Die BBL-Hauptrunde ist Geschichte, die Playoffs stehen kurz vor der Tür. Höchste Zeit also, um die bisherige Saison mit Luke Sikma Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf die heißeste Phase des Jahres zu wagen. Im Interview verrät der ALBA-Kapitän seine besten drei ALBA-Playoff-Momente, seinen Playoff-Song und warum ALBA-Saisons wie Kinder sind. (Foto: Tilo Wiedensohler)

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Luke, wo steht die bisherige ALBA-Saison für dich im Vergleich zu den anderen Spielzeiten hier in Berlin?

So weit schlagen wir uns ganz gut, finde ich (lacht). Wir haben den Club-Rekord für Bundesligasiege in einer Saison aufgestellt. In der EuroLeague ist es natürlich nicht so gut für uns gelaufen, aber ich bin stolz darauf, dass wir in jedem Spiel gekämpft haben. Ein Vergleich zu meinen anderen ALBA-Saisons fällt mir aber schwer, weil jedes Jahr anders ist. Es ist wie mit Kindern: Man liebt jedes gleich viel.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in dieser Saison?

Natürlich kann man immer wieder auf den engen Spielplan verweisen, aber das ist seit vier Jahren so tough. In dieser Saison haben uns immer wieder Verletzungen und Krankheiten aus dem Rhythmus gebracht. Seit wir in der EuroLeague spielen, war keine Saison so hart wie diese. Das war die beste EuroLeague, in der ich bisher gespielt habe. Jedes Spiel war wahnsinnig herausfordernd. Da mussten wir immer auf unserem absoluten Toplevel agieren, um überhaupt mithalten zu können.

Wie kommst du bei all der Belastung zwischendurch mal zur Ruhe?

Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, bei den vielen Spielen zwischendurch auf anderen Gedanken zu kommen. Gleichzeitig ist genau das aber unheimlich wichtig für den Kopf. Mittlerweile bekomme ich das ganz gut hin. Entweder schaue ich Netflix, um mal komplett abzuschalten oder spiele eine Runde Golf. Außerdem gehe ich sehr gern essen. Es ist wichtig, ein normales Leben abseits von Basketball zu führen, denn das Leben hat noch viel mehr zu bieten. Das müssen wir uns alle immer wieder bewusst machen.

Im US-Basketball sagt man, dass es das Schwierigste ist, dreimal hintereinander einen Titel zu gewinnen. Das habt ihr geschafft. Wie motiviert ihr euch jetzt für das vierte Mal?

Es wird mit jedem Jahr schwieriger, aber ich glaube nicht, dass das mit fehlender Motivation zusammenhängt. Es ist vielmehr so: Jedes Team will den amtierenden Meister schlagen. Schon in der Hauptrunde ist deshalb jedes Spiel ungleich schwieriger. Dass wir drei Mal in Folge Deutscher Meister werden konnten, spricht für das, was wir uns bei ALBA über die Jahre aufgebaut haben. Mit einem vierten Titel würden wir unsere Arbeit nochmals krönen. Das wäre echt der Wahnsinn!

In der Hauptrunde hast du oft betont, dass ihr euch eher auf die Verbesserung eures Spiels konzentriert, als den Gegner zu analysieren. Ändert sich das in einer Playoff-Serie mit mehreren Spielen?

Ich glaube tatsächlich nicht, dass das eine so große Rolle bei uns spielt. Natürlich lernen wir unseren Gegner in einer Playoff-Serie besser kennen, sehen am Sonntag wie Ulm in der Defense und Offense agiert. Aber es bringt nichts, den Gegner bis ins kleinste Detail zu analysieren und jeden Spielzug zu studieren, wenn man selbst schlecht spielt. Deswegen ist es uns wichtig, dass wir den Fokus auf uns legen und die Feinheiten in unserem Spiel verbessern.

Du bist seit 2017 in Berlin. Hat sich deine Rolle hier über die Jahre hinweg verändert?

Meine Rolle ist im Großen und Ganzen gleichgeblieben, Kleinigkeiten ändern sich aber von Jahr zu Jahr. Die größte Veränderung während meiner Zeit bei ALBA war wohl die Ernennung zum Captain des Teams vor der letzten Saison. Vorher konnte ich für diese Rolle viel von Mitspielern wie Rafa Martínez bei Valencia oder Niels Giffey lernen. Ich nehme die Rolle als Kapitän sehr ernst und will dem Team einfach dabei helfen, so gut wie möglich zu spielen.

Was ist deine liebste ALBA-Playoff-Erinnerung?

Es ist einfach unmöglich, nur einen Moment herauszunehmen, deshalb hier meine Top 3: Der erste Titel meiner Karriere mit ALBA beim Bubble-Turnier war großartig, besonders weil wir in den Vorjahren immer so knapp davor waren. Außerdem erinnere mich immer gern an das Jayson-Granger-Game im vierten Spiel des Playoff-Finales 2021 in München. Und letztes Jahr war natürlich auch super, als wir nach der bitteren Heimniederlage im dritten Finalspiel eine tolle Leistung in München gezeigt haben und den Threepeat klargemacht haben.

Was ist dein Song für die BBL-Playoffs 2023?

Playoff-Song? Das ist einfach: Burna Boy mit Last Last.