Die Basketballer von ALBA BERLIN starten am Freitag (10. Mai, 20.30 Uhr) mit einem Heimspiel in der Mercedes-Benz Arena gegen den FC Bayern München in das Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft. Für die Berliner ist es die 19. Finalteilnahme in der aktuell 32. Saison. Anders als im Viertel- und Halbfinale wird die Best-of-Five-Finalserie dabei im Modus 1-1-1-1-1 gespielt, bei dem das Heimrecht nach jeder Partie wechselt. Das zweite Spiel findet am 14. Juni in München statt und für das dritte Aufeninandertreffen beider Teams kehrt die Serie am 17. Juni (Freitag, 19 Uhr) wieder nach Berlin zurück. (Foto: Camera4)

Wichtiger Hinweis: Die Arena öffnet bei den Heimspielen eine Stunde vor Spielbeginn. Wir empfehlen Euch eine frühe Ankunft, damit Ihr rechtzeitig zum Tipoff am Platz sein könnt. Bitte beachtet ebenfalls, dass Taschen größer als das DIN A4-Format leider nicht in der Arena gestattet sind. Dies gilt auch für Turnbeutel und Jutetaschen. Eine begrenzte, kostenpflichtige Möglichkeit zur Taschenhinterlegung an der Arena ist vorhanden.

Die Termine im Finale im Überblick (Modus 1-1-1-1-1):
Spiel 1: Fr. 10.6. 20.30 Uhr (Mercedes-Benz Arena) >>> Hier Tickets sichern >>>
Spiel 2: Di. 14.6. 19.00 Uhr (in München, live bei MagentaSport)
Spiel 3: Fr. 17.6. 19.00 Uhr (MBA) >>> Hier Tickets sichern >>>
Spiel 4: So. 19.6. 15.00 Uhr (in München, live bei MagentaSport und Sport1)
Spiel 5: Mi. 22.6. 20.30 Uhr (MBA)

Die 2011 aufgestiegenen Münchener sind für ALBA ein vertrauter Gegner. In bisher elf gemeinsamen Bundesligajahren kreuzen sich die Wege schon zum achten Mal in den Playoffs und zum fünften Mal im Finale. Nach Spielen markiert die Auftaktpartie am Freitag wettbewerbsübergreifend schon die 65. Auflage dieses neuen Klassikers. Brisant ist dabei, dass ALBA im Vorjahresfinale erstmalig in einem Playoff-Duell über die Münchner triumphieren konnte. Alle vorherigen sechs Playoff-Serien hatte München gewonnen.

Israel González (ALBA-Cheftrainer): „Zuerst einmal sind wir sehr stolz darauf, zum fünften Mal in Serie in das Playoff-Finale einzuziehen. Wir haben uns in den letzten Tagen ganz auf uns konzentriert und an den Details unseres Spiels gearbeitet. Bayern ist sehr stark im Low-Post und auch auf Ihre Pick-and-Rolls müssen wir uns nun gut vorbereiten.“ 

Johannes Thiemann (ALBA-Forward/Center): „Es geht jetzt um alles oder nichts und wir freuen uns auf das Finale! Wir gehen ausgeruhter in die Serie gegen Bayern, was ein Vorteil für uns sein kann. Andererseits können wir uns auch nur einen Tag auf unseren Gegner vorbereiten. Die Münchner haben einen tiefen Kader und sind sehr ausgeglichen – sowohl offensiv als auch defensiv. Wichtig ist für uns aber vor allem, dass wir uns auf unser Spiel konzentrieren.“

Nach ihrem Aufstieg setzten die finanzstarken Bayern in der BBL mit den Titelgewinnen 2014, 2018 und 2019 schnell neue Maßstäbe und beendeten die große Ära von Brose Bamberg. Auch in der EuroLeague, wo sie mittlerweile mit einer A-Lizenz zu den Shareholdern zählen, gehören die Münchener längst zu den etablierten Topteams. In den letzten beiden Jahren verpassten sie in den Playoffs mit jeweils 2:3 Siegen gegen Armani Mailand und dem FC Barçelona nur knapp den Sprung ins Final Four.

Nick Weiler-Babb ist der Schlüsselspieler im Backcourt

Die hohen europäischen Ambitionen spiegeln sich auch im Münchener Kader wieder, der neun hochkarätige ausländische Topspieler umfasst. In der BBL dürfen gemäß der 6+6-Regel nur jeweils sechs davon auflaufen. Allerdings hat Bayern-Headcoach Andrea Trinchieri derzeit weniger Auswahlmöglichkeiten als üblich, da neben US-Forward Darrun Hilliard wohl auch US-Spielmacher Corey Walden bis zum Saisonende ausfällt.

Dass die Münchener in den Playoffs – trotz tapferer Gegenwehr der Telekom Baskets Bonn – ihren Weg ins Finale gefunden haben, verdanken sie nicht zuletzt Nick Weiler-Babb. Der US-amerikanische Combo-Guard, der schon die gesamte Saison über die starke Münchner Verteidigung anführte, steigerte sich gegen Chemnitz und Bonn mit einer 46-prozentigen Dreierquote von 6 auf 15,5 Punkte im Schnitt und wurde damit auch in der Offensive zum Münchner Schlüsselspieler.

Vladimir Lučić ist der unbestrittene Anführer der Bayern

Den Job, den jeweils besten gegnerischen Guard zu verteidigen, übernimmt der routinierte Nihad Djedović. Pünktlich zur entscheidenden Saisonphase hat der Routinier seine langwierigen Blessuren und Krankheiten überwunden. Komplettiert wird der Münchner Backcourt von drei Naionalspielern. Der Slowene Žan Šiško ist Bayerns zweiter ideenreicher Aufbauspieler, Andreas Obst ist Trinchieris Dreierspezialist und der Serbe Ognjen Jaramaz ist mit seiner Athletik und Aggressivität auf den Positionen eins bis drei vielseitig einsetzbar.

Der unbestrittene Anführer der Bayern ist auch in dieser Saison – seiner mittlerweile sechsten in München – Vladimir Lučić. Der vielseitige serbische Nationalspieler spielt auf den Positionen drei und vier und trifft geistesgegenwärtig die richtigen Entscheidungen, speziell in engen Spielsituationen. Der Forward wurde in dieser Saison ins 2nd All-EuroLeague-Team und im Vorjahr sogar ins 1st All-EuroLeague-Team gewählt.

Deshaun Thomas ist Münchens Topscorer

Hochkarätige Erfahrung bieten die Bayern auch im Frontcourt auf, wo US-Forward Deshaun Thomas nach diversen Stationen bei Topteams wie Efes, Maccabi oder Barçelona nun für die Münchner als Topscorer fungiert. Dass der Linkshänder aus der Distanz trifft und am Korb beidhändig abschließen kann, macht den bulligen Forward zum Albtraum für gegnerische Verteidiger. Der aus der Mitteldistanz starke Augustine Rubit kann als variabler und korbgefährlicher Big Man auf den Positionen vier und fünf agieren.

Die Center Leon Radošević und Othello Hunter haben ihre größte Stärke in der Defense, wo sie auch deutlich kleinere Gegenspieler verteidigen können. Dies ist für die Bayern, die beim Verteidigen des Pick-and-Rolls oft „switchen“ (die Gegenspieler wechseln), besonders wichtig. Darüber hinaus sind der Ex-Albatros und der 36-jährige US-Amerikaner auch bis zur Dreierlinie korbgefährlich.

München bezwingt Bonn im Halbfinale mit drei Auswärtssiegen

Das Halbfinale zwischen Bonn und München war eine der spannendsten Serien in der Geschichte der BBL-Playoffs. Beide Teams lieferten sich dramatische Duelle, in denen am Ende jeweils das Gästeteam die Nase vorne hatte – auch im entscheidenden fünften Spiel am Mittwoch. Angeführt von einem einmal mehr überragenden Nick Weiler-Babb (18 Punkte) gewannen die Münchner mit 87:74. Anders als bei den Niederlagen in München trafen die Bayern in Bonn nicht nur wieder ihre Dreier, sondern nutzten auch ihre Größenvorteile unter dem Korb für 39:25 Rebounds.

Die Bayern spielten gegen Chemnitz und Bonn folgender Aufstellung (in Klammern durchschnittliche Stats aus den bisherigen acht Playoff-Spielen):
PG: Nick Weiler-Babb (29 min, 16 pt, 5 rb, 4 as), Žan Šiško (14 min, 4 pt, 4 as)
SG: Nihad Djedović (22 min, 9 pt), Ognjen Jaramaz (22 min, 9 pt)
SF: Vladimir Lučić (29 min, 11 pt, 5 rb), Andreas Obst (15 min, 8 pt), Jason George (7 min)
PF: Augustine Rubit (20 min, 7 pt, 4 rb), Deshaun Thomas (22 min, 13 pt)
C: Leon Radošević (20 min, 4 pt, 4 rb), Othello Hunter (19 min, 7 pt, 6 rb), G. Schilling (6 min)

Gut zu wissen:

Nihad Djedović spielte 2012/13 mit ALBA seine erste Saison in der BBL, bevor er aus Berlin nach München wechselte. Leon Radošević spielte von 2013 bis 2015 zwei Jahre für ALBA und fand 2018 über Brose Bamberg den Weg zu den Bayern. Dabei begleitete ihn der gebürtige Berliner Maodo Lô aus Bamberg nach München, wo beide bis 2020 zusammen für die Bayern spielten. Luke Sikma und Vladimir Lučić spielten 2015/16 zusammen in Valencia und waren dort sogar Zimmerkollegen. Oscar da Silva ist ein gebürtiger Münchner, spielte dort aber nie für die Bayern.

In der EuroLeague gewann München in dieser Saison beide Partien gegen ALBA (82:69 am 28.Oktober in Berlin und 62:56 am 28. Januar in München). In der Abschlusstabelle machten diese beide Münchener Siege am Ende den Unterschied aus. Die Bayern qualifizierten sich mit 14:14 Siegen als Achter für die Playoffs, wo sie sich gegen den FC Barcelona erst im fünften Spiel geschlagen geben mussten. ALBA wurde mit zwei Siegen weniger (12:16) Zehnter.

ALBA geht mit 17 Siegen in Folge ins Finale. Noch nie hatte ein Finalist in einem deutschen Playoff-Finale so viel Rückenwind. 1999 marschierten die Berliner mit 16 Siegen in Folge ins Finale, wo die Serie aber trotz Titelgewinn beim 3:2 gegen Bonn riss. Die längste Siegesserie bis zu einem Titelgewinn hält Leverkusen, das 1970 mit 25 Siegen ungeschlagen Meister wurde – damals gab es jedoch noch keine Playoffs.

FC Bayern München (Stats easyCredit BBL 2021/22)

Nr.

Name

Pos.

Alter

cm

Nat.

BBL

Pkt/Sp

Rb/Sp

As/Sp

0

Nick Weiler-Babb

1/2

26

196

USA

2 J.

8,3

4,0

2,8

1

Deshaun Thomas

3/4

30

201

USA

---

14,9

3,6

1,2

2

Corey Walden (verletzt)

1

29

188

USA

---

6,6

2,2

2,8

8

Othello Hunter

5

36

203

USA

---

7,9

5,3

1,2

9

Joshua Obiesie

2

22

198

GER

3 J.

3,2

1,3

0,7

10

Ognjen Jaramaz

2

26

193

SRB

---

8,6

1,8

2,2

11

Vladimir Lučić

3/4

32

204

SRB

5 J.

9,2

3,9

1,9

12

Jason George

2/3

21

198

GER

2 J.

3,9

2,0

0,5

13

Andreas Obst

2

25

191

GER

6 J.

9,8

2,0

1,3

14

Nihad Djedović

2/3

32

199

D/BIH

9 J.

8,0

3,1

1,4

16

Paul Zipser

3/4

28

203

GER

6 J.

3,0

1,8

0,5

21

Augustine Rubit

4/5

32

203

USA

5 J.

10,8

4,6

1,3

26

Marvin Ogunsipe

4/5

26

204

D/AUT

5 J.

0,6

1,5

0,4

31

Žan Šiško

1

24

190

SLO

2 J.

4,3

2,0

4,7

32

Darrun Hilliard (verletzt)

2/3

29

196

UDA

---

10,7

2,3

2,4

34

Gavin Schilling

4/5

26

206

GER

3 J.

4,6

4,4

0,6

43

Leon Radošević

5

32

208

D/CRO

8 J.

5,8

2,4

1,5

Headcoach: Andrea Trinchieri (53, ITA, sechste BBL-Saison, die zweite mit München)

Bayern: Resultate der letzten drei Wochen
20.5. Chemnitz – Bayern (Playoff-Viertelfinale 3) 80:87 (S) Weiler-Babb 19
28.5. Bonn – Bayern (Playoff-Halbfinale 1) 68:80 (S) Lučić 19
30.5. Bonn – Bayern (Playoff-Halbfinale 2) 81:82 (S) Weiler-Babb 18
04.6. Bayern – Bonn (Playoff-Halbfinale 3) 84:86 (N) Thomas 12
06.6. Bayern – Bonn (Playoff-Halbfinale 4) 80:83 (N) Weiler-Babb 16
08.6. Bonn – Bayern (Playoff-Halbfinale 5) 74:87 (S) Weiler-Babb 18

ALBA: Resultate der letzten drei Wochen
19.5. Bamberg – ALBA (Playoff-Viertelfinale 3) 70:103 (S) da Silva 14
27.5. ALBA – Ludwigsburg (Playoff-Halbfinale 1) 89:84 (S) Lô 20
29.5. ALBA – Ludwigsburg (Playoff-Halbfinale 2) 100:76 (S) Olinde 24
03.6. Ludwigsburg – ALBA (Playoff-Halbfinale 3) 67:73 (S) Lammers 11

ALBA-Bilanz gegen Bayern München: 25:1:38
25 Siege – ein Unentschieden - 38 Niederlagen (in Berlin 15:1:15)
BBL: 11:10, Playoffs 9:19, Pokal 4:3, Champions Cup 1:0, EuroCup: 0:1:1, EuroLeague 0:5
Höchster Sieg: 100:62 am 25. April 2021 in München
Höchste Niederlage: 58:97 am 16. Oktober 2016 in München