Dr. Axel Schweitzer, Himar Ojeda und Marco Baldi standen am Dienstag in der adidas Sportsbase Berlin interessierten Medienvertreter:innen Rede und Antwort. Auf der ALBA-Pressekonferenz zur Saison 2024/25 sprach die Vereinsführung über die wichtigsten Themen vor dem Beginn der neuen Spielzeit. (Fotos: Florian Ullbrich)

Dr. Axel Schweitzer (ALBA-Präsident): „Es ist kein Geheimnis, dass die Zeiten für uns herausfordernd sind: Aufgrund der Kostenexplosion in der Uber Arena müssen wir seit einigen Jahren erhebliche infrastrukturelle Zusatzkosten aufbringen. Gleichzeitig investieren viele Clubs in der Euroleague enorme Summen in ihre Teams – weit mehr als sie am Markt an Einnahmen generieren. Jahr für Jahr machen diese Clubs Millionen-Verluste. Das wird nicht auf Dauer funktionieren. Wir sind überzeugt: Die Zukunft des europäischen Basketballs ist eine andere. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Financial Fairplay sind die Stichworte. Wir werden versuchen, diese Zukunft tatkräftig mitzugestalten.“

„Wir werden weiter alles geben, um national Titel zu gewinnen und in der EuroLeague gegen alle Widerstände wettbewerbsfähig zu sein. Für uns heißt das, kreativ und innovativ zu sein, jeden Tag hart zu arbeiten und weiter auf unseren Weg zu bauen. Das ist vielleicht nicht die aufregendste Strategie, die die meisten Schlagzeilen generiert. Aber wir werden unseren Club nicht auf dem Altar des kurzfristigen Erfolges opfern, sondern wollen ihn weiter stabil und nachhaltig zu einer festen Institution bauen.“
 

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Himar Ojeda (ALBA-Sportdirektor): „Wir gehen wie immer ambitioniert in die Saison: Wir wollen in der Euroleague besser abschließen als letzte Saison und in Bundesliga und Pokal dabei sein, wenn Titel vergeben werden. Unser Weg ist unverändert, wir setzen auf Entwicklung. Das Ziel ist, individuell und als Gruppe zu wachsen und am Ende der Saison besser zu sein als am Anfang. Wir sind sehr gespannt auf unsere beiden Neuzugänge, denn sie passen von ihrer Spielanlage hervorragend zu uns. Insbesondere Trevion bringt eine Spielfreude, die uns gut tun wird. Was mich aber vor allem optimistisch stimmt, ist, dass wir als Gruppe nun schon länger zusammen sind. Wir bauen auf unseren deutschen Kern und darauf, dass die Spieler den nächsten Schritt machen, die schon im zweiten oder dritten Jahr bei uns sind.“

„Bei den Frauen setzen wir unsere kontinuierliche Entwicklung weiter fort, mit einem Team, dass bis auf einen Neuzugang komplett zusammengeblieben ist. In der Bundesliga sind wir als Titelverteidiger jetzt natürlich die Gejagten. Der EuroCup ist neu für uns, hier wollen wir Erfahrungen sammeln und uns etablieren. Die Herausforderung der nächsten Spielzeit liegt vor allem in der Doppelbelastung: Erstmals kommen lange Reisen und regelmäßige Spiele unter der Woche auf uns zu. Wir freuen uns darauf, wollen noch mehr Fans in die Sömmeringhalle ziehen und den Frauenbasketball weiter voranbringen.“
 

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Marco Baldi (ALBA-Geschäftsführer): „Die europäische Basketballlandschaft ist in Bewegung. In den nächsten Jahren wird es große Veränderungen geben. Wir werden nicht nur als guter Basketballmarkt wahrgenommen: Hier gibt es auch eine moderne Arena, Tradition, eine echte Basketball-Community, eine große Fanbase, Know-How – all das ist bei uns über Jahrzehnte gewachsen. Wir wollen diese Situation weiter ausbauen, natürlich auch mit sportlichen Erfolgen. Dafür werden wir weiter mit aller Zuversicht und mit großem Mut bis an die Grenze der Belastbarkeit gehen, aber eben nicht darüber hinaus, damit das Haus nicht zusammenfällt und weitergebaut werden kann.“

„Im deutschen Basketball hat sich einiges getan. Doch Deutschland bleibt ein Fußball-Land. Wenn man dauerhaft etwas erreichen will, geht das nur, indem man kontinuierlich baut. Wir haben zig Nationalspieler entwickelt, in Zukunft werden Nationalspielerinnen dazukommen. Sich Woche für Woche mit den besten Teams des Kontinents zu messen und gleichzeitig das Ganztagsprogramm an Schulen zu organisieren – dieser Spagat ist mehr als untypisch für einen Profisportclub. Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg ist und wir in dieser Verzahnung noch stärkere Wirkung entfalten.“