Siva: "Wir haben viele schlaue Spieler im Team"

Peyton Siva setzte vor einer Woche einen schönen Schlusspunkt unter ALBAs EuroCup-Saison, als er in Istanbul gegen Galatasaray alle zwölf ALBA-Punkte in der Verlängerung machte und damit ALBA nicht nur zum Sieg führte, sondern auch MVP des letzten TOP16-Spieltags wurde. Diese Siegermentalität des Point Guards wird ALBA auch im Spitzenspiel gegen Oldenburg und am Wochenende in Ulm brauchen.

Peyton, wie geht es deiner Schulter?

 

PS: Sie tut immer mal wieder weh, aber es wird langsam besser. Wir haben da eine ganz gute Balance zwischen Belastung und Ruhepausen gefunden, die mir ermöglicht in den Spielen meine Leistungsfähigkeit immer weiter zu steigern.

 

Der Physio hat in einem Interview durchblicken lassen, dass du - wenn es darum geht, Schmerzen auszuhalten - der Härteste im Team bist?

 

PS: Was, ich? (lacht) Nein, nein!

 

Aber du hast doch als Junge American Football gespielt. Das ist doch viel härter als Basketball?

 

PS: Das stimmt allerdings und diese Erfahrung hilft mir in der Tat sehr, vor nichts und niemandem auf dem Spielfeld Angst zu haben. Beim Football lernst du, mit harten Kontakten und den daraus resultierenden Schmerzen zu leben.

 

Der Sieg in Jena war um einiges schwerer als der im Hinspiel?

 

PS: Das überrascht nicht, denn das ist ein gut gecoachtes Team und mit den ganzen ehemaligen ALBA-Spielern haben sie so viel Erfahrung. Speziell Kyle Weaver hat diese große Erfahrung gegen uns sehr clever genutzt.  Aber in der zweiten Halbzeit haben wir dann doch noch unsere Würfe getroffen und den Sieg eingefahren.

 

War es ein Problem, dass ihr im Prinzip ohne Center spielen musstet?

 

PS: Ich glaube nicht. Wir leben doch schon die ganze Saison damit, dass immer irgendjemand fehlt. Dann muss eben jemand anderes einspringen. Luke Sikma hat deshalb auch schon bei früheren Gelegenheiten als Center spielen müssen und das hat am Ende auch in Jena ganz gut geklappt. Luke ist sowieso unser Joker. Er kann eigentlich auf allen Positionen von eins bis fünf spielen.

 

Luke kommt wie du aus Seattle. Kanntet ihr euch eigentlich schon vorher?

 

PS: Nein, ich kannte natürlich seinen Namen und bin ihm ein paar Mal über den Weg gelaufen, habe auch seine Karriere an der High School verfolgt. Aber er lebte am ganz anderen Ende der Stadt, weshalb ich ihn erst hier in Berlin so richtig kennengelernt habe. Jetzt ist es natürlich toll, jemandem im Team zu haben, der aus der gleichen Stadt kommt. Für mich gehört das zum Schönsten am Dasein als Basketball-Profi, dass du überall verschiedene Leute und Kulturen kennenlernst – und manchmal auch jemanden aus deiner Heimat.

Die Bayern haben am Sonntag in Bamberg gewonnen. Ist es jetzt euer Ziel, den zweiten Platz bis zum Ende der Punktrunde zu verteidigen?

 

PS: München noch einzuholen, wird jetzt wirklich schwer. Die haben einen Lauf und sind sehr tief besetzt. Aber wir folgen ja sowieso seit Saisonbeginn unserer Devise, von einem Spiel zum nächsten zu denken und fangen jetzt nicht an, zu kalkulieren, wie viele Spiele wir noch gewinnen müssen, um einen bestimmten Platz zu erreichen. Erfahrungsgemäß ist es in den Playoffs umso leichter, je besser du platziert bist. Also müssen wir so viele Spiele wie möglich gewinnen.

 

In der Tabelle sitzt euch ja gleich eine Handvoll Verfolger im Nacken. Aber fast alle kommen in der Rückrunde noch nach Berlin. Ist das euer größter Trumpf?

 

PS: Ich denke ja. Es ist gut, dass wir gegen einige dieser Verfolger – wie auch gegen Oldenburg – in der Hinrunde schon einen Auswärtssieg vorgelegt haben. Das setzt Oldenburg im Rückspiel schon zusätzlich unter Druck, was wir jetzt aber auch ausnutzen müssen. In eigener Halle, mit den Fans im Rücken, ist es einfach leichter, das Momentum in einem Spiel auf deine Seite zu ziehen. Am Mittwoch wird es aber ein harter Kampf, denn die Oldenburger sind sehr offensivstark und wir müssen gegen sie definitiv besser verteidigen als in Jena. Auch am offensiven Brett müssen wir uns steigern.

 

Die EWE Baskets haben mit Mickey McConnell einen sehr schnellen Point Guard. Du wirst da am Mittwoch ordentlich rennen müssen?

 

PS: Das ist kein Problem für mich. Ich denke, gerade das schnelle Spiel liegt ALBA und ich liebe das hohe Tempo genauso wie McConnell, der sein Team sehr gut dirigiert und seine Mitspieler wie Rickey Paulding in eine gute Wurfposition bringt. Im Hinspiel hat Frantz Massenat uns viele Dreier eingeschenkt. Den müssen wir besser kontrollieren – genauso wie deren Big Men, die auch sehr gut den Ball verteilen.

 

Du bist ja schon gut auf Oldenburg vorbereitet, aber Coach Aito richtet doch eigentlich den Fokus mehr auf das eigene Team?

 

PS: Ja, das stimmt. Die Ausführung unserer eigenen Prinzipien steht bei uns in dieser Saison ganz im Vordergrund. Wir gucken nicht so sehr darauf, was der Gegner macht, sondern versuchen unser Spiel zu spielen. Wenn das nicht sofort gelingt, dann besprechen wir in der Halbzeit, was wir verändern müssen. Das funktioniert so gut, weil wir viele schlaue Spieler im Team haben, die in der Lage sind, das auch sofort umsetzen. Ich denke, das ist unsere große Stärke in dieser Saison.

 

Mit dieser Fähigkeit seid ihr doch eigentlich auch für das TOP FOUR am Wochenende gut aufgestellt, wo ja auch kaum Zeit ist, sich vorher auf den Gegner einzustellen?

 

PS: Ja, dass wir nicht so sehr darauf angewiesen sind, die Gegner vorher bis ins Innere hinein zu scouten, sollte uns auch da helfen. Ich habe aber generell die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht soviel bringt, wenn die Spieler vorher tonnenweise mit Infos zum Gegner überhäuft werden. Irgendwann verwirrt dich das nur noch.

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