt mir der Vergleich schwer. Gemeinsam ist uns, dass wir beide vielseitig sind. Aber Alex reboundet besser als ich.

 

Tübingen, euer nächster Gegner am Samstag, nimmt in der Liga die meisten Dreier. Wie müsst ihr gegen die spielen?

 

GR: Einem solchen Gegner darfst du keine offenen Würfe geben. Unser Ziel gegen einen solchen Gegner muss sein, ihnen möglichst nur schwierige Würfe zu geben. Wenn sie die auch machen, dann muss man dem Gegner gratulieren. Aber Oldenburg hatte zum Beispiel am vergangenen Sonntag gegen uns viel zu viele leichte Würfe.

 

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