Sikma: "Wir lassen uns von Niederlagen nicht runterziehen"

Der seit Wochen in bestechender Form agierende Luke Sikma war beim TOP16-Auftakt unser tragischer Held, denn er machte gegen Gran Canaria mit 27 Punkten (nur ein Fehlwurf!), 7 Rebounds, 2 Assists und 2Steals sein bisher bestes Spiel für ALBA, das aber trotzdem 81:100 verloren ging. Das Spiel am Sonntag in Ludwigsburg gefiel unserem Power Forward da viel besser. Da war Luke auch wieder ALBAs bester Spieler und diesmal reichten seine 15 Punkte, 9 Rebounds und 3 Assists auch zum 86:67-Sieg.

Spielerprofil Luke Sikma

Luke, das war am Sonntag in Ludwigsburg nach der Niederlage auf Gran Canaria eine tolle Reaktion der gesamten Mannschaft. Seid ihr gut darin, Lektionen aus Niederlagen schnell umzusetzen?

 

LS: Ja, ich denke, das kann man so sagen. Erst einmal lassen wir uns von Niederlagen nicht runterziehen, sondern gucken uns ganz nüchtern an, was wir verkehrt gemacht haben und arbeiten dann daran, diese Fehler möglichst schon im nächsten Spiel abzustellen. Das machen wir schon die ganz Saison so und wir fahren damit sehr gut. Umgekehrt heben wir auch nach einem großen Sieg nicht ab. Auch da gibt es immer noch Sachen, die wir in unserem Spiel verbessern können.

 

War die hohe Wurfquote der Schlüssel zum Sieg? Ist Basketball so einfach?

 

LS: Klar, wenn die Würfe fallen wie in Ludwigsburg, ist das natürlich sehr hilfreich. Wenn es vorne gut läuft, wird alles einfacher. Dann hast du auch mehr Energie für die Verteidigung übrig. Das hat uns gerade gegen ein so hart spielendes Team wie Ludwigsburg sehr geholfen. Gegen einen solchen Gegner musst du jeden kleinen Vorteil nutzen und das war am Sonntag nicht zuletzt unsere bessere Wurfquote. 

 

Am Ende standen bei euch 19 Ballverluste zu Buche. Spielen die Ludwigsburger die unbequemste Verteidigung in der Liga?

 

LS: Ja, aber wir waren darauf eigentlich gut vorbereitet. Einige im Team kennen die Ludwigsburger Spielweise ja schon aus früheren Saisons. Das hat geholfen, uns auf diesen Gegner einzustellen. Wir wussten, was für ein harter Kampf uns dort erwartet. Wir hatten uns auch auf einen solchen Lauf vorbereitet, wie sie ihn im zweiten Viertel hingelegt haben. Da war wichtig, dass wir auch in dieser Phase trotz der vielen Ballverluste einen kühlen Kopf bewahrt haben und dann mit besserer Ballbewegung wieder zurück ins Spiel gefunden haben.

 

Die Hinrunde als Tabellenzweiter abzuschließen ist ein großer Erfolg …

 

LS: Auf jeden Fall. Ich glaube, das haben zu Saisonbeginn nur wenige diesem jungen und unter einem neuen Coach mit einer neuen Philosophie weitgehend neu zusammengestellten Team zugetraut. Ich denke, der zweite Platz zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und macht uns Mut für die Rückrunde.

Die spielst bisher eine bärenstarke Saison – auch weil du dich in diesem Team sehr wohlfühlst?

 

LS: Ja, so kannst du nur spielen, wenn es im Team um dich herum stimmt. Ich habe hier eine Rolle gefunden, die mir sehr gefällt. Ich versuche, in allem mit gutem Beispiel voranzugehen und der Mannschaft wie auch immer zu helfen. Leistungen wie vor einer Woche auf Gran Canaria sind für mich wertlos, wenn dabei kein Sieg herauskommt.

 

Tim Schneider sagte kürzlich an dieser Stelle, dass er dich dafür bewundert, wie ruhig du auch in kritischen Situation bleibst. Musstest du das lernen oder ist das deine Natur?

 

LS: Das musste ich auch lernen und ich muss in dieser Hinsicht immer noch besser werden. Manchmal werde auch ich nämlich noch hitzköpfig. Um das zu kontrollieren, ist ein langer Reifeprozess nötig. Aito hilft mir mit seiner ruhigen Art an der Seitenlinie sehr, das auch auf dem Parkett umzusetzen.

 

Peyton Siva stand nach seiner Verletzung in Ludwigsburg zum ersten Mal wieder in ALBAs Startaufstellung. Wie wichtig ist er für ALBA?

 

LS: Sehr wichtig. Mit seinem Talent und seiner Athletik kann er die ganze Mannschaft mitreißen. Er weiß, wie man ein Team anführt und dafür sorgt, dass alle an einem Strang ziehen. Dass er jetzt relativ schnell zu seiner alten Form zurückfindet, hilft uns sehr.

 

Am kommenden Wochenende fahrt ihr beide für ALBA zum Allstar Game nach Göttingen. Was erwartest du da?

 

LS: Erst einmal ist es eine große Ehre für mich, als Allstar nominiert zu werden. Ich freue mich auf diese Erfahrung. Das ist mal etwas ganz anderes, vor Publikum nur so nur zum Spaß zu spielen. Dass auch Peyton mit dabei ist, macht die Vorfreude noch größer.

 

Moment, nur zum Spaß? Die ALBA-Fans drücken in diesem Jahr dem Team International die Daumen und wollen es auch siegen sehen ...

 

LS: Natürlich! Das Team National wird einen schweren Stand haben, versprochen!

 

Vorher am Mittwoch erwartet euch im EuroCup gegen Galatasaray ein ganz anderes Spiel. Nach der Auftaktniederlage auf Gran Canaria steht ihr da unter großem Erfolgsdruck?

 

LS: Mit 0:2 ins TOP16 zu starten würde uns in eine sehr schwierige Situation bringen. Wir haben auf Gran Canaria nicht gespielt wie wir uns das vorgenommen hatten und müssen jetzt zu unserem Spiel zurückfinden. Zum Glück können wir unseren Heimvorteil dabei nutzen. Galatasaray ist sehr erfahren und talentiert, aber sie sind in dieser Gruppe einer genauso verzwickten Situation wie wir. Das wird ein richtig harter Kampf.

 

Ist das schon ein „Do or Die“-Spiel?

 

LS: Ich tue mich immer schwer damit, Spiele so früh in der Saison als „Do or die“ zu charakterisieren. Mein Anspruch ist, jedes Spiel so gut wie möglich zu spielen. Wenn das nicht zum Sieg reicht, weil der Gegner die verrücktesten Würfe trifft, dann muss man das akzeptieren. Das wichtigste ist für mich auch am Mittwoch, dass wir mit guter Intensität ins Spiel gehen und dort unser Bestes geben – normalerweise reicht das ja auch zum Sieg.

comments powered by Disqus

NÄCHSTE HEIMSPIELE

easyCredit BBL

vs Frankfurt

Fr. 27.04.2018

19:00 Uhr

easyCredit BBL

vs Ulm

Di. 01.05.2018

15:00 Uhr

Folge uns in den Sozialen Netzwerken:

Hier für den ALBA BERLIN
Newsletter anmelden!