Schilling: „Wir fühlen uns als Teil des Ganzen“

Am Donnerstag bejubelten mehr als 12.000 Fans den Heimsieg unserer Albatrosse gegen Oldenburg. Unter ihnen auch das komplette Team von Kooperationspartner Lok Bernau, das sich nach seiner wöchentlichen Einheit im ALBA-Trainingszentrum das Heimspiel in der Mercedes-Benz Arena nicht entgehen ließ. Gelegenheit, mit Lok-Coach René Schilling über das Basketballjahr 2016 zu sprechen – über die Partnerschaft, Tabellenführung in der ProB und die Entwicklung der ALBA-Talente.

René, als Trainer rechnet man eigentlich in Saisons. Dennoch die Frage: Wie fällt dein persönlicher Jahresrückblick aus?

Sehr erfolgreich. Der Aufstieg aus der Regionalliga, jetzt die Tabellenführung in der ProB. Dass es nach dem Aufstieg gleich so erfolgreich weiter geht, hätten wir nicht gedacht. Natürlich waren wir überzeugt, Potenzial zu haben. Dass es dann aber so gut läuft, ist schon eine positive Überraschung.

Mit welcher Marschroute habt ihr das Team für die ProB zusammengestellt?

Wir wollten uns schon oben positionieren. Klar war natürlich das Saisonziel Nichtabstieg. Aber es war eher unser Anspruch, im Mittelfeld zu landen, um uns eine gute Ausgangsposition zu schaffen. Jetzt spielen wir um den ersten Platz und das Playoff-Heimrecht mit, das ist wirklich sehr gut.

Was sind die Schlüssel zu diesem erfolgreichen Saisonstart?

Die Mischung funktioniert sehr gut. Der Bernauer Kern funktioniert. Die jungen ALBA-Spieler bringen sehr viel Qualität mit und rufen diese auch in den wichtigen Situationen ab. Die Neuen, wie ein Robert Kulawick, bringen sehr viele Führungsqualitäten mit aufs Feld.

Was hat sich durch die Kooperation mit ALBA seit dieser Saison für dich verändert?

Nur positive Sachen. Ich habe mit Sebastian Trzcionka einen sehr kompetenten Co-Trainer dazu bekommen. Es macht mir sehr viel Spaß, dass ich jetzt jemanden habe, mit dem ich über Basketball reden kann, der sehr viel Input gibt und auch kritisch mit vielen Situationen umgeht. Ich habe jetzt jüngere Spieler im Training, was natürlich wieder einen anderen Umgang erfordert. Alle ALBA-Jungs machen sich gut. Tim Schneider und Ferdinand Zylka rufen ihre Leistung zum Großteil ab. Da ist immer noch Potenzial nach oben. Aber auch all die, die uns sonst im Training unterstützen, kommen mit viel Motivation und versuchen sich anzubieten. Sei es ein Lukas Herwig, Bennet Hundt oder Kevin Wohlrath. Und noch eine Sache hat sich durch die Kooperation für mich persönlich verändert:  Ich muss nicht mehr so oft den Bus fahren, was ich in der Regionalliga immer getan habe (lacht).

Was bringt es den ALBA-Talenten, nun  auf diesem Level zu spielen und zu trainieren?

Ich hoffe, dass sich die Lücke zu den Profis schließt. Dass sie auch sehen, wo ihre Grenzen sind, und sei es vielleicht nur körperlicher Natur. Sich auch in einer anderen Umgebung durchzusetzen. Ich bin anders als Trainer. Es ist ein anderes Team. Man ist nicht gleich der Star, der man in der NBBL oder Regionalliga war. Man sitzt vielleicht auch mal ein Spiel lang auf der Bank. Und man erwartet trotzdem von dir, dass das Training danach gut ist. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Jungs individuell besser zu machen und an das nächste Level heranzuführen.

Wie läuft der Kontakt zum ALBA-Profiteam?

Wir stehen immer im Kontakt mit Thomas Päch, der die engste Schnittstelle darstellt. Wir können jederzeit beim Profitraining zuschauen und uns da Input holen. Allein schon, dass Marco Baldi, Himar Ojeda und Henning Harnisch regelmäßig bei uns in der Halle sind, merkt man. Hinzu kommt der Austausch mit Trainern wie Konstantin Lwowsky und Petrick Femerling. Das fühlt sich nicht an wie „die wohnen da oben im Norden“, sondern man fühlt sich als Teil des Ganzen.

Ein weiteres Ziel der Kooperation ist die Zusammenarbeit im Breitensport. Wie funktioniert diese?

Konkret arbeitet mit Davide Bottinelli ein ALBA-Trainer mit unserer U10 und macht einen sehr guten Job. Die Kinder lieben ihn. Die Eltern waren am Anfang etwas skeptisch. Da kommt jetzt einer, der den Albatros auf der Brust trägt statt der Lok. Aber das funktioniert super. Dann veranstalten wir im Januar die erste kinder+Sport-Aktion im Rahmen eines Schulaktionstags bei uns. Heute sind wir mit über 200 Lok-Eltern und -Spielern beim ALBA-Heimspiel in der Mercedes-Benz Arena. Man merkt schon, dass in dieser kurzen Zeit viele Dinge angeschoben wurden. Dass man nicht nur redet, sondern auch macht.

Jetzt haben wir auf das Jahr 2016 zurückgeblickt. Was wünscht du dir für 2017?

Gerne würden wir weiter so erfolgreich sein, auch wenn das am schwersten steuerbar ist. Wir wollen Spieler wie Tim und Ferdinand noch näher an die Profisituation heranführen. Ich würde mir wünschen, dass die Beiden Lok Bernau als Sprungbrett nutzen.

(Fotos: Ricardo Steinicke)

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