"Spiel 5 vor unseren Fans zu spielen, ist eine große Sache!"

Für Akeem Vargas, der seine fünfte Saison für ALBA spielt und der playoff-erfahrenste Spieler im Team ist, ist das Spiel fünf der packenden Serie gegen Oldenburg ein ganz spezielles, denn für den ALBA-Guard ist es die dreihundertste Partie im Berliner Trikot. Vor ihm rangieren in ALBAs Ehrenliste jetzt nur noch Henrik Rödl (512), Teoman Öztürk (489), Marko Pesic (382), Wendell Alexis (341) und Jörg Lütcke (324). Aufgrund der Kürze der Zeit haben wir Akeem noch während der Rückfahrt aus Oldenburg angerufen, um mit ihm über dieses fünfte Spiel und natürlich auch über das vergangene am Dienstag in Oldenburg zu sprechen.

Akeem, die Rückfahrt aus Oldenburg gehört für die Albatrosse seit jeher zu den längsten in der Liga. Wie ist die Stimmung im ALBA-Bus nach einer solchen Niederlage?

 

AV: Ich denke jetzt erst einmal an den Mann, der während des dritten Viertels in Oldenburg direkt hinter unserer Bank zusammengeklappt ist. Unser Doc und der Physio sind sofort über die Bande gesprungen, um ihn zu reanimieren, bis er ins Krankenhaus gebracht wurde. Ich hoffe jetzt nur, dass er außer Lebensgefahr ist. Das ist mir tausendmall wichtiger als ein Basketballspiel und deshalb sind meine Gedanken jetzt mehr bei dem Herrn und seiner Familie als bei unserer Niederlage.

 

Können wir trotzdem über das Spiel reden?

 

AV: Ja, natürlich. Es war zu erwarten, dass Oldenburg zu Hause ganz anders aufspielt als auswärts. Sie haben auch gleich ihre ersten Dreier sehr gut getroffen, aber wir hatten uns schon darauf eingestellt, auf einen Gegner zu treffen, der sehr aggressiv aus der Kabine kommt und haben im ersten Viertel auch noch sehr gut darauf reagiert – später im dritten Viertel dann leider nicht mehr.

 

Warum konntet ihr in der zweiten Halbzeit auf den von vielen Dreiern genährten Oldenburger Lauf nicht so gut antworten wie in der ersten?

 

AV: Oldenburg kam sehr fokussiert aus der Halbzeit, hat auch schwierige Würfe getroffen, die nicht an jedem Tag reingehen, und uns damit überrollt. Wir haben aber einfach nicht mehr so gut verteidigt und haben ihnen viel zu viel Freiraum für die vielen Dreier gelassen. Dadurch hatten wir zu wenige Stopps, um unsere schnellen Gegenstöße zu spielen, was in der ersten Halbzeit noch gut geklappt hat.

 

Müsst ihr jetzt taktisch etwas für das fünfte Spiel umstellen?

 

AV: Ich denke, dass wir taktisch überhaupt nichts umstellen müssen. Wir müssen nur so spielen wie wir schon mit unseren Fans im Rücken die ersten beiden Heimspiele in dieser Serie gespielt haben. Unser hohes Tempo durchzusetzen gelingt uns zu Hause deutlich besser als auswärts. Wir müssen uns nichts Neues ausdenken.

Mit dem kräftigen, aber auch sehr versierten Center Mahalbasic, der in der Zone nur schwer zu stoppen ist, den Ball aber auch immer wieder sehr gut nach draußen zu den Schützen bringt, haben die Oldenburger aber eine richtig starke Waffe?

 

AV: Oldenburg ist natürlich ein guter Gegner mit starken Spielern. Aber das ist nichts Neues und wir haben selbst auch sehr gute Spieler in unseren Reihen. Ich sehe keinen Spieler bei den Oldenburgern, der uns so viele Probleme machen kann, dass wir das Spiel am Donnerstag nicht gewinnen könnten. Wie das Spiel fünf jetzt ausgeht, liegt ganz allein an uns.

 

Geht man in ein solches fünftes Spiel mit einer anderen Einstellung als in die vorherigen?

 

AV: Man geht nicht direkt anders in ein solches Spiel rein, aber ein Spiel fünf ist doch das Größte, was man sich als Basketballer vorstellen kann. Für solche Spiele betreibt man doch diesen Sport, davon träumt man doch schon als kleiner Junge. Die Vorfreude auf Donnerstag ist deshalb sehr groß. Das habe ich als unser Playoff-Veteran heute nach dem Spiel in der Kabine auch gerade mit Blick auf die jungen Spieler gesagt, die jetzt zum ersten Mal ein solches fünftes Spiel spielen. Dass wir Spiel fünf vor unseren Fans spielen können, ist eine große Sache. Diesen Heimvorteil haben wir uns mit guten Leistungen in der Punktrunde verdient.

 

Das ist übrigens dein dreihundertstes Spiel für ALBA. Gefällt es dir, dieses Jubiläum in einem so bedeutenden Spiel zu begehen?

 

AV: Natürlich, das ist doch großartig! Da werden besonders viele Freunde und Bekannte in der Arena sein und mich unterstützen. Das ist ein toller Rahmen für solch ein Jubiläum. Es war immer mein Traum, mal für ALBA zu spielen und ich habe jedes der bisherigen 299 Spiele genossen. Da ist es mir sogar sehr recht, dass mein Jubiläumsspiel auch für alle anderen ein ganz besonderes Spiel ist. 

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