
Am kommenden Wochenende steht mit dem TOP FOUR des MagentaSport BBL Pokals der erste Saisonhöhepunkt auf dem Programm. ALBA BERLIN kämpft in Oldenburg um den zum 57. Mal ausgespielten deutschen Pokaltitel. Im Halbfinale trifft ALBA dabei am Samstag (18. Februar) auf den FC Bayern München. Der andere Finalteilnehmer wird am gleichen Tag beim Spiel zwischen Oldenburg und den MHP Riesen Ludwigsburg ermittelt. Das Endspiel findet dann am Sonntag (19. Februar) statt. Alle Spiele des TOP FOURs werden auch für Nichtabonnenten kostenfrei von MagentaSport übertragen.
Der Spielplan im Detail:
Samstag, 18. Februar 2023:
16.00 Uhr: EWE Baskets Oldenburg – MHP Riesen Ludwigsburg
19.30 Uhr: FC Bayern München – ALBA BERLIN
Sonntag, 19. Februar 2023:
15.00 Uhr: Finale des MagentaSport BBL Pokals
Israel González (ALBA-Cheftrainer): „Mit Bayern erwartet uns eine der besten, wenn nicht sogar die beste Mannschaft Deutschlands im Pokal-Halbfinale. Wir teilen die gleichen Probleme: Verletzungen und einen engen Spielplan. In wichtigen Partien sind die Münchener trotzdem stark – das zeigen sie immer wieder in der EuroLeague. Wir brauchen eine sehr gute Leistung vom jedem Spieler in unserer Rotation, um Bayern zu schlagen.“
Louis Olinde (ALBA-Forward): „Die letzten Wochen waren anstrengend, die Stimmung im Team ist aber trotzdem hervorragend. Wir sind alle aufgeregt und haben Bock auf das TOP FOUR. Wenn wir am Samstag unser Spiel durchziehen und fokussiert bleiben, stehen die Chancen auf das Weiterkommen gut. Auch wegen einiger Verletzungen tut sich Bayern bisher schwer, einen Rhythmus zu finden. Trotzdem sind sie eine sehr gute Mannschaft und haben sich im Vergleich zur letzten Saison vor allem auf den deutschen Positionen verbessert. Wir dagegen sind ein eingespieltes Team, in dem jeder für jeden einspringen kann. Und wir sind heiß auf den Titel!“
Als Pokalverteidiger würde ALBA den Wanderpokal natürlich nur zu gerne am Sonntagabend wieder zurück in die Hauptstadt mitnehmen. Es wäre für den Rekordpokalsieger der zwölfte Pokaltitel. Aber ein Blick auf die BBL-Tabelle verdeutlicht, wie hochkarätig das diesjährige TOP FOUR besetzt ist: Alle vier Pokal-Halbfinalisten befinden sich auf Playoff-Kurs und belegen einen der ersten sechs Plätze. Von den Topteams fehlen nur der Zweite Bonn (schied im Achtelfinale in Berlin aus) und die im Viertelfinale an ALBA gescheiterten Göttinger, die sich auf dem fünften Tabellenplatz befinden.
Gleich im Halbfinale bekommt es das Team von Coach Israel González am Samstag mit dem großen Rivalen Bayern München zu tun. Die Münchner haben sich in dieser Saison auf die Fahne geschrieben, ALBA nach drei Jahren wieder von der nationalen Spitze zu verdrängen. Im Pokal duellierten sich beide Teams zuletzt 2021 mit dem besseren Ende für die Bayern. Damals bezwangen die Münchener die Albatrosse im Pokalfinale mit 85:79. In der vergangenen Saison scheiterten die Bayern im Pokal bereits im Viertelfinale überraschend in Chemnitz.
Verteidigung ist auch in dieser Saison Bayerns größter Trumpf
In der neuen Saison kreuzten sich die Wege der Erzrivalen bereits in der EuroLeague (die Bayern gewannen am 10. November 79:77 in Berlin) und in der Bundesliga (ALBA gewann am 8. Januar 80:79 in München). Auch das nun in Oldenburg anstehende dritte Saisonduell der beiden deutschen Europaligisten ist komplett offen und wird entsprechend mit großer Spannung erwartet. In diesem „Do-or-Die“-Spiel gibt es keine Ausreden – nur der Sieger hat die Chance auf den Pokalsieg.
Auch wenn die in der dritten Saison von Andrea Trinchieri gecoachten Münchener zuletzt in einigen Spielen mit starken Dreierquoten (15/32 am vergangenen Wochenende in Chemnitz) aufhorchen ließen, bleibt die exzellente Verteidigung auch in dieser Saison die größte Stärke der Bayern. Angeführt wird die mit ihren vielen athletischen Akteuren sehr variable Verteidigung im Backcourt von Nick Weiler-Babb und unter dem Korb vom block- und reboundstarken US-Center Freddie Gillespie.
Nach Verletzungen des Topscorers Cassius Winston und des deutschen Dreierspezialisten Andreas Obst musste Nick Weiler-Babb in den letzten Wochen auch im Angriff in die Bresche springen. Mit seiner Saisonbestleistung von 23 Punkten führte Weiler-Babb am vorigen Wochenende beim 79:58 in Chemnitz die Münchener Offensive an.
Auf dem Flügel, wo München seit Dezember auf seinen verletzten Kapitän Vladimir Lučić verzichten musste, hat sich Ex-Albatros Niels Giffey an der Seite des NBA-Rückkehrers Isaac Bonga längst zu einem wichtigen Leistungsträger entwickelt. Im Frontcourt, wo der 36-jährige Center Othello Hunter zum Ende seiner Karriere hin als Dreierschütze überrascht, spielt Power Forward Augustine die bisher beste Saison seiner Karriere und wurde von der EuroLeague sogar als Januar-MVP ausgezeichnet.
Die Bayern hoffen darauf, bis auf Elias Harris in Oldenburg wieder alle anderen zuletzt verletzten Spieler aufbieten zu können (in Klammern gerundete BBL-Stats):
PG: Cassius Winston (22 Min, 16 Pkt, 4 As), Cory Walden (18 Min, 7 Pkt), DJ Seeley
SG: N. Weiler-Babb (24 Min, 8 Pkt), Ognjen Jaramaz (18 Min, 7 Pkt), Andi Obst (22 Min, 11 Pkt)
SF: Isaac Bonga (21 Min, 9 Pkt, 5 Reb), Niels Giffey (24 Min, 9 Pkt), Paul Zipser (12 Min, 3 Pkt)
PF: Augustine Rubit (20 Min, 12 Pkt, 5 Reb), Niklas Wimberg (14 Min, 3 Pkt), Vladimir Lučić
C: Freddie Gillespie (21 Min, 5 Pkt, 7 Reb), Othello Hunter (18 Min, 6 Pkt)
Das andere Halbfinale: Oldenburg gegen Ludwigsburg
Bevor die Bayern und ALBA am Abend um den Einzug ins Finale spielen, ermitteln der Gastgeber EWE Baskets Oldenburg und die MHP Riesen Ludwigsburg am Nachmittag den ersten Finalteilnehmer. Auch hier deutet vieles auf einen spannenden und attraktiven Schlagabtausch hin. Erst vor drei Wochen trafen die beiden besten Offensiv-Rebound-Teams der BBL in Ludwigsburg aufeinander. Oldenburg gewann nach einem 28:45-Rückstand noch mit 75:71.
Ludwisgburg hat sich in den vergangenen zehn Jahren unter Trainer John Patrick zu einem Topteam in der BBL entwickelt. Patricks früherer Assistent Josh King sorgt aktuell dafür, dass die Ludwigsburger ihrer von aggressiver Defense geprägten Spielweise treu bleiben. Mit Prentiss Hubb, Jhonathan Dunn und Ex-Albatros Will Cherry geben drei US-Guards den Ton an. Aber auch der schon dreimal als bester Verteidiger der BBL ausgezeichnete Yorman Polas Bartolo setzt offensiv immer öfter Highlights.
Ludwigsburg spielt in folgender Aufstellung (in Klammern gerundete BBL-Stats):
PG: Prentiss Hubb (32 Min, 19 Pkt, 6 As), Will Cherry (25 Min, 9 Pkt, 6 As)
SG: Jhonathan Dunn (27 Min, 14 Pkt), Jacob Patrick (12 Min, 6 Pkt)
SF: Yorman Polas Bartolo (27 Min, 5 Reb), Shonn Miller (17 Min, 8 Pkt, 5 Reb)
PF: Jeff Roberson (18 Min, 7 Pkt, 4 Reb), Justin Johnson (23 Min, 10 Pkt, 6 Reb)
C: Eddy Edigin (14 Min, 5 Pkt, 4 Reb), Jonathan Bähre (15 Min, 4 Pkt)
In Oldenburg sorgt der neue Trainer Pedro Calles für frischen Wind. Früher waren die EWE Baskets für ihre Offensivstärke bekannt. In dieser Saison setzt der Spanier wie zuvor schon in Hamburg und Vechta eine aggressive Verteidigung ganz oben auf die Agenda. Angeführt werden die Oldenburger von US-Spielmacher DeWayne Russell. Vor einer Woche legte der 29-Jährige 30 Punkte und sieben Assists gegen ALBA auf. Kurz vor dem TOP FOUR steht das Team von Coach Calles aber vor einer Herausforderung: Nach Verletzungen von Ex-Albatros Kenny Ogbe und Center Owen Klassen müssen die Oldenburger mit Hassani Gravett und Shakur Juiston zwei neue Spieler integrieren.
Oldenburg spielt (ohne die verletzten Kenny Ogbe und Owen Klassen) in folgender Aufstellung (in Klammern gerundete BBL-Stats):
PG: DeWayne Russell (32 Min, 18 Pkt, 8 As), MaCiao Teague (23 Min, 9 Pkt)
SG: Max Di Leo (21 Min, 5 Pkt), Hassani Gravett
SF: Trey Drechsel (29 Min, 15 Pkt, 5 Reb), Alen Pjanic (22 Min, 10 Pkt)
PF: Tanner Leissner (29 Min, 11 Pkt, 6 Reb), TJ Holyfield (18 Min, 5 Pkt, 5 Reb)
C: Shakur Juiston, Norris Agbakoko (8 Min, 3 Pkt)