TV Lich & ALBA BERLIN: 500 km entfernt und doch so nah

Wenn man bei Google Maps Lich und Berlin eingibt und auf Routenplanung drückt, erscheint die Zahl „512“ – 512 Kilometer trennen die deutsche Hauptstadt und die knapp 15.000 Einwohner zählende Kleinstadt in Mittelhessen. Auf den ersten Blick scheint es schon ein wenig ausgedacht, warum ausgerechnet die beiden größten Basketballclubs der Städte, ALBA BERLIN und der TV Lich seit Oktober 2016 miteinander an einer Partnerschaft arbeiten, die vor zwei Wochen nun auch offiziell bekannt gegeben wurde.

Was steckt also hinter dieser Partnerschaft und worauf basiert diese Idee, die Annette Gümbel, Abteilungsleiterin Basketball beim TV Lich und Henning Harnisch, Vizepräsident bei ALBA und Leiter der ALBA Jugend, in den kommenden Jahren verfolgen wollen? Wir haben mit Annette Gümbel über diese doch eher außergewöhnliche Kooperation gesprochen.

 

ALBA: Annette, vor knapp zwei Wochen habt ihr offiziell in Lich die Kooperation mit ALBA BERLIN bekannt gegeben. Henning war auch vor Ort und die Landrätin des Kreises Gießen Anita Schneider hat die Schirmherrschaft für eure Zusammenarbeit übernommen. Aber von Beginn an, wie kam der Kontakt zu ALBA BERLIN zu Stande?

 

Annette: Das war im Oktober 2016: Unser Jugendwart David Lauer kam zu mir und sagte, dass er von der Kampagne von ALBA BERLIN gelesen hätte die „Körbe runter zu holen“. Er war gleich total begeistert und Feuer und Flamme: „Das müssen wir auch hier in Lich hinbekommen!“ Auch ich fand die Idee von Anfang an interessant und daraufhin habe ich Henning einfach angeschrieben und tatsächlich saßen wir einige Wochen später bereits in Lich zusammen an einem Tisch.

 

ALBA: Und dann? Worüber habt Ihr gesprochen? Nur über die Idee der höhenverstellbaren Körbe?

 

Annette: Nein, und das war das Tolle an dem Gespräch. Christian Knaus, mein Sportdirektor in Lich, Henning, David und ich haben zusammengesessen und Henning hat uns seine „Sportidee“ erklärt: Verknüpfung zwischen KITA-, Grund- und weiterführenden Schulen immer unter Einbindung des lokalen Sportvereins. Wir waren sofort infiziert von der Idee und haben uns mit dem Basketball-Vorstand ernsthaft darüber Gedanken gemacht, ob wir dieses Modell nicht auch bei uns umsetzen können.

 

ALBA: Die Idee war also geboren, wie ging es dann weiter?

 

Annette: Im Februar bin ich dann gemeinsam mit Christian und unserem Mini-Trainer Freddy Lengler nach Berlin gefahren. Wir haben drei Tage lang bei der ALBA Jugend hospitiert und einen umfassenden Einblick bekommen, wie die Idee in Berlin umgesetzt wird und vor allem auch was für Rahmenbedingungen hierfür notwendig sind. Voll motiviert sind wir wieder nach Lich gefahren.

 

ALBA: Was sind denn aus deiner Sicht die entscheidenden Rahmenbedingungen?

 

Annette: Ich denke, dass man solch eine Idee nicht ohne die notwendigen Strukturen umsetzen kann. Dazu gehört natürlich sowohl das Management als auch hauptamtliche Trainerstellen, die am Vormittag in KITA und Schule arbeiten können. Wichtig ist auch der feste Zusammenhalt in meinem Vorstand und der gemeinsame Wille, es auszuprobieren und sich gemeinsam mit dem Verein und den Partnern in der Kommune auf den Weg zu machen.

 

ALBA: Das wollt ihr jetzt ja angehen – was erhofft Ihr Euch denn von der Kooperation?

 

Annette: Vor allem wollen wir den Basketball in Lich stärken und noch mehr Kinder zum Sport bringen. Zudem wollen wir zeigen, dass wir das Sportmodell von ALBA BERLIN auch im ländlichen Raum umsetzen können und dafür keine Millionenstadt benötigen.

 

ALBA: Das sind große Ziele, aber jetzt einmal ganz konkret, wie wird die Partnerschaft sichtbar und mit Leben gefüllt?

 

Annette: Den Startschuss haben wir ja bereits mit der Umrüstung unserer Halle(Anbringen der Minibasketballkörbe, Anm. d. Red.) hier gesetzt, jetzt wollen wir noch intensiver an dem Austausch arbeiten. Im Juni fahren wir als Basketballabteilung wieder nach Berlin und wir planen bereits die ersten Austausche zwischen Jugendmannschaften des TV Lich und ALBA BERLIN. Nicht zu vergessen: Über Ostern war bereits mit Mirko Petrick ein ALBA-Trainer bei uns vor Ort im Camp. Uns wird schon nicht langweilig.

 

ALBA: Eine Frage zum Schluss: Es gibt ja durchaus auch Bundesligisten in Hessen, ganz in Eurer Nähe. Warum habt Ihr Euch trotz der räumlichen Distanz uns ausgesucht?

 

Annette: Diese Frage bekomme ich in den letzten Wochen häufiger gestellt und die Antwort ist relativ simpel: ALBA hat diese neue „Sportidee“ konzipiert und bei der geht es eben nicht um Jugendleistungssport in erster Linie, sondern um ein Modell, mit dem wir uns identifizieren können. Möglichst viele Kinder zum Sport zu bringen und diese über eine systematische Arbeit auch im Sport zu halten. Es ist eine Sportidee, die auch hier in unsere Region hoffentlich möglichst viele Nachahmer findet.

 

Und in Zeiten der Digitalisierung sind Entfernungen ja eh kein Hindernis mehr, insofern blicken wir sehr optimistisch in die Zukunft und freuen uns darauf, was wir in den nächsten Jahren hier gemeinsam entwickeln können.

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