Für die Basketballer von ALBA BERLIN endet mit fünf Spielen innerhalb von neun Tagen eine der anspruchsvollsten Wochen der Saison am Dienstag (12. April, 18:30 Uhr, live auf MagentaSport) mit einem Heimspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg. ALBA steht aktuell auf dem vierten Platz in der Tabelle der easyCredit BBL, hat jedoch am 30. Spieltag noch zehn Spiele in der Punktrunde zu absolvieren: Neben fünf regulären Spielen stehen noch fünf Nachholpartien auf dem Spielplan und die Berliner haben so die Möglichkeit, vor den Playoffs die Führung in der Tabelle zu übernehmen. (Foto: Camera4)

Israel González (ALBA-Hadcoach): "Oldenburg spielt ein komplett anderes Sytem unter dem neuen Coach. Sie sind sehr gefährlich und spielen in einem schnellen Rhythmus. Ihre Verteidigung ist stärker geworden und sehr aggressiv im Pick & Roll. Es ist unser fünftes Spiel in neun Tagen. Die Hauptaufgabe für uns wird sein, die nötige Energie für die Partie aufbringen zu können."

Tamir Blatt (ALBA-Guard): "Wir wollen auch gegen Oldenburg weiter auf dem Court Spaß haben und erfolgreichen Basketball spielen. Ich freue mich außerdem darauf, gegen Max Heidegger zu spielen, den ich vom Nationalteam kenne."

Yovel Zoosman (ALBA-Guard): "Oldenburg hat sich sehr verbessert. Sie spielen jetzt sehr schnell und mit viel Selbstbewusstsein. Ich habe letztes Jahr bei Maccabi einige Monate mit Heidegger zusammengespielt – der spielt gerade eine starke Saison. Er ist ein toller Typ und ich freue mich sehr über seine Entwicklung."



Die Oldenburger haben schlechte Erinnerungen an ALBA, das 2018 im Playoff-Viertelfinale sowie 2019 und 2020 im Playoff-Halbfinale jeweils die Saison der EWE Baskets beendete. Vor zwei Jahren triumphierte ALBA zudem auch im Pokalfinale über die Oldenburger. Auf der anderen Seite kommten die Baskets aber auch mit viel Rückenwind in die Hauptstadt, denn nach sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen ist der lange drohende Abstieg wohl abgewendet.

Max Heidegger und Phil Pressey: Aggressives Guard-Duo

Dass die von allen Experten als Playoff-Kandidat eingestuften Oldenburger bis in den Februar hinein das Tabellenende zierten, war die größte Überraschung der laufenden Saison. Erst ein Anfang Februar vollzogener Trainerwechsel sorgte für die Wende. Ingo Freyer verschrieb der Mannschaft eine schnellere Spielweise, die viel besser zum sehr talentierten Oldenburger Personal passt, als die zuletzt als zu starr empfundenen Systeme seines Vorgängers Mladen Drijenčić.

Die beiden Point Guards Phil Pressey und Max Heidegger treiben das Oldenburger Spiel jetzt mit mehr Druck nach vorne. Der NBA-erfahrene, nur 1,80 Meter große agile Pressey ist dabei nicht nur in der Offensive, sondern auch als Verteidiger sehr aggressiv. Der von Maccabi Tel Aviv ausgeliehene Heidegger (1,91 Meter) zieht pfeilschnell zum Korb, trifft aber auch den Dreier aus allen Lagen und gehört mit im Schnitt 19 Punkten zu den Korbgefährlichsten Spielern in der easyCredit BBL.

Rickey Paulding verabschiedet sich aus der easyCredit BBL

Schnelligkeit ist bekanntlich auch eine Stärke des ebenfalls nur 1,80 Meter großen Bennet Hundt, aber für den jungen Ex-Albatros ist es auch unter Ingo Freyer schwer, sich im Schatten zweier so dominanter Starter zu behaupten, zumal in den letzten Wochen der Erfolgsdruck bei den EWE Baskets extrem hoch war. Auch der größere und damit vielseitiger einsetzbare Deutsch-Chilene Sebastian Herrera muss im Oldenburger Backcourt um seine Minuten kämpfen.

Auf dem Flügel ist unterdessen auch in dieser Saison Rickey Paulding der unverwüstliche Oldenburger Go-to Guy. Allerdings hat der 39-jährige US-Forward, der seit 2007 das Trikot der EWE Baskets trägt und in den letzten 15 Jahren keines der 26 Oldenburger Gastspiele in Berlin verpasst hat, sein Karriereende bereits angekündigt und wird somit am Dienstag – da die Oldenburger die Playoffs wohl nicht mehr erreichen – zum letzten Mal in der Mercedes-Benz Arena spielen.
 

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Reggie Lynch unter dem Korb starke Ergänzung zu Tai Odiase

Im Frontcourt ist der von Trainer Mladen Drijenčić zuletzt oft gar nicht mehr eingesetzte T.J. Holyfield unter dem neuen Headcoach stark aufgeblüht und hat sich als guter Rebounder und bis hinter die Dreierlinie korbgefährlicher Scorer zu einer Oldenburger Geheimwaffe entwickelt. Als sein Back-up profitiert der junge Alen Pjanic davon, dass er bis zum letzten Sommer in Gießen unter Ingo Freyer groß geworden und mit der Spielweise des neuen Trainers vertraut ist.

Unter dem Oldenburger Korb räumt der athletische US-Center Tai Odiase wie im Vorjahr für Göttingen auf und begeistert die Fans mit seinen spektakulären Flugeinlagen. Verletzungen des zweiten und dritten Centers zwangen die EWE Baskets vor zwei Wochen zur Nachverpflichtung eines zweiten US-Centers. Reggie Lynch erwies sich mit seiner starken physischen Präsenz in der Zone gleich in den ersten Spielen gegen München und Braunschweig als effektive Verstärkung.

90:76 gegen Braunschweig bringt den Klassenerhalt näher

Mit sechs Siegen aus sieben Spielen haben sind EWE Baskets in den letzten fünf Wochen vom vorletzten auf den 14. Tabellenplatz verbessert und haben den Klassenerhalt fast schon in der Tasche. Am Samstag beim 90:76 gegen Braunschweig überragten Spielmacher Phil Pressey mit 13 Assists, die Innenspieler Tai Odiase (20 Punkte) und T. J. Holyfield (16) mit je neun Rebounds und Sebastian Herrera mit starker Defense gegen Braunschweigs Topscorer David Krämer.

Oldenburg spielt unter Ingo Freyer in folgender Aufstellung (in Klammern gerundete BBL-Stats):
PG: Phil Pressey (24 min, 9 p, 5 as), Bennet Hundt (15 min, 4 p)
SG: Max Heidegger (27 min, 19 p, 5 as), Michal Michalak (20 min, 13 p)
SF: Rickey Paulding (27 min, 12 p), Sebastian Herrera (16 min, 3 p)
PF: T. J. Holyfield (19 min, 6 p, 4 rb), Alen Pjanic (16 min, 6 p)
C: Tai Odiase (23 min, 10 p, 6 rb), Reggie Lynch (16 min, 7 p, 5 rb, 2 bs)

Gut zu wissen:
Der gebürtige Berliner Bennet Hundt wurde bis 2019 in der ALBA-Jugend groß und rückte unter Coach Aito von 2017 bis 2019 auch mehrfach für seine ersten BBL- und EuroCup-Spiele in den Profikader auf. Trainer Ingo Freyer war als Spieler von 1991 bis 1995 ein Ur-Albatros und gewann mit ALBA 1995 den Korać Cup. Max Heidegger ist wie Tamir Blatt und Yovel Zoosman israelischer Nationalspieler und trug zu Beginn der vergangenen Saison bis zu seiner Ausleihe nach Herzliya wie Yovel das Trikot von Maccabi Tel Aviv.

EWE Baskets Oldenburg (Stats easyCredit BBL 2021/22)

Nr.NamePos.AltercmNat.BBLPkt/SpRb/SpAs/Sp
3Max Heidegger124191US/IL/AT---18,82,34,8
7Sebastian Herrera224193D/CHL3 J.3,12,11,4
11Phil Pressey131180USA1 J.8,53,25,7
12Martin Breunig (verl.)530203GER5 J.8,54,30,8
17Norris Agbakoko (verl.)522217GER2 J.2,52,51
20Michal Michalak2/328197POL1 J.1331,2
21Tai Odiase526206USA1 J.10,35,50,5
22T.J. Holyfield426203USA---5,74,30,6
23Rickey Paulding339196USA14 J.12,32,61,7
24Jerry Ndhine319198GER---10,70,3
27Fritz Hemschemeier123182GER---001
33Bennet Hundt123180GER4 J.4,41,22,3
35Alen Pjanic3/425202GER6 J.5,52,70,8
47Max Schell3/418203GER---   
50Reggie Lynch524208USA---6,54,51

Headcoach: Ingo Freyer (51, GER, zwölfte Bundesliga-Saison als Headcoach, die erste mit Oldenburg)

Oldenburg: Resultate der letzten drei Wochen:
23.3. medi Bayreuth - Oldenburg (easyCredit BBL) 71:74 (S) Heidegger 23
26.3. Gießen 46ers – Oldenburg (easyCredit BBL) 88:75 (N) Odiase 17
02.4. Oldenburg – Bayern München (easyCredit BBL) 106:75 (S) Heidegger 31
09.4. Oldenburg – Löwen Braunschweig (easyCredit BBL) 90:76 (S) Odiase 20

ALBA BERLIN: Resultate der letzten drei Wochen:
22.3. ALBA – FC Barçelona (EuroLeague) 79:95 (N) da Silva 13
25.3. ALBA – Roter Stern Belgrad (EuroLeague) 74:70 (S) Lô 22
27.3. Niners Chemnitz – ALBA (easyCredit BBL) 81:64 (N) da Silva 18
29.3. Fenerbahçe Istanbul – ALBA (EuroLeague) 57:66 (S) Zoosman 20
01.4. Efes Istanbul – ALBA (EuroLeague) 87:77 (N) da Silva 20
04.4. ALBA – medi Bayreuth (easyCredit BBL) 87:53 (S) da Silva 20
06.4. ALBA – Panathinaikos Athen (EuroLeague) 87:78 (S) da Silva 16
08.4. AS Monaco – ALBA (EuroLeague) 91:74 (N) Koumadje 15
10.4. Mitteldeutscher BC – ALBA (easyCredit BBL) 66:95 (S) Blatt 16

ALBA-Bilanz gegen Oldenburg:
51 Siege – 22  Niederlagen (in Berlin 30-7)
BBL: 28-14 / Playoff: 20-7 / Pokal 3-0
Höchster Sieg: 105:60 am 25. Oktober 1998 in Oldenburg (Pokal)
Höchste Niederlage: 67:82 am 3. Februar 2013 in Oldenburg


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