
Drei Tage nach dem Bundesligasieg (82:76) in Braunschweig spielen unsere Albatrosse – diesmal im Pokal und in der Berliner Mercedes-Benz Arena – am Mittwoch um 19 Uhr schon wieder gegen die Basketball Löwen. Mit einem Sieg über die Niedersachsen würde sich der Titelverteidiger ALBA sicher für das Finalturnier um den MagentaSport BBL Pokal qualifizieren. Bei einer Niederlage mit bis zu vier Punkten Differenz müssten die Albatrosse das dritte Qualifikationsspiel gegen Oldenburg gewinnen, um sich zu qualifizieren und bei einer Niederlage mit fünf oder mehr Punkten wären die Berliner vorzeitig ausgeschieden. MagentaSport überträgt das Spiel aus der Mercedes-Benz Arena ab 18:45 Uhr.
Braunschweig hat nur noch eine kleine Chance im Pokal
In der Pokal-Qualifikationsgruppe A, in der aufgrund der Berliner Corona-Zwangspause im Oktober nur noch die beiden ALBA-Resultate gegen Braunschweig und Oldenburg fehlen, führt Bonn mit 2:1 Siegen, gefolgt von Berlin (1:0) und Braunschweig (1:1). Oldenburg ist mit 0:2 bereits ausgeschieden. Bei einem Sieg ist ALBA für das TOP4 qualifiziert, bei einer Niederlage mit ein bis vier Zählern Differenz könnten die Berliner mit einem Sieg im dritten Spiel gegen Oldenburg noch ihr Ticket zum Finalturnier lösen. Sollten die Albatrosse gegen Braunschweig mit mehr als vier Punkten Differenz verlieren, hätten sie vorzeitig das TOP4 vorzeitig verpasst.
Braunschweig kann das Pokal-TOP4 nur noch mit Berliner Schützenhilfe (einem ALBA-Sieg gegen Oldenburg) erreichen. Vorher müssten die Basketball Löwen aber ALBA mit mindestens 17 Punkten Differenz schlagen. Im Dreiervergleich hätte Braunschweig dann vor Bonn und Berlin die Nase vorne. Das TOP4, für das die Bayern, Ulm und Göttingen als Gewinner der drei anderen Quali-Gruppen bereits qualifiziert sind, findet an einem noch zu bestimmenden Termin in München statt.
US-Guards Robinson und Allen sind die Anführer im Backcourt
Ursprünglich sollte das im Oktober ausgefallene Pokalspiel an Silvester nachgeholt werden. Aber das Gesundheitsamt beorderte die Basketball Löwen, die mit ihrem Teambus bereits kurz vor Berlin waren, wegen eines positiven Corona-Tests kurzfristig in eine 14-tägige Quarantäne zurück. Zwar sind die Braunschweiger jetzt erst seit gut einer Woche zurück im Training, aber am Sonntag in der Bundesliga konnte man sehen, dass die Löwen diese Zeit gut genutzt haben. Mit vielen taktischen Verteidigungswechseln machten sie ALBA das Siegen ziemlich schwer.
Angeführt wird das Braunschweiger Team im Backcourt von den US-Guards James Robinson und Bryon Allen, die in Braunschweig neu sind, die Bundesliga aber aus früheren Engagements in Bayreuth bzw. Oldenburg kennen. Robinson, der am Sonntag angeschlagen pausierte, ist ein erfahrener und defensivstarker Spielmacher, der als drittbester Assistgeber der Liga in erster Linie seine Mitspieler mit kreativen Pässen in Szene setzt. Auch der kräftige Allen verteilt 5,4 Assists pro Spiel, ist aber zuerst als Schütze bekannt, der mit viel Selbstvertrauen seine eigenen Würfe nimmt.
23-jähriger Nationalspieler Karim Jallow ist der Topscorer
Der aus Frankfurt gekommene Garai Zeeb und der Rückkehrer Bazoumana Koné komplettieren den Backcourt. Der heute 27-jährige Koné begeisterte mit seinen explosiven Attacken und zuweilen genialen Pässen schon vor zehn Jahren im Braunschweiger NBBL-Team an der Seite von Dennis Schröder und Daniel Theis. In den späteren Jahren warfen ihn aber wie letzte Saison in der G-League immer wieder schwere Verletzungen aus der Bahn. In Braunschweig, wo sein Kumpel Dennis Schröder jetzt Hauptgesellschafter ist, startet „Bazou“ nun einen neuen Anlauf.
Zum Gesicht der Braunschweiger Mannschaft, die sich die Entwicklung junger deutscher Spieler auf die Fahnen geschrieben hat, hat sich schon in der vergangenen Saison Karim Jallow gemausert. Der bei den Bayern ausgemusterte Münchener ist nicht nur Topscorer und zweitbester Rebounder der Basketball Löwen, sondern auch ein Nationalspieler, der trotz erst 23 Jahren mit bedingungsloser Einsatzbereitschaft dem ganzen Team den Weg zeigt. Auf beiden Flügelpositionen ist der athletische Forward mit seinen spektakulären Zügen zum Korb am gefährlichsten.
Meisner und Schilling: Am US-College ausgebildete Big Men
Nachdem der drei Jahre lang die Zone dominierende Scott Eatherton nach Spanien gewechselt ist, hat Braunschweig den Frontcourt komplett neu aufgestellt. Mit dem im Sommer in seine Heimatstadt zurückgekehrten Lukas Meisner, der am Sonntag gegen ALBA seinen Ruf als gefährlicher Schütze mit 5/6 Dreiern untermauert hat, und Center Gavin Schilling, den Trainer Pete Strobl schon aus seiner Zeit als Assistant Coach in Ulm kennt, setzen die Basketball Löwen dabei auf zwei deutsche Big Men, die sich den letzten Schliff an einem US-College geholt haben.
Als Back-up auf der Position vier fungiert mit dem aus Vechta gekommenen U18-Nationalspieler Luc Van Slooten eines der größten deutschen Nachwuchstalente. Auf der Centerposition soll der bis hinter die Dreierlinie korbgefährliche Tscheche Martin Peterka zusammen mit dem athletischen Schilling die von Eatherton hinterlassene Lücke füllen und bringt dabei nicht nur die Erfahrung aus fünf Jahren beim tschechischen Serienmeister Nymburk mit. Mit der tschechischen Nationalmannschaft landete Peterka bei der WM 2019 auf dem sechsten Platz.
„Generalprobe“ in der BBL ging Sonntag mit 82:76 an ALBA
Auch ohne ihren an der Hand verletzten US-Spielmacher James Robinson (soll in Berlin wieder dabei sein) probten die Braunschweiger am Sonntag über weite Phasen mit vielen taktischen Wechseln in der Verteidigung den Aufstand gegen die favorisierten Albatrosse. Zwar legte ALBA, das seine Reihen mit vielen von Verletzungen zurückgekehrten Spielern auch erst wieder neu sortieren musste, zur Halbzeit eine 51:43-Führung vor. Aber weiter ließen sich die Gastgeber nie abschütteln und ALBA musste mit 16 Punkten von Simone Fontecchio und 13 von Louis Olinde bis zum Ende um den 82:76-Sieg kämpfen. Für Braunschweig waren Lukas Meisner (17), Bazou Kone (14) und Bryon Allen (13) die Topscorer.
Im bisherigen Saisonverlauf spielte Braunschweig in folgender Aufstellung (in Klammern gerundete Saison-Stats/Spiel):
PG: James Robinson (32 min, 12 p, 3 rb, 6 as), Garai Zeeb (6 min)
SG: Bryon Allen (32 min, 12 p, 4 rb, 5 as), Bazoumana Koné (15 min, 7 p)
SF: Karim Jallow (31 min, 16 p, 6 rb, 3 as), Lukas Wank (12 min, 4 p)
PF: Lukas Meisner (29 min, 14 p, 4 rb , 2 as), Luc van Slooten (14 min, 6 p)
C: Gavin Schilling (24 min, 12 p, 8 rb), Martin Peterka (14 min, 5 p, 3 rb)
Stimmen zum Spiel:
Israel Gonzalez (ALBA Associate Headcoach): „Zwei Spiele in so kurzer Zeit gegen Braunschweig sind wie eine Mini-Playoffserie. Es wird darauf ankommen, welches Team aus dem Spiel am Sonntag die besseren Rückschlüsse ziehen und Anpassungen bis zum Mittwoch vornehmen kann. Braunschweig hat schon am Sonntag Verteidigungsvarianten gezeigt, mit denen wir Probleme hatten und auf die wir uns vorbereiten müssen. Dazu müssen wir defensiv ebenfalls besser agieren, um im Pokal ins TOP4 einziehen zu können.“
Marcus Eriksson (ALBA-Guard): „Wir haben bereits am Sonntag feststellen können, dass Braunschweig ein gutes Team ist und auch das Pokalspiel dementsprechend eine schwere Aufgabe wird. Beide Teams werden hochmotiviert ins Spiel starten, denn es geht um das Weiterkommen im Pokal. Umso wichtiger wird es sein, dass wir mit viel Energie ins Spiel starten. Wir werden aus dem Spiel am Sonntag unsere Rückschlüsse ziehen und uns dementsprechend gut auf Mittwoch vorbereiten.“
Gut zu wissen:
Braunschweigs Hauptgesellschafter Dennis Schröder und US-Trainer Pete Strobl haben sich zum Ziel gesetzt, bei den Basketball Löwen vorrangig junge deutsche Spieler zu fördern. Die Basketball Löwen haben deshalb als einziger Bundesligist nur drei Ausländer im Team. Bei dieser Vorgabe überrascht es nicht, dass die Braunschweiger im bisherigen Saisonverlauf mit 63,7 Prozent der Gesamtminuten mehr Spielzeit an einheimische Spieler geben als jeder andere Club in der easyCredit BBL. ALBA BERLIN folgt in dieser Rangliste mit 55,5 Prozent auf dem zweiten Platz.
Lukas Meisner spielte in der Saison 2015/16 zusammen mit Maodo Lo in New York für die Columbia University. Für Maodo war dies die vierte und letzte Saison in der NCAA, für den drei Jahre jüngeren Braunschweiger war es die erste. Bazoumana Kone ist wie Louis Olinde in Hamburg geboren und aufgewachsen. Auf dem Basketball-Parkett kreuzten sich ihre Wege aber nur kurz in der Saison 2015/16, als der damals 17-jährige Louis mit einer Doppellizenz sporadisch in der ProA beim Klub des fünf Jahre älteren Koné, den Hamburg Towers, vorbeischaute. 2016 spielte Koné eine halbe Saison zusammen mit Johannes Thiemann für Ludwigsburg.
Basketball Löwen Braunschweig (Stats easyCredit BBL 2020/21)
Nr. | Name | Pos. | Alter | cm | Nat. | BBL | Ø Pkt | Ø Rb | Ø As |
0 | Lukas Wank (krank) | 2/3 | 24 | 198 | GER | 2 J. | 3,6 | 2,4 | 0,5 |
1 | Bazoumana Koné | 1/2 | 27 | 193 | GER | 5 J. | 7,4 | 1,6 | 1,4 |
2 | Anthony Watkins | 1/2 | 20 | 194 | GER | --- | 0,0 | 0,2 | 0,0 |
3 | Garai Zeeb | 1 | 23 | 187 | GER | 6 J. | 0,6 | 0,1 | 0,9 |
4 | Luc van Slooten | 3 | 18 | 203 | GER | 2 J. | 6,2 | 1,0 | 0,6 |
5 | Bryon Allen | 2 | 28 | 193 | USA | 1 J. | 11,7 | 4,1 | 5,0 |
7 | Lukas Meisner | 3/4 | 25 | 205 | GER | 2 J. | 13,6 | 4,0 | 1,7 |
8 | James Robinson | 1 | 26 | 191 | USA | 2 J. | 11,9 | 2,8 | 6,2 |
10 | Sananda Fru | 3/4 | 17 | 205 | GER |
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11 | Kostja Mushidi (krank) | 2/3 | 22 | 195 | GER | 1 J. | 11,7 | 2,0 | 1,3 |
12 | Jannik Göttsche | 5 | 20 | 208 | GER | 1 J. | 0,0 | 0,6 | 0,0 |
15 | Martin Peterka | 4/5 | 26 | 205 | CZE | --- | 5,0 | 2,8 | 1,0 |
21 | Simon Roosch | 2/3 | 20 | 198 | GER |
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34 | Gavin Schilling | 5 | 25 | 206 | GER | 2 J. | 12,1 | 7,8 | 0,6 |
35 | Karim Jallow | 2/3 | 23 | 198 | GER | 5 J. | 16,3 | 5,6 | 2,5 |
Head Coach: Pete Strobl (42, US/AUT, zweite BBL-Saison als Hedcoach, seit 2019 in Braunschweig)
Braunschweig: Resultate der letzten drei Wochen:
14.01. Braunschweig – Weißenfels (easyCredit BBL) 91:104 (N) Koné 21
17.01. Braunschweig – ALBA BERLIN (easyCredit BBL) 76:82 (N) Meisner 17
ALBA BERLIN: Resultate der letzten drei Wochen:
29.12. ALBA – Zalgiris Kaunas (EuroLeague) 71:74 (N) Fontecchio 14
03.01. ALBA – Bayern München (easyCredit BBL) 85:72 (S) Olinde 17
05.01. ALBA – Baskonia Vitoria (EuroLeague) 95:91 (S) Granger 21
07.01. ALBA – Maccabi Tel Aviv (EuroLeague)73:85 (N) Fontecchio 15
10.01. ALBA – Gießen 46ers (easyCredit BBL) 92:82 (S) Fontecchio 18
12.01. Efes Istanbul – ALBA (EuroLeague) 84:76 (N) Granger 17
14.01. ALBA – Armani Mailand (EuroLeague) 70:84 (N) Lammers 18
17.01. Braunschweig – ALBA (easyCredit BBL) 76:82 (S) Fontecchio 16
ALBA-Bilanz gegen Braunschweig: 63:12
63 Siege – 12 Niederlagen (in Berlin 34 - 3)
BBL: 51-9 / Playoff: 7-2 / Pokal 4-1
Höchster Sieg: 112:75 am 7. November 1999 in Br’schweig (Bundesliga)
Höchste Niederlage: 66:76 am 29. Oktober 2004 in Br’schweig (Bundesliga)