
In seiner zweiten Saison bei ALBA spielt Gabriele Procida eine größere Rolle im System von Cheftrainer Israel González. Das größere Vertrauen des Trainers scheint sich auszuzahlen: Am Donnerstag bewies der 21-jährige Italiener mit 22 Punkten gegen Maccabi Tel Aviv, was für ein Potential in ihm steckt. Vor dem BBL-Duell gegen Bayern München haben wir uns mit Gabriele getroffen und mit ihm über seine Entwicklung, das Derby und den perfekten ALBA-Spieler gesprochen. (Foto: Tilo Wiedensohler)
Der berüchtigte Berliner Winter hat angefangen, deshalb starten wir mal so: Was vermisst du an Italien hier in Berlin?
Das Wetter, auf jeden Fall das Wetter! Und natürlich das Essen. Die Familie selbstverständlich auch – aber vor allem das Wetter und das Essen.
Trotz des kalten Wetters bist du am Donnerstag in Belgrad gegen Maccabi Tel Aviv richtig heißgelaufen und hast mit 22 Punkten einen neuen EuroLeague-Karrierebestwert aufgestellt. Fühlst du dich in deiner zweiten Saison mit ALBA auf dem europäischen Toplevel angekommen?
Ich bekomme mehr Gelegenheiten, mich zu beweisen und spüre das Vertrauen des Trainers. Das ist natürlich gut fürs Selbstvertauen und ich gebe mein Bestes, um meine Chancen zu nutzen. Ich fühle mich gerade gut, muss aber noch viel an mir arbeiten, um mich in der EuroLeague zu etablieren.
Woran arbeitest du, um den nächsten Schritt zu machen?
Ballhandling ist erstmal sehr wichtig. Auch meine Übersicht. Ich will die Situationen auf dem Feld besser lesen. Dazu ist natürlich mein Shooting in Verbindung mit der Fußarbeit im Fokus. Aber auch der Körper und die Defense dürfen nicht vernachlässigt werden. Auch in der Verteidigung konzentriere ich mich auf die Fußarbeit und das Lauern auf Steals.
Welche Ziele hast du dir für diese Saison gesetzt?
Vor der Saison habe ich mir zwei klare Ziele gesetzt: Konstanter zu spielen und weniger Fehler zu machen. Dabei möchte ich vor allem keine Fehler wiederholen. Mit dieser Einstellung gehe ich auch ins Training.
Für euch als Team gleicht die Saison einer Achterbahnfahrt. Wie gehst du im zweiten Jahr mit dieser schwierigen Situation um?
Wir wollen keinen „Heroball“ spielen sondern müssen zusammenhalten und geduldig sein. Die neuen Spieler müssen sich weiterhin an das System gewöhnen und auch die angeschlagenen Jungs brauchen Zeit, um wieder bereit zu sein. Wir müssen an unser System glauben und konstant gute Leistungen bringen.
Stell dir vor du könntest dir einen Spieler aus vier Skills deiner Teammates kreieren. Welche Skills würdest du von deinen Mitspielern nehmen?
Matts Shooting, Matteos Ballhandling, Khalifas Größe und ... (überlegt) meine Athletik!
Kannst du uns was über deine Beziehung zu Matteo erzählen?
Wir kennen uns schon seitdem wir 15 Jahre alt sind. 2018 haben wir zusammen bei der U16-EM gespielt. In den darauffolgenden Jahren haben wir uns dann immer wieder bei der Nationalmannschaft gesehen. Wir sind auch zusammen in den A-Kader berufen worden. Diesen Sommer haben wir wirklich jeden Tag zusammen verbracht – und das ist auch so geblieben. Wir sind richtig gute Freunde!
Am Sonntag spielt ihr in der Max-Schmeling-Halle gegen Bayern. Was erwartest du von der Partie?
Schon in meiner ersten Saison in Berlin habe ich die Rivalität zwischen ALBA und Bayern deutlich gespürt – das sind immer besondere Derbys. Am meisten erinnere ich mich an die bittere Pokal-Halbfinalniederlage. Bayern erwischt uns gerade in einer schwierigen Situation. Wir haben unsere letzten Partien verloren und viele verletzte Spieler. Trotzdem werden wir am Sonntag natürlich alles geben! Unsere Fans können in einer vollen Halle auch zu einem wichtigen Faktor werden. Vielleicht helfen sie uns dabei, das Derby zu gewinnen und wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren.
